Mittwoch, 18. April 2018

New Bike Day - In Klein

Vor einigen Wochen habe ich darüber geschrieben, wie ich den Rennrad Rahmen meiner Tochter lackiert habe. Aus Gelb wurde Pink Metallic. Für einen ersten Versuch war ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Ein Rahmen macht aber noch lange keine Rad, da gehören ja noch ein paar Teile dran.

Für ein Kinderrad gestaltet sich dass aber gar nicht so einfach. Auch wenn die meisten Komponenten an dem Rad kindgerecht waren, gab es zwei gravierende Schwachstellen: Die NoName Bremsen mit dem Branding des Rad-Herstellers Gepida waren schwergängig, wackelig und nicht wirklich gut zu dosieren und die Shimano Bremsschaltgriffe waren für Kinderhände viel zu groß und schwierig zu bedienen, sowohl beim Bremsen als auch beim Schalten. Es ist schon einige Jahre her, dass mein Sohn das Rad fuhr. Um auf das große Kettenblatt zu schalten, hat er manchmal die rechte Hand genommen und von innen an dem Hebel gezogen, statt von aussen mit der Rechten Hand zu drücken! Soweit zu Ergonomie.

Als Alternative habe ich daher ganz klassisch Rahmenschalthebel montiert. Da muss man zwar je eine Hand vom Lenker nehmen und im Sitzen schalten, durch die Indexierung (der Schalthebel rastet bei jedem Schritt) gestaltet sich das aber recht simpel, mit ein bisschen Übung wird das gut funktionieren. Dadurch wurde auch der Weg frei für spezielle Bremshebel für Kinder. Das einzige Model, dass ich finden konnte, war der Tektro RL 320, dessen Griffkörper sogar noch etwas kürzer sein könnte. Zusätzlich habe ich noch Zusatzhebel für den Oberlenker gekauft, aber vorerst nicht montiert, wahrscheinlich wird es aber notwendig sein. Meine Tochter fühlt sich mit den Rennrad-Bremsgriffen sehr unwohl, entsprechend langsam und unter Dauerbremsen ging es jeden Hügel hinab. Mal sehen ob dies einfach eine Übungssache ist. Ein, zwei Versuche geben wir der Sache noch. Zusätzlich habe ich die NoName Bremsen gegen Shimano 105 Modelle getauscht. Ansonsten gab es neue Züge, frisches Lenkerband und eine neue Kette und fertig war der kleine Renner.

Jetzt kann der Sommer kommen und ich kann mit beiden Kindern echte Unterlenker Touren drehen!



Ein paar technische Fakten:
Gewicht: 9,6 Kilo // Sattelrohr 71°, 40 cm (Mitte, Oberkante) // Oberrohr Mitte Mitte 40 cm // Laufräder 24" // Lenker 36 cm Mitte Mitte // Kurbel 155 mm




Das Rad würde eigentlich viel besser zu dem pinken Unterlenker Kit passen!

Mittwoch, 11. April 2018

Schönheitsideale

Instagram ist eine einzige, riesige Realitätsverzerrungs- und Filterblasenverstärker-Maschine, die mit der Zeit die Wahrnehmung von "Normal" verschiebt und die Wirklichkeit nur noch schwer ertragen lässt. Wer ein Faible für Mode und Design hat und gleichzeitig Rad fährt, dessen Feed wird bald von mehr und mehr dieser wunderbaren Bildern durchzogen, die sich alle überbieten und doch immer gleich sind. Schöne Menschen mit perfekten Radfahrer-Proportionen fahren auf auf edlen Rädern durch atemberaubende Traumlandschaften. Die Bilder wirken spontan und sind wohl doch bis ins Detail inszeniert. Meist sieht man Räder mit 56er oder kleineren Rahmen, gerne aus Stahl und von begnadeten Rahmenbauern. Jedes Teil des Kits passt wie zufällig zueinander, Hose zu Trikot zu Brille zu Helm zu Socken zum Rad und in die Landschaft. Alles ist neu und fehlerlos. Die Räder glänzen und blitzen wie frisch aus dem Laden. Und wenn Rad oder Kit mal nicht perfekt sind, dann weil die Protagonisten gerade von einer heroischen Tour unter widrigsten Bedingungen zurückgekommen sind oder sich, noch besser, mitten im Nirgendwo befinden. Auch wenn vieles Werbung ist, ist es nicht minder schön. Mit der Zeit besteht überhaupt gar kein Zweifel mehr: So muss Radfahren aussehen! Wie auch sonst?



Radsport war schon immer reich an Etikette. Um dazu zugehören muss man wissen was man wann wie anzieht und kombiniert. Die Länge der Socken und der Hosenbeine, die Farbe der Hose und die Kombination von Arm- und Beinlingen sind genauestens geregelt, ebenso wie unzählige andere Details. Seit einigen Jahren sind all diese Regeln auch in gebundener Form in der Buchhandlung zu erwerben und werden nicht nur vom Meister zum Novizen weitergegeben. Natürlich gibt es auch im Radsport Moden die kommen und gehen, aber das Ideal des zeitlos eleganten Helden bleibt. Fausto Coppi wird immer ein Ikone sein. All das macht Radsport aus, die Historie, die Details, die Schönheit (neben der sportlichen Leistung natürlich).

Die sonntägliche Vereinsausfahrt holt einen dann aber schnell und gnadenlos zurück in die modischen Abgründe des Radfahrens. Die gerade aktuellen Gruppenbilder einiger "Trainingslager" zeugen von einer Wirklichkeit, die so ganz anders aussieht als der Instagram Feed. Die Sünden-Liste ist lang: Abgenutzte, halbtransparente Hosen, nicht zueinander passendes Kit, Bündchen, die so ausgeleiert sind, das sie lustige Wellen schlagen, keine oder Sneaker-Socken oder auch mal Wollstrümpfe, Kompressionsstulpen, lange Hosen und kurze Arme, Profi Trikots und die unvermeidlichen haarigen Beine. So geht es endlos weiter. Die Räder sehen nicht besser aus und die Piloten lassen die Eleganz und Leichtigkeit der Instagram Models gänzlich vermissen.

Ist das die Normalität? Ist das Coppi Ideal nur ein ferner Gedanke, unerreichbar oder sogar belanglos? Kommt es darauf gar nicht an? Nein! Denn wenn dem so wäre, könnte man genauso gut in Jogginghose in die Oper oder mit dem alten Lieblingspulli in's Büro gehen. Sich einigermaßen gut und dem Anlass angemessen anzuziehen sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Warum nicht auch im Sport? Also gebt euch mal ein bisschen Mühe und sortiert ein paar der ganz alten Sachen aus, rasiert euch die Beine, putzt das Rad und ölt die Kette! Der Frühling kommt, höchste Zeit sich chic zu machen!

Update: Ein Leser hat, vielleicht zu Recht, angemerkt, dass er nicht erkennen kann worauf ich hinaus will. Ob ich mich über die Instagram Blase oder die "Gammler" lustig mache. Die Wahrheit liegt wie so oft in der goldenen Mitte. Zwischen Fashion-Victim und Gammler gibt es eine Goldene Mitte, ich würde sogar sagen einen goldenen Schnitt, der näher näher an dem Fashion Ende der Skala denn an dem Gammel Ende liegt. Die nachfolgende Liste ist daher nur das, als was ich sie bezeichnet habe, eine Inspiration, aber kein Mode-Diktat!

