Montag, 27. Januar 2014

Der Mann mit dem Hammer

Es war auch wirklich kräftezehrend. 50 km Gegenwind. Kalt und Grau. Die komplette Mosel aufwärts, von Konz bis nach Rettel. 53x21, 30er Schnitt, kein Windschatten, nirgendwo. Dann links ab über den Saargau zurück nach Merzig. Ein ständiges Auf und Ab. Rauer Asphalt. Und irgendwo dort zwischen den Hügeln in diesem von Paris vergessenen Ende von Frankreich hat er auf mich gewartet, der Mann mit dem Hammer. Es war beileibe nicht das erste Mal dass wir uns getroffen haben, wir kennen uns ganz gut. Trotzdem, der Kerl ist niemand den man gerne trifft. Unangenehmer Zeitgenosse. Zu Beginn war er noch zu ertragen. Ich habe versucht ihn so gut es ging zu ignorieren, was aber zusehends schwieriger wurde. Am Ende hat er sich dann an mich gehängt, sich auf mich geworfen im Versuch mich niederzuringen, mich zum Aufgeben zu bewegen, Mistkerl, aber er hat es nicht geschafft. Natürlich! Hat er noch nie!

Der Kerl hat sogar einen eigenen Wikipedia Artikel!


Interessant ist es, die beiden letzten langen Touren zu vergleichen:

Gran Fondo:
  • 118 km alleine (+20 mit meinem Sohn)
  • 1524 Höhenmeter
  • 28,2 km/h im Mittel
  • 148 Puls im Mittel
  • 81 Umdrehungen im Mittel
  • 123 km
  • 665 Höhenmeter
  • 29,5 km/h im Mittel
  • 142 Puls im Mittel
  • 86 Umdrehungen im Mittel
Wetter war ähnlich, trocken und kalt. Verpflegung in etwa gleich. Also eine Tour wie die andere, bis auf die paar Höhenmeter? Trotzdem habe ich auf der flachen Tour einen Hungerast bekommen und war am Ende ein gutes Stück mehr ausgepowert.

Der Unterschied offenbart sich bei einem genauen Blick auf die Daten:

Gran Fondo:

Man with the Hammer:

Hier kann man sehr gut sehen, dass ich bei der zweiten Tour sehr viel gleichmäßiger unterwegs war. Die Trittfrequenz setzt während den flachen 80 km so gut wie nicht aus. Der Puls bewegt sich in einem sehr viel engeren Korridor. Ich hatte also wesentlich weniger Erholungsphasen. Erst gegen Ende, als ich das Moseltal verlassen habe, kommt wieder Bewegung in die Kurven.

Die lange, gleichmässige Belastung hat mich mehr angestrengt als die Berge. Natürlich kann das auch an der Tagesform liegen, ich war müde und habe mich insgesamt auch nicht so gut gefühlt wie die Woche vorher. Auf jeden Fall werde ich im Februar mal wieder öfter lang und flach fahren. Echtes GA Training, kann nie schaden.

Die Daten zeigen neben dem Nutzen von Datenaufzeichnungen auch sehr gut, warum Berge fahren so toll ist. Wenn man oben ist geht es wieder runter und man kann rollen lassen!

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