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Freitag, 10. Mai 2019

Statisten für die Tour de France gesucht!

Diese Woche habe ich eine Email bekommen, die ich trotz Blog-Sabatical unbedingt teilen muss!

Wer schon immer davon geträumt hat die Tour de France zu fahren, für den es aber zu einer Karriere als Radprofi nie gereicht hat, der bekommt jetzt vielleicht eine späte Chance in die Vergangenheit abzutauchen und bei der legendären Tour de France 1998 mitzufahren. Das Jahr in dem die Tour in Irland startete, der Festina Skandal den Radsport an den Abgrund brachte, als Ullrich zwischenzeitlich auf dem Weg zu einem zweiten Tour Sieg war und Marco Pantani auf der Höhe seiner Karriere nach dem Giro auch die Frankreich Rundfahrt gewann.

In den nächsten Wochen beginnen in Luxembourg die Dreharbeiten zu einem Kinofilm, der vor der Kulisse der 98er Tour die Geschichte eines Domestiken am Ende seiner Karriere erzählt. "The Racer" handelt von dem belgischen Radprofi Dom Chabon, der in seinen späten 30ern ist und als einer der besten Wasserträger der letzten 20 Jahre in der Tour gilt. Eine aufopferungsvolle Rolle, Tempo machen, Windschatten und Hilfe geben um dem Sprinter des Teams den Sieg zu ermöglichen und bei der ein eigener Erfolg nicht zur Debatte steht. Im Geheimen träumt Dom aber davon das gelbe Trikot zu tragen - wenigstens ein einziges Mal vor dem Ende seiner Karriere. Am Start seiner wahrscheinlich letzten Tour de France wird Dom von seinem Team, für das er sein Leben aufgeopfert hat, ohne großes Aufhebens von der Startliste gestrichen. Sein bester Freund Sonny, der Team Masseur, kann ihm seine Zukunftsängste nicht nehmen. Eine zufällige Liaison mit Lynn, der jungen irischen Ärztin, lindert den Rückschlag und Dom beginnt zu akzeptieren und sich sogar anzufreunden mit der Vorstellung eines bürgerlichen Lebens. Als er seine Sachen packt um nach Hause zu reisen und seine entfremdete Schwester zu treffen, stellt ein massiver Doping-Fehler einen Teamkameraden ins Aus und Dom ist zurück im Sattel.


So weit die Synopsis auf der Seite der Produktionsgesellschaft. Die Hauptrollen sind bereits besetzt und jetzt geht es darum ein Peloton und Fahrer und Betreuer für das Team AUSTRANGE zu finden! Für die Peloton Szenen werden etwa 50 männliche Radsportler zwischen 18 und 40 Jahren gesucht, die sich in einem Fahrer-Feld bewegen können und sportlich genug aussehen, um als Radprofi durchzugehen. Für diese Szenen ist ein Boot Camp und einige Drehtage in Luxembourg Ende Mai und Anfang Juni geplant. Wer als Fahrer für das Team AUSTRANGE gecastet wird, dreht sogar in Irland!

Bei allen Rollen handelt es sich um bezahlte Statisten-Rollen. Für die Drehtage in Irland beinhaltet das natürlich auch Flug, Hotel und Verpflegung. Insgesamt sind etwa 16 Drehtage plus das dreitägige Boot Camp angesetzt, das bereits am 12. Mai beginnen soll.

Für wen das interessant klingt und wer nähere Infos haben möchte, der sollte sich schnellstmöglich bei der Casting Agentur Tara Donnell melden. Via Mail an casting@taradonnell.com oder Facebook.

Also ich habe meine Daten mal gesendet und wenn es klappt, wer weiß, vielleicht schaffe ich es ja doch noch zur Tour de France!

Samstag, 5. Januar 2019

Outskirts 2: The Big Land

Vor einer Weile habe ich hier über den ersten Teil der “Outskirts” Bike Adventure Serie von Rapha und Gus Morton geschrieben. In “Outskirts 2 - The Big Land” fahren Gus, Dan Graven aka Dan from Nam(ibia), Jacob Rathe und Sami Sauri durch Kanada über den Trans Labrador Highway, eine der längsten und abgelegensten Schotterstraßen der Welt. Es regnet, es ist kalt, Knie schmerzen, man fährt zu viert los, kommt aber nur zu dritt an und macht wie im ersten Teil die Bekanntschaft von einer ganzen Reihe erstaunlicher Menschen. Die vier Rennradfahrer wirken in dieser Landschaft und auf diesen Straßen wie Menschen aus einer anderen Welt, was ja auch irgendwie zutrifft.