Eine Liste hübscher Instagram Feeds zur Inspiration:

Sonntag, 1. April 2018

Park Tool wird Komponenten-Hersteller

Der amerikanische Fahrrad-Werkzeug Gigant Park Tool steigt in das Komponenten-Geschäft ein! Die Werkzeuge mit dem weißen Schriftzug auf  ikonischem blauen Grund sind bekannt für ihre überragende Qualität. Es gibt wahrscheinlich keine Aufgabe und kein Problem am Fahrrad, für deren Lösung Park Tool nicht das passende Werkzeug hat. Man begibt sich sicher nicht auf Glatteis, wenn man sagt, dass die Experten aus St. Paul in Minnesota wissen wie Fahrräder funktionieren.

Nach fast 60 jähriger Erfolgsgeschichte ist es nicht mehr als logisch, dass Park Tool nun auch den Komponenten-Markt in Angriff nimmt. Als erstes Produkt der neuen Firmensparte wird ein revolutionäres Pedal auf den Markt kommen. Unterlenker.com ist es gelungen erste Bilder eines Vorserienmodells zu schiessen. Das Pedal hat bisher noch keinen Namen und wird intern als PT-P-01 (Park Tool Pedal 01) bezeichnet. Das Design kann getrost als bahnbrechend bezeichnet werden. Durch die Konzentration auf das wesentliche ist es Park Tool gelungen das Gewicht auf sensationelle 95 Gramm zu senken, wohlgemerkt bei einem Vorserienmodell!

Schwachpunkt ist bisher der Verbindungsmechanismus zum Schuh. Eingefädelt wird nicht wie bei anderen Herstellern von oben, sondern von der Seite. Laut Park Tool soll dies nach kurzer Eingewöhnung bedeutend einfacher sein. Allerdings sind die "Cleats" abseits des Rades etwas umständlich. Aber schliesslich liegt der Zweck im Radfahren und nicht im Laufen.

Offizieller Product-Launch soll im Rahmen der IFMA in Köln am 11.November sein. Bis dahin werden die Park-Tool Entwickler noch kräftig an Verbesserungen arbeiten. Ich hoffe ein Paar dieser Pedale vorab zum Testen zu bekommen und werde dann berichten.






Links:
Homepage Park Tool

Dienstag, 27. März 2018

Socken!

Die Socken wären schon mal da, der Rest dauert noch ein bisschen, aber das sieht doch schon mal gut aus!


Montag, 26. März 2018

Die Deutschland Tour sucht Etappen Abschnitts Koordinatoren


In ganz genau fünf Monaten, am 25. August, wird die Deutschlandtour in Merzig Station machen. In 153 Tagen werde wir wissen, wer die Etappe gewonnen hat, wer bei den acht Bergwertungen des Tages genug Punkte für das Trikot des besten Kletterers gesammelt hat und wer die meisten Chancen auf den Gesamtsieg hat. Fünf Monate sind eine lange Zeit, hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen aber schon auf Hochtouren. Ich konnte einen Blick in den schon recht detaillierten Streckenplan werfen und war von dem Detailgrad der Beschreibung und der Anzahl an Streckenposten beeindruckt, die zur Absicherung der 177 km langen Etappe benötigt werden. Ohne das Stadtgebiet Trier (Start) und Merzig (Ziel und Zielrunde) wird mit rund 50 Polizisten und 421 Posten gerechnet! All diese Leute müssen am Tag der Veranstaltung an der richtigen Stelle stehen, müssen wissen was zu tun ist, Autofahrern und Zuschauern die richtigen Auskünfte geben und dafür sorgen, dass sich kein Autofahrer auf die Strecke verirrt. All das lässt sich natürlich schwierig aus der Ferne koordinieren, lokale Kontakte sind da unerlässlich.

Die Veranstalter der Deutschlandtour suchen daher "EAK's", Etappen-Abschnitts-Koordinatoren. In der Ideal-Besetzung handelt es sich um Personen aus der Region mit einem gutem Verständnis von Radrennen, organisatorischem Geschick und verbindlichem Auftreten. In der Info-Mappe der Deutschland Tour werden dazu eine ganze Reihe von Aufgaben aufgezählt:
  • Akquirieren, Einweisen und Abrechnen von Ordnern für den Streckenschutz bei Freiwilligen Feuerwehren und Vereinen.
  • Weitergabe von Informationen an die lokalen Behörden, Durchfahrtsorte und Gruppenleiter einzelner Ordnergruppen.
  • Ansprechpartner für lokale Behörden (meist Straßenverkehrsbehörden des Kreises und zuständige Polizeidirektionen), Durchfahrtsorte und übergeordnete Einrichtungen (z.B. größere Industriebetriebe) entlang der Strecke.
  • Abfahrt der Rennstrecke mit den Behörden zur Erstellung des Streckensicherungsplanes
  • Teilnahme an einzelnen lokalen Besprechungen zur Streckensicherung.
  • Weiterverteilung von Zeittabellen, Hinweistexten und Streckenplakaten.
  • Überprüfung der Rennstrecke am Veranstaltungstag.
Das Ganze ist sicher nicht nebenbei erledigt und erfordert einigen Einsatz. Allerdings bekommt man neben einer pauschalen Vergütung von immerhin 750 Euro einen einmaligen Einblick in die Organisation eines professionellen Radrennens. Und wer weiß wozu man das mal noch verwenden kann. 

Mitte April findet die Streckenbefahrung zusammen mit den Vertretern der Genehmigungsbehörden und der Polizei statt. Dabei wird ganz detailliert aufgenommen, wo welche Posten zu stehen haben, welche Absperrmaßnahmen zu treffen sind und welche lokalen Besonderheiten bei der Planung vielleicht noch nicht berücksichtigt wurden. Bei diesem Termin sollten die Koordinatoren natürlich schon mit an Bord sein. 

Einige Abschnitte der Saarlandetappe sind "noch zu haben". Wenn das interessant klingt und ihr nähere Informationen einholen wollt, wendet euch am besten direkt per Email an Michael Haas von der Sportport GmbH, die von der ASO mit diesem Teil der Organisation beauftragt wurde: Michael.Haas@sportport.de. Alternativ könnt ihr auch an Boris@unterlenker.com schreiben und ich leite eure Mail weiter oder sende euch die Kontaktdaten.

Donnerstag, 22. März 2018

Saarlandmeister-Trikot

2018 werden die Saarlandmeister nicht nur mit Medaille, Urkunde und Blumen geehrt, sondern erstmals auch mit einem Meister-Trikot! In den Verbandsfarben und mit Wappen, für alle Altersklassen von den Nachwuchsfahrern bis zu den Senioren und in allen Disziplinen auf der Straße (Zeitfahren, Straße, Berg) und im Gelände (CC, Trial, Cross).

Finanziert werden die Trikots von zwei Sponsoren. Die Straßenfahrer werden den il DIAVOLO Schriftzug von Alberto Kunz' teuflischem Radladen auf der Brust tragen, die Stollenreifenfraktion den von Radsport Sieber.

Die Sieger bekommen auch nur genau ein Trikot. Es gibt, auch gegen Geld, keinen Nachschub zu kaufen und erst recht gibt es die Trikots nicht im Merchandising Shop des Saarländischen Radfahrerbundes. Anders als das Regenbogentrikot oder das des Deutschen Meisters wird man das Saarlandmeister-Trikot also in der Tat nur gewinnen können. 



