Samstag, 10. Oktober 2015

Movie Time! The Programm - Um jeden Preis

Am vergangenen Donnerstag ist "The Programm - Um jeden Preis" angelaufen, eine Filmbiografie über Lance Armstrong. Wer das ein oder andere Buch über Lance Armstrong gelesen hat, erfährt aber nichts Neues. Denn leider hat Stephen Frears lediglich alle möglichen altbekannten Episoden aneinander gereiht. US Portal wird in Europa abgehängt, Michele Ferrari und der Orangensaft, Betsy Andreu am Krankenbett, der Motomann liefert Epo, Emma O'Reilly entsorgt Epo Spritzen usw. usw.
Ein Schnipsel nach dem Anderen. Der Film ist ein Parforceritt von den Anfängen als Neoprofi in Europa, über die Krebserkrankung und die sieben Tour Siege bis zum Comeback und dem letztendlichen Fall des Sportstars.

Dabei fehlt aber der rote Faden, der wirkliche Zusammenhang. Der Film macht noch nicht mal den Versuch ernsthaft hinter die Fassade von Armstrong zu blicken, in seine Abgründe und die Geschichte eines schwierigen Charakters zu erzählen. Dazu hätte man sicher einen Teil erfinden müssen, Fiktion und Wirklichkeit mischen. Auch gelingt es dem Film nicht zu zeigen wie hart der Radsport ist, wie kaputt die Fahrer nach drei Wochen Tour sind. Alles sieht mühelos aus, ein bisschen Training, 'ne Epo Spritze und ein Blutbeutel und zack, mühelos zum nächsten gelben Trikot.

So ist es nur eine weiter Dokumentation im Spielfilmgewand, die allerdings ohne Frage hervorragend umgesetzt ist. Bei den Tour de France Szenen wird immer wieder zwischen Original und Film gewechselt, dabei ist kaum ein Unterschied zu sehen, so perfekt ist die Ausstattung des Films, die Trikots und die Räder. Auch die Charaktere sind recht gut getroffen.

Weniger Doku und mehr Spielfilm hätten dem Werk gut getan. Ansehen kann man sich den Film natürlich trotzdem. Man kann das Geld aber auch in den hervorragenden Film über Cyclocross "For the Love of Mud" investieren, über den ich gestern geschrieben habe.



Movie Homepage

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen