Samstag, 16. Mai 2015

DC Rainmaker Podcast

Zusammen mit TRS Triathlon produziert Ray Maker aka DC Rainmaker einen Podcast, in dem es um all die Sporttechnologie Dinge geht, um die es auch auf Rays Webseite geht: Pulsuhren, Powermeter, Garmin vs. Polar und und und. Zuhörer können Fragen auf einem Anrufbeantworter hinterlassen, die dann im Podcast beantwortet werden.

In Folge Zwei sprach Ray auch über die Art und Weise wie er testet und vor allem wie er zu den Produkten kommt. Er bekommt zwar von den Firmen zwar Test- und Vorserienmodelle zugesendet, diese schickt es aber nach dem Test bzw. sobald sie im Einzelhandel verfügbar sind, zurück und kauft sich ganz regulär sein eigenes Gerät. Wenn Ray Firmen besucht bezahlt er seine Reise, seine Unterkunft und sein Essen selber. Er sagt, dass Äusserste was er akzeptiert ist ein Kaffee im Besprechungsraum.


Diese Herangehensweise finde ich exemplarisch und gar nicht genug hervorzuheben. Denn nur so kann doch die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit gewahrt werden. Wie will ein Journalist, der von "BigCompany XYZ" zu einer Vorstellung und zu einem Test der neusten Modelle nach, sagen wir, Mallorca eingeladen wird und dem Flug, Hotel usw. bezahlt wird anschliessend schreiben, dass die Produkte nichts taugen? Man hat immer zwei Seiten einer Medaille und kann etwas so oder so darstellen. Die Journalisten der Radsportzeitungen die zu solchen Events reisen und das evt. noch nicht mal explizit im Bericht erwähnen haben ja ein Interesse das nächste Mal nochmal eingeladen zu werden. Die Firmen wissen das und spekulieren natürlich darauf, dass auf diese Art und Weise Berichte besser ausfallen.

Das muss man immer im Hinterkopf behalten, wenn man die "Test-Berichte" auf diversen Online Plattformen oder Radzeitungen liest. Und wenn auf einem bestimmten Rad die Tour de France gewonnen wird, dann liegt das vielleicht nicht daran, dass dies das beste Rad war, sondern einfach die Firma mit dem größten Marketingbudget.

Ich hatte dieser Tage die Möglichkeit an einem Testprogramm eines interessanten Aerorahmens teilzunehmen. Den Rahmen hätte ich immer noch zum Teil bezahlen müssen. Was es aber bedeutet, ein "Testfahrer" zu sein, hat ein Blick in den Vertrag offenbart. Jedwede negative Kommentare über das Produkt, sei es in Blogs, auf Facebook oder sonst wo, sind strengstens untersagt. Positives Feed-Back darf dagegen gerne und ausdrücklich mit der ganzen Welt geteilt werden. Bezahlt wird am Ende mit der eigenen Glaubwürdigkeit. Ein Profi wird auch nie etwas schlechtes über seinen Sponsor sagen oder schreiben, darum geht es ja. Der Sponsor gibt Material, der Sportler erzielt Erfolge, die breite Masse kauft. Die Frage ob die Erfolge wegen oder trotz des Materials erzielt wurden, wird dann selten gestellt.

Interessant in diesem Zusammenhang die Politik von Specialized, die seit einigen Jahren der Eurobike und der Interbike fernbleibt und statt dessen auf eigene Events für Kunden, Händler und Presse setzt. Dabei kommt dann sowas raus, Lobhudelei. Mehr dazu u.a. im Bike-Magazin oder bei BicycleRetailer.

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