Stellt sich noch die Frage, ob man die Trikots denn tragen muss. Für die der nationalen Meister gibt es ja sehr genaue Regeln und auch die Pflicht diese anziehen. In der  Sportordnung des Bundes Deutscher Radfahrer heißt es dazu in Paragraf 4.7.3 "Tragen von Meistertrikots", Absatz 6 "Meistertrikots von Landesverbänden":  "Geben Landesverbände bei ihren LV-Meisterschaften Meistertrikots aus, dürfen sie in der jeweiligen Disziplin bei allen Veranstaltungen des BDR- und aller LV-Kalender getragen werden." Dürfen ist bekanntlich nicht müssen. Letztendlich ist es also jedem Fahrer freigestellt, das Trikot zu tragen. Aber hey, Meistertrikot ist Meistertrikot, auch wenn es "nur" dass des Saarlandmeisters ist. 

Links:

Freitag, 16. März 2018

Pressekonferenz zur Deutschland Tour in Merzig

Gestern wurde in Merzig vom saarländischen Innenminister Klaus Bouillon, dem Bürgermeister der Kreisstadt Markus Hoffeld und dem Project Manager Germany der ASO Matthias Pietsch die 3. Etappe der Deutschlandtour im Rahmen einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt.


Angetrieben von den begeisterten Zuschauermassen entlang der Strecke des Grand Départ der Tour in Düsseldorf 2017, legt man bei der Neuauflage der D-Tour besonderes Gewicht auf die Einbindung der Zuschauer und Fans. Unter dem Motto "Deutschland. Deine Tour." wurden seit Juli 2017 Vorschläge zur Strecke, zu Etappenorten und dem Rahmenprogramm gesammelt. Auf der Webseite konnte jeder seine Ideen einbringen. 70 % aller Vorschläge kamen dabei aus dem Südwesten Deutschlands, da lag es nahe die vier Etappen der Neuauflage auch in dieser Region stattfinden zu lassen. Der ASO war es dabei besonders wichtig zu den Menschen in die Innenstädte zu kommen und die Rennen nicht auf der grünen Wiese enden zu lassen. In allen Etappenorten gibt es daher Zielrunden, um das Rennen mehr als einmal sehen zu können.

Die vorletzte Etappe mit Ziel in Merzig wird 174 km lang sein und erinnert vom Profil an Klassiker wie Lüttich Bastogne Lüttich: Ein ständiges Auf und Ab. Die Fahrer, die bei diesen Rennen zu den Favoriten zählen, werden auch in Merzig Chancen auf den Sieg haben. Das wäre doch was, wenn Sagan, van Avermaet, Gilbert oder Valverde in Merzig ganz oben auf dem Podest stehen würden. Gut, Valverde wird dann wohl doch eher bei der parallel stattfindenden Vuelta a España starten. Zugesagt haben schon "unsere" Sprintstars Kittel und Greipel, aber die werden in Merzig wohl eher nicht gewinnen.


Die Deutschland Tour wird ein Rennen der UCI Kategorie 2.1 sein. Eine Übersicht der 2018er 2.1 Rennen gibt es bei Velowire. Bevor die Profis die Zielrunde in Merzig unter die Räder nehmen, werden die Nachwuchsfahrerinnen der U17 in einem international offenen Bundessichtungsrennen um den Sieg fahren.

Neben dem sportlichen Teil wird am 25. August auch der Merziger Kultursommer mit einer Kulturnacht mit Live Musik und vielem mehr seinen Höhepunkt finden. Das Fest wird mit dem Zieleinlauf der Profis also noch lange nicht beendet sein.

Das Budget der Veranstaltung beläuft sich auf 190.000 Euro, der Großteil, 120.000 Euro, wird vom Land beigesteuert. Die Kreisstadt Merzig wird 45.000 und der Landkreis 25.000 Euro tragen. Allerdings hofft man durch Sponsoren-Einnahmen den Einsatz der öffentlichen Hand noch reduzieren zu können.

In einem Punkt bin ich skeptisch und hoffe, eines Besseren belehrt zu werden. Die ASO hat die Vision von fahrradgerechten Städten. Dort wollen sie ein Statement setzen, was für den größten und wichtigsten Veranstalter im Radsport nicht verwunderlich ist. Merzig ist allerdings alles andere als fahrradfreundlich. Keine Radwege oder zumindest keine, die auch nur ansatzweise diesen Namen verdienen, zu viele Autos auf zu engen Straßen und kaum Fahrradständer in der Innenstadt. Radfahrer gehören hier nicht zum Stadtbild. Da gibt es also noch viel zu tun. Es wäre wünschenswert, wenn die Deutschlandtour hier einen echten, nachhaltigen Anstoß zum Radverkehr liefern würde.



Links:
Homepage der Kreisstadt Merzig
Deutschland. Deine Tour.
Zielrunde in Merzig- On Board View

Montag, 12. März 2018

Unterlenker Radsport Liga

Der Covadonga Verlag richtet dieses Jahr bereits zum 15. Mal ein Radsport Liga Tippspiel statt. Als Teammanager hat man 10 Millionen zur Verfügung um auf dem Transfermarkt kräftig einzukaufen. Maximal 10 Fahrer kann eine Mannschaft umfassen. Die erste Runde des Tippspieles geht über die Frühjahrsklassiker von Mailand-San Remo bis Frankfurt Eichborn. Je nach den Platzierungen der gewählten Fahrer gibt es Punkte. Wer nach den 10 Rennen am meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt. Da es nur um den Spass gehen soll, bit es ausser der Ehre nichts zu gewinnen.

10 Millionen, 10 Fahrer, 10 Rennen. Eigentlich ganz einfach. Die 10 Millionen sind aber schnell weg. Wenn man Peter Sagan in den Kader nimmt, bleiben nur noch 6,5 Millionen übrig. Die günstigsten Fahrer kosten 400.000. Da muss man sich schon gut überlegen, ob man lieber große Namen im Kader hat und dafür auf die Wasserträger verzichtet oder ob Fahrer aus der zweiten Reihe in der Summe vielleicht mehr Punkte einbringen.

Während des Spiels kann man Fahrer auf dem Transfermarkt auch verkaufen und dafür andere einkaufen. Ich habe mich zum ersten Mal überhaupt an so was versucht und festgestellt, dass ich überraschend wenige Namen ausser den ganz Großen kenne. Wer ist jetzt nochmal ein Klassiker Spezialist und wer ein Rundfahrer, wer hat in diesem Frühjahr schon gute Form gezeigt und sich für die Klassiker was vorgenommen? Wer wird auf dem Kopfsteinpflaster eine Rolle spielen und wer in den Ardennen? Fragen über Fragen.

Also, hier meine Mannschaft für die Frühjahrsklassiker. Ich habe für neun Fahrer genau 10 Millionen ausgegeben:


Zusätzlich habe ich eine eigene "Unterlenker Liga" gegründet. Wenn ihr mitspielt, könnt ihr euch dieser Liga anschließen. Auch hier gibt es nichts zu gewinnen außer einer ehrenvollen Erwähnung.

Am kommenden Samstag, dem 17. März, geht es los. Bei der Fahrt in den Frühling gibt es die ersten Punkte zu gewinnen. Ich bin gespannt und würde mich über Mitspieler in der "Unterlenker Liga" freuen.

Links:

Sonntag, 11. März 2018

Graeme Obree, Athlete or Genius?

1993 stellte Graeme Obree auf einem selbstgebauten Rad "Old Faithful" und mit unkonventioneller Sitzposition einen Stundenweltrekord auf. In Hamar in Norwegen fuhr er 51,596 Kilometer und verbesserte die fast zehn Jahre alte Marke von Francesco Moser um 454 Meter. Endura hat nun Graeme Obree und sein Rad in den Windkanal gebracht und getestet, ob die Position tatsächlich aerodynamisch überlegen war oder ob Obree einfach ein unglaublicher Athlet ist, der in jeder Position den Rekord gebrochen hätte. Obree war zu diesem Film übrigens das erste Mal überhaupt in einem Windkanal. Das Ergebnis ist sehr überraschend, aber seht selbst:


In einer Auflistung von Filmen und Videos über den genialen Schotten darf die Biografie "The Flying Scotsman" natürlich nicht fehlen.

 

Im ersten Teil dieser vierteiligen Serie über den Stundenweltrekord und die Wissenschaft dahinter kommt Graeme Obree ausführlich zu Wort.  

 

Mehr über Obree:



Donnerstag, 8. März 2018

Oh Shit!

Gerade macht Team Sky mal wieder kräftig Schlagzeilen: Chris Froome, der trotz seines bekannt gewordenen Adverse Analytical Findings bei Rennen startet und der Report der Untersuchungskommission des britischen Parlamentes, in dem Sky nicht gut weg kommt. Ich will das hier nicht im einzelnen diskutieren, man kann aber sicher sagen, dass was auch immer Team Sky gemacht hat, es war nicht zu vergleichen mit den organisierten Doping Programmen mancher Rennställe in den 90er und Nuller-Jahren. Was dem Team allerdings zum Verhängnis wird ist der eigene Anspruch weisser als weiß sein zu wollen und der Versuch, uns glauben zu machen, dass all die tollen Erfolge auf Matratzen,  Handdesinfektion vor dem Essen und all den anderen "marginal Gains" beruhen. Anspruch und Wirklichkeit scheinen da doch weit auseinander zu klaffen.

Dieses etwas ältere Video ist ein prima Analogie zu den aktuellen Ereignissen:
Wer sich auf glatten Grund begibt, rutscht schnell aus:

Montag, 5. März 2018

Deutschlandtour 2018 - Ziel Runde in Merzig

Am 25. August wird Merzig Zielort der Deutschlandtour 2018 sein. Die Profis werden dabei aber nicht nur einmal, sondern gleich drei mal über die Ziellinie fahren. Die Etappe endet mit einer 9,5 km Runde über meinen Hausberg, den Anstieg zum Kreuzberg hinauf. Der Anstieg wird nach 160 Rennkilometer und bis dahin neun Power-Climbs den Fahrern noch einmal alles abverlangen.

Kurz nach der Zielduchfahrt müssen die Fahrer bei der Josefskapelle um eine 180° Kehre, danach beginnt der Anstieg: 2,4 km mit durchschnittlichen 5,4% Steigung. An den steilsten Stellen geht es mit etwa 10 % aufwärts. Schwierig ist der sehr raue Asphalt im ersten Teil des Anstieges, der kostet einige extra Watt, wohingegen der zweite Teil einen einwandfreien neuen Belag hat. Dieser Wechsel bietet durchaus taktische Möglichkeiten zu einer Attacke. Fahrer die kurz vor dem Wechsel antreten, sind schon auf der glatten Straße, wenn der Rest noch auf der schlechten ist und können ein paar extra Sekunden gewinnen. Allerdings kommt diese Stelle recht früh. Nach der Kreuzbergkapelle, übrigens DER Aussichtspunkt über Merzig, lässt die Steigung für einige hundert Meter etwas nach, bevor es zum Schluss nochmal steiler wird.

Das Strava Segment "Eller Weg Climb" endet kurz nach dem Garten der Sinne. Bis heute habe ich den KOM. 2014 bin ich dort in 5:52 hochgefahren, was einer Durchschnittsleistung von 335 Watt  (5,09W/kg) und einem VAM von knapp 1300 entspricht. Dieses Segment ist übrigens mein Hausberg, ich wohne nur wenige Meter entfernt und bin gespannt wie schnell die Profis dort hinauf fahren werden. Eine Zeit lässt sich natürlich schwer tippen, die hängt von vielen Variablen ab. Trotzdem schätze ich, dass der KOM am Abend des 25.08. um die fünf Minuten liegen wird. Das wird spannend!

Bevor es wieder abwärts geht wartet noch ein Kilometer auf einer windanfälligen Hochebene auf die Fahrer. Die Abfahrt selber ist dann nicht sonderlich steil und technisch überhaupt nicht anspruchsvoll. Ein Fahrer, der hier alleine auf der Flucht ist und die Verfolger im Nacken hat, muss noch einmal alles geben. Am Ende geht es durch ein Industriegebiet und wieder links auf die Hauptstrasse. Von dort sind es etwa 1000 Meter bis zum Ziel, ohne Kurven, ohne Verkehrsinseln, flach und geradeaus.


Mit der Actioncam am Rad bin ich die Strecke am WE abgefahren. Das Video ist leider arg wackelig geworden und ich werde in den nächsten Tagen einen weiteren Versuch mit der Kamera auf dem Helm unternehmen. Aber für den Moment muss das hier reichen:

Die Übersicht über alle Streckenprofile gibt es übrigens bei Caro auf Ciclista.net, der offiziellen Deutschland-Tour Bloggerin.

Samstag, 3. März 2018

I saved Argyle!

Anfang September 2017 habe ich hier über die Crowdfunding Kampagne von Slipstream geschrieben, der Firma hinter "Cannondale - Drapac" oder "EF EDUCATION FIRST – DRAPAC P/B CANNONDALE", so der Name der Mannschaft in 2018. P/B bedeutet "power by". Na ja, irgendwie nicht sonderlich eingängig, aber egal. Der Radsport ist ja reich an Absurditäten, da kommt es auf eine mehr oder weniger nicht an.

Vor einigen Wochen ist mein "Perk" angekommen, wie es im Crowdfunding heißt, meine Vergünstigung: Eine "I saved Argyle" Tasse und ein passender Aufkleber. Dazu die Zugangsdaten zu dem Unterstützer Bereich auf der Webseite. Bis jetzt ist nicht viel zu sehen, eine Fotostrecke mit großformatigen Bildern des Trainingscamps in Spanien vor einigen Wochen. Naja, keine Bilder die man nicht schon mal gesehen hätte. Aber zumindest fahren Sie für mich, mein Team! Ein klein wenig! Da drücke ich doch gleich beide Daumen! :-)


Freitag, 2. März 2018

State of the Art Indoor Cycling Training in Korea

Vor einigen Tagen ist in meinem Instagram Feed ein Bild von einem Indoor Rollen-Trainings Bereich aufgetaucht, bei dem ich nur dachte: "Wow, dass ist ja mal cool gemacht!"


Eine Indoor Rollen Trainings Dings! Mit im Boden versenkten Rollen, Holzboden, Bügeln zum Festhalten und Spiegel zum Überprüfen der Position! Wer macht denn sowas? Ich habe alle meine Google Künste aufbieten müssen um mehr herauszufinden. Nach einer Weile habe ich es auch tatsächlich gefunden. Dieses Bild ist bei Cyclezon entstanden, einem Radsport-Indoor-Trainingsstudio im Herzen von Seoul in Süd-Korea. Mit einem Rollentrainer Bereich, mit Zwift und mit Wattbikes, dazu ein Hantelbereich. Bikefitting ist ebenfalls im Angebot und ein Kaffee darf natürlich nicht fehlen.

Ich bin wirklich begeistert. Sehr schick, toll gemacht. Das ist schon was anderes, als die Spinning Kurse in deutschen Fitnessstudios. Habt ihr sowas schon mal gesehen? Gibt es dass auch bei uns?



Dienstag, 20. Februar 2018

Do it yourself: Einen Fahrradrahmen lackieren

Vor einem Jahr stand ich bei der örtlichen Lackiererei, in der einen Hand ein Rahmen für ein 24" Kinderrennrad und an der anderen meine Tochter. Wir wollten schnell eine knallige Farbe aussuchen und den Rahmen zum Lackieren da lassen. Aber leider hatte der Meister keine Zeit oder auch keine Lust und so mussten wir unverrichteter Dinge von dannen ziehen. Auf dem Rückweg haben wir kurzerhand am Baumarkt gehalten und Sprühfarbe gekauft. Das knalligste (einzige) Rosa-Metallic dass es gab. Dazu Klarlack, Grundierung und Nass-Schleifpapier. Für eine ganze Weile war es das und der Rahmen stand in der Garage. Vor einigen Wochen habe ich die Arbeit dann aber endlich aufgenommen.

Zunächst wurde der Rahmen komplett angeschliffen bis die Aufkleber verschwunden und die Macken nicht mehr zu spüren waren, wenn man mit dem Finger drüber gefahren ist. Dabei ist es nicht notwendig, die Farbe komplett zu entfernen. Ich habe mir sagen lassen, das sich Aluminium eher schwierig lackieren lässt, die alte Farbe aber einen guter Haftgrund abgibt. Trotzdem war es unvermeidlich, dass das Aluminium teilweise sichtbar wurde.

In Ermangelung einer Lakierkammer habe ich die Werkstatt weitgehend ausgeräumt, den Rahmen kopfüber aufgehängt und drumherum mit normaler Abdeckfolie einen 2x1,5m grossen Raum abgetrennt. Die Folie wurde an den Wasserrohren kurz unter der Decke befestigt, oben waren vielleicht noch 10 cm Luft. Unten war die Folie festgeklebt und der Boden mit Zeitungspapier ausgelegt.

Das war vergleichsweise staubfrei, aber auch schlecht belüftet. Mit Maler-Overall und Gummihandschuhen, einfachem Mundschutz und Brille habe ich mich an die Grundierung gemacht. Recht schnell musste ich feststellen, dass selbst für solch kleine Arbeiten eine richtige Atemschutzmaske und eine geregelte Zu- und Abluft feine Dinge sind. Die Schutzmaske mit Filter hätte im Baumarkt 50 Euro gekostet, ich habe dann zu dem besten Mundschutz gegriffen, der verfügbar war, besser als nichts.


Die besondere Schwierigkeit beim Lackieren eines Rahmens mit einer Spraydose liegt darin, dass die Dose möglichst senkrecht gehalten werden muss, der Rahmen aber auch "von unten" lackiert werden soll. Man muss den Rahmen also immer irgendwie drehen, kippen und anheben um an alle Seiten dranzukommen und darf dabei nicht die bereits lackierten Flächen berühren. Zwischen "die Farbe deckt" und "die Farbe läuft am Rahmen runter" besteht oft nur ein Unterschied von Sekundenbruchteilen. Da in dem kleinen Raum die Sicht durch den Farbnebel recht schnell eingeschränkt ist, lässt sich auch schwer abschätzen, wo wieviel Farbe ist.

Überhaupt ist das Lackieren in erster Linie eine Übung in Geduld. Nach der ersten Schicht Grundierung musste ich nochmal an einigen Stellen schleifen um die Farbnasen zu entfernen. Schleifen kann man aber erst, wenn die Farbe richtig getrocknet ist, etwa nach einem Tag. Schnell ist dann aber auch die umliegende, dünnere Farbschicht in Mitleidenschaft gezogen. Also muss man dort nochmal lackieren und immer so weiter. Und dann hier noch ein winziger Sprühstoß, und hier, und vielleicht da, ... und Mist, schon wieder zu viel. Also nochmal trocken, schleifen, lackieren.


Anschiessend kam die erste Schicht Farbe, danach eine zweite und zum Schluss noch 2 Schichten Klarlack. Ob man davon genug aufgetragen hat, spürt man erst, wenn der Lack getrocknet ist. Dann ist die Oberfläche glatter und der Lack glänzt schön. Als ich schon fast fertig war, ist mir eingefallen, dass der Vorbau in der passenden Farbe sicher auch schick aussehen würde. Gesagt getan, der Vorbau ist jetzt passend lackiert, wie bei teuren custom made Rahmen!


Nicht ideal war, dass es im Keller vergleichsweise kühl war und ich nach jeder "Session" ordentlich gelüftet habe, damit nicht das ganze Haus nach Farbe riecht (es war so schon schlimm genug). Die optimale Temperatur liegt um die 20°. Manche wärmen die Dosen sogar vorher auf, damit der Druck steigt und die Farbe dünnflüssiger wird.

Zwar findet man bei einem genauen Blick viele Stellen, die nicht perfekt sind, bei denen der Klarlack zu dünn oder die Farbe zu dick ist, für einen ersten Versuch im Keller mit Farbe aus der Spraydose ist das Ergebnis aber gar nicht so schlecht. Mit etwas Übung kann man glaube ich ganz gute Ergebnisse erzielen. Gekostet hat der Spaß neben der Zeit etwa 25 Euro.




Einige Dinge, die ich das nächste Mal (ich habe da schon eine Idee...) besser machen werde:
  • Geld für einen richtigen Atemschutz investieren
  • Im Sommer lackieren, wenn es draussen oder auch im Keller wärmer ist
  • Lieber mehrere dünne Schichten auftragen als eine die zu dick ist
  • Im Internet recherchieren und nach Tipps suchen (das habe ich gar nicht gemacht). Eine Suche nach "Lackieren mit der Spraydose" liefert immerhin 163.000 Treffer. 
Der nächste Schritt ist der Aufbau mit Teilen, die die Ergonomie von Kinderhänden berücksichtigen, dass ist gar nicht so einfach und ein Thema für einen weiteren Post.

Freitag, 16. Februar 2018

Video: Niemals ins Nirgendwo

Heute mal ein Musikvideo der belgischen Band yevgueni. Keine Ahnung über was sie singen. Der Song heißt "Nooit naar nergens", Google sagt mir, dass das Flämisch ist und "Niemals ins Nirgendwo" bedeutet. Das Lied ist von dem aktuellen Album "Tijd is alles" (Zeit ist alles).

Das Video dazu müsst ihr euch ansehen, ganz große Klasse, mit viel Gefühl und großen Emotionen:

 

Sonntag, 11. Februar 2018

Lektüre zum Blättern

Es gibt Bücher zum lesen und solche zum durchblättern und schmökern. Zwei der letzteren Sorte habe ich letztes Jahr von guten Freunden zum Geburtstag geschenkt bekommen. Vielen Dank dafür!

"Velopedia, The infografic book of cycling" versammelt auf 191 Seiten Infografiken zu allen möglichen Themen des Straßenrennsports mit einigen wenigen Ausflügen auf die Bahn. Andere Sparten des Radsports abseits der schmalen Reifen bleiben außen vor. Die Arbeit der Grafik-Designer in diesem Buch ist fantastisch. Hunderte von Informationshäppchen und kleinen und großen Fakten werden anschaulich präsentiert. Leider lag der Fokus des Autors Robert Dineen auf gutem Aussehen, die Korrektheit der Informationen hat nur eine untergeordnete Rolle gespielt. 

Auf der Seite "Tour de France in Numbers" etwa werden fünf Fahrer aufgezählt, die die Tour de France fünf mal gewonnen haben: Jaques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Maurice Garin. Maurice wer? Genau, der Sieger der ersten Tour de France 1903. Garin hat zwar auch die Tour 1904 gewonnen, wurde aber disqualifiziert, so dass er nur ein einziges mal in der Siegerliste steht. 

Einige Seiten weiter werden die "Nearly-men of the Tour" aufgezählt, also die Beinahe-Sieger. Bei Raymond Poulidor besteht kein Zweifel, dass er in diese Liste gehört, immerhin ist er der "ewige Zweite". Aber Lucien van Impe (Sieger 1976),  Gustave Garrigou (1911), Joop Zoetemelk (1980) und Jan Ullrich (1997) haben die Tour de France tatsächlich gewonnen. In der Tat haben diese Fahrer eine beachtliche Anzahl an zweiten und dritten Plätzen gesammelt, aber eben auch einmal gewonnen. Letzteres wird einfach unterschlagen.

Auf "The calendar decoded" wird der Radsport Kalender mit den verschiedenen Rennkategorien erklärt, die Tour de France, Paris-Nice und Paris-Roubaix werden dort von der ASOS veranstaltet. Der ASOS? Dem Internet Modeversandhändler? Oder ASSOS, der Radsport-Bekleidungsfirma? Oder vielleicht doch der Amaury Sport Organisation, der A.S.O?

In dieser Art gibt es noch weitere Ungenauigkeiten und grobe Fehler. Alle zu entdecken dürfte schwierig sein, aber glauben kann man in diesem Buch gar nichts. So bleiben einfach hervorragende Infografiken, mit k(l)einer Info und großer Grafik. Schade.

Auch in dem zweiten Buch, "50 Bicycles that changed the world" von Alex Newson, einem Kurator des Design Museums in London, habe ich zumindest eine Ungenauigkeit entdeckt. Auf der Seite über "Old Faithful", dem legendären Rad von Graeme Obree, heißt es: "Obree's record stood for just one week before it was broken by the English cyclist Chris Boardman, prompting Obree to return to his workshop and develop a new riding position. Dubbed the 'Superman position' ... " Das ist natürlich totaler Quatsch, die Supermann Position wurde vielmehr durch eine Regeländerung der UCI provoziert und nicht durch den Versuch Obree's, die Aerodynamik zu verbessern. Ansonsten macht es aber großen Spass in dem Buch zu blättern und die Auswahl an Rädern ist tatsächlich gut getroffen. Es findet sich die ganze Bandbreite vom Laufrad, über das Hochrad, Alltagsräder, Liegeräder, Lastenräder. MTB's, Rennräder und bahnbrechende Komponenten wie Campagnolos Gran Sport Parallelogramm Schaltwerk oder Greg LeMonds Aeroaufsatz.

Beiden Büchern gemein ist übrigen das Lotus 108 auf dem Titel. Ich bin ja ein Anhänger des Damantrahmens, aber dieses Rad! Was für ein Geniestreich!





"Velopedia" ist auch auf Deutsch im Delius Klasing Verlag erschienen und kostet19,90 Euro.

"50 Bicycles that changed the world" ist bei Octopussbooks erschienen und kostet original 26 USD, wird bei Amazon UK gebraucht ab 0.39 GBP gehandelt.

Freitag, 9. Februar 2018

#Festive500 Batch

Diese Woche habe ich meinen #Festive500 Batch Badge bekommen und bin begeistert. Der Umschlag ist "top notch", ganz große Klasse, dicke, tiefschwarze Pappe mit samtigem Griff und glänzend schwarzem Druck. Sehr edel. Dazu ist es bemerkenswert, wie Rapha es immer wieder schafft mit Worten einzufangen, was das Radfahren ausmacht.

We challenge ourselves every time we ride our bikes.
The distance travelled, the metres climbed, the conversations
shared - they all become a part of who we are.

Ja ja, ich weiß, das ist alles nur 'ne clevere Marketing-Masche, die ich auch schon mal heftig kritisiert habe (hier und hier). Aber was soll's, manchmal macht es auch Spaß, sich verführen zu lassen.


Montag, 5. Februar 2018

#Festive500 Preisträger und warum Rapha schuld am Unterlenker ist

Rapha Festive 500 bedeutet nicht nur zwischen Weihnachten und Sylvester viele Stunden auf dem Rad zu sitzen und im besten Fall die 500 Kilometer der Challenge voll zu machen, sondern auch darüber zu berichten und die Erlebnisse zu teilen. Manche schreiben, andere fotografieren oder drehen Videos. Wieder andere malen, zeichnen, basteln und lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Die besten Einsendungen gewinnen fantastische Preise. Dieses Jahr hat der Sieger etwa eine Rapha Reise und eine Leica Kamera bekommen. Nicht schlecht. Der Aufwand und der Einsatz, der in den vielen Kleinoden steckt, ist allerdings auch atemberaubend. Etwa in dieser wunderbaren Animation, die den zweiten Preis gewonnen hat:

Rapha Festive 500 2017 from Gary Dumbill on Vimeo.

Auf der Rapha Homepage gibt es noch mehr tolle Arbeiten und Einsendungen über die Festive 500 zu entdecken.

Übrigens, der Versuch einen der Preise zu gewinnen oder doch zumindest eine ehrenvolle Erwähnung zu kassieren hat mich 2012 und 2013 über die Festive 500 bloggen lassen. Auf Boxingweekcycling könnt ihr meine ersten Versuche als Blogger nachlesen. Fünf Jahre ist das schon her! Gewonnen habe ich nichts, schon damals hingen die Trauben zu hoch, aber das Bloggen ist geblieben. Rapha ist also zumindest mitschuldig am Entstehen des Unterlenkers!

Samstag, 3. Februar 2018

Unterlenker Kit 2018

2018 wird Blau! Und Türkis! Viel Türkis, verschiedene Türkis. 

Das Unterlenker-Kit geht in die dritte Runde. Und dieses Jahr wird sogar noch besser. Nachdem die beiden ersten Versionen in Italien gefertigt wurden, kommen die Unterlenker Kits 2018 aus der gleichen Fabrik, in der auch Rapha fertigen lässt. Das Kit umfasst dieses Jahr Trikot, Hose, Langarmtrikot, Armlinge und Socken. Und vielleicht Radkappen. Radkappen sind ein Muss, oder?

Alle Teile sind aus der Aero Kollektion von Royalbikewear und gehören damit zu dem Besten, was man kaufen kann. Geordert werden kann bis Mitte Februar.

Die Größen fangen bei 5XS an, das entspricht in etwa Kleidergröße 140 und ist damit für Kinder geeignet, auch wenn es sich nicht um einen Kinder-spezifischen Schnitt handelt. Nach oben ist erst bei 5XL Schluss.

Preise und Ausstattung:

  • Trikot: Aero Schnitt, durchgehender, verdeckter Frontreißverschluss, gewebte Bündchen, zusätzliche Reißverschlusstasche hinten 5XS - 5XL, 80 Euro 
  • Hose: Trägerhose, Aero Schnitt, gewebte Bündchen, Multi-D-Anatomic-Carbon Sitzpolster 5XS - 5XL, 90 Euro 
  • Langarm Trikot: Super Roubaix Stoff extra dick, mit Reißverschlusstasche 5XS - 5XL, 85 Euro 
  • Armlinge: Superroubaix Stoff 5XS - 5XL, 20 Euro 
  • Socken: Coolmax, extra hoher Bund 2XS - XXL, 10 Euro 
  • Mütze: 15 Euro 
  • Porto: 8 Euro 

Grössen:

Auf der Royalbikewear Seite gibt es eine hervorragende Hilfe zur Bestimmung der Größe. Anhand eures Lieblingstrikots (oder dem, das am besten passt) könnt ihr die Royalbikewear Größe bestimmen. Erfahrungsgemäß fallen etwa Castelli Trikots ähnlich aus. Ich bitte um sorgfältiges messen. Die Teile werden auf eure Bestellung gefertigt. Da es sich hier um ein Hobby-Projekt handelt, kann ich die Teile nur im Ausnahmefall zurücknehmen.

Bezahlung und weiterer Ablauf:

Bis Sonntag, dem 18. Februar kann geordert werden. Die Bezahlung erfolgt mit Abgabe der Bestellung per Überweisung oder PayPal. Am 19. Februar gebe ich die Order auf und einige Zeit später (in der Vergangenheit 8 Wochen) sollte alles da sein.

Ihr seit dabei und wollt 2018 in Unterlenker türkis durch die Gegend fahren? Dann sendet mir eine email an Boris@unterlenker.com!

Sonntag, 28. Januar 2018

Strava Apps - Fürs Schummeln

Nach Strava Apps - Für Schön und Für Rückenwind heute eine fürs Schummeln. Velogram ist auf den ersten Blick erstmal eine App um alle möglichen Grafiken mit Statistiken der Strava Aktivitäten zu erzeugen. Die Konfigurationsmöglichkeiten sind begrenzt, die Beschreibung im App Store "Create brilliant infographics from your Strava data" halte ich für reichlich übertrieben, da habe ich schon besseres gesehen:


Die viel interessantere Funktion verbirgt sich aber hinter dem Menüpunkt "Choose Activity (inc. Clone & Boost)". Ein Wisch nach links auf der Liste der Aktivitäten bringt eine Rakete zum Vorschein. Dort lassen sich die Aktivitäten zwischen einem und zehn Prozent verbessern. Velogram kopiert die Aktivität, setzt die original Datei auf privat (=unsichtbar) und lädt die neue Datei hoch. Immerhin gibt es einen deutlichen Hinweis, dass es sich dabei um Betrug handelt und man es selbstredend nur mal zum testen machen sollte. Was man da testen will erschließt sich mir allerdings nicht so ganz.

Die Print Screens der verschiedenen Strava Aktivitäten sehen auf den ersten Blick ganz normal aus. Während ich für die 120 km tatsächlich 4:30 unterwegs war, waren es mit 1% Boost 4:22 und mit 10% Boost sogar unter vier Stunden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit stieg von 26,8 über 27,2 auf 29,9 km/h. Und hey, den KOM am Oberleukener Küppchen habe ich um satte 7 Sekunden auf 1:03 verbessert!


Das Webinterface gibt einen genaueren Einblick in die Manipulation der Daten. Die folgen Bilder zeigen das Original, 1% und 10% Boost. Zoomt man in die Aktivität herein, fällt recht schnell auf, dass die Geschwindigkeitslinie nach der Manipulation regelmäßige Spitzen hat. Die  Geschwindigkeit wird nicht gleichmäßig angehoben, sondern nur alle paar Sekunden. Bei einem Boost um 1% gibt es etwa alle 100 Sekunden einen Zacken, bei einem 10% Boost alle 10 Sekunden. Im Durchschnitt steigt die Geschwindigkeit dann genau um den gewählten Prozentsatz an. Dieser Ansatz der "punktuellen Beschleunigung" war seinerzeit auch bei DigitalEpo zu beobachten (via ScarletFire).

Nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, dass die verbesserten Dateien keine Leistungswerte mehr enthalten. Im Original ist die Kurve violett, stammt also von einem Powermeter, in den Fakes ist diese schwarz, also von Strava geschätzt und sehr viel volatiler.

Original Aktivität

1% Verbesserung, Spikes in der Geschwindigkeit alle 100 Sekunden und geschätzte Power

10% Verbesserung, Spikes alle 10 Sekunden

Strava KOM's lassen sich so mit Velogram ganz einfach und auf Knopfdruck erringen. Genauso leicht lässt sich die Schummelei aber auch entdecken, was die Funktion für die, die es tatsächlich notwenig haben ihre Strava Fahrten zu dopen, wertlos macht. Wer seinen hart erkämpften KOM verliert, sollte durchaus mal einen genauen Blick in die Fahrt des "Gegners" werfen und diese bei Auffälligkeiten auch an Strava melden.

Nun stellt sich die Frage, warum die Boost-Aktivitäten eine gezackte Geschwindigkeitskurve aufweisen und diese nicht einfach gleichmäßig angehoben wird. Dazu habe ich mir zunächst die Dateien angeschaut, die man von Strava zurückbekommt. Dabei besteht kein Unterschied, ob man diese über das Webinterface oder via API abfragt. In beiden Fällen handelt es sich um eine XML Datei mit der Endung gpx. Die Dateien lassen sich mit jedem Text Programm öffnen. Hier der Anfang der original Datei mit den ersten beiden Datenpunkten. Gespeichert wird die GPS Position (Längen und Breitengrad), die Höhe, die Zeit und einige Erweiterungen (Power, Temperatur, Puls, Trittfrequenz).

 <metadata>
  <time>2017-12-31T08:24:39Z</time>
 </metadata>
 <trk>
  <name>Festive 500 // 500 in - 0 to go</name>
  <trkseg>
   <trkpt lat="49.4549800" lon="6.6405450">
    <ele>188.8</ele>
    <time>2017-12-31T08:24:39Z</time>
    <extensions>
     <power>18</power>
     <gpxtpx:TrackPointExtension>
      <gpxtpx:atemp>14</gpxtpx:atemp>
      <gpxtpx:hr>118</gpxtpx:hr>
      <gpxtpx:cad>26</gpxtpx:cad>
     </gpxtpx:TrackPointExtension>
    </extensions>
   </trkpt>
   <trkpt lat="49.4549890" lon="6.6405750">
    <ele>189.4</ele>
    <time>2017-12-31T08:24:40Z</time>
    <extensions>
     <power>1</power>
     <gpxtpx:TrackPointExtension>
      <gpxtpx:atemp>14</gpxtpx:atemp>
      <gpxtpx:hr>119</gpxtpx:hr>
      <gpxtpx:cad>13</gpxtpx:cad>
     </gpxtpx:TrackPointExtension>
    </extensions>
   </trkpt>

Die Datei enthält also Paare aus Zeit und Position. Die Geschwindigkeit wird über die Positionsveränderung zwischen zwei Zeitpunkten berechnet. Die Zeitspanne zwischen zwei Datensätzen beträgt dabei eine Sekunde, da das Format offensichtlich keine Sekundenbruchteile vorsieht, ist dies die kleinste darstellbare Veränderung. Das stimmt mit der üblichen Datenaufzeichnungsrate von Radcomputern mit einem Wert pro Sekunde (1 hertz) überein.

