Montag, 31. August 2015

Radfahren in den Bergen

Eine echte Radtour ist ja eigentlich nur eine, bei der man von der anderen Richtung zurückkommt als in die man losgefahren ist. Raus-Rein ist irgendwie doof. In den Bergen ist das aber gar nicht so einfach. Wir sind gerade in Tirol im Urlaub und die kleinste echte Runde ab Nauders ist die Tour über den Ofenpass mit über 130 km und saftigen 4000 Höhenmeter.



Ansonsten gibt es nur zwei "Eröffnung-Varianten". Über den Reschenpass rüber nach Italien oder über die Norbertshöhe runter ins Inntal. Die Bundesstrasse hinunter nach Pfunds ist für Radfahrer gesperrt und aufgrund des Verkehrs auch in der Tat nicht empfehlenswert.

Wenn man gewohnt ist bei der Streckenwahl aus unzähligen Varianten zu wählen, ist das schon mal eine echte Umstellung. Eine Begleiterscheinung ist, dass mein inneres Metronom, dass mich normalerweise genau nach der geplanten Zeit wieder nach Hause bringt, hier total aus dem Rhythmus gekommen ist. Bei der Tour auf den Kanautaler Gletscher war ich fast zwei Stunden verspätet! Irgendwie geht das mit den 30 Kilometern pro Stunde hier nicht auf. Ach ja, stimmt, Berge. Und was für welche. Und im Tal ist soviel Wind, dass flach auch wie bergauf ist.

Und dann habe ich als alter Flachlandtiroler auch noch den Wetterunterschied zwischen Tal und Berg überschätzt. Bei der Tour auf den Kanautaler Gletscher hatte ich die Trikottaschen mit Windweste, Handschuhen, Halstuch, Rennmütze, Knie- und Ärmlingen gut gefüllt. Am Ende hat die Weste alleine allemal gereicht. Denn aufwärts hat man in jedem Fall warm, abwärts ist man innerhalb von wenigen Minuten wieder im warmen. Darüber hinaus war die Wetterprognose hervorragend und auch oben auf dem Berg war es nicht kalt sondern nur etwas frischer. Es bestand eigentlich gar keine Notwenigkeit soviel mitzunehmen. Die Lehre daraus? Den Wetterbericht genauer studieren und vielleicht einfach mal ein bisschen Frösteln riskieren.


 Wenn man von dem ganzen bergauf fahren genug hat und einfach mal flach fahren möchte gibt es ab Nauders genau zwei Varianten. Zum Reschensee und dort am Ufer auf der Bundesstrasse auf und ab fahren oder man muss runter ins Inntal, hat dann aber auf dem Rückweg nochmal die Norbertshöhe zu erklimmen.

Man kann halt nicht alles haben, ich will mich aber nicht beschweren, schliesslich fährt man ja genau deshalb in die Berge, um Berge und Pässe en masse zu haben.

Auf der Homepage von Nauders gibt die wesentlichen Tourenvorschläge inklusive GPS Tracks und guter Beschreibungen. Dem ist wenig hinzuzufügen, trotzdem einige Erfahrungen und Tips um den Reschensee herum:

Entlang des Reschensees gibt es vier Varianten:
  • die Hauptstrasse am Ostufer, perfekter Asphalt, breit, schnell, aber auch sehr viel Verkehr. Hier sollte man nur entlang fahren wenn man recht zügig unterwegs ist und mal einige Kilometer wirklich flach fahren möchte. Die Straße führt auch an dem versunkenen Ort Graun vorbei, wenn man den halb versunkenen Kirchturm von nahem in Augenschein nehmen will, ist die Hauptstrasse die erste Wahl. 
  • Der Radweg am Ostufer führt meist unmittelbar neben der Hauptstrasse entlang und ist, soweit ich das gesehen habe, meistens geschottert und scheidet daher für Rennräder aus.
  • Der Radweg am Westufer ist mit ca. 2 Metern sehr schmal und ist bis auf wenige hundert Meter asphaltiert. Der Weg bietet herrliche Aussichten über den See, allerdings geht es ständig rechts / links und auf und ab. Geradeaus ist hier Fehlanzeige. Ständig muss man auf entgegenkommende Radfahrer achten und darf nicht zu schnell fahren um Kollisionen zu vermeiden.
  • Überhalb des Radweges am Westufer führt eine Straße entlang, die Via Paese Vecchio. Hier muss man zunächst einige Höhenmeter überwinden, hat aber auch immer wieder tolle Aussichten, keinen Verkehr und eine zwar schmale, aber echte Straße.

