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Samstag, 14. März 2015

Trainingsdaten Sammeln und Analysieren

Gestern habe ich vor den angehenden C-Trainern des Saarländischen Radfahrer Bundes einen Vortrag über "Trainingsdaten - Sammeln und Analysieren" gehalten. So schnell kann es gehen, vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich selber da gesessen.

In dem Vortrag ging es darum, was überhaupt alles an relevanten Daten erfasst werden kann und wie. Das fängt einfach bei der Zeit und den Kilometern auf einem Blatt Papier an und hört bei Herzfrequenz und Power Werten in komplexer Analyse Software noch lange nicht auf. Als Trainer oder Übungsleiter sollte man die Möglichkeiten kennen, dabei aber immer die Zielgruppe und Verhältnismäßigkeit im Auge behalten.

Kinder, die ohne Leistungsanspruch in ein Radtraining kommen und gerade erst mit dem Sport anfangen, brauchen natürlich keine Radcomputer mit PC Anschluss usw. In dem Fall ist es schon eine tolle Sache, wenn einfach die Kilometer notiert werden und am Ende der Saison eine beeindruckende Zahl herauskommt. Vielleicht gibt es dann einen Preis für das Kind mit den meisten Kilometern oder den regelmäßigsten Trainingsteilnahmen?

Jugendliche die mit dem Leistungssport anfangen, sollten dann mehr Daten erfassen. Entfernung, Geschwindigkeit, Trittfrequenz usw. aber auch weitere Faktoren wie Schlaf, Gewicht, Stimmung. Irgendwann ist eine elektronische Erfassung und Speicherung sinnvoll um die Daten auch Analysieren zu können.

Für Junioren und U-23 Fahrer wird es dann irgendwann interessant auch die Leistung zu messen und Training und Wettkämpfe entsprechend zu analysieren.

Darüber hinaus ist es für Trainer wichtig zu dokumentieren, was in welchem Training gemacht wurde und wie es angekommen ist. Welche Übungen haben den Kindern und Jugendlichen Spaß gemacht, gibt es Alternativen bei schlechtem Wetter, was wurde im Hallentraining gemacht. Solche Aufzeichnungen können auch eine gewisse Kontinuität bei Trainerwechseln garantieren.

Hier geht es zu der Präsentation.


Freitag, 27. Februar 2015

C - Trainer: Yeah!

So, jetzt bin ich lizensierter C-Trainer Leistungssport - Radsport. Nachdem ich am vergangenen Wochenende den noch fehlenden Erste-Hilfe Kurs "abgeleistet" habe, war heute die Lizenz in der Post.


Samstag, 20. Dezember 2014

C - Trainer: Prüfung (Update)

Am vergangenen Samstag war es so weit. Wir durften eine letztes Mal in Kaiserslautern in Sachen C-Trainer Lizenz antreten und wurden einer unerbittlichen Prüfung unterzogen. Nein, ganz so schlimm war es nicht.

Die Prüfung bestand aus drei Teilen:
  1. Ein Jahresbelastungsplan für einen Nachwuchsfahrer erstellen
  2. Ein Hallentraining planen
  3. Einen Vortrag zu einem Doping Thema halten
Der Sportler für den Plan und die Themen des Hallentrainings und des Doping Vortrages wurden vorgegeben und jeder hatte einen anderen Schwerpunkt. Mein Sportler war ein U15 Fahrer, 1. Jahr mit Saisonziel Landesverbandsmeisterschaft. Der Hauptteil des Hallentrainings war mit Übungen zur Beinkraft zu füllen und das Doping Thema war Alkohol.

Schwierig war weniger die Prüfung an sich, sondern die Vorbereitung. Die hat mich doch einige Stunden gekostet. Besonders die neue Excel Vorlage für den Jahresbelastungsplan, bei der ich tief in meine Excel Trickkiste gegriffen habe. Weniger hätte auch gereicht. Aber gut, wenn schon denn schon.