Möchte man die Geschwindigkeit einer Fahrt erhöhen möchte, hat man grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
  •  Man verringert die Zeit zwischen zwei GPS Punkten, verteilt also alle Punkte auf weniger Zeit. Die Anzahl an Datenpaaren würde dann gleich bleiben. Bei einer Verbesserung um 10% würde der Abstand 0,9 statt 1 Sekunde betragen.
  • Oder man verringert die Zahl der Datenpaare. Weniger Datenpaare bedeutet weniger Sekunden, wenn der Abstand weiterhin immer eine Sekunde beträgt. Weniger Zeit für die gleiche Strecke ergibt eine höhere Geschwindigkeit.
Möglichkeit eins scheidet aus, da das Dateiformat keine Sekundenbruchteile zulässt. In Möglichkeit zwei müssen die GPS Positionen neu zugeordnet werden. Der Anfang und das Ende der Aktivität müssen in der manipulierten Datei dem Original entsprechen, ebenso soll die Strecke weitgehend gleich bleiben, ansonsten würde die Geschwindigkeit ja nicht steigen. (Tatsächlich fehlen den beiden manipulierten Fahrten aber jeweils fast zwei Kilometer.)

Dazu ein einfaches Beispiel: Ausgehend von einem fliegenden Start und einer originalen Geschwindigkeit von 8 m/s (28,8 km/h) legt ein Fahrer in 10 Sekunden 80 Meter zurück. Der Einfachheit halber sind die Wegpunkte durch die zurückgelegte Strecke auf einer Geraden beschrieben statt durch GPS Koordinaten im zweidimensionalen Raum. Erhöhen wir die Geschwindigkeit um 10% benötigt unser Fahrer nur noch 9 Sekunden. Der erste Wegpunkt (8 m) ist bereits nach 0.9 Sekunden erreicht, bei Sekunde 1 sind 8,89 Meter zurückgelegt (80 Meter / 9 Sekunden). 8,89 liegt zwischen dem originalen Wegpunkt 1 (8m) und dem originalen Wegpunkt 2 (16m).  Der Punkt, an dem sich der 10% schnellere Fahrer nach einer Sekunde befindet, muss also berechnet werden. Würden so alle Punkte korrekt interpoliert werden, würde die Geschwindigkeit gleichmäßig steigen und es wären keine Auffälligkeiten festzustellen. Nicht trivial, aber auch nicht unlösbar.

Stattdessen kann man aber eine Abkürzung nehmen (passend für eine App zum Schummeln) und einfach alle 100 Sekunden (bei Verbesserung um 1%) bzw. alle 10 Sekunden (10%) einen Wegpunkt auslassen. In dem Beispiel fehlt der ursprüngliche Punkt 7 (56m). Während die anderen Punkte davor gleich sind, folgt nun auf Punkt 6 (48m) sogleich der ursprüngliche Punkt 8 (64m) jetzt schon bei Sekunde 7. 


Legt man die originale und die manipulierte Strecke in Golden Cheetah übereinander und zoomt so weit hinein, dass die einzelnen Datenpunkte sichtbar werden, sieht man, dass nicht einfach nur ein Punkt herausgenommen wird, sondern auch die beiden davor und danach manipuliert sind. Die Geschwindigkeitskurve (mit der grünen Legende) zeigt immer vier Punkte mit erhöhter Geschwindigkeit, wobei die originale violette Kurve für die gleiche Strecke fünf Punkte (bzw. Sekunden) hat. Danach folgen fünf Punkte, bei denen die originale und manipulierte Kurve aufeinander liegen. Die Aktivität mit dem 10% Boost hat also 9 Punkte (Vier manipuliert, fünf normal), während die echte Datei für die gleiche Strecke 10 Punkte hat. Der Rhythmus variiert leicht, in diesem Ausschnitt sieht man auch 3 zu 4 + 6. Es kommen aber immer 10 originale auf 9 manipulierte Punkte.



Man sollte also annehmen, dass man etwa die Hälfte der GPS Punkte aus der manipulierten auch in der originalen Datei findet. Das ist aber nicht der Fall. Auffällig ist hingegen, das in der manipulierten Datei die GPS Positionen an Genauigkeit verlieren, statt <trkpt lat="49.4494120" lon="6.6368520"> heißt es dann <trkpt lat="49.4494100" lon="6.6368500">. Darüber hinaus weicht auch die Höhe geringfügig ab und die Zeit ist um einige Stunden verschoben. Welche dieser Veränderungen durch Velogram und welche durch den Strava Algorithmus nach dem Hochladen der manipulierten Datei durchgeführt wurden, lässt sich natürlich nicht sagen.


Erstaunlich ist, dass eine App zum offensichtlichen aufmotzen von Strava Aktivitäten auf der Strava Webseite gelistet wird, dass sich solche Dateien hochladen lassen und von Strava nicht entfernt werden. Obwohl die Identifizierung relativ einfach sein sollte, führt Strava in dieser Richtung keine Prüfungen durch. Am Anfang meiner Recherche habe ich den Strava Support angeschrieben:

"Hello Strava Support, I’m in the process of writing a blogpost on my blog http://unterlenker.com about digital epo kind cheating. Usually the speed line is after the “improving” bumpy, every few points have a massivly increased speed, others looks normal. Is there a technical reason that these services don’t increase ALL speed points by the same amount? Attached a comparison of a ride before and after improving (Print screen from Golden Cheetah). What do you think? Is there a behind the scenes check in Strava to check these anormalies? Thanks in advance for your help and best regards from Germany Boris"

Hier die Antwort:

Wer trotz der leichten Entdeckung und der damit (hoffentlich) verbundenen Ächtung durch seine realen und virtuellen Sportkameraden seine Aktivitäten einmal "testweise" boosten möchte, der findet auf der Velogram Homepage Links zum Google Play- und Apple App-Store. Der Spaß kostet 1,99 USD.

Zum Schluss vielen Dank an meinen Freund Uwe von SRM und Mister VeloViewer Ben Lowe für den hilfreichen Einblick und die gute Tips.

Samstag, 20. Januar 2018

Brandneu: Strava Photo Upload via Webinterface

Heute entdeckt: Die Seite zum Bearbeiten von Aktivitäten im Strava Web-Interface ermöglicht jetzt den direkten Foto-Upload! Das ist insbesondere für die von Interesse, die Bilder nicht mit dem Smartphone, sondern mit einer "echten" Kamera machen. Dann wandern die Bilder nämlich in der Regel erstmal auf den Rechner in die Photo-Library und können jetzt ohne den Umweg über  die Mobile-App hinzugefügt werden. Eine lange überfällige Verbesserung!

Freitag, 19. Januar 2018

Snot, zweet en tegenwind!


Derzeit ist es ja gerade etwas windig. "Etwas" ist natürlich untertrieben, mit Sturm ist nicht zu spaßen, Radfahren sollte man da eigentlich nicht mehr. Es sei denn, es stehen gerade die Niederländischen Meisterschaften im Gegenwindradfahren an, die Nederlands Kampioenschap Tegenwindfietsen. Gefahren wird natürlich auf Hollandrädern, mit Rücktritt und ohne Gangschaltung auf dem 8,5 Kilometer langen Sturmflutsperrwerk an der Oosterschelde. Dem sportlichen Ehrgeiz steht dies aber in keiner Weise entgegen. Selbst Profis lassen sich blicken. 2016 ist etwa Johnny Hoogerland mitgefahren. Das Rennen wird als Zeitfahren ausgetragen, es geht entweder alleine oder als Vierer Mannschaft gegen den Wind.

Die 5. Edition wird in den nächsten Wochen stattfinden. Wer zu den ersten 200 gehört, die sich nach der Ausgabe der Parole "We kriehen sturm"auf der Facebookseite anmeldet, für den heisst es dann bald: "Snot, zweet en tegenwind" (Rotz, Schweiß und Gegenwind). Dieses Jahr wird auf einer 100 Meter langen Strecke der Wind sogar sichtbar gemacht!

Mmmh, bis an die Oosterschelde sind es nur 400 km! Da muss ich mal drüber nachdenken.







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