Der Radweg entlang des Reschensees führt übrigens weiter bis nach Meran. In südlicher Richtung ist der Weg für Rennradfahrer aber nur bedingt empfehlenswert. Zu eng und zu steil führt der Weg den Reschenpass hinab. Man muss ständig bremsen und kann es nie rollen lassen, das macht keinen Spass. Auf der Hauptstraße ist man zumindest bis nach Schluderns (Sluderno) m.E. besser aufgehoben, zumindest wenn man keine Probleme mit dem Verkehr hat. Aufwärts ist der Radweg hingegen mit Rampen bis zu 20% eine echte sportliche Herausforderung und der Straße in jedem Fall vorzuziehen.

Empfehlenswert ist auch ein Abstecher ins Rojental (Strava). Von der Via Paese Vecchio führt die Strasse fünf Kilometer weit erst durch Wald, dann durch ein Hochtal. Sehr ruhig, wenig Verkehr. In Roia habe ich im Gasthof Bergkristall übrigens den einzigen Espresso Stop aller Touren die ich hier gefahren bin, gemacht. Sehr zu empfehlen. Danach kann man noch weiter bis zur Bergstation der Schöneben-Seilbahn auf 2087 Meter fahren. Da das ganze aber eine Sackgasse ist (zumindest für Rennradfahrer) geht es auf gleichem Weg wieder hinunter.

Auch sehr schön war das Langtaufertal (Strava) auf der anderen Seite des Sees. Ebenfalls ruhig, schöne 10 Kilometer aufwärts, tolles Panorama.



Links:
Gewohnt haben wir im Aparthotel Arabella.
Hervorragend gegessen im Almhof.
Die erste Adresse für MTB Touren aller Schwierigkeitsgrade und alle anderen Outdoor Aktivitäten  ist das Biwak, nach Gerry fragen!

Donnerstag, 27. August 2015

Sticky Bottles

Vielleicht haben sich die Jungs von Lotto Soudal einen Spaß erlaubt und den Türrahmen des Astana Teamwagens auch präpariert.

Montag, 24. August 2015

Schrauber Tip: Ventilverlängerung

Hochprofilfelgen erfordern Ventilverlängerungen, um den Schlauch aufzupumpen. Es gibt drei Möglichkeiten:
  • Schläuche mit langem Ventil, bei Schlauchreifen scheidet diese Möglichkeit aber in der Regel aus, die gibt es nur mit kurzem Standardventil
  • Ventilverlängerungen die einfach auf das offene Ventil aufgeschraubt werden, das Ventil ist also nicht mehr zugänglich, um Luft abzulassen muss man mit einem kleinen Schraubenzieher oder Inbus-Schlüssel durch die Verlängerung auf das Ventil drücken
  • Ventilverlängerungen, bei denen das Ventil des Schlauchs demontiert wird und aussen auf die Verlängerung aufgeschraubt wird. Hier ist das Ventil ganz normal von aussen zugänglich.
Mir ist nicht ganz klar wie man Variante zwei ernsthaft in Betracht ziehen kann, da man immer mit offenem Ventil fährt. Es hat schon einen Grund warum man Presta Ventile zuschraubt und warum das Ventil zugänglich sein sollte. In meinem Fall ist folgendes passiert: Ich habe neue Laufräder bekommen, bei denen die Ventilverlängerung Variante 2 montiert war. Irgendwann konnte ich den Schlauch nicht mehr aufpumpen, gleichzeitig aber auch keine Luft mehr ablassen. Das Ventil hatte sich durch die Erschütterungen beim Fahren zugedreht. Die Ventilverlängerung kann man nun zwar abschrauben, da das Ventil aber im Inneren der Felge verborgen ist, hat man (fast) keine Chance dieses wieder aufzuschrauben. 

Was tun? Die Luft muss raus um den Schlauch demontieren zu können und das Ventil wieder aufzuschrauben bzw. um eine richtige Verlängerung montieren zu können (Variante 3). Den Schlauch platt stechen? Ich war schon auf der Suche nach einer passenden Nadel, da kam mir eine Idee.

Ich habe die Ventilverlängerung mit doppelseitigem Klebeband gefüllt. Das Ende des Röhrchens enthielt sozusagen einen kleinen, klebrigen Pfropfen. Diesen Propfen kann man dann auf das Ventil drücken, das ja nur leicht zugeschraubt sein sollte, und wieder aufdrehen. Danach kann man die Luft ablassen, Reif und Schlauch demontieren oder auch, wenn man das immer noch für eine gute Idee hält, die Variante 2 Verlängerung einfach wieder montieren.