Der Jahresbelastungsplan

Um einen solchen Plan sinnvoll zu erstellen, muss man eine ganze Menge über seinen Spoortler wissen oder in Erfahrung bringen:
  • Welche Sporthistorie hat der Sportler? (Erfahrung, andere Sportarten, Erfolge, Trainingsumfänge und Aufzeichnungen)
  • Gibt es weitere Sportarten oder Hobbys (Musik, Kunst) ?
  • Wieviel Zeit steht für das Training zur Verfügung.
  • Gibt es zeitliche Fixpunkte?
  • Wie sieht es mit Schule aus? (Welche Schule, wieviele Stunden, Schulsport, guter oder schlechter Schüler, Phasen mit besonderer Belastung)
  • Wann sind Ferien, Familienurlaube, Trainingslager?
  • Wann finden die Rennen statt, wie lang, wo, welcher Art?
Um das alles strukturiert zu erfassen habe ich einen Fragebogen entworfen. Bei erwachsenen Sportler werden die Fragen natürlich etwas anders sein, hier wird man nach dem Beruf und nicht nach der Schule fragen, der Hintergrund bleibt aber gleich: Wann kann ich was auf den Plan schreiben um zu einem bestimmten Zeitpunkt die Höchstform zu erreichen. 


Dabei geht es jedoch noch nicht darum, wie die Umfänge und Inhalte innerhalb der Microzyklen (eine Woche) aufgeteilt werden oder was in einer Trainingseinheit gefahren wird. Die kleinste Einheit in einem Jahresbelastungsplan ist eine Woche. Wichtig ist allerdings, dass eine Periodisierung vorgenommen wird. Das bedeutet, dass nicht jede Woche das gleiche passiert sondern Inhalte und Umfänge über das Jahr variieren. Es gibt eine Vorbereitungsperiode, evt. unterteilt in 1. und 2. VBP, eine Wettkampfperiode und eine Übergangsperiode.

Für ältere Sportler wird auch bereits festgelegt, wieviele Kilometer KB, GA, EB, SB, K3 etc. gefahren werden. Für Nachwuchssportler (bis U15) spielt das noch keine Rolle. Hier wird der Regel noch kein strukturiertes Intervalltraining durchgeführt.

Ein weiter Punkt der im Jahresbelastungsplan erfasst wird, ist das unspezifisches Training, für einen Radsportler also alles was nicht auf dem Rad stattfindet. In der Vorbereitungsperiode kann das auch gerne mal etwas ganz anderes sein: Schlittschulaufen, Skifahren, Klettern. Anderes wie Schwimmen, Krafttraining oder Laufen kann man durchaus auch das ganze Jahr über beibehalten.

Bei dem Plan, den ich aufzustellen hatte waren darüber hinaus noch gewisse BDR Vorgaben hinsichtlich der maximalen Umfänge zu beachten.


Das Hallentraining

60 Minuten Hallentraining, eigentlich ganz einfach: Aufwärem - Hauptteil - Abwärmen.

Die Schwierigkeit bestand darin, Beinkraft-Übungen zu finden, die ohne Geräte durchgeführt werden. Ich habe mich dabei von Mark Lauren inspirieren lassen, der eines der bekanntesten Bücher zu dem Thema "Training mit Körpergewicht" geschrieben hat (HomepageAmazon). Ich hatte eine Mischung aus statischen Übungen (An der Wand sitzen) und Sprungübungen (Kastensprünge, hoch). Die sieben Übungen sollten als Zirkel ausgeführt werden. Jeweils eine Minute Belastung und 20 Sekunden Pause und je nach Kondition zwei bis drei Durchgänge.

Ich habe das Ganze an dem Dienstag vor der Prüfung getestet und konnte mich erst am Samstag der Prüfung wieder halbwegs bewegen! Ich sage nur: Muskelkater deluxe!