The Big Land fließt in einem gleichmäßigen Strom aus fantastischen Landschaftsbildern, schicken Radfahrern (Rapha eben), interessanten Begegnungen und chaotischen Hotelzimmern über den Bildschirm. Ein Film zwischen Roadmovie und Dokumentation für die eher ruhigen Momente.

Mittwoch, 19. September 2018

Outskirts: Route 66

Die Email von Rapha stand schon eine ganze Zeit in meinem Posteingang und fast hätte ich sie gelöscht. Irgendein zwar tolles, aber typisches Rapha Werbevideo, dachte ich. Glücklicherweise habe ich dann doch darauf geklickt und bin bei dem neusten Film von Gus Morton gelandet. Gus war bis vor einiger Zeit Profi in der World Tour und ist als Regisseur, Kameramann und Hauptdarsteller der Thereabouts Filme bekannt.

Der jüngste Teil dieser Bike-Adventure Serie ist in Zusammenarbeit mit Rapha entstanden und scheint nur der Auftakt zu einer ganzen Reihe an Filmen und Features zu sein. Die Filmreihe heißt jetzt Outskirts und erzählt über incredible journeys along the world’s most famous roads. In diesem ersten Teil fahren Gus, Justin, Pat und Sami die Route 66 von Chicago nach L.A. Dabei geht es neben dem Radfahren vor allem um die Zufallsbekanntschaften entlang dieser berühmtem Fernstraße.

Achtzig Minuten bestes Radsport-Entertainment mit großartigen Bildern und Geschichten: Viel Spaß


Links:
Vorher auf Unterlenker: Thereabouts - Über Teil 1 bis 3 der Bike Adventure Series von Gus MortonOutskirts Rapha Page

Samstag, 16. Juni 2018

Time Trial - Ein Rennen gegen die Zeit

David Millar ist eine der umstritteneren Persönlichkeiten im Radsport. Als erster britischer Fahrer trug er die Führungstrikots der drei großen Landesrundfahrten und war über Jahre der Favorit jedes Zeitfahrens, bei dem er antrat. 2003 krönte er seine Karriere mit dem Weltmeistertitel im Zeitfahren vor Taylor Hamilton. Im Jahr darauf folgte der tiefe Fall. Die Dopingermittlungen der Cofidis-Affäre brachten den Betrüger und Lügner zu Tage, der Millar damals war. Ein Doper, der alle Register zog. Es folgte die Aberkennung des Weltmeistertitels und ein zweijährige Sperre. Nach dem tiefen Sturz mit Unmengen an Alkohol folgt ein Comeback als geläuterter Fahrer und engagierter Kämpfer für einen sauberen Sport. Auch nach seiner Rückkehr kann er eine ganze Reihe von großen Erfolgen feiern. Unter anderem wird er 2010 Vizeweltmeister im Zeitfahren, gewinnt in der gleichen Disziplin bei den Commonwealth Games die Goldmedaille und fügt Etappensiege bei Giro (2011), Tour (2012) und der Vuelta (2009) zu seinen Palmarès hinzu.


2014 sollte Millar's große Abschiedstournee als Radprofi werden. Der Schlussakkord unter einer wechselvollen Karriere, ein letztes Hurra. Noch einmal die Klassiker, eine letzte Tour de France. Finlay Pretsell begleitete Millar mit der Kamera und nimmt den Zuschauer mit in dieses letzte Jahr, das ganz anders wird als geplant.

Regisseur Pretsell und Kameramann Martin Radich gelingen dabei außergewöhnliche Bilder. Bei einigen Rennen erlaubten die Veranstalter gar ein eigenes Kameramotorrad für die Filmemacher, dazu kamen Kameras am Rad und ein Mikrophon am Trikot von Millar. Dem Zuschauer wird so ein seltener Einblick in das Peloton gewährt. Man hört die Gespräche der Rennfahrer unter sich, wie Rennen organisiert und Anstieg gefürchtet werden. Manchmal unterscheiden sich das nicht von dem Smal-Talk, der auf jedem x-beliebigen Büroflur geführt wird.