Sonntag, 23. August 2015

Strava Aficionado

Ein sicheres Zeichen auf dem Weg zu einem Strava Aficionado ist, wenn man sich die Hälfte der Fahrt Gedanken über den Namen der Aktivität macht. Nicht der schlechteste Zeitvertreib auf Solotouren und es lenkt etwas von den Anstrengungen ab. Aber auf der anderen Seite schon etwas bedenklich.





Montag, 17. August 2015

Bellheim Power Daten

Nach dem Rennbericht hier noch ein Blick in die Leistungsdaten des Rennens in Bellheim:

Zunächst die Power Werte, über die 2,5 Stunden hatte ich eine Durchschnittsleistung von 266 Watt. Dieser Wert ist der mathematische Durchschnitt und berücksichtigt nicht die Anforderungen der Tempowechsel. Um die tatsächliche Leistung besser einschätzen zu können haben Allen und Coggan das Konzept der "normalized Power" entwickelt. Diese Zahl beschreibt besser die Anforderung an den Organismus und findet sich in der rechten Metriken Spalte und nennt sich in Golden Cheetah xPower. Der Wert beträgt hier 284 Watt.


Laut dem Modell hätte ich also mit dem gleichen körperlichen Einsatz auch eine Durchschnittsleistung von 284 Watt (statt 266) fahren können, wenn das Tempo perfekt gleichmäßig gewesen wäre. Die beiden Werte liegen recht nah beieinander, ein Hinweis darauf, dass es nur wenige Attacken und Tempowechsel gab und die Leistung in der Tat gleichmäßig war.

Die Verteilung der Leistungszonen ist relativ gleich über das ganze Spektrum von "easy peasy" bis "Anschlag". Selbst wenn man die Anzahl der Zonen auf zwei reduziert und Z1 und Z2 als langsam und Z3 bis Z7 als schnell bezeichnet, war fast 1 Stunde "langsam" und nur 1,5 Stunden schnell. Ganz anders sieht es aus wenn man die Pulswerte betrachtet, dort waren über 2 Stunden in dem schnellen Bereich. Die Differenz der Dauer der schnellen Zonen Puls versus Watt zeigt schön, dass die Herzfrequenz sehr viel langsamer reagiert, die Wattwerte die Leistung aber sekundengenau erfassen.


Hier die Aufzeichnung des gesamten Rennens. Deutlich sieht man die Attacke bei Minute 20. Danach folgen etwa 20 Minuten mit einer recht gleichmäßigen Leistung, das ist die Soloflucht (xPower 342). Mein FTP wert liegt bei 314 Watt, ich befand mich also durchweg im anaeroben Bereich, die W' Kapazität wird währenddessen auch vollständig aufgezehrt, lange hätte ich dieses Tempo nicht mehr halten können. Bei Minute 38 kommt Alberto von hinten und die Powerkurve beginnt zu springen. Das sind jeweils die Führungen und Windschattenphasen, die W' Kapazität erholt sich. Bei 1:10 kommt die Gruppe von hinten, die Intensität sinkt weiter, der Puls geht nach unten, W' geht weiter nach oben.

Zwei Punkte stechen auf der Leistungskurve heraus. Der zweite Prämiensprint bei 1:25 und die vermeintliche Prämie am Ende der vierten Runde bei etwa 1:52. Beide Male muss ich mit etwa einem fünftel meiner W' Kapazität (Anaerobe Work Capacity) bezahlen. Was macht schon so ein kurzer Sprint zwischendurch, denkt man sich vielleicht, aber es kann gut sein, dass das genau die beiden Belastungen waren, die die entscheidenden Körner gefressen haben, die bei der finalen Attacke gefehlt haben (ab 2:10).


Hier die erste Stunde ab der Attacke bei Kilometer 15. xPower betrug 310 Watt, nur vier Watt unter meinem FTP Wert von 314, der die maximale Leistung angibt, die man theoretisch über eine Stunde erbringen kann.


Hier das Finale, bei 2:12 muss ich reissen lassen. Als die Gruppe mich wieder einholt und dann ziemlich zockelt und keiner mehr führen will, probiere ich es nochmal alleine (2:17,30) kann das Tempo aber nicht halten und werde nochmal eingeholt.


