Donnerstag, 17. Mai 2018

Rapha Repair Service

Glatte Straßen und spät dran sein ist eine schlechte Kombination. Vor einer ganzen Weile bin ich auf dem Weg zum Sonntäglichen Vereinstraining gestürzt. Die Rechtskurve habe ich noch bekommen, die unmittelbar folgende Linkskurve war dann zu eng.  Zack hat es gemacht und ich habe auf dem Boden gelegen. Nichts schlimmes, ein paar Kratzer am Bremshebel und ein Loch in der Hose. Also aufstehen, weiterfahren, noch gerade so pünktlich am Treffpunkt erscheinen und sich nix anmerken lassen. Das Loch in der fast nagelneuen Rapha Pro Team Thermal Bibshort II hat mich dann aber doch sehr geärgert. So ein Mist. Ich hatte die Hose zwar zu einem super Preis im Ausverkauf bekommen, aber das machte das Loch nicht besser.



Noch unterwegs ist mir dann aber eingefallen, dass Rapha einen kostenlosen Reparatur Service anbietet. Ab dem Moment ging es mir gleich wieder etwas besser. Zuhause habe ich direkt nachgeschaut und tatsächlich, die Hose kann repariert werden. Man muss ein Formular ausfüllen, bekommt eine Paketmarke und kann das selbstverständlich gewaschene Stück an Rapha senden. Die übliche Reparaturzeit soll um die vier Wochen liegen. Bei mir hat es eine ganze Weile länger gedauert. Obwohl ich mir sicher bin alles richtig gemacht zu haben, ging meine Hose an die Retouren- statt an Reparatur-Abteilung. Der sehr freundliche und hilfsbereite Service konnte meine Hose dann aber auf Nachfrage lokalisieren und entsprechend umleiten.


Gestern habe ich Post bekommen und die Hose ist zurück. Auf der linken Seite wurde ein kompletter Streifen (der mit den weißen Schriftzug) herausgeschnitten und sehr sauber durch ein neues Panel aus dem richtigen Stoff ersetzt. Das einzige sichtbare Zeichen ist jetzt die zusätzliche Naht auf dem Hosenbein.

Rapha verlangt eine ganze Menge Geld für seine Produkte. Ob das immer angemessen ist oder ob man bereit ist, dies zu bezahlen, muss jeder für sich selber beurteilen. Dass man im Fall des Falles einen kostenlosen Reparaturservice in Anspruch nehmen kann, bietet meines Wissens nach keine andere Firma. Eine Reihe von Produkten wie Beinlinge, Merinounterwäsche, Trinkflaschen, Rucksackhüllen u.a. sind allerdings ausgenommen.

Ganz besonders nett finde ich den Verpflegungsbeutel, in dem die Hose verpackt war. Sehr hübsch!



Links:
Rapha Repairservice

Sonntag, 13. Mai 2018

Panache

Im Radsport gibt es einige Ausdrücke, die manchmal schwer zu definieren sind, bei denen man aber sofort weiß was gemeint ist, wenn man es sieht. André Greipel hat diese Woche gezeigt was Panache ist (franz. für Schneid, Beherztheit, ausgesprochen "Panasch"). Als einer der weltbesten Sprinter ist Greipel nun wirklich nicht darauf angewiesen auf den letzten Metern zu attackieren und einen sicheren Sprinterfolg zu gefährden. Bei der fünften Etappe der Vier Tage von Dünkirchen fuhr Greipel ab Kilometer 70 in einer 18 Fahrer starken Ausreissergruppe. 20 Kilometer vor dem Ziel lösten sich der Belgier Claeys und der Niederländer Riesebeck und Greipel zögerte nicht nachzusetzen. Der Gorilla in der Attacke! Kurz vor der Kilometer Marke attackierte Greipel dann selber und fuhr einen Solo Sieg ein. Auch für den dreimaligen Deutschen Meister ist das etwas ganz Besonderes, denn nur zwei seiner 151 Siege hat er als Solist erzielt.


Auf Inner Ring gibt es einen fantastischen Artikel, der die Herkunft von Panache erklärt, vom Federbusch auf dem Schlachtfeld im Mittelalter, über Cyrano de Bergerac bis zum Radsport und warum Sky kein Panache hat. Unbedingt lesen!

Die Quintessenz ist diese:

Typically a rider with panache is said to be one who attacks, displaying courage and flair. But the surprise factor counts and a rider who wins too often can lose this label.

Typischerweise ist ein Fahrer mit Panache einer der attackiert und dabei Mut und Ausstrahlung zeigt. Dabei spielt der Überraschungseffekt eine Rolle und ein Fahrer, der zu oft gewinnt verliert verliert die Eigenschaft.

Panache ist übrigens nicht zu verwechseln mit Panaché ("Panaschee"), der Bezeichnung für Bier mit Zitronenlimonade.