Über Minuten passiert fast nichts. Millar im Rennen, im Training, von vorne, von hinten, Straßen die bergauf und bergab führen. Radrennen sind irgendwann auch nur noch Routine. Die Zeit dehnt sich endlos und Monotonie macht sich breit. Der Ausdruck "Gefangene der Landstraße" bekommt auf einmal ein echte Bedeutung und ist nicht mehr nur eine Floskel.


Millars großes und selbstverständliches Ziel ist ein letztes Mal die Tour de France zu bestreiten. Das Rennen, dass ihn zum Radsport brachte. Ein einziges Mal wollte er in Paris ankommen. Das war immer sein Zeil. Eine Tour de France. Am Ende wurden es zwölf. Doch Millar läuft seiner Form hinterher. Der Körper reagiert nicht mehr wie früher. Ergebnisse bleiben aus. Selbstzweifel wachsen. Als er bei einer Etappe von Tirreno-Adriatico (?) letzter wird, sagt er: "Als Letzter ins Ziel zu kommen ist manchmal genauso wichtig wie zu gewinnen. Ich habe noch Zeit das in den Griff zu bekommen." Eine Szene später unterhalten sich Millar und sein Zimmergenosse Thomas Dekker über das Leben als Rennfahrer und Dekker sagt zu Millar "Dafür hast du keine Zeit mehr."

Mailand San Remo soll die Wende bringen. Es regnet in den ersten Stunden ohne Unterlass und es ist kalt. Millar lässt sich zum Teamwagen zurückfallen, wechselt die Handschuhe und versucht die Regenjacke zu schließen. Mit den dicken Handschuhen und den kalten Fingern will es aber einfach nicht gelingen. Nach mehreren Minuten frustrierter Versuche muss er schliesslich anhalten und sich helfen lassen. Welch ein Drama.

Immer wieder blendet der Film Szenen aus Millars Kariere ein. Rückblicke. Erinnerungen an gute und nicht so gute Tage. Und immer wieder taucht das Doping Thema auf. Man bekommt ein Idee, wie anstrengend und emotional auslaugend es sein muss wieder und wieder über die eigenen Fehler zu sprechen, es immer wieder zu erklären.

Schließlich wird Millar von seinem eigenen Team, bei dem er nicht nur Rennfahrer, sondern auch Teilhaber ist, nicht zur Tour de France nominiert. Der letzte Akt bleibt ihm verwehrt. Es reicht nicht. Millar ist nicht mehr der Fahrer, der er einst war und das erste Mal seit er denken kann fließen Tränen.

Diese intimen Bilder, wenn die Kamera die Selbstzweifel, den ins Leere gerichteten Blick, die aufkeimende Ahnung der Aussichtslosigkeit und schließlich die offene Verzweiflung einfängt, sind die besten, stärksten Momente dieses Filmes.

Time Trial ist ein ganz großartiger Film, der wenig mit Zeitfahren, aber viel mit dem Fahren gegen die noch verbleibende Zeit zu tun hat.



Den deutschen Verlag hat mindjazz pictures übernommen. Die Deutschlandpremiere ist am 4. Juli in Düsseldorf im Cinema Kino. Gastgeber ist Schicke Mütze und mindjazz pictures. David Millar wird anwesend sein und es wird die Möglichkeit einer gemeinsamen Ausfahrt geben. Hier der Facebook Link zu der Veranstaltung.

Offizieller Kinostart ist dann am 5. Juli. Die Liste der Kinos ist hier zu finden. Derzeit arbeitet der Vertrieb daran den Film an mehr Orten zu zeigen, falls euer Kino also noch nicht dabei ist, einfach nochmal checken oder direkt bei dem Kino nachfragen.
Im Saarland wird der Film ab dem 12. Juli in der Camera Zwo laufen. DEM Kino im Saarland für Filme abseits der der Crash-Knall-Kawumm-Hollywood Filme. Dort ist 2015 auch schon der Lance Armstrong Film "Um jeden Preis" gelaufen.

Links:
Deutsche Homepage
Englische Homepage
Kritik im Guardian (lesenswert)
Movie Database
Einige Schnipsel und weitere Videos im Time Trial YouTube Channel

Freitag, 27. April 2018

The Holy Week

Auch wenn mit Frankfurt-Eschborn noch ein letztes Rennen aus steht, die Klassiker Saison ist vorbei. Bevor der Giro d'Italia am 4. Mai die Grand-Tour Saison einläutet, kann man sich mit "The Holy Week" nochmal eine knappe Stunde (48 min) beste Radsportunterhaltung ansehen.


Cyclingnews hat hinter die Kulissen geblickt und einige Teams vor, während und nach der Flandern Rundfahrt und Paris-Roubaix mit Kamera und Mikrophon begleitet. Herausgekommen ist ein schöner, kurzweiliger Film mit tollen Bildern, die man so nicht immer zu sehen bekommt.

Zu sehen auf Vimeo OnDemand für 1,61 Euro zum ausleihen oder 4,04 Euro im Download.




Donnerstag, 2. November 2017

Icarus - Wie Doping und Geopolitik zusammenhängen

Manche Filme halten überraschende Wendungen bereit, der absehbare Plot wird verlassen und plötzlich sieht man einen ganz anderen Film. Etwa wenn sich From Dusk Till Down von einem Gangster-Roadmovie zu einem Vampir-Horror-Splatterfilm wandelt. In etwa genauso abstrus geht es in Icarus zu, einem Film über Doping im Radsport, sozusagen der Roadmovie-Teil, und den Skandal um das russische Staatsdoping, der Horror Teil.

Bryan Fogel ist ein begeisterter Radsportler und Amateur Rennfahrer. Lance Armstrongs Dopinggeständnis zwingt ihm die Erkenntnis auf, dass Dopingkontrollen weitgehend wirkungslos sind und ein negativer Test alles mögliche belegt, nur nicht dass der Fahrer sauber ist. Denn schliesslich wurde Armstrong nie offiziell des Dopings überführt.

Wie muss man es also anstellen um durch das Netz der Dopingfander zu schlüpfen? Und hilft EPO und Co. tatsächlich? Da Bryan Fogel auch ein Filmemacher ist, plant er eine Dokumentation über einen Selbstversuch, ein Doping - Super Size Me sozusagen. 2014 nimmt er an der Haute Route Teil, einem Gran-Fondo-Etappenrennen in den Alpen. Ungedopt. Er schlägt sich nicht schlecht, muss aber erkennen, dass die Fahrer in der Spitze wie von einem anderen Stern fahren. Wie würde er sich schlagen, wenn er nach allen Regeln der pharmazeutischen Kunst nachhelfen, wenn der den Amateur-Armstrong geben würde? Dazu sucht Bryan Fogel fachkundige Unterstützung, die er schließlich bei Dr. Grigory Rodschenkov findet, dem Leiter des russischen WADA Labors in Moskau. Der Russe willigt ein Fogel zu helfen, man konferiert über Skype und trifft sich persönlich, es gibt einen Dopingplan, der beschreibt wann was einzunehmen ist. EPO, Testosteron,  Wachstumshormone, das übliche eben.
Fogel bereitet sich auf die nächste Haute Route vor und füllt unterdessen fleißig Urin-Proben ab. Diese sollen später nach allen Regeln der Kunst in Moskau analysiert werden. Die Haute Route endet dann nicht wie erhofft. Materialpech verhindert eine bessere Platzierung und noch immer sind die Besten deutlich überlegen.

Unterdessen veröffentlicht die ARD die Dokumentation von Hajo Seppelt Geheimsache Doping - Wie Russland seine Sieger macht. Dadurch kommen eine ganze Reihe von Ereignissen ins Rollen, an deren Ende sich Dr. Rodschenkov seiner Verhaftung und Rolle als Bauernopfer nur durch die Flucht in die USA entziehen kann. Von da an widmet Icarus sich dem russischen Dopingprogramm. Aus erster Hand berichtet der Mann, der den Sportbetrug in Russland organisiert hat von vertauschten Proben, Urindatenbanken und geheimen Zimmern mit getarnten Löchern in den Wänden. Das Erschreckendste bei all dem geht dabei weit über den Sport hinaus. Wer denkt bei Doping schon an geopolitische Schachzüge, an Brot und Spiele für das Volk und an Politiker, die auf einer Welle steigender Zustimmungswerte nach olympischen Medaillen Kriege beginnen?

Auch wenn am Ende einige Fragen offen bleiben (Wäre Fogel unentdeckt durch die Kontrollen gekommen? Wie weit verbreitet ist Doping im Freizeitsport? Ist Rodschenkov Held oder  Bösewicht?), bietet der Film zwei Stunden beste Unterhaltung und einen einmaligen Einblick in staatlich organisiertes Doping.

Zu sehen ist der Film nur auf Netflix. Im Original, mit Untertiteln oder in deutscher Synchronisation. Netflix bietet einen kostenlosen ersten Monat an, danach kostet das Abo zwischen 8 und 12 Euro und ist monatlich kündbar.


Anfang September hat der Regisseur mit Cyclingtips ausführlich über den Film gesprochen. Der Podcast ist einer der wenigen, die ich mir ein zweites Mal anhören werde:



Links:
ARD Sport Aktuel Podcast, Besprechung des Films
NY Times Filmkritik
NY Times Story über das russische Doping Program Teil 1, Teil 2
Spiegel Online Filmkritik

Samstag, 21. Januar 2017

Thereabouts

Gestern war die Premiere von Thereabouts 3: Discovering Colombia. Während einer guten Stunde begleitet man Gus and Lachlan Morton bei einer wilden Reise durch Kolumbien. Natur Straßen, hoffnungsvolle Nachwuchstalente, epische Anstiege mit 4000 Höhenmeter (!), allerlei kulturelle Besonderheiten und teils atemberaubende Landschaftsbilder bilden den Rahmen für das Abenteuer in Südamerika.

Lachlan Morton war eines der hoffnungsvollsten Nachwuchstalente Australiens. Ende 2012 fuhr Lachlan als Stagiaire für Garmin Sharp und wurde für die Jahre 2013 und 2014 unter Vertrag genommen. Mit nur 21 Jahren gewann Lachlan die Nachwuchswertung der USA Pro Challenge und eine Etappe und die Nachwuchswertung der Tour of Utah. Nach diesem stellaren ersten Jahr verlief 2014 ernüchtern. Lachlan konnte nicht an seine Erfolge anknüpfen und verlor den Spaß und die Motivation nicht nur am Radsport sondern am Radfahren allgemein.

Angus Morton ist Lachlan's älterer Bruder, ebenfalls Radsportler und war bis 2010 bei Drapac - Porsche Cycling in Australien unter Vertrag. Desillusioniert vom professionellen Radsport beendete Gus seine Karriere früh.

Nach der Saison 2014 begaben sich die beiden Brüder auf eine Reise durch Australen. 2.500 Kilometer von Port Macquarie nach Uluru. Dabei ist Thereabouts #1 entstanden. Die Suche nach dem Spaß auf dem Rad. Die Rückeroberung einer Liebe. Eine erfolgreiche Rückeroberung. 2015 und 2016 fuhren beide gemeinsam bei Jelly Belly in den USA. 2017 wird Lachlan für Dimension Data wieder in der Worldtour starten.

Die Filme zeigen, dass es auch für Profis um den Spaß auf dem Rad geht und es neben strukturierten Training und Rennen, Rennen, Rennen vieles mehr gibt. Auf dem Rad entdeckt man fremde Länder, es geht um Freundschaft, Familie, Abenteuer, den Spaß am Radfahren, um Herausforderungen.




Ach ja, das ist das erste Mal das mein Name im Abspann eines Films erscheint. Ich habe mich an der Kickstarter Kampagne zur Finanzierung des Films beteiligt und alle Unterstützer werden dort aufgeführt:


Links:

Sonntag, 20. November 2016

Half the road

Vor ein paar Wochen hat sich Phil Gaimon in seinem Podcast "Real Talent" (bezieht sich auf die Gäste, nicht auf Phil) mit Kathryn Bertine unterhalten.  Kathryn ist eine US-Profi Radsportlerin, 2016 bei Cylance Pro Cycling unter Vertrag und eine Autorin, Filmemacherin und Aktivistin für gleiche Rechte von Frauen und Männern. Frauen sind immer noch in vielen gesellschaftlichen Bereichen benachteiligt, im Radsport ganz besonders. Über der Status quo und den Weg zu gleichen Rechten hat Kathryn Bertine eine Dokumentation gedreht. Interessant, Augen-öffnend, aufrüttelnd. Sollte man gesehen haben!

Den kompletten Film gibts auf Vimeo für 4,63 Euro zur Ausleihe oder 12,05 Euro zum Download.



Links: 
Half the Road auf Vimeo

Samstag, 10. Oktober 2015

Movie Time! The Programm - Um jeden Preis

Am vergangenen Donnerstag ist "The Programm - Um jeden Preis" angelaufen, eine Filmbiografie über Lance Armstrong. Wer das ein oder andere Buch über Lance Armstrong gelesen hat, erfährt aber nichts Neues. Denn leider hat Stephen Frears lediglich alle möglichen altbekannten Episoden aneinander gereiht. US Portal wird in Europa abgehängt, Michele Ferrari und der Orangensaft, Betsy Andreu am Krankenbett, der Motomann liefert Epo, Emma O'Reilly entsorgt Epo Spritzen usw. usw.
Ein Schnipsel nach dem Anderen. Der Film ist ein Parforceritt von den Anfängen als Neoprofi in Europa, über die Krebserkrankung und die sieben Tour Siege bis zum Comeback und dem letztendlichen Fall des Sportstars.

Dabei fehlt aber der rote Faden, der wirkliche Zusammenhang. Der Film macht noch nicht mal den Versuch ernsthaft hinter die Fassade von Armstrong zu blicken, in seine Abgründe und die Geschichte eines schwierigen Charakters zu erzählen. Dazu hätte man sicher einen Teil erfinden müssen, Fiktion und Wirklichkeit mischen. Auch gelingt es dem Film nicht zu zeigen wie hart der Radsport ist, wie kaputt die Fahrer nach drei Wochen Tour sind. Alles sieht mühelos aus, ein bisschen Training, 'ne Epo Spritze und ein Blutbeutel und zack, mühelos zum nächsten gelben Trikot.

So ist es nur eine weiter Dokumentation im Spielfilmgewand, die allerdings ohne Frage hervorragend umgesetzt ist. Bei den Tour de France Szenen wird immer wieder zwischen Original und Film gewechselt, dabei ist kaum ein Unterschied zu sehen, so perfekt ist die Ausstattung des Films, die Trikots und die Räder. Auch die Charaktere sind recht gut getroffen.

Weniger Doku und mehr Spielfilm hätten dem Werk gut getan. Ansehen kann man sich den Film natürlich trotzdem. Man kann das Geld aber auch in den hervorragenden Film über Cyclocross "For the Love of Mud" investieren, über den ich gestern geschrieben habe.



Movie Homepage

Freitag, 9. Oktober 2015

For the love of mud

Vor einer ganzen Weile habe ich hier die Teaser zu Benedict Campbell's Film "For the Love of Mud" verbloggt. Der rund 90-minütige Film wurde vor einer ganzen Weile uraufgeführt, ist aber nie im Kino gelaufen.

Hier der Beschreibung zu dem Film auf Vimeo:

THE FOURTH FILM IN A LINE OF SUCCESSFUL DOCUMENTARIES
BY THE PHOTOGRAPHER AND FILM-MAKER
BENEDICT CAMPBELL.
FOR THE LOVE OF MUD IS A FEATURE-LENGTH DOCUMENTARY 
ILLUSTRATING THE BEAUTY OF CYCLO-CROSS. 
A CURIOUS HYBRID OF WINTER RACING THAT CAME LONG BEFORE THE MOUNTAIN BIKE. 
IT’S PLAYED OUT IN MUDDY FIELDS AND PRACTICALLY A RELIGION IN BELGIUM.
RAPIDLY EXPANDING IN THE REST OF THE WORLD, THIS FILM  
CAPTURES THE TIGHT-KNIT ’CROSS COMMUNITY, FROM SVEN NYS, KATIE COMPTON AND
BRITAIN'S OWN HELEN WYMAN.
EXPERIENCE THE ENERGY AND ENTHUSIASM ENJOYED BY THE RIDERS,
FROM THE ROOKIES TO THE ROCK STARS,
AS THEY PARTICIPATE IN THE RENAISSANCE OF THIS SPORT.


Der Film ist inzwischen als Video on Demand auf Vimeo verfügbar. Für 12,99 Euro gibt es 1 Stunde 28 Minuten überwältigende Cyclo Cross Bilder. Besonders beeindruckend sind die Aufnahmen des 3 Peaks Cyclo-Cross Rennens. Ein absolutes "Must-See". Der Film macht Lust darauf selber auf das Cross Rad zu steigen und am besten direkt zur Startlinie des nächsten Rennens zu rollen. Ich überlege mir ernsthaft das diesen Winter mal zu probieren.
Und weil es so Klasse ist, hier nochmal die Teaser:



Links:
Homepage von Benedict Campbell