Am Ende hat nur ein kleines Schippchen gefehlt um zumindest um den Sieg sprinten zu können. Das zeigt mal wieder, dass man in einem Radrennen jede Anstrengung gut überlegt einsetzen muss. Natürlich kann man auch zuviel Kräfte sparen und die entscheidende Attacke verpassen, wenn man einfach immer im Feld bleibt. Dann kommt man ins Ziel und hat nur eine Grundlageneinheit absolviert. Auf der anderen Seite ist die Energie aber auch sehr schnell verpulvert und fehlt dann im entscheidenden Moment.

Sonntag, 16. August 2015

Bellheim - Attacke mit 85km to go

Vor einer Woche bin ich in Bellheim in der C-Klasse gestartet und noch immer sehe ich vor meinem geistigen Auge wie ich das siegbringende Hinterrad nicht halten kann. Vielleicht hätte ich einfach einen Moment länger die Zähne zusammen beißen müssen, einen Moment, so eine Chance, dabei war das Rennen bis dahin so gut. Ahh, naja, vielleicht von vorne.

Bellheim ist eines der inzwischen wenigen Straßenrennen im Südwesten auf einer großen Runde, brettflach und zwanzig Kilometer lang. Das letzte Mail bin ich das Rennen vor gut 20 Jahren in der AB-Klasse gefahren, 11 Runden standen damals auf dem Programm. Ganz so weit war es dieses Jahr für mich dann nicht. Die C-Klasse hatte aber immerhin fünf Runden zu absolvieren, 100 km.

Die Strecke führt inzwischen statt durch eine Reihe von Ortschaften über Feldwirtschaftwege. Betonplatten, Staub, 90 Grad Kurven, Steine und Dreck in den Kurven und sandige Randstreifen bringen zumindest etwas technischen Anspruch in die ansonsten einfache und problemlose Strecke. Wenn man mit einem Feld von 150 Mann von der Landstraße in solch einen Feldwirtschaftweg abbiegt, fühlt sich das zumindest ein kleines bisschen so an wie das erste Pflasterstück bei Paris-Roubaix. Ein Hauch von Klassiker-Feeling. Sehr schön. Das A und O bei einer solchen Strecke ist natürlich dass man weit vorne platziert ist. Irgendwie habe ich es hinbekommen am Start in der zweiten Reihe zu stehen und die Position unter den ersten 20 Fahrern auch bis zu den Feldwirtschaftwegen und danach zu halten.


Schon nach fünf Kilometern und noch vor den Betonwegen hat es weiter hinten anständig gescheppert und die Strasse war einmal von rechts nach links mit Radfahrern bedeckt. Hey, fast wie bei der Tour de France! Umso wichtiger vorne zu sein. Kurz nach der Abbiegung zurück nach Bellheim hat direkt vor mir Patrick Schubert attackiert, ein gutes Hinterrad von einem der weiss was er macht und schon einige Jahre als KT-Fahrer unterwegs war. Schnell haben wir ein paar Meter, ich übernehme die Führung und latsche dermaßen drauf, dass Patrick mein Hinterrad nicht halten kann und ich mich alleine vor dem Feld mit 85 km bis zum Ziel wiederfinden.

Na klasse, mal wieder so eine Kamikaze Attacke. Aber wo ich schon mal da vorne bin fahre ich weiter, zumindest bis zum Ziel, ist ja schliesslich Prämienrunden. Und tatsächlich kann ich die Meute auf Distanz halten, kassiere die Prämie von 12 Euro und komme alleine in Führung liegend bei meinem Sohn und meinem Vater vorbei. Erstaunte Blicke und Jubel. Also weiter, jetzt mit Gegenwind, das Feld auf respektablem Abstand. Auf den Feldwirtschaftwegen kommt von hinten ein einzelner Fahrer in schwarz angeflogen. Ich nehme etwas raus und als wir wieder auf der Straße sind erkenne ich endlich wer da von hinten kommt. Alberto Kunz! Prima, zu zweit geht es weiter. Das Feld weit zurück, aber noch zu sehen. Eine Minute Führung, eine Minute Windschatten. Noch drei Runden. Etwa in der Hälfte des Rennens kommen von hinten 11 Fahrer, darunter auch Patrick, so sieht man sich wieder! Die Gruppe harmoniert gut, vom Feld ist nichts mehr zu sehen. Ich gönne mir den Spass und fahre auch um die zweite Prämie, verliere aber knapp und kassiere ganze acht Euro.