Samstag, 12. Mai 2018

Ein Meistertrikot

Mit zwei Siegen im Rücken bin ich am vergangen Wochenende nach Bann gefahren zu den gemeinsamen Landesmeisterschaften im "Einer Strasse" des Saarlandes, von Rheinland-Pfalz und Hessen. Durch die Sperrung der Autobahn 62 und der damit damit verbundenen Umleitung wurde das Rennen dieses Jahr auf einer anderen Variante als 2015 ausgefahren. Vor drei Jahren ging es von Bann die "Roller-Berg" Variante hinauf auf den Höhenzug, dann ist die Runde etwa 14 km lang. Dieses Jahr wurde die kürzere Variante gefahren, dabei geht es direkt vom Start weg einen Kilometer mit bis zu 15% bergauf, kurz und knackig. Die Besten brauchen für diese Rampe knapp unter drei Minuten. Oben angekommen geht es vier Kilometer über eine windanfällige Hochebene bevor die Abfahrt nach Queidersbach die technischen Fähigkeiten fordert. Der Straßenbelag ist mehr schlecht als recht, ein Flickstück reiht sich an das nächste und die eigentliche Ideallinie ist mit Gullideckeln gespickt, dazu zwei 180° Kurven, da trennt sich auch Berg runter die Spreu vom Weizen. Unten angekommen geht es dann leicht ansteigend zurück zum Start nach Bann. Eine Runde hat 10 Kilometer.



Die Fahrer der Senioren 2 Klasse (40-49) hatten vier Runden zu fahren, die Senioren 3 (50-59) drei Runden und die Senioren 4 (>60) sogar nur zwei Runden. Vielleicht hat der Zeitplan es nicht zugelassen die Rennen über eine meisterschaftswürdige Distanz auszurichten, aber im Ernst? 40 Kilometer? Für eine Straßenmeisterschaft? Im Jahr zuvor in Bliesransbach war das Rennen mit 80 Kilometer doppelt so lang. Dieses Jahr sind wir hingegen weniger gefahren als die Jugendklasse!

Noch unschöner war die kurzfristige Entscheidung des Wettfahrausschusses alle Seniorenklassen gemeinsam starten zu lassen, trotz der unterschiedlichen Distanzen. Die Ausschreibung sah vor, die Rennen mit je zwei Minuten Abstand auf den Weg zu schicken. Der Protest verschiedener Fahrer wurde von der WA-Vorsitzenden lautstark und brüsk abgebürstet. Dabei war der Einwand mehr als berechtigt. Schon der vorgesehene Modus eröffnet durch die Vergabe von gleich drei Meistertiteln in einem Rennen eine "Taktik-Metaebene" bei die Fahrer weniger auf das Gesamtrennen als viel mehr auf ihre Position im eigenen Landesverband achten. Mische ich mich etwa als Saarländer ein, wenn zwei Hessen um den Titel kämpfen? Helfe ich vielleicht einem der Beiden, wenn ich den eigenen Titel schon sicher habe? Die Entscheidung des WA's führte dazu, dass gleich Neun (!) Radrennen gemeinsam starteten. Wie das zu der angeführten besseren Übersichtlichkeit beigetragen haben soll, ist mir ein Rätsel.

Dahingegen haben sich die Rennen wie zu erwarten gegenseitig beeinflusst. Ich könnte zumindest ein Beispiel aufführen, will aber nicht den Anschein erwecken, dass der betreffenden Fahrer sein Ergebnis nur aufgrund dieser besonderen Konstellation erreicht hätte. Wahrscheinlich wäre das Ergebnis unverändert gewesen, aber mit sauber getrennten Rennen wäre es für diesen Fahrer zumindest etwas schwerer gewesen.

Die Entscheidung des WA alle Rennen gemeinsam starten zu lassen und die fast schon lächerlichen Distanzen drücken keine besondere Wertschätzung für die Fahrer der Mastersklassen aus. Das ist schade, denn uns machen die Radrennen genau soviel Freude und wir investieren genauso viel Herzblut in unseren Sport wie allen anderen Fahrer und Fahrerinnen, von den Jugendlichen bis zu der Elite. Wenn Radfahren im allgemeinen und Radsport im speziellen als Aktivität für alle Generationen gelten soll, dann wäre es das Mindeste auch die Masters Klassen entsprechend ernst zu nehmen.

Zurück zum Start. Wie bei der Strecke und der Distanz nicht anders zu erwarten, ging es von Beginn an zur Sache. Schon der erste Anstieg führte zu einer deutlichen Auslese und mit vielleicht 15 Fahrern ging es in den zweiten Anstieg. Sascha Haußmann führte mit einer scharfen Tempoverschärfung die nächste Selektion herbei. Nach dem dritten Anstieg waren wir dann nur noch zu viert an der Spitze: Peter Achilles (Radclub Pfälzerwald), Sascha Haußmann (RSV Nassovia Limburg), Axel Hauschke (Melsunger TG 1861) und meine Wenigkeit. Ein Pfälzer, zwei Hessen und ein Saarländer. Damit lag ich schon mal gut auf Kurs für den Titel des Saarlandmeisters.

Aber auch das Gesamtrennen war noch zu haben. Was ist die beste Taktik? Einfach mitfahren und auf den Sprint warten? Oder einen weiteren Ausreißversuch wagen? Wie stark sind die anderen Fahrer? Wer hat noch Reserven, wer ist vielleicht schon am Anschlag? Zumindest von hinten drohte keine Gefahr mehr. Von Stürzen und Defekten abgesehen sollten die ersten vier Plätze und die Meistertitel der drei Verbände mehr oder weniger sicher sein.

