Dienstag, 7. Oktober 2014

Falling Leaves Gran Fondo

Ich rechne ja fest damit, dass diejenigen, die alle zwölf Strava Gran Fondos 2014 gefahren sind, sich am Ende des Jahres ein Gran Fondo Kombinationstrikot kaufen dürfen. Um die Serie so kurz vor Ende nicht zu unterbrechen, musste ich am Sonntag auf die Straße und mindesten 130 km abspulen. Nach fast einen Monat ohne wesentliche sportliche Aktivität, war das nicht gerade das, was man unter einem langsamen Einstig in das Wintertraining versteht. Wenigstens sollte das Wetter halten und ich bin von dem vorhergesagten Regen verschont geblieben.

Von Dreisbach aus ging es hoch auf den Saargau, vorbei an Tünsdorf, Faha und Kirf und durch die DDR. (So nennen die Einheimischen die Gegend dort oben. Der Name leitet sich von den drei Dörfern Dilmar, Dittlingen und Rommelfangen ab.)

Sonntägliche Ruhe über weiten Feldern, nur gelegentlich von Autos unterbrochen. Hochnebel, fahles Licht, Sonnenstrahlen die sich langsam ihren Weg bahnten. Nebenstraßen und Feldwirtschaftswege haben sich abgewechselt. Knackige Steigungen, tolle Aussichten, schnelle Abfahrten. Herrlich. Klassikerstimmung. Selbst der stramme Gegenwind konnte den Genuss nicht trüben.

Über Tawern bin ich wieder runter zur Saar gefahren. Nach einigen wenigen flachen Kilometern im Tal begann die Kletterei hinauf in den Hochwald bis zum Rösterkopf auf 700m. Eine der höchsten Erhebungen hier in der Gegend. Der Anstieg von Pluwigerhammer aus ist 8,9km lang mit einer durchschnittlichen Steigung von 5%. Bis zum Schluss wechseln sich flachere Passagen mit bis zu 15% steilen Rampen ab. Die ständigen Rhythmuswechsel stellen eine Schwierigkeit für sich da. Aber ein echter Berg, der bei Strava immerhin in die zweite Kategorie eingestuft ist. (Strava, Veloviewer)

Oben angekommen war ich dann froh über die Schussfahrt hinunter nach Kell. Die Tankstelle dort ist an Sonntagen die einzige Möglichkeit weit und breit die Trinkflaschen und Trikottaschen aufzufüllen, was ich auch getan habe. Von Kell bis nach Zerf bin ich über den Ruwertal Radweg gefahren. Immer wieder sehr zu empfehlen. Von Zerf waren es dann noch gute 30 km, überwiegend abwärts bis nach Merzig.

Zu der Tour gibt es noch unzählige Varianten, eine Strecke schöner als die Andere. Die weite Landschaft auf dem Saargau, Äcker im Wechsel der Jahreszeiten, Fernsicht, im Hochwald endlose Wälder, sattes, tiefes Grün soweit das Auge reicht, Berge und Täler. Ein unterschätztes Paradies zum Radfahren. Meistens nehme ich mir nur die grobe Richtung vor, wenn ich zu einer langen Runde starte und fahre dann nach Gutdünken. Auf Jahre hinaus werde ich noch Neues zu entdecken haben. Soviel steht fest, langweilig wird es nicht.






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