Leider keine Prämienrunde, obwohl ich schwören könnte dass die Glocke geläutet wurde in der Runden davor.
Der Fahrer neben mir ist Patrick Schubert. So sollte man übrigens NICHT sprinten, mit den Händen am Bremsgriff und den Ellenbogen nach außen.

In der letzten Runde attackiert Alberto auf dem Kantenwind Stück. Der Angriff ist noch nicht mal sonderlich explosiv sondern eher eine ordentliche Tempoverschärfung. Zu meiner Überraschung zerlegt das die durch einen Defekt und einen Sturz etwas dezimierte Gruppe total. Ich springe alleine zu Alberto und wir zwei alten Hasen liegen 8km vor dem Ziel wieder vorne. Die entscheidende Attacke, noch etwas mehr als zehn Minuten bis zum Ziel! Und ziemlich genau an der Stelle, an der in der ersten Runde Patrick mein Hinterrad nicht halten konnte, komme ich nach der Führung nicht mehr in Alberto Windschatten. Und weg. Scheisse. Und der Kunz rockt das Ding und fährt zu einem Solosieg. Nicht schlecht! Jetzt ist er B-Fahrer und darf (oder muss?), wenn er nicht bei den Senioren fährt in der AB-Klasse starten.

Gratulation an den Sieger!

Für mich blieb dann nur noch der letzte Platz der verbleibenden Gruppe. Neunter. Das Feld gute drei, vier Minuten hinter uns. 

Tja, die frühe Attacke hat sich so ergeben und war auch gar nicht so verkehrt. Riskant, aber hat sich ausgezahlt. Die entscheidenden Körner hätte ich vielleicht sparen können als die Gruppe von hinten kam und ich zu früh und zu oft durch die Führung bin, jeder Meter im Wind zählt. Tja, egal, Schwamm drüber. Die Formkurve zeigt nach oben und lässt hoffen, dass ich mich Anfang September nicht total blamieren werde.

Hier ein Video von Holger Radsportfotos, in den ersten zwei Minuten bin ich einige Male zu sehen:

Ergebnisse auf Rad-Net
Mehr Fotos aus Bellheim und von anderen Radrennen in der Region gibt es auf der Facebook Seite von Holger Radsportfotos, vielen Dank für die Bilder!

Sonntag, 9. August 2015

3. Saarländischer MTB Jugendtag

Am vergangenen Samstag fand in Orscholz der dritte saarländische MTB Jugendtag statt. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung dieses Jahr vom MTB Team Saarschleife. Rund 60 Kinder aus saarländischen Vereinen und einige aus dem benachbarten Rheinland-Pfalz hatten den Weg an die Cloef gefunden. Vertreten waren alle Altersklassen von 4 bis 16 Jahren. Die Kinder wurden nach Alter und Können in Gruppen eingeteilt und schon ging es los. Vormittags standen Technikübungen auf dem Programm, dann gab es ein kostenloses Mittagessen für die Kinder und die Eltern, Trainer, Betreuer (Nudeln mit Bolognese, sehr gut!). Nach der Mittagspause ging es dann über die Trails rund um Orscholz.




Meinen Kindern hat das viel Spass gemacht und ich fand das eine überaus gelungene Veranstaltung. Nächstes Jahr sind wir bestimmt wieder dabei.

DM Berg in Ramberg doch mit Massenstart

Heute habe ich festgestellt dass die Deutsche Bergmeisterschaft der Senioren in Ramberg nicht wie gedacht nach der Gundersen Methode (2 Läufe, Zeitfahren und Jagdrennen) sondern mit einem Massenstart ausgetragen wird. Ich bin mir noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Hat beides seine Vor- und Nachteile.

Ein Zeitfahren kann man in seinem eigenen Tempo und gleichmässig fahren. Das Jagdrennen ist ähnlich, normalerweise tut sich nicht mehr so viel an den Platzierungen. Dass man zwei mal hoch muss kann ein Vorteil sein, aber auch ein Nachteil. Da hängt alles daran, wie gut man sich zwischen den Läufen erholt.

Bei einem Massenstart hat man es nach dem ersten Mal geschafft und muss nicht nochmal die Spannung aufbauen. Einmal 20 Minuten "all out". Und man hat eine direkte Relation zu den Kontrahenten. Bei einem Zeitfahren weiss man das ja erst wenn alle im Ziel sind. Bei der Massenstart-Variante gibt es ja eigentlich auch zwei Läufe. Der erste ist der um die vorderste Reihe am Start. Wenn man zu weit hinten steht hat man ruck zuck 20, 30 Sekunden Rückstand und muss die erst mal auffahren. Aber in der Regel bin ich in dieser "Disziplin" ganz gut.

