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Dienstag, 5. Juni 2018

Rückenwind am Berg

Als ich vor einigen Tagen eine Feierabendrunde gedreht habe, war mir irgendwie nach schnell fahren zumute. Der Anstieg nach St. Barbara in der Nähe von Saarlouis, der auch Teil der Deutschland Tour Etappe im Saarland ist, kam da gerade recht um ein wenig die Muskeln spielen zu lassen. Eines vorab, es geht hier nicht um vermeintliche Strava Großtaten, sondern um die Relativität der Leistung oder besser der Geschwindigkeit auf dem Rad.

St. Barbara also, breite Straße, eine Haarnadelkurve, durchschnittlich rund 7 Prozent steil, 1,4 km lang, der KOM unter 4 Minuten. Vor einigen Wochen bin ich dort gerade mal 11 Sekunden an der Bestzeit vorbei gefahren und dass ohne mich total links zu machen. Das sollte doch besser gehen! Auf der schnellen Feierabendrunde habe ich also mal so richtig reingehalten, der Garmin zeigte durchweg höhere Wattzahlen an und oben war ich ernsthaft ausser Puste. Umso erstaunlicher, dass meine Zeit schlechter war und mir zwei Sekunden verloren gegangenen sind obwohl die Durchschnittsleistung deutliche 20 Watt höher lag. 

Jetzt ist es nichts Neues, dass Rückenwind auch am Berg helfen kann, dass es aber doch so viel ausmacht, war in dieser Deutlichkeit mal interessant zu sehen. Hier zwei Print Screens des Segmentes von MyWindsock (Review). Auf der ersten Fahrt kam der Wind mit 14 - 23 km/h von hinten, bei der zweiten Fahrt mit rund 5 Stundenkilometern von vorne. MyWindsock berechnet einen Vorteil von 10 Sekunden, bzw. einen Nachteil von 4 Sekunden gegenüber einer Fahrt bei Windstille. 



Dass der Wind an einem vergleichsweise kurzen Segment am Berg, noch dazu mit wechselnder Richtung, so viel Unterschied macht, hat mich dann doch erstaunt. Die Strava Leaderboards sind somit (natürlich) nur eingeschränkt eine Rangfolge der stärksten Fahrer. Wie im Radrennen kann man mit Cleverness und dem Ausnutzen der äusseren Umstände die Entscheidung zu seinen Gunsten drehen, und dass finde ich dann doch wieder ganz passend. 

Die Bestzeiten der Profis an den großen Anstiegen in den Alpen und sonst wo, auch das wird hier deutlich, sind nicht unbedingt miteinander zu vergleichen und Straßen-Radsport hängt nicht von Bestzeiten, sondern von Renngeschick, Streckenkenntnis, den Umständen und der Tagesform ab. 


Links:
My Windsock Homepage

Mittwoch, 17. Januar 2018

Strava Apps - Für Rückenwind!

Die meisten Radfahrer verbindet mit dem Wind eine Hassliebe, als Rückenwind ist er ganz wunderbar, als Gegenwind, nun ja, da macht er nicht mehr so viel Spass. Aber was wären Radrennen ohne Wind, ohne Windschatten, ohne Windkante, ohne all die taktischen Möglichkeiten, die der Wind eröffnet und die Radrennen erst zu Radrennen machen? Also, Wind muss her, man muss nur verstehen ihn zu seinem Vorteil zu nutzen. Dazu muss man wissen, aus welcher Richtung er kommt, bei der nächsten Ausfahrt genauso wie bei dem nächsten Rennen. Mit der richtigen Vorhersage greift man nur noch mit Rückenwind nach Strava Krönchen. Oder man wählt die Runde so, dass man mit Gegenwind raus und mit Rückenwind rein fährt. Vor Radrennen lassen sich das Material dem Wetter anpassen und taktische Überlegungen anstellen.

Wetter-Apps und Services gibt es ja wie Sand am Meer. Interessant dabei zu wissen: Die eigentlichen Wetterdaten und die Ergebnisse der Vorhersagemodelle kommen in Deutschland überwiegend vom Deutschen Wetterdienst. Tausende von Messungen werden von Großrechnern in komplexen Modellen bewertet, bevor am Ende eine Prognose erstellt werden kann. Über  entsprechend potenten Rechner verfügen aber nur die Wenigsten, also werden die Prognosen der meist staatlichen Wetterdienste lizensiert und finden so ihren Weg in Wetter-Apps jeglicher Couleur. Den Unterschied macht dann im wesentlichen, wie die verschiedenen Prognosen bzw. Wettermodelle gewichtet werden. Wer dazu mehr erfahren will, dem kann ich diesen Artikel bzw. Podcast des Deutschlandfunks empfehlen: "Wem gehört das Wetter"?


Warnwetter

Die Warnwetter App des Deutschen Wetterdienstes ist vielleicht nicht ganz so elegant wie andere Angebote, bietet aber sehr viele Informationen, unter anderem diese animierte Karte zur Vorhersage des Windes. Mehr gibt es über die Wetteraussichten eigentlich nicht zu wissen. Seit einiger Zeit kostet die App in der Vollversion 1,99 Euro. Mitarbeiter in Rettungsdiensten und im Katastrophenschutz bekommen die App weiterhin kostenlos.
Radsport spezifische Informationen findet man hier natürlich nicht.



KOMinator - Für die spontane Suche nach Rückenwind Segmenten

Die für iOS und Android verfügbare App sucht Segmente in dem aktuellen Kartenausschnitt und zeigt mit verschiedenen Farben an, ob der Wind für einen Rekordversuch gerade günstig steht. Die Suche nach bestimmten Segmenten gestaltet sich allerdings schwierig. Wie auch auf der Strava Segment Explore Seite tauchen nicht immer die erwarteten Segmente auf. Warum dem so ist hat sich mir bis heute noch nicht erschlossen.
Die App greift nur auf die öffentlichen Strava-Segmente zu und erfordert keine Verbindung mit dem eigenen Account, kann somit aber auch nicht auf Routen oder private oder eigene Segmente (die mit Stern) zugreifen.
Gegen eine Gebühr von 2,29 Euro wird die Werbeanzeige ausgeblendet, die App wird nicht mehr nach fünf Segment-Suchen geschlossen und es können Abfragen für zukünftige Zeitpunkte gestellt werden.



Epic Ride Weather - Für die Planung der nächsten Ausfahrt

Eine andere Zielrichtung verfolgt Epic Ride Weather, ebenfalls für iOS und Android erhältlich. Hier geht es nicht so sehr um die Windverhältnisse auf einzelnen Segmenten, sondern um das Wetter auf der nächsten Tour. Man kann auf vergangene Aktivitäten oder geplante Routen zurückgreifen, die Startzeit und die Durchschnittsgeschwindigkeit eingeben oder Teilbereiche einer Strecke markieren. Die App zeigt dann Temperatur, Regen, Windstärke und Richtung an. Die App arbeitet dabei nicht nur mit Strava, sondern auch mit einer ganzen Reihe anderer Dienste zusammen.
Der Service kostet für 10.000 Abfragen 4,49 Euro, für ein halbes Jahr 5,49 und für ein Jahr 8,99 Euro.



myWindSock - Für die Daten-Geeks

In einer ganz anderen Liga spielt die Web-Applikation myWindSock. Dieses Programm ist eine echte Offenbarung für Statistik- und Daten-Geeks. Hier lässt sich jeder Wetter Aspekt einer Fahrt analysieren. Wann war Gegenwind, wann Rückenwind? Wie war das Verhältnis? Wie hoch war der Nachteil durch den Gegenwind ausgedrückt in Kilometer und in Watt? Der Vorteil durch den Rückwind? Es gibt ein Wetter-Ranking, ähnlich dem Strava Suffer-Core, das angibt, wie hart die Fahrt unter Wettergesichtspunkten war und eine Rangliste allen Aktivitäten. Wetter-Prognosen sind neben den Strecken eigener Aktivitäten und Routen auch für Segmente möglich.

mywindsock cycling weather

Die Leaderboards von Segmenten lassen sich um Wetterdaten anreichern. Damit lässt sich etwa erkennen, wer unter welchen Bedingungen gefahren ist und ob der KOM etwa mit besonders starkem Rückenwind gefahren wurde. Es lassen sich auch Prognosen für die eigene Zeit erstellen, Power, Aerodynamik und Gewicht sind dabei die zu veränderten Variablen. Das Programm berücksichtigt dazu die Wettervorhersage und berechnet eine prognostizierte Endzeit. Man kann sogar bis zu fünf Segmente hinterlegen, für die man dann eine Benachrichtigung bekommt, wenn die Verhältnisse besonders günstig für einen Angriff auf die Bestzeit sind.

Ein besonderes Feature ist die Analyse des Strömungswiderstandskoeffizienten CdA. Beim Radfahren stehen vier Widerstände dem Vorwärtsdrang entgegen: Der Rollwiderstand, die Hangabtriebskraft, der Reibungsverlust aller sich drehender Teile und der Luftwiderstand. Der Rollwiderstand und der Reibungsverlust sind weitgehend konstant und können für verschiedene Radtypen angenommen werden. Die Hangabtriebskraft lässt sich aufgrund der GPS Daten berechnen. Wenn man dazu den Output (Geschwindigkeit) und den Input (Watt) kennt, lässt sich mit dem Wissen um die Windverhältnisse die fehlende Variable CdA berechnen. Das Ergebnis ist natürlich modelliert und entspricht nicht unbedingt dem physikalisch korrekten Luftwiderstand, sollte aber zumindest erste Anhaltspunkte für die Materialwahl oder die Positionsanalyse geben.



Die Anwendung ist grundsätzlich frei, Premium Features wie die CdA Analyse werden für rund 20 GBP im Jahr freigeschaltet, wer sich nach der Anmeldung schnell für eine Premium-Mitgliedschaft entscheidet, bekommt diese für die Hälfte. MyWindSock bietet ähnliche Funktionen wie Best Bike Split an, das in jeder Hinsicht professionellere Tool, dass allerdings pro Jahr auch 120 USD kostet.

Die Bedienung von myWindSock ist manchmal etwas hakelig und das Design ist nicht ganz so elegant, die bereitgestellten Daten und Funktionen machen das Tool aber zu einem echten Tipp.

Sonntag, 7. Januar 2018

Strava Apps - Für Schön

Vor einigen Tagen habe ich mich nach längerer Zeit durch das Strava Menü geklickt und war über das inzwischen große Angebot an Apps erstaunt. Also Programmen, manche groß, andere klein, die auf die Strava Daten zugreifen und irgendetwas damit machen.

Heute fünf Applikationen fürs schön Aussehen!

Velograhic

Die iOS App Velograhic ist kostenlos und macht eigentlich nicht viel, dass aber sehr gut und mit ausgesprochen schickem Ergebnis. Nachdem die App mit Strava verbunden ist kann man die Umrisse und Eckdaten der Aktivitäten runterladen und dazu ein Photo aus der Library auswählen. Es gibt eine Auto-Verbesserungs Funktion und einen Schieberegler für die Helligkeit der Bilder, Tour-Umriss und Badge lassen sich verschieben, in der Größe und in einigen Eigenschaften verändern. Wenn man auf Save klickt, wird das Bild in der Photo Library gespeichert. Der einzige weitere Menüpunkt öffnet das iOS Menü zum Teilen. Sieht doch schick aus, oder?


Darüber hinaus erstellt Velographic Monatsgrafiken. Man kann zwischen drei und dreizehn Kreisen wählen und deren Farbe ändern. Grafiken die einmal erstellt sind, lassen sich nicht mehr verändern. Dass die App kostenlos ist und weder Werbung noch Hashtags einblendet erhöht meine Begeisterung nur noch! Daumen hoch für Velographic.