Beim dritten Anstieg fiel mir auf, dass Sascha Haußmann's rechter Fuß auf dem Pedal hin und her wackelte wie bei einem epileptischen Anfall. Das sah nicht mehr souverän aus. Der Gute fuhr anscheinend am Drehzahlbegrenzer. Oder fährt der immer so? Peter Achilles ist auf der Höhe zwar tapfer durch die Führung gefahren, konnte diese aber gar nicht schnell genug abgeben und war offensichtlich auch tief im roten Bereich. Nur Axel Hauschke schien unbeeindruckt. Gut, von einem ehemaligen Profi und aktuellen A-Fahrer war auch nichts anderes zu erwarten.

Den letzten Anstieg bin ich dann von vorne gefahren und mit allem, was ich noch zur Verfügung hatte die letzten, steilen 300 m hoch. Und fast hätte es gereicht, Peter Achilles hatte schon ein kleines Loch, ekelte sich aber wieder heran. Ein weiterer Versuch meine Kontrahenten los zu werden nach der Spitzkehre in Richtung Abfahrt war auch nicht erfolgreich. Also ging es zu viert bergab. Wie in den Runden zuvor ist Axel Hauschke wie auf Schienen als Erster durch die erste 180° Kurve geschossen, ich einigermaßen hinterher. Sascha Haußmann hatte schon in den Runden vorher Probleme mit der Abfahrt und hat sich als dritter scheinbar ganz böse versteuert und damit auch Peter Achilles aufgehalten. Der Schulterblick nach der Kehre offenbarte eine ordentlich Lücke. Das war die Chance! Kette rechts, antreten, klein machen, die weiteren Kurven mit vollem Risiko nehmen und unten hatten Axel und ich einen komfortablen Vorsprung.

Kurz vor dem Ziel habe ich mich dann in die erste Position manövrieren lassen und hatte dem Antritt meines Mitstreiters auch nichts mehr entgegen zu setzen. Zweiter Platz und Saarlandmeister, das Meistertrikot war meines! Nach dem Trikot für die Bergpreiswertung einer kleinen Rundfahrt in Frankreich als U23 Fahrer mein einziges gewonnenes Trikot! (Gut, der sportliche Wert des Saarlandmeister-Titels ist eher niedrig, aber das ist mir jetzt einfach mal ganz egal.) An der Stelle vielen Dank an Alberto Kunz von il Diavolo - Der teuflische Radladen für das Sponsoring der Trikots. Coole Aktion, Daumen hoch!

Auf dem zweiten Platz Jens Weicherding vom RV Blitz Oberbexbach, Dritter wurde Martin Schaar vom RSF Niederlinxweiler.


Donnerstag, 10. Mai 2018

Frühjahrskampagne 2018

Es heißt ja, man soll aufhören wenn es am schönsten ist. Demzufolge könnte ich meine Renn-Saison 2018 eigentlich beenden, denn besser kann es fast nicht mehr werden. Von vier Rennen konnte ich zwei gewinnen, war einmal Fünfter, einmal Zweiter und konnte dazu das Meistertrikot für den Saarlandmeister der Senioren 2 überstreifen! Schampus!!

Saar Lux Challenge VC Dräilännereck Schengen

Das erste Rennen war in Schengen, in Luxembourg (genau, das Schengen mit dem Abkommen), ein Zeitfahren mit anschliessendem Rundstrecken und beinahe wäre ich zu spät gekommen! Es ist ja Fluch und Segen, wenn man es nicht weit hat. Meine Startzeit für das Zeitfahren war um 8:40 und irgendwie habe ich mir beim Kaffeetrinken zu viel Zeit gelassen. Um 7:50 habe ich dann mit Erschrecken festgestellt, dass es keine Stunde mehr ist bis zum Start und ich noch zuhause sitze statt mit der Nummer auf dem Rücken auf der Rolle. Auf dem Weg ist dann auch noch die Tankanzeige angesprungen, aber natürlich hat es gereicht und Warmfahren ist ja auch total überbewertet.

Nachdem ich letztes Jahr mein Zeitfahrrad zugunsten des Cannondale Slate verkauft habe, bin ich die beiden 5 Kilometer Runden auf dem technischen Kurs mit dem Aeroad gefahren. Der  aerodynamische Nachteil auf den Geraden wird durch die leichtere Manövrierbarkeit in und die bessere Beschleunigung nach den Kurven nicht ganz ausgeglichen und so war ich dann auch etwas langsamer als im Vorjahr, aber viellicht hätte gründliches Warmfahren auf der Rolle ja doch geholfen. Immerhin reichte die Zeit von 14:20 zu einem fünften Platz in der Masterswertung. Bei den Junioren wäre ich mit dieser Zeit unter ferner liefen gewesen, der Schnellste, Arthur Kluckers vom ausrichtenden Verein, ist eine unglaubliche 12:11 gefahren. Caramba!

In der Pause zwischen dem Zeitfahren und dem späteren Rundstreckenrennen bin ich eine gemütliche Runde bis nach Remich und zurück nach Schengen gefahren, einschliesslich einer sehr entspannten Kaffeepause bei herrlichstem Frühjahrswetter am Europäischen Museum mit Tourist-Watching. Wäre ich ja fast auch zum Rundstreckenrennen zu spät gekommen! Das ging dann zusammen mit den Junioren über 12 Runden oder 60 Kilometer. Für die Jungen zählte das Rennen wie schon das Zeitfahren am Morgen und dem Straßenrennen in Überherrn am nächsten Tag zur Saar-Lux Challenge. Auf dem engen, windanfälligen Kurs mit einer ganzen Reihe an Kurven folgte eine Attacke auf die andere und nach jeder Kurve war ein anständiger Antritt gefragt. Um dem Ziehharmonika Effekt zu entgehen, war es wichtig sich weit vorne aufzuhalten. Je weiter hinten man sich befindet, umso langsamer fährt das Feld um eine Kurve und umso stärker muss man antreten um wieder Anschluss zu finden. Obwohl mir die Kurvenhatz eigentlich nicht sonderlich liegt, komme ich auf dem Kurs in Schengen ganz gut zurecht und konnte mich vorne halten und habe auch einige Attacken versucht. Letztendlich kamen die Masters alle zusammen im Hauptfeld hinter den drei Spitzenreitern an, die Gesamtwertung entsprach somit der Reihenfolge nach dem Zeitfahren und der Sieg ging an Alberto Kunz vom il Diavolo - Pure White Team.

Wie in den letzten Jahren hat der VC Dräilännereck Schengen eine perfekt organisierte Veranstaltung auf die Beine gestellt. Der Verzicht auf ein Eliterennen schafft genug Zeit für einen Renntag mit Fokus auf den Nachwuchsklassen. Die jungen Sportler (und die alten Säcke) bekommen so die seltene Möglichkeit sich an einem Tag in einer Kombination aus Zeitfahren und Rundstreckenrennen zu beweisen. Der Kurs räumt allen Fahrern Chancen ein und ist komplett vom Verkehr abgesperrt. Da kann ich nur sagen: Daumen hoch und weiter so! Ich freue mich schon auf 2019!








Vielen Dank an Albert Krier für die Bilder, noch viele mehr, auch von den anderen Klassen sind auf Albert's Facebookseite zu finden.


Veloclub Schengen Facebook / Homepage

Straßenrennen in Überherrn

Am nächsten Tag war schon wieder frühes Aufstehen angesagt, die Senioren starten ja in der Regel als Erste. In Überherrn fiel der Startschuss um Punkt 9:00. Um mit Hinblick auf die noch kommenden Rennen ein paar zusätzliche Kilometer zu sammeln, bin ich mit dem Rad hin und auch wieder zurück gefahren. Der Hinweg war ein echter "Early Bird Ride", die Sonne stand noch tief, Nebel hing über den Feldern, die Straßen waren leer und die Luft noch frisch.



Überherrn ist eines der letzten echten Straßenrennen in der Region, dass auf einer großen Runde gefahren wird. Die Senioren hatten derer drei zu bewältigen, rund 42 Kilometer. Prägendes Element der Strecke ist der Rammelfanger Berg, der aus dem Tal bei Ihn wieder auf die Höhe des Saargaus führt. Der Anstieg an sich ist ein Rollerberg, der noch gut mit dem großen Kettenblatt gefahren werden kann. Die Schwierigkeit ist dabei eher die nur noch minimal ansteigende Strecke durch Rammelfangen nach der eigentlichen Steigung, im Englischen würde man das sehr treffend als "False Flat" bezeichnen. Wenn man dann endlich oben ist, folgt auch nur eine kurze abschüssige Passage ("Abfahrt" wäre hier schon übertrieben) bevor die nächste fiese Welle im Weg steht. Nachdem die erste Runde relativ langsam gefahren wurde habe ich beim zweiten Anstieg kurz vor Rammelfangen richtig attackiert und konnte mich zusammen mit Marcus Rummel vom RSV Stuttgart-Vaihingen 1901 absetzen. Anfangs hatten wir noch kurz Gesellschaft von einem anderen Fahrer, in der dritten Runde schlossen vor dem Berg mit Claude Christ vom Auto Reiter Masters Team 2018 und Daniel Höhn (Tages Lizenz) zwei weitere Fahrer auf. Marcus entledigte uns dieser Gesellschaft durch einen Antritt auf der Kuppe der letzten Welle vor der Abfahrt zum Ziel. Damit war ich eigentlich auf den zweiten Platz gesetzt, denn einen Sprint verliere ich normalerweise so sicher wie das Amen in der Kirche. Nun ist die Zielankunft in Überherrn eine besondere: Es gibt keine engen Kurven die irgendein technisches Geschick erfordern würden, dafür gehen die letzten 500 Meter auf einer breiten, offenen Landstraße mit etwa fünf Prozent anständig bergauf. Wichtig ist hier nicht zu früh zu sprinten, denn dann kann es bis zur erlösenden Ziellinie sehr weit sein. Ich bin von vorne gefahren, bei 150 Meter habe ich angetreten und es hat gereicht! Ich habe einen Sprint gewonnen! Zum zweiten Mal nach 2000 (damals habe ich die C-Klasse mit einer langen Soloflucht gewonnen) konnte ich mit den Armen in der Luft über die Linie  des Überherrner Rennens fahren.






Das Rennen in Überherrn fand schon zum 35. Mal statt. Dementsprechend routiniert und, nach allem was ich gesehen habe, perfekt ist die Veranstaltung abgelaufen. Die Elite Fahrer wurden sogar von Cheerleaderinnen angefeuert und geehrt! Große Klasse finde ich die Internetseite zu dem Rennen mit vielen tollen Bilder, Videos und den Ergebnissen dieses und der letzten Jahre.

Vielen Dank an Jörg Aumann und Christian Hennrich für die Bilder.

RSC Überherrn Facebook / Homepage


Offenbach an der Queich - 1. Mai

Die Tradition verlangt es ja, am 1. Mai eine Radtour mit guten Kumpels zu machen. der Startschuss zu meiner 1. Mai Tour fiel schon um 8:30 in Offenbach an der Queich. Das ist eine gute 150 km Fahrt von von Merzig aus. Letztes Jahr habe ich die "Am-Vortag-Anreisen-Und-Im-Auto-Campen-Variante" probiert, das hat aber auch nix getaugt. Dieses Jahr war also frühes Aufstehen angesagt. Nachdem der Frühling in den Tagen und Wochen zuvor mit ungewohnt mildem Wetter glänzte, war es am 1. Mai wieder richtig kalt. Im Gegensatz zum Vorjahr blieben wir zumindest vom Regen verschont, aber die gerade mal 6° am Start waren empfindlich frisch.

Der Kurs in Offenbach ist fünf Kilometer lang, flach und (fast) rechteckig. Auf der langen geraden raus kam der Wind von vorne, auf dem Rückweg von hinten. Raus waren 35 km/h schnell, rein pendelte die Geschwindigkeit zwischen 45 und 50 km/h. Eigentlich keine Rahmenbedingungen für frühe Aktionen. Mein Plan sah vor, mich möglichst lange zurückzuhalten, Kräfte zu sparen, kurz vor Schluss zu attackieren und dem Feld mit einer kleinen Gruppe zu entfliehen um einem Massensprint zu entgehen. Also ungefähr dem Plan zu folgen, mit dem Alberto Kunz 2017 erfolgreich war.

In der zweiten Runde, zwei Ausreißer waren gerade gestellt, wollte Alberto Kunz an der Spitze des Feldes die Führung abgeben und ist zur Seite gefahren, der zweite Fahrer wollte aber nicht nach vorne und blieb am Hinterrad. So ging es einige Male über die ganze Straßenbreite hin und her, das Feld in einer langen Schlange den Wellen in der Spitze folgend. Ich befand mich an Vierter oder fünfter Position und dachte mir, naja, vielleicht kann ich eine Fluchtgruppe initiieren? Also habe ich angetreten und als ich wenige Meter später nach hinten schaute befand ich mich alleine vorne, das Feld in voller breite 100 Meter hinter mir. Was macht man da? Immerhin waren es noch über 50 Kilometer bis zum Ziel, viel zu weit für eine Soloflucht.  Also Beine hochnehmen und auf das Feld warten? Oder weiterfahren und hoffen, dass weitere Fahrer entwischen und sich eine Fluchtgruppe bildet? Ich habe mich für das Weiterfahren entschieden. Leider kam keine Unterstützung von hinten. Dafür ist mein Vorsprung zwischenzeitlich auf über eine Minute angestiegen. Chancen habe ich mir trotzdem keine ausgerechnet. 50 Kilometer! Bei dem Wind! Stattdessen habe ich immer nur versucht bis zur nächsten Prämie zu überleben. Noch acht, sieben, sechs, fünf, ... bei vier Runden, also 20 Kilometer habe ich erstmals gedacht, dass es reichen könnte. Aber der Vorsprung schmolz und wenn das Feld sich eine Runde einig gewesen wäre, hätten sie mich wieder gehabt. Und irgendwie habe ich auch gehofft, dass sie bald von hinten kommen und es endlich vorbei wäre. Ich hätte mich am Ende eingereiht und hätte zumindest den fiktiven Preis für den kämpferischsten Fahrer gewonnen. Aber nein, es kam niemand. Weiter, weiter, immer weiter. Am Ende wurde es knapp, ich wusste, ich muss mit mindestens 20 Sekunden  Vorsprung die letzte Gegenwindgerade hinter mich bringen muss um mich über die letzten drei Kilometer vor einem um den zweiten Platz sprintenden Feld ins Ziel zu retten. Einige Freunde taten im Feld ihr Bestes um das Tempo etwas zu verschleppen und so hat es tatsächlich gereicht! Nach über 50 Kilometern konnte ich zum zweiten Mal in dieser Saison freihändig über die Ziellinie fahren.



Das Rennen in Offenbach war ein Paradebeispiel für die Besonderheit von Radrennen. Natürlich hat ein einzelner Fahrer keine Chance gegen ein Feld, dass sich die Führungsarbeit teilen und immer sehr viel schneller fahren kann, besonders im Flachen und bei Gegenwind. Die Chancen einer solchen Soloflucht tendieren gegen null. Wären sich nur zwei der anwesenden Mannschaften einig gewesen und hätten zusammengearbeitet, das Feld hätte mich jederzeit innerhalb einer Runde stellen können. Waren sie aber nicht! Die taktische Komponente und das Nutzen von Chancen die es eigentlich gar nicht gibt, das ist für mich Radrennen! (Gut, das liegt vielleicht auch daran, dass ich im Sprint keine Chance habe). 



Wie der VC Schengen und der RSC Überherrn hat auch der RV Offenbach Queich ganze Arbeit geleistet und eine super Veranstaltung auf die Beine gestellt. Großes Spektakel war das Klappradrennen. Schaut euch unbedingt die Bilder auf der Homepage des Vereines an.

RV Offenbach Queich Facebook / Homepage

Vielen Dank an Marco Foster für die beiden Bilder von unterwegs und der Zieldurchfahrt.

Mit zwei Siegen auf dem Konto ging es danach zur gemeinsamen Landesmeisterschaft der Verbände Saarland, Hessen und Rheinland-Pfalz nach Bann. Wie es mir dort erging, das berichte ich im nächsten Post.

Sonntag, 29. April 2018

Strava's Relative Effort

Strava hat eine neue Metrik für Premium Abonnenten freigeschaltet: Relative Effort. Diese Zahl ersetzt den bisherigen Suffer Score und soll Belastungen unterschiedlicher Länge und Intensität über verschiedene Sportarten und Fitnesslevel hinweg vergleichbar machen. Die einzelnen Belastungen addieren sich zu einem "Weekly Activity Level" auf. Die Daten sind nur für Premium-Abonnenten in der Mobile App zugänglich.


Je nach der Summe der wöchentlichen Trainingsbelastung verfärbt sich der obere Teil des Bildschirm und es wird zwischen verschiedenen Leveln unterschieden. Daran kann man etwa erkennen, ob die Trainingsbelastung im Vergleich zu den vorherigen Wochen zu schnell gestiegen ist. Nützlich finde ich den Hinweis, dass man unter einem bestimmten Level bleiben soll, wenn man eine Erholungswoche auf dem Plan hat (Screenshot unten links). Mit der Zeit sollte dies einen ganz guten (zusätzlichen, siehe letzter Absatz) Ansatz geben, die Belastung zu planen und gleichmäßig zu steigern.


Strava hat hier natürlich nichts grundlegend Neues erfunden, sondern wendet im wesentlichen eine Weiterentwicklung des TRIMP Models von Morton, Fritz-Clark und Banister von 1990 an. TRIMP steht für Trainingsimpuls, die mathematisch recht anspruchsvolle Formel modelliert den Dose-Response Zusammenhang von Fitness und Müdigkeit, der von jedem Training ausgelöst wird und in dem mündet, was weithin als "Form" bezeichnet wird. Der Charme der Methode besteht unter anderem darin, dass sie als Parameter lediglich Herzfrequenz und Zeit benötigt. Damit kann man den Trainingsimpuls im Radsport auch ohne Werte von einem Powermeter berechnen.

Strava bestimmt nun ausgehend von der maximalen Herzfrequenz jedes Nutzers verschiedene Herzfrequenzbereiche. Die Zeit, die in diesen Bereichen verbracht wird, wird mit einem Faktor gewichtet, höhere Bereiche stärker als niedrige. Die Faktoren sind dabei der Dreh- und Angelpunkt des Relative Effort, führen sie doch dazu, dass etwa der Hobbysportler, der bei einem 10km Lauf alles gibt den gleichen Relative Effort bekommt wie der Tour de France Fahrer bei einem 40km Zeitfahren.

Strava kann dazu auf einen riesigen Datenhaushalt von Aktivitäten unterschiedlicher Art zurückgreifen. In einem Artikel auf Medium beschreiben Chris Spada und Will Meyer in "Quantifying Effort through Heart Rate Data" grob, wie man über 10km Läufe (gleichmäßiger, hoher Puls, kein Windschatten wie im Radsport) und Olympischen Triathlon (Radfahren, Schwimmen und Laufen mit etwa gleicher Belastung) zu zwei Sets von Herzfrequenz-Bereichen mit unterschiedlichen Gewichten kam. Dies ist notwendig, da die maximale Herzfrequenz beim Schwimmen etwa niedriger ist als beim Laufen. In einem letzten Schritt wurden allen anderen Sportarten entweder die Lauf- oder die Radbereiche zugeordnet. Alle gewichtstragenden oder zweifüßige Sportarten (Langlauf, Wandern) fallen in die Lauf-, alle anderen in die Radsportkategorie.

Strava ist hier sicher gelungen, die Belastung über verschiedenste Sportarten und Fitnesslevel besser als zuvor vergleichbar zu machen. Von dem Datensatz den Strava analysieren kann, können Sportwissenschaftler wahrscheinlich nur träumen. Man sollte aber nicht vergessen, dass der Relative Effort genauso wie der Suffer Score vorher und jede andere sportwissenschaftliche Kennziffer zum großen Teil auf statistischen Analysen beruht, die für die normalverteilten Mitte unter einer Reihe von Annahmen valide Aussagen treffen, für alle anderen aber auch irreführend sein können. Der gesunde Menschenverstand und das eigene Körpergefühl sollten daher nie ausser Acht gelassen werden.

Links:
Strava Blog Relative Effort
Quantifying Effort through Heart Rate Data
Modeling Human Performance in Running

Freitag, 27. April 2018

The Holy Week

Auch wenn mit Frankfurt-Eschborn noch ein letztes Rennen aus steht, die Klassiker Saison ist vorbei. Bevor der Giro d'Italia am 4. Mai die Grand-Tour Saison einläutet, kann man sich mit "The Holy Week" nochmal eine knappe Stunde (48 min) beste Radsportunterhaltung ansehen.


Cyclingnews hat hinter die Kulissen geblickt und einige Teams vor, während und nach der Flandern Rundfahrt und Paris-Roubaix mit Kamera und Mikrophon begleitet. Herausgekommen ist ein schöner, kurzweiliger Film mit tollen Bildern, die man so nicht immer zu sehen bekommt.

Zu sehen auf Vimeo OnDemand für 1,61 Euro zum ausleihen oder 4,04 Euro im Download.




Mittwoch, 18. April 2018

New Bike Day - In Klein

Vor einigen Wochen habe ich darüber geschrieben, wie ich den Rennrad Rahmen meiner Tochter lackiert habe. Aus Gelb wurde Pink Metallic. Für einen ersten Versuch war ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Ein Rahmen macht aber noch lange keine Rad, da gehören ja noch ein paar Teile dran.

Für ein Kinderrad gestaltet sich dass aber gar nicht so einfach. Auch wenn die meisten Komponenten an dem Rad kindgerecht waren, gab es zwei gravierende Schwachstellen: Die NoName Bremsen mit dem Branding des Rad-Herstellers Gepida waren schwergängig, wackelig und nicht wirklich gut zu dosieren und die Shimano Bremsschaltgriffe waren für Kinderhände viel zu groß und schwierig zu bedienen, sowohl beim Bremsen als auch beim Schalten. Es ist schon einige Jahre her, dass mein Sohn das Rad fuhr. Um auf das große Kettenblatt zu schalten, hat er manchmal die rechte Hand genommen und von innen an dem Hebel gezogen, statt von aussen mit der Rechten Hand zu drücken! Soweit zu Ergonomie.

Als Alternative habe ich daher ganz klassisch Rahmenschalthebel montiert. Da muss man zwar je eine Hand vom Lenker nehmen und im Sitzen schalten, durch die Indexierung (der Schalthebel rastet bei jedem Schritt) gestaltet sich das aber recht simpel, mit ein bisschen Übung wird das gut funktionieren. Dadurch wurde auch der Weg frei für spezielle Bremshebel für Kinder. Das einzige Model, dass ich finden konnte, war der Tektro RL 320, dessen Griffkörper sogar noch etwas kürzer sein könnte. Zusätzlich habe ich noch Zusatzhebel für den Oberlenker gekauft, aber vorerst nicht montiert, wahrscheinlich wird es aber notwendig sein. Meine Tochter fühlt sich mit den Rennrad-Bremsgriffen sehr unwohl, entsprechend langsam und unter Dauerbremsen ging es jeden Hügel hinab. Mal sehen ob dies einfach eine Übungssache ist. Ein, zwei Versuche geben wir der Sache noch. Zusätzlich habe ich die NoName Bremsen gegen Shimano 105 Modelle getauscht. Ansonsten gab es neue Züge, frisches Lenkerband und eine neue Kette und fertig war der kleine Renner.

Jetzt kann der Sommer kommen und ich kann mit beiden Kindern echte Unterlenker Touren drehen!



Ein paar technische Fakten:
Gewicht: 9,6 Kilo // Sattelrohr 71°, 40 cm (Mitte, Oberkante) // Oberrohr Mitte Mitte 40 cm // Laufräder 24" // Lenker 36 cm Mitte Mitte // Kurbel 155 mm





Das Rad würde eigentlich viel besser zu dem pinken Unterlenker Kit passen!

Mittwoch, 11. April 2018

Schönheitsideale

Instagram ist eine einzige, riesige Realitätsverzerrungs- und Filterblasenverstärker-Maschine, die mit der Zeit die Wahrnehmung von "Normal" verschiebt und die Wirklichkeit nur noch schwer ertragen lässt. Wer ein Faible für Mode und Design hat und gleichzeitig Rad fährt, dessen Feed wird bald von mehr und mehr dieser wunderbaren Bildern durchzogen, die sich alle überbieten und doch immer gleich sind. Schöne Menschen mit perfekten Radfahrer-Proportionen fahren auf auf edlen Rädern durch atemberaubende Traumlandschaften. Die Bilder wirken spontan und sind wohl doch bis ins Detail inszeniert. Meist sieht man Räder mit 56er oder kleineren Rahmen, gerne aus Stahl und von begnadeten Rahmenbauern. Jedes Teil des Kits passt wie zufällig zueinander, Hose zu Trikot zu Brille zu Helm zu Socken zum Rad und in die Landschaft. Alles ist neu und fehlerlos. Die Räder glänzen und blitzen wie frisch aus dem Laden. Und wenn Rad oder Kit mal nicht perfekt sind, dann weil die Protagonisten gerade von einer heroischen Tour unter widrigsten Bedingungen zurückgekommen sind oder sich, noch besser, mitten im Nirgendwo befinden. Auch wenn vieles Werbung ist, ist es nicht minder schön. Mit der Zeit besteht überhaupt gar kein Zweifel mehr: So muss Radfahren aussehen! Wie auch sonst?



Radsport war schon immer reich an Etikette. Um dazu zugehören muss man wissen was man wann wie anzieht und kombiniert. Die Länge der Socken und der Hosenbeine, die Farbe der Hose und die Kombination von Arm- und Beinlingen sind genauestens geregelt, ebenso wie unzählige andere Details. Seit einigen Jahren sind all diese Regeln auch in gebundener Form in der Buchhandlung zu erwerben und werden nicht nur vom Meister zum Novizen weitergegeben. Natürlich gibt es auch im Radsport Moden die kommen und gehen, aber das Ideal des zeitlos eleganten Helden bleibt. Fausto Coppi wird immer ein Ikone sein. All das macht Radsport aus, die Historie, die Details, die Schönheit (neben der sportlichen Leistung natürlich).

Die sonntägliche Vereinsausfahrt holt einen dann aber schnell und gnadenlos zurück in die modischen Abgründe des Radfahrens. Die gerade aktuellen Gruppenbilder einiger "Trainingslager" zeugen von einer Wirklichkeit, die so ganz anders aussieht als der Instagram Feed. Die Sünden-Liste ist lang: Abgenutzte, halbtransparente Hosen, nicht zueinander passendes Kit, Bündchen, die so ausgeleiert sind, das sie lustige Wellen schlagen, keine oder Sneaker-Socken oder auch mal Wollstrümpfe, Kompressionsstulpen, lange Hosen und kurze Arme, Profi Trikots und die unvermeidlichen haarigen Beine. So geht es endlos weiter. Die Räder sehen nicht besser aus und die Piloten lassen die Eleganz und Leichtigkeit der Instagram Models gänzlich vermissen.

Ist das die Normalität? Ist das Coppi Ideal nur ein ferner Gedanke, unerreichbar oder sogar belanglos? Kommt es darauf gar nicht an? Nein! Denn wenn dem so wäre, könnte man genauso gut in Jogginghose in die Oper oder mit dem alten Lieblingspulli in's Büro gehen. Sich einigermaßen gut und dem Anlass angemessen anzuziehen sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Warum nicht auch im Sport? Also gebt euch mal ein bisschen Mühe und sortiert ein paar der ganz alten Sachen aus, rasiert euch die Beine, putzt das Rad und ölt die Kette! Der Frühling kommt, höchste Zeit sich chic zu machen!

Update: Ein Leser hat, vielleicht zu Recht, angemerkt, dass er nicht erkennen kann worauf ich hinaus will. Ob ich mich über die Instagram Blase oder die "Gammler" lustig mache. Die Wahrheit liegt wie so oft in der goldenen Mitte. Zwischen Fashion-Victim und Gammler gibt es eine Goldene Mitte, ich würde sogar sagen einen goldenen Schnitt, der näher näher an dem Fashion Ende der Skala denn an dem Gammel Ende liegt. Die nachfolgende Liste ist daher nur das, als was ich sie bezeichnet habe, eine Inspiration, aber kein Mode-Diktat!

Eine Liste hübscher Instagram Feeds zur Inspiration:

Sonntag, 1. April 2018

Park Tool wird Komponenten-Hersteller

Der amerikanische Fahrrad-Werkzeug Gigant Park Tool steigt in das Komponenten-Geschäft ein! Die Werkzeuge mit dem weißen Schriftzug auf  ikonischem blauen Grund sind bekannt für ihre überragende Qualität. Es gibt wahrscheinlich keine Aufgabe und kein Problem am Fahrrad, für deren Lösung Park Tool nicht das passende Werkzeug hat. Man begibt sich sicher nicht auf Glatteis, wenn man sagt, dass die Experten aus St. Paul in Minnesota wissen wie Fahrräder funktionieren.

Nach fast 60 jähriger Erfolgsgeschichte ist es nicht mehr als logisch, dass Park Tool nun auch den Komponenten-Markt in Angriff nimmt. Als erstes Produkt der neuen Firmensparte wird ein revolutionäres Pedal auf den Markt kommen. Unterlenker.com ist es gelungen erste Bilder eines Vorserienmodells zu schiessen. Das Pedal hat bisher noch keinen Namen und wird intern als PT-P-01 (Park Tool Pedal 01) bezeichnet. Das Design kann getrost als bahnbrechend bezeichnet werden. Durch die Konzentration auf das wesentliche ist es Park Tool gelungen das Gewicht auf sensationelle 95 Gramm zu senken, wohlgemerkt bei einem Vorserienmodell!

Schwachpunkt ist bisher der Verbindungsmechanismus zum Schuh. Eingefädelt wird nicht wie bei anderen Herstellern von oben, sondern von der Seite. Laut Park Tool soll dies nach kurzer Eingewöhnung bedeutend einfacher sein. Allerdings sind die "Cleats" abseits des Rades etwas umständlich. Aber schliesslich liegt der Zweck im Radfahren und nicht im Laufen.

Offizieller Product-Launch soll im Rahmen der IFMA in Köln am 11.November sein. Bis dahin werden die Park-Tool Entwickler noch kräftig an Verbesserungen arbeiten. Ich hoffe ein Paar dieser Pedale vorab zum Testen zu bekommen und werde dann berichten.






Links:
Homepage Park Tool

Dienstag, 27. März 2018

Socken!

Die Socken wären schon mal da, der Rest dauert noch ein bisschen, aber das sieht doch schon mal gut aus!