Sonntag, 6. März 2016

Zu früh gefreut

Gestern habe ich auf dem Heimweg an einem Strava Segment mal "das Gas stehen gelassen" und war zuhause positiv überrascht meine bisherige Bestzeit um eine Sekunden geschlagen zu haben. Nicht so schlecht für März, die bisherige Bestzeit stammt aus dem letzten Sommer, als ich ganz gut in Form war. Sollte mein Training über den Winter wirklich so gut gewesen sein? Vielleicht war die Erkältungspause doch nicht so schlecht? Zahlen lügen ja bekanntlich nicht. Ich hätte es bei diesem ersten Blick auf das Endresultat belassen sollen, statt dessen habe ich doch mal in die Details geschaut. Und Zahlen lügen tatsächlich nicht.


Ein Blick auf die "Compare Efforts" Seite zeigt, dass ich eigentlich viel langsamer war. Das Segment fängt tatsächlich viel früher an, als ich dachte, nämlich schon am Ortseingang und nicht erst am Beginn des steileren Stückes an der Boulangerie. In den Ort sind wir gestern einfach schneller rein gerollt. Von den 17 Sekunden ist dann am Ende gerade mal eine übrig geblieben.


Jetzt könnte man sagen, dass ist für Anfang März ja immer noch ganz gut, wenn man aber sieht dass meine Durchschnittsleistung 20 Watt niedriger, mein Durchschnittspuls aber 20 Schläge höher war, bleibt doch nur der Schluss, dass da noch Raum für Verbesserungen ist.


Da Strava nur die Zeit vergleicht, habe ich die beiden Versuche in Golden Cheetah übereinander gelegt, hier das Resultat:


Auch hier: mehr Puls, weniger Leistung. Interessant auch der Unterschied im HrPw Ratio, also dem Verhältnis zwischen Puls und Watt, das ist die Zahl in der Fußleiste unten rechts. Muss ich also doch noch weiter trainieren! :-(

Strava kann man natürlich zu weiten Teilen als Spielerei abtun, aber dieses Beispiel zeigt gut, wie man die Daten aus den Segmenten in hervorragender Weise für eine Standortbestimmung und zur Trainingskontrolle verwenden kann und ein unbestimmtes "Ich fühle mich gut" (oder auch nicht) mit harten Fakten unterlegen oder aber entkräften kann.

1 Kommentar:

  1. Ja, dafür ist Strava wirklich genial. Ich vermute mal, die überwiegende Masse wird sich einfach nur über die Kudos freuen, wird die Selfies der Fahrt posten wollen (Boah - wann kann man endlich mal 'richtige' Fotos über andere Dienste wie Instagram verknüpfen oder direkt über das Web-Interface hochladen) und sich für KOMs oder PRs abfeiern lassen wollen.

    Aber gerade die zentrale Mechanik von Strava, die Segmente, sind auch für Leute ohne Watt- oder sogar auch ohne HF-Messer eine geniale Möglichkeit, die eigenen Fortschritte bzw. den Formstand zu analysieren. Mit dem "Leistungen vergleichen" Tool bietet Strava auch schon selbst eine gute Möglichkeit, tiefer hinein zu schauen. Ich schaue dann aber auch näher in GoldenCheetah hinein. :)

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