Tja, was ist besser? Egal, wie auch immer, ich bin für die Senioren 2 Klasse gemeldet. Am 6. September um etwa 13:15 wissen wir mehr.

Dazu vorher auf Unterlenker:
Deutsche Meisterschaft Berg 2015

Freitag, 7. August 2015

FTP Test x 3

In den letzten sieben Tagen bin ich drei FTP Tests mit meinem BSX Device gefahren. Das BSX Gerät kann die Sauerstoffsättigung in der Muskulatur messen, wovon das Laktat abgeleitet werden kann, worauf wiederum die individuelle Anaerobe Schwelle (iAS) berechnet wird. (Cutting Edge)

Nach einem Test im April und im Mai war es an der Zeit meinen Trainingsfortschritt zu überprüfen.

Der BSX wird via Bluetooth mit der App auf dem Mobiltelefon verbunden und via ANT+ mit Herzfrequenz und Powermeter. Man gibt ein paar Parameter zu bekannten Wattwerten, Trainingstagen und Kilometern ein und bekommt einen Stufentest präsentiert, nach dessen Absolvierung einem die Zunge zum Hals raushängt und die App einem die aktuelle iAS ausgibt.

Die Bluetooth Verbindung herzustellen ist nicht ganz trivial. Es braucht teilweise einige Versuche bis die App den BSX auch wirklich erkennt. Es hilft wenn man das Telefon wirklich an den BSX hält. Danach kann man per ANT+ die anderen Sensoren verbinden. Die Daten werden dann von dem Gerät via Bluetooth an das Handy weitergeleitet.

Bei dem ersten Test habe ich nicht gemerkt dass der Pulsgurt gar nicht verbunden war. Der Test hat sich trotzdem absolvieren lassen und auch ein Ergebnis geliefert, das allerdings niedriger war als im Mai, und dass konnte nicht stimmen (289 versus 296).

Also ein zweites Mal, weil es so viel Spaß macht. Hin und wieder habe ich Probleme mit meinem Garmin Gurt, natürlich immer wenn man es am wenigsten braucht, zum Beispiel während eines FTP Testes. Hurra. Am Anfang waren die Werte viel zu niedrig, also habe ich den Test bei 160 Watt abgebrochen, den Gurt nochmal enger gestellt, neu verbunden und wieder von vorne. Leider hat der BSX dann bei über 200 Watt die Verbindung zum Brustgurt verloren. Ich bin trotzdem zu Ende gefahren. Das Ergebnis war dann statt eines neuen iAS Wertes nur eine Fehlermeldung.  Warum der BSX ein Ergebnis ganz ohne Herzfrequenz liefert, nicht aber wenn diese unterwegs verloren geht, ist ein Geheimnis der Entwickler.

Aber sei es drum, so schnell bin ich nicht klein zu bekommen und diesen Dienstag habe ich dann Versuch Nr. Drei unternommen. Dieses Mal bin ich auf der freien Rolle (gebremst) gefahren und habe die vorgegebenen Watt Werte recht gut getroffen, lediglich am Schluss waren die Schwankungen etwas größer. Die Verbindung zwischen Brustgurt, Powermeter, BSX und Handy hat während des Tests gehalten, kurz nach dem Ende war die Herzfrequent wieder weg, der Radcomputer hat kein Signal mehr bekommen.

Ich frage mich, ob die Verbindungsprobleme daran liegen könnten, dass ich auf der Rolle zu viel schwitze? Kann es sein dass der Gurt die Herzfrequenz nicht mehr erfassen kann, wenn zwischen Haut und Gurt ein Wasserfilm ist? Vielleicht sollte ich mir doch noch einen Ventilator anschaffen.

Wie auch immer, mit dem Ergebnis war ich zufrieden. 314 Watt bedeuten ein Plus von 18 Watt seit Mai. Interessanterweise ist das nur zwei Watt neben dem Critical Power Wert den Golden Cheetah schon seit einer Weile ausweisst. Hier ein Print Screen des BSX Webinterfaces.


Die Daily Funktion zur Nutzung des BSX ausserhalb eines FTP Testes steht leider immer noch nicht zur Verfügung, soll aber ganz sicher und bestimmt noch dieses Jahr kommen. Ich bin gespannt.