Der Doping Vortrag: Alkohol

Gar nicht so einfach. Alkohol ist zwar im Radsport nicht verboten, hat aber trotzdem eine lange Geschichte in unserem Sport. Hier die Stichpunkte, die ich mir notiert habe:


Die Prüfung

Die Prüfung selber ist dann im Schweinsgalopp erfolgt. Sieben C-Trainer Anwärter und drei Stunden Zeit. Jeder hatte somit 15 Minuten um etwas zu seinem Trainingsplan und dem Dopingthema zu sagen und Fragen zu beantworten. Die ein oder andere Minute ging mit technischen Problemen drauf. Die Ersten hatten etwas mehr Zeit, ich war als Letzter dran und wurde recht schnell abgefrühstückt. Ich konnte somit nur ansatzweise zeigen, was ich mir bei der Erarbeitung des Planes alles gedacht habe.

Im Praxisteil hatte dann jeder fünf Minuten seines Programmes vorzuführen. Manche zeigten ihr Aufwärmprogramm, Andere Übungen aus dem Haupteil und ein Teilnehmer stellte seine Abwärm Übungen vor. 

Am Ende haben alle sicher bestanden und wenn alle fehlenden Unterlagen, wie z.B. mein erste Hilfe Kurs, nachgereicht werden gibt es 15 neue C-Trainer Radsport. Glückwunsch an alle Teilnehmer und Dankeschön an die Dozenten, insbesondere Herrn Rudolf.

Die Vorlagen

Ich werde die Vorlagen (Fragebogen / Jahresplan) demnächst mal noch bereinigen und eine Anleitung schreiben, wie der Plan zu bedienen ist und dann beides hier zum Download zur Verfügung stellen. Also einfach nochmal reinschauen.

So, hier sind sie.
Fragebogen
Jahrestrainingsplan

Creative Commons License
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Dienstag, 2. Dezember 2014

C - Trainer: Teil 3

Am vergangenen Wochenende stand der dritte Teil des C-Trainer Lehrganges in Kaiserslautern an. Aufgrund einer fiesen Erkältung bin ich statt Freitag Abend erst Samstag Morgen angereist und am Sonntag auch vor dem Mittagessen wieder gefahren.

An diesem Wochenende ging es um Krafttraining, Doping, das Reglement und Talentsichtung.

Die Sportordnung (das Reglement) wurde uns von einem älteren, sehr engagierten Herrn mit technischen Problemen näher gebracht. Sein Laptop weigerte sich hartnäckig ein Bild an den Beamer zu liefern. Das Einzige was von dem zweistündigen Vortrag darüber hinaus in meinem Gedächtnis blieb ist, dass Sportler den Zielfilm auch ohne einen Einspruch einsehen dürfen, dass ein Einspruch 20 Euro kostet, wie das mit Doppelmeldungen an einem Tag funktioniert und wann ein Reuegeld anfällt.
Ich weiss nicht ob keine Fragen zugelassen waren ob des knappen Zeitfensters oder ob ich einfach im toten Winkel gesessen habe, auf jeden Fall konnte ich einige Nachfragen die ich dann doch hatte, nicht an den Mann bringen. Egal, am Ende dämmerte es mir, wie es zu den manchmal erstaunlichen Meldungen im rad.net kommt. (Auf den Boden, Wurm! Bereue! Bereue!)

Der Doping Vortag wurde von Herrn Dr. Altmayer gehalten, der auch schon die biologischen Grundlagen gemacht hatte. Der Vortrag war nicht schlecht und hat alle wichtigen Punkte zumindest kurz gestreift (Dopingmittel und -methoden, Gefahren, Gesundheitsrisiken, Ursachen, Kontrollen). Mal wieder gut zu hören war, dass Sportler selbst mit freiverkäuflichen Arzneimitteln in die Dopingfalle tappen können. Habt ihr gewusst, dass Aspirin Complex oder Wik Media Night Ephedrin  enthalten, was auf der Liste der verbotenen Substanzen steht?
Was mir allerdings gefehlt hat waren konkrete Punkte die bei der Arbeit mit Jugendlichen zu beachten sind. Da der C-Trainer sich an diese Zielgruppe richtet, hätte man hier durchaus mehr und spezifische Informationen geben können.

