Mittwoch, 11. Mai 2016

Landesverbandsmeisterschaften 2016 - Einzelzeitfahren

Am vergangenen Wochenende fanden in ganz Deutschland Landesverbandsmeisterschaften im Zeitfahren und im Straßenrennen statt. Die besten Zeitfahrer des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz wurden am Samstag in Rüssingen best  immt. Auf der schon fast Traditionsstrecke zu nennenden Betriebsstraße des Dyckerhoff Zementwerkes ging es bei sommerlichen Temperaturen und merklichem Wind für alle Altersklassen von der U11 bis zu den Senioren 4 zur Sache.


Ich hatte wie bereits letztes Jahr das Vergnügen gegen den wahrscheinlich besten Masters-Zeitfahrer Deutschlands anzutreten. Auch wenn nur sechs Fahrer aus dem Saarland gemeldet waren, gegen Alberto Kunz ein Zeitfahren zu bestreiten bedeutet eigentlich nur noch um den zweiten Platz zu fahren. Und genauso war es dann auch. Alberto hat mir wie bereits 2015 knapp über eine Minute abgenommen. Auf 14 km!! Meine Zeit von 18 Minuten und 52Sekunden entspricht einen Schnitt von über 44 km/h. Eigentlich nicht so schlecht auf der welligen und Wind anfälligen sieben Kilometer Runde, die zwei mal zu fahren war. Alberto's Siegerzeit von 18:45 bedeutet einen Schnitt von knapp 47 km/h! Holla die Waldfee. Das ist schnell!

LVM EZF Saar 2016 - Senioren 2
v.l.n.r. Harry Weirich, Alberto Kunz, Meine Wenigkeit
Was kann man da machen, außer mehr und härter zu trainieren? Nun, Zeitfahren ist neben der athletischen Komponente natürlich vor allem eine Frage der Aerodynamik. Zu einem gewissen Teil kann man sich eine gute Zeit kaufen. Es gibt so viel zu optimieren: Der Helm, die Brille, der Zeitfahranzug, die Schuhe, Handschuhe, natürlich das Rad, die Laufräder und die Reifen. Um alles noch etwas zu komplizieren gibt es nicht z.B. den einen besten Reifen, oft kommt es auf die Kombination an. Welcher Reif auf welchem Laufrad in welchem Rahmen usw.

Am allerwichtigsten ist aber die Position. Möglichst klein, möglichst windschlüpfrig ohne dabei an Leistung einzubüßen. Und, im Gegensatz zu dem Material ist die Position ja eigentlich für umsonst zu haben. Natürlich muss man sich innerhalb des Reglements bewegen, was es dann wieder nicht ganz so einfach macht.

Wenn man sich zum Beispiel das folgende Foto ansieht wird deutlich, dass meine Position noch lange nicht optimal ist. Für ein Zeitfahren, noch dazu ein so kurzes bei dem der Komfort absolut zu vernachlässigen ist, sitze ich relative „aufrecht“ auf dem Rad. Die Verstellmöglichkeiten sind allerdings schon ausgereizt, es geht weder tiefer, noch weiter nach vorne. Das bedeutet entweder einen Vorbau mit negativem Winkel oder ein anderes Rad mit niedrigerem Steuerrohr.


Interessant wäre an dieser Stelle ein Blick in meine Leistungswerte gewesen, aber ganz ehrlich, mir war der Aufwand mit dem hin und her schrauben des Powermeters zu viel. In einem Rennen über 14 km spielt das ja auch keine Rolle. Man darf die ersten Kilometer nicht überziehen, aber danach gibt es nur noch eine Devise: Vollgas.

Die Analyse Möglichkeiten nach dem Rennen sind so natürlich beschränkt. Leistungswerte würden einen Rückschluss zulassen, ob die Minute Rückstand nur am Leistungsvermögen oder auch an der "aerodynamischen Effizienz" lag. Vielleicht werde ich den ganzen Aufwand doch mal betreiben und Versuchsreihen fahren mit verschiedenen Einstellungen und testen, wie viele Watt sich noch finden lassen.

Update:
Ich konnte doch nicht widerstehen den Strava Daten den letzten Rest Information zu entlocken. Ich habe ein Segment über zwei Runden angelegt. Das Ergebnis zeigt, wie stark Alberto Kunz gefahren ist. Auch wenn die Senioren 2 eine Runde weniger wie die Elite hatten, ist Alberto genau gleich auf mit Julian Braun von Kuota-Lotto, der mit 26:46 die zweitschnellste Zeit des Tages gefahren ist. Natürlich sind die Aussagen basierend auf Strava Daten mit Vorsicht zu genießen und nur wenige Fahrer sind mit einem Leistungsmesser gefahren. Allerdings wird auch so deutlich, dass Alberto sehr an seiner Position und der Aerodynamik gearbeitet hat. Die Durchschnittsleistung von 324 Watt ist an sich nicht unerreichbar spricht dafür, das er alles optimiert hat, was zu optimieren ist.





Wer sich für das Thema Zeitfahren und Optimierung interessiert, dem kann ich übrigens den Cycling Time Trial Podcast von Mark Florence nur wärmstens empfehlen!.

Links: 
Vorher auf unterlenker.com: Die Zeitfahr-Strecke in Rüssingen / Rüssingen 2014 
Ergebnisse 2016 RLP
Ergebnisse 2016 Gesamt

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