Mittwoch, 14. Juni 2017

Test: Wiggle Rain Defence

Gerade ist ja prächtiges Radfahrwetter über Südwestdeutschland, Sonne satt bei weit über 20°. Aber machen wir uns nichts vor, es werden auch nochmal Tage mit Regenwetter kommen. Wenn man nicht gerade zur Kategorie der Schönwetterfahrer zählt und nur bei strahlendem Sonnenschein auf's Rad steigt, kann es nicht schaden über Garderobe zu verfügen, die das Fahren bei schlechtem Wetter angenehmer macht. Über die Vorzüge von Castelli Gabba und Nanoflex habe ich hier ja schon mal geschrieben. Nun ist Gabba & Co. für Temperaturen ab etwa 15° zu warm, auf jeden Fall wenn man etwas schneller unterwegs ist. Für diesen Anwendungsfall hat Castelli die Perfetto Light Serie herausgebracht (Gabba heißt jetzt Perfetto), die über die gleichen wasserabweisenden Eigenschaften wie das Original verfügt, aber dünner und weniger warm ist. Das Hosen-Pendent dazu heisst Nano Light.

Erfahrungsgemäß dauert es nie lange, bis andere Marken solche Innovationen auch anbieten. Das Pendant zu Perfetto und Nano Light heißt bei der Wiggle Eigenmarke dhb "Rain Defence". Etwas robuster und wasserabweisend, aber nicht ganz so warm. Ideal für einen kühlen, regnerischen Sommertag. 


In den letzten drei Monaten hatte ich Glück und konnte die dhb Aeron Rain Defence Hose und Beinlinge nicht wirklich im Regen testen, aber einige Male bei kühlem Wetter. Beides hält erstaunlich  warm, auch wenn die Temperaturen etwa gegen Abend unter 10° fallen. (Tatsächlich habe ich mich einige Male gehörig verschätzt und mich vom Sonnenschein täuschen lassen). Das Material ist recht fest und weniger flexibel als normale Sommerhosen. Beim Anziehen hört und fühlt es sich eher an wie eine Plastikpelle, schwierig zu beschreiben, dadurch dass der Stoff so fest ist, schnalzt es etwas. Aber einmal in der Hose ist das Tragegefühl unauffällig und nicht zu beanstanden. Das Polster ist eines der Besseren, der Abschluss hält das Hosenbein an Ort und Stelle. Das Bein könnte für meinen Geschmack ein paar Zentimeter länger sein, insbesondere bei schlechtem Wetter, also dem gedachten Anwendungszweck der Hose, finde ich das angenehm. Aber letztendlich ist das ein Geschmacksache.

Die Beinlinge verfügen nur auf der Vorderseite über den speziellen wasserabweisenden Stoff, die Rückseite besteht aus dünnem Super-Roubaix (oder in der Art). Der obere Abschluss hat innen und aussen einen Silikon Streifen, der untere innen. Das einzige Manko sind die fehlenden Reissverschlüsse. Die Beinlinge lassen sich zwar auch noch über die Radschuhe ziehen, aber mit Überschuhen oder MTB-Schuhen mit Profil wird es wohl nicht mehr gehen. Das führt die Flexibilität von Beinlingen zum Beispiel beim Warmfahren vor einem Rennen ad Absurdum. Irgendwo muss dann wohl doch der Preisunterschied zu den teureren Marken herkommen. 

Die Verarbeitung von Hose und Beinlingen ist allerdings ohne Fehl und Tadel.

Wie bei allen Schlechtwetterklamotten wird man hier natürlich keine Wunderdinge beim Regenschutz erwarten dürfen. Das Wasser wird am Anfang einer Regenfahrt und insbesondere wenn die Kleider neu sind abperlen. Aber eher früher als später ist man auch mit Rain Defence oder den anderen Marken durchnässt sein. Der Vorteil ist eher, dass die Stoffe auch im nassen Zustand noch warm halten.

Ich habe beides übrigens deutlich reduziert gekauft, 75 Euro für die Hose und 35 für die Beinlinge, da kann man nicht meckern. Das ist generell der Vorteil, wenn man Kleider dann kauft, wenn man sie nicht unbedingt im gleichen Moment braucht, man kann dann ganz opportunistisch die Preisreduzierungen abwarten.

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