WorkoutSnap

gibt es sowohl für iOS als auch Android. Neben Strava kann die App auch auf FitBit, Runkeeper und die Workouts aus Apples Health App zugreifen. Alternativ kann man auch manuelle Daten eingeben. Die Einblendung der Daten erfolgt in verschiedenen Themes, die sich in Farbe, Position und Größe verändern lassen. Dazu gibt es noch eine Library mit einige Motivationssprüchen. Witzig sind die Einblendungen von Burgern, Muffins, Bieren etc. in der Entsprechung der verbrauchten Kalorien.


Für 2,29 € wird in der ansonsten kostenlosen App der #Workoutsnap Hashtag entfernt und man bekommt noch weitere Farb- und Kombinationsmöglichkeiten dazu. In der grafischen Umsetzung nicht ganz so elegant wie Velographic, dafür breiter aufgestellt. Eine tolle App. 



FitSnap

ist ebenfalls nur für iOS erhältlich und kostenlos. Die grafische Umsetzung der App fällt neben Workoutsnap und insbesondere Velographic ziemlich ab. Nach der Auswahl des Bildes kann der quadratische Ausschnitt festgelegt werden. Dieser ist aber nicht mit dem tatsächlichen Ausschnitt gleich, der etwas höher ansetzt. Wenn der gewählte Ausschnitt sich knapp unter der oberen Bildkante befindet, hat man im tatsächlichen Bild einen schwarze Streifen. Doof. Gut, wenn man es weiß kann man es berücksichtigen, sollte aber natürlich nicht sein. Im nächsten Schritt können Aktivitätsdaten manuell eingegeben werden (Sportart, Dauer, Distanz, Kommentar) oder man fügt  Daten aus mapmyfitness, RunKeeper, Strava oder Under Armour hinzu.

Danach besteht die Wahl unter 17 verschiedenen, nicht weiter konfigurierbaren Einblendungen dieser Daten. Auf das Bild lassen sich einige Foto Filter anwenden.


Der #fitsnap Hashtag verschwindet beim Kauf eines der Themenpakete (Halb Marathon, Marathon, Running, Strong, Yoga) für je 1,09 €. Erstellte Bilder werden über das übliche iOS Teilen Menü gespeichert oder weitergegeben und sind danach nicht mehr zu verändern. Obwohl die Ergebnisse nicht schlecht sind, bekommt FitSnap von mir aufgrund der lieblosen Gestaltung nur ein O.K.




RaceWork

Die Webbasierte Anwendung greift exklusiv auf Strava Daten zu und zaubert eine hübsche topografische Ansicht der Aktivität. Die Grafik lässt sich mit der Maus greifen, drehen und kippen. Zumindest ab und an, es scheint nicht immer zu funktionieren. Die Share Funktion liefert einen Hyperlink und einen (fehlerhaften) Code Schnipsel zum Einbetten in Webseiten. Warum auch immer kann ich den Text in Safari aber nicht markieren, der Text lässt sich nur mit einen cmd+A (Alles markieren) greifen, kopieren und muss dann in einem Texteditor auseinander genommen werden. Mit Google Chrome hat es noch weniger funktioniert.

Coole Idee, schicke Umsetzung, nur leider schlechte Ausführung. Aber gut, kostet nichts, kann man mal probieren und vielleicht funktioniert es in der Zukunft ja besser.

  



Relive

Bei Relieve hat sich in der Zwischenzeit einiges getan. Bilder, die während der Fahrt aufgenommen wurden werden jetzt direkt eingefügt und nicht nur automatisch aus Instagram abgerufen. Der Titel lässt sich ebenso wie der Aktivitätstyp manuell ändern und die Anzeige von Orten kann ausgeschaltet werden. Und die Animationen lassen sich jetzt einbetten, früher habe ich da schon mal ein Screen Cast gemacht und das Video auf Youtube hochgeladen.

Relive 'Morning Dec 31st'

Daten werden ausser von Strava auch von MapMyRide, Endomondo, Garmin und Polar genommen und die App ist für iOS und Android verfügbar. Wer Mitglied im Relive Club wird, kann die Videos auch später bearbeiten, Musik hinzufügen, mehr als 20 Videos speichern und ältere und längere Aktivitäten über 10 Stunden "relive-en". Dafür werden aber total überteuerte 9€ pro Monat aufgerufen. Den Preis halte ich für einen ziemlichen Witz. Der Relive-Effekt nutzt sich recht schnell ab, wenn man das zu oft sieht wird es langweilig. Neun Euro! Im Monat! Naja, man kann es ja mal versuchen, davon abgesehen sind die Videos aber natürlich klasse, die App funktioniert und ist hin und wieder einen Besuch wert.