Den Theorie Teil zum Krafttraining am Freitag Abend habe ich verpasst. Am Samstag morgen ging es in die Halle und in den Kraftraum. Wir haben zunächst mit dem Gymnastikstab und später mit Langhantel-Stange und Gewichten die Ausführung von Kniebeugen in den unterschiedlichen Varianten geübt. Also ich habe zugesehen und die anderen haben geübt. Konstantin Gensow ist dabei ein Anhänger der Maximalkraft-Methode. Er hat uns erklärt, dass, auch wenn man die Maximalkraft als solche auf dem Rad nicht braucht, diese doch die Grundlage für alle anderen Kraftleistungen ist (Schnellkraft, Kraftausdauer). Über das Thema wurde die ein oder andere heiße Diskussion geführt und es wurde deutlich, dass es durchaus verschieden Lehren gibt. Vielleicht gehe ich in einem anderen Post mal näher auf das Thema ein.

Herr Rudolf hat uns dann noch durch den Athletik Test Parcours gejagt und die Besten mussten feststellen, dass es auch bei der U15 nicht für Spitzenplätze gereicht hätte. (Geschicklichkeitslauf, Schlussweitsprung, Schlussdreisprung, Trittfrequenztest)

Danach gab es noch die Themen für die Prüfung. Ich habe den Hauptteil meines Hallentrainings mit Übungen zur Beinkraft zu füllen und den Vortrag über Doping muss ich über Alkohol halten. In diesem Sinne: Prost!




Samstag, 15. November 2014

C - Trainer: Teil 2

Vergangenes Wochenende war ich zum zweiten von drei Lehrgangsteilen zur C-Trainer Ausbildung in Kaiserslautern. Diesmal stand auf dem Plan:
  • Grundlagen der funktionalen Anatomie
  • Grundlagen der Muskelphysiologie
  • Leistungsphysiologie
  • Biomechanische Grundlagen der Kraftübertragung
  • Grundlagen des Krafttrainings
  • Beweglichkeits- und Balancetraining
  • Neuromuskuläres und Schnelligkeitstraining
  • Praxis MTB
Vorgetragen wurden die Themen von:
  • Konstantin Gensow, Trainer am Heinrich-Heine Gymnasium in Kaiserslautern
  • Christian Swietlik
  • Dr. Bernd Altmayer und
  • Lukas Schmitz für die MTB Praxis
Der Vortrag von Dr. Altmayer war ein Parforceritt durch das Herz-Kreislaufsystem, die Muskeln, das Nervensystem und und und. Wie bei der Breite nicht anders zu erwarten, wurden alle Themen nur kurz und oberflächlich angerissen. Nachfragen konnten nur selten beantwortet werden, was vielleicht daran Gelegenheit, dass Herr Altmeter keinen Doktortitel in Medizin sondern in einem Naturwissenschaftlichen Fach hat.

Der Krafttrainingsteil wurde auf das dritte Wochenende verschoben, statt dessen waren wir mir Herrn Gensow in der Halle und haben u.a. was für die Rumpfmuskulatur gemacht und einige Tests zur Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer durchgeführt. Die Teilnehmer haben Gruppen gebildet und entsprechende Übungsteile ausgearbeitet. Martina und ich, wir haben einen Mini-Cross-Fit Zirkel mit dem Motto "weniger ist mehr" gemacht. Der Charme daran ist, dass man sich in gut 20 Minuten richtig auspowern kann, wenig Platz und kaum oder gar keine Gerätschaften benötigt und sehr effektiv den Rumpf trainiert. Zum Glück haben wir alle Übungen nur angetestet und nicht den vollen Zirkel wie unten beschrieben ausgeführt. Allerdings ist das für das dritte Wochenende angekündigt. Ich muss trainieren! Unser Zirkel hatte sogar sieben Stationen, aber mit sechs sieht die Skizze schöner aus:
Die Sportwissenschaftler aus Heidelberg haben verschieden Tests zur Bestimmung der Kraft, der Beweglichkeit und der Ausdauer vorgestellt. Solche Tests lassen sich auch mit Kindern gut durchführen, geben den Trainern wichtige Informationen zu eventuellen Schwächen oder zur Leistungssteigerung und werden auch von vielen Sportverbänden standardisiert durchgeführt. Hier geht's zum BDR Nachwuchsprogramm, im Anhang ist der Aufbau des Athletik Testes beschrieben.

Um die Ausdauer zu messen haben wir anstelle des oftmals durchgeführten Cooper-Tests den Shuttle-Run Test durchgeführt. Im Cooper Test wird einfach nur die Entfernung gemessen, die man in 12 Minuten läuft, vorzugsweise auf einer Leichtathletikbahn. Einer der Kritikpunkte dabei ist, dass es dort auch auf die Pacing-Stategie ankommt und die Ergebnisse für in solchen Dingen ungeübte Sportler daher schlechter ausfallen können. 

Der Shuttle Run Test (oder auch Jo Jo Test) kann dagegen leicht in der Halle oder auf kleinen Plätzen durchgeführt werden. Zwischen zwei parallelen Linien, die 20 Meter voneinander entfernt sein müssen (Handballfeld!) wird hin und hergelaufen. Das Tempo wird von einem Signal vorgehen, bei dem jeweils losgelaufen wird. Bevor das nächste Startsignal ertönt, muss man auf der anderen Seite angekommen sein. Das Signal kommt in immer kürzeren Anständen und das Tempo wird immer schneller. Dazu muss man sich auch immer noch umdrehen und nochmal von null beschleunigen. Hier eine genaue Beschreibung inclusive Auswertungsbögen. Mit dem Shuttle-Run Test kann übrigens der VO2max Wert vergleichsweise genau bestimmt werden.

Und, wie sollte es anders sein, man stellt mich an eine Startlinie und ich wechsle in den Wettkampfmodus. Am Ende waren wir zu zweit. Stufe 17 (= etwa 17 Minuten), 4,36 Sekunden pro 20m Bahn, 16,5 km/h, insgesamt 3700 Meter.

Danach bin ich zusammen mit Nicholas noch zu einer 50 km Tour durch den Pfälzer Wald bis zur Sickinger Höhe aufgebrochen. Im Dunkeln. Nach dem Athletik Test habe ich auf der Runde wirklich gelitten. Das war gar nicht so einfach und am Ende sau-kalt.




Sonntag Morgen haben wir uns darüber Gedanken gemacht, an was man alles denken muss, wenn man ein Training auf der Strasse veranstaltet. Hier, was Martina und ich uns überlegt haben:


Am Sonntag Mittag stand dann der MTB Praxis Teil auf dem Programm. Das hatte wirklich Spass gemacht und im Gegensatz zum Rennrad Praxisteil haben wir auch tatsächlich ein paar Kilometer zurückgelegt. Lukas Schmitz hat das sehr gut gemacht, Top Dozent!






Donnerstag, 30. Oktober 2014

C - Trainer: Teil 1

Zu dem ersten Lehrgangswochenende im Heinrich-Heine Gymnasium in Kaiserslautern hatten sich 15 Männer und eine Frau eingefunden. Die Teilnehmer kommen überwiegend aus Rheinland-Pfalz, zwei Sportwissenschaftler von der Uni Heidelberg, ein Exil Rheinland-Pfälzer aus Österreich und einer aus dem schönsten Bundeslande der Welt, dem Saarland. Die Dame in der Runde ist Martina Zwick, Sportstudentin, Radprofi, Bronze Medaillen Gewinnerin bei der Deutschen Strassenmeisterschaft der Frauen 2014 und Wikipedia-Eintrag-Besitzerin. Zum Glück haben wir bei der Radeinheit keine längere Ausfahrt unternommen sondern sind nur auf dem Schulhof hin und hergefahren, sonst hätten wir Herren noch älter ausgesehen als wir sowieso schon sind.

Dozenten am ersten Wochenende waren
Herr Rudolf wollte unter anderem über Materialkunde sprechen, was allerdings in einer Diskussion über der Frage endete, ob Jugendfahrer schon mit Carbonrädern fahren sollten. Daneben wurde über das HHG und einige andere Punkte gesprochen, die ich aber schon wieder vergessen habe.

Interessanter waren die beiden nächsten Tage mit Christian Swietlik, auf dem Plan stand
  • Leistungsprofile in den Radsportdisziplinen
  • Trainingsstruktur und Planung
  • Trainingsmittel und Methoden
  • Analyse und Diagnostik
  • Fahrposition und Fahrtechniken
  • Training in der Praxis
Im Gedächtnis geblieben sind mir aber vor allem die vielen Anekdoten aus dem Traineralltag, die Christian zum Besten gegeben hat. Am Ende haben wir es trotzdem geschafft einen Jahrestrainingsplan aufzustellen. Bei einem solchen Plan sind sehr viele Punkte zu berücksichtigen: Alter, Erfahrung, Wettkämpfe, Höhepunkte, Kilometer, Ausgleichssport, Ferien, Schule, Prüfungen. Das war eine gute Übung. 

Die C-Trainer Ausbildung zielt übrigens hauptsächlich auf die Nachwuchsarbeit und den Einstieg in den Leistungssport ab. Hier ein Wikipedia Artikel zu den Lizenzstufen im DOSB.

Das Wochenende hat zwei Praxiseinheiten beinhaltet. Samstag waren wir in der Halle und haben unter massivstem Einsatz von Sport- und Turngerät (der Geräteraum war fast leer) Hallentraining gemacht. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir das Programm aus dem Grundlagenseminar in Saarbrücken besser gefallen hat.

Am Sonntag sind wir dann mit den Strassenrädern auf einen nahen Schulhof gefahren und haben dort allerlei Übungen zur Radbeherrschung gemacht. Mir wäre nach dem vielen Sitzen zwar mehr nach einer richtigen Ausfahrt gewesen, aber nichts desto trotz war es interessant und ich habe mal wieder recht schnell meine Grenzen aufgezeigt bekommen was die Beherrschung meines Sportgerätes anbelangt. 

Die, die im HHG übernachtet haben, waren im Gästehaus untergebracht. Da wir nur wenige waren, hatte fast jeder ein Zimmer für sich. Im nahen Tennisheim gab es Frühstück, Mittag und Abendessen und während des Lehrganges stand Wasser, Apfelschorle, Kaffee und Kuchen in rauen Mengen zur Verfügung. Der nächste Termin ist bereits Anfang November, ich werde berichten.

Montag, 29. September 2014

C - Trainer: Grundlagenausbildung

Vor einigen Tagen hatte ich schon mal erwähnt, dass ich mich für diesen Herbst zu einem C-Trainer Lehrgang Radsport angemeldet habe. An den beiden vergangenen Wochenenden habe ich daher statt auf meinem Rad größtenteils an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken verbracht. Die C-Trainer Ausbildung gliedert sich in zwei Teile: Eine Sportart übergreifende Grundlagenausbildung des LSVS (Landessportverband Saar) und eine fachspezifische Ausbildung des jeweiligen Sportverbandes. Die Grundlagenausbildung habe ich jetzt bis auf die Hausarbeit und einen dreistündigen Nachholtermin für einen ausgefallenen Praxisteil hinter mir.

Die Inhalte werden auf zwei Wochenenden verteilt. Kursgebühr war 50 Euro, dafür gab es Samstags ein Mittagessen und am zweiten Samstag auch noch Kaffee und Kuchen. Hier der Plan:

1. Wochenende
Samstag
09:00 - 12:00 Trainings- und Bewegungslehre 1
13:00 - 15:00 Kinderschutz im Verein
15:00 - 19:00 Praxis/Theorie: Auf- und Abwärmen
Sonntag
09:00 - 12:00 Praxis: Koordinierte Übungsformen, Ausdauer- und Schnelligkeitstraining

2.Wochenende
Samstag
09:00 - 12:00 Trainings- und Bewegungslehre 2
13:00 - 15:00 Theorie: Methodische Planungshilfen + Übungen
15:00 - 18:00 Sportmedizin - Sportverletzungen
18:00 - 20:15 Körperwahrnehmung und Entspannung
Sonntag
09:00 - 12:00 Sport- und Haftungsrecht

Überrascht war ich zunächst von der recht großen Zahl an Teilnehmern. Über 40 Leute aus allen möglichen Bereichen. Laufen, Tennis, Karate, Kickboxen, Ringen, Schießen, Fitness, Seniorensport und einiges mehr. Eine bunte Mischung.

Die Dozenten zu den eigentlichen Sport Themen (Wolfgang Raubuch, Dr. Sabine Glück, Stefan Hager) waren kompetent und konnten die Inhalte anschaulich und kurzweilig vermitteln. Sicher, die Themen wurden nur oberflächlich gestreift, in der Kürze der Zeit waren keine Details zu erwarten. Aber viele wichtigen Dinge wurden zumindest kurz erwähnt, wie etwa:
  • Energiebereitstellung
  • Muskelaufbau
  • Zusammenspiel von Nerven und Muskeln
  • Wie werden Bewegungen erlernt
  • Wie können Trainer Feedback geben
  • Was ist Training
  • Trainingsprinzipien
  • Trainingsplanung
  • Verschiedene Arten von Kraft
  • Auf und Abwärmen
  • Stretching
  • Wie funktioniert das Herz, Kreislauf
  • Wie entsteht der Puls
  • Anatomie
  • Knochen
  • Gelenke
  • Sportverletzungen
  • Sport mit Kindern und Jugendlichen
Aufgelockert wurde die Theorie mit einigen Praxiseinheiten. Die Dozenten haben es dabei immer wieder die Verbindungen auch zu Senioren- und Breitensport oder zur Arbeit mit Kindern hergestellt. Jeder bekam so Anregungen für seinen aktuellen oder zukünftigen Traineralltag. 

Besonders beeindruckt haben mich die Ringer aus der Gruppe, die im Rahmen der Kraftraum-Praxis-Einheit einige Übungen ohne Geräte gezeigt haben. Schwierig zu beschreiben, muss man gesehen haben. Das war wirklich stark. Würde ich ein Hallentraining machen, würde ich mir wirklich überlegen die Jungs mal einzuladen.

Die Praxiseinheit im Kraftraum wurde von Desirée Schwarz, der deutsche U23 Speerwurf Meisterin geleitet. Dabei musste ich lernen, dass die Kniehebe Übung im Dippständer (diese), die ich immer primär für den Bauch gemacht habe, totaler Quatsch ist und viel zu sehr die Hüftbeuger trainiert. Gänzlich unnötig speziell für Radfahrer, die ja sowieso schon nach vorne gebeugt auf dem Rad sitzen. Das war ein Aha Moment.

Die Einheit "Kinderschutz im Verein" war wichtig und prinzipiell auch gut. Der Vortrag war aber unstrukturiert und ist immer wieder abgeglitten zu negativen Anekdoten aus der Sozialarbeiter-Praxis und hat mir viel zu wenig konkrete Beispiele und Handlungsempfehlungen in Verbindung mit der Vereinsarbeit geliefert. Wer ab und an Zeitung liest und über etwas gesunden Menschenverstand verfügt, konnte nichts Neues lernen. 

Der Rechtsanwalt, der den Vortrag über Sport- und Haftungsrecht hielt, hat am Ende hoffnungslos überzogen. Schluss sollte um 12:00 sein, als ich um 12:20 gegangen bin, war noch lange nicht Schluss. Jeder Dozent hält natürlich sein Fachgebiet für ganz besonders interessant und wichtig. Einige rechtliche Grundlagen zu vermitteln ist auch sicher notwendig um konkretere Sachverhalte für die Arbeit im Verein abzuklären, dass wäre aber auch kompakter oder zumindest ohne Überziehen möglich gewesen.

Gefehlt hat meiner Meinung nach ein Baustein zur Doping Prävention. Aber vielleicht habe ich da als Radsportler ja eine singuläre Meinung dazu und andere Sportarten haben da keine Probleme. In dem Fall hätte eine Sportart spezifische Problematik in einem Sparten übergreifenden Grundlagenseminar natürlich mit Recht nichts zu suchen.

In den nächsten Tagen werde ich jetzt noch eine Hausarbeit bearbeiten, Umfang fünf bis acht Seiten. 

Und Mitte Oktober fängt schon die fachspezifische Ausbildung in Kaiserslautern an. .. Ich werde berichten.