Mittwoch, 6. Juli 2016

Heldenverehrung

The Cycling Podcast sendet während der Tour de France täglich. Neben dem großen Podcast, der am späten Abend erscheint und die Ereignisse des Tages bespricht gibt es auch kleinere Episoden, die sich einem bestimmten Thema widmen. Eine dieser "Kilometre 0" Folgen handelte von der Wiedergeburt des Deutschen Radsports: "The rebirth of German cycling".

Unter anderem kam Rolf Aldag zu Wort, früher Fahrer beim Team Telekom und heute Performance Manager bei Team Dimension Data. Auf die Frage warum der Radsport in Deutschland nach den Dopingskandalen einen viel herberen Einschnitt als in anderen Ländern verkraften musste, sagte er etwas sehr interessantes. Die Deutschen, so Aldag, tendieren zur Heldenverehrung. Es ging weniger um den Radsport, sondern mehr um Jan Ulrich, den Helden in Gelb, den ersten Deutschen Tour de France Gewinner. Ähnlich im Tennis mit Boris Becker und Steffi Graf oder im Motorsport mit Michael Schuhmacher. Fällt der Held aus, noch dazu durch einen Skandal wie im Fall Ulrichs, ist die Fallhöhe umso höher und erklärt auch den Ausstieg der öffentlich rechtlichen Sender aus der TdF Berichterstattung.

Ganz anders in Ländern wie zum Beispiel in Belgien. Ohne Frage ist es das Größte wenn Tom Boonen die Flandernrundfahrt gewinnt. Aber auch wenn keine Belgier gewinnen oder auch nur Chancen auf einen Sieg haben, die Belgier stehen trotzdem am Rand und jubeln den Fahrern zu, egal aus welchem Land.


An dieser Stelle kann ich den Cycling Podcast übrigens zum wiederholten Male nur wärmstens empfehlen, die regulären Folgen genauso wie Kilometre 0 und die Friends of the Podcast Folgen (aktuell ein Spezial über die Operation Puerto).

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