Dazu vorher auf Unterlenker.com:
Strava Add-Ons
Strava Developper Challenge 2016
Relieve
Strava KOM Map
Strava Google Chrome Add-Ons

Sonntag, 11. Dezember 2016

Zwiftalizer

Wenn ihr zu den 'Zwiftern' gehört, wird euch Zwiftalizer vielleicht interessieren. Dieser neue Webservice analysiert Zwift Logfiles und verrät eine ganze Menge interessante Dinge.

Zum einen wird euer System bewertet hinsichtlich der Leistungsfähigkeit. Mein MacBookPro von 2011 ist zum Beispiel in der niedrigsten Kategorie 'Basic' und bekommt nur drei Sterne.  {:-(
Mit mehr Grafikpower und mehr Prozessor wäre mein Zwift Erlebnis also wahrscheinlich sehr viel flotter. Das Bild sollte dann detailreicher sein, statt 20 fps sollten 60 angezeigt werden usw.. Wenn man in der Liste stöbert, findet man auch heraus, was denn besser wäre. Das am höchsten bewertete OSX System ist ein Mac mit AMD FX-8350 Eight-Core Processor und Nvidia GeForce GTX 980/PCIe/SSE2.

Der zweite Teil ist die Analyse der Verbindungsqualität der angeschlossenen Geräte, also zum Beispiel des Powermeters, des Pulsgurtes, des Smart-Trainers oder der Handy App. Hier kann man sehen ob es viele Verbindungsabbrüche gab, die sich negativ auf das Zwift-Erlebnis niederschlagen. Wenn dem so ist, kann man sich auf die Suche nach einer Abhilfe begeben.

Ganz interessante Spielerei!





Links:
Zwiftalizer.com

Montag, 20. Juni 2016

BSX Positionierung

Mehrfach habe ich hier schon über den BSX Insight geschrieben, das erste nicht invasive "Laktat-Messgerät" dass gar kein Laktat sondern den Sauerstoffgehalt und seit einigen Monaten auch den  Hämoglobin Gehalt des Blutes messen kann.

BSX sieht vor, dass das Device mit einem Kompressions-Strumpf an der Wade getragen wird. Das sieht auf dem Rad, besonders im Radrennen nicht ganz so schick aus und man hat bei regelmäßigem Gebrauch einen weiteren hellen Streifen am Bein. Darüber hinaus ist es streng genommen auch nicht regelkonform, denn im Reglement der UCI heisst es in Artikel 1.3.033:

It is forbidden to wear non-essential items of clothing or items designed to influence the performances of a rider such as reducing air resistance or modifying the body of the rider (compression, stretching, support). 
.....  Equipment (helmets, shoes, jerseys, shorts, etc.) worn by the rider may not be adapted to serve any other purpose apart from that of clothing or safety by the addition or incorporation of mechanical or electronic systems which are not approved as technical innovations under article 1.3.004.

Der BSX-Insight fällt nicht unter die technische Innovation des 1.3.004. Jetzt muss man, besonders bei Provinz-Rennen, natürlich schon Pech haben auf einen Kommissär zu treffen, der so genau nach den Regeln schaut und auch gewillt ist diese durchzusetzen, aber man weiss ja nie. Sicherer ist es daher den BSX einfach auf dem Oberschenkel unter der Radhose zu tragen. Das ist auch recht einfach bewerkstelligt. Ich fixiere den BSX mit einem Pflaster und lege darauf ein schwarzes Stück Stoff, auf dessen Rückseite ich dunkles Panzerband geklebt habe. Das macht das Ganze absolut blickdicht und sorg dafür, dass der BSX nicht durch störendes Umgebungslicht beeinflusst wird. Radhose drüber und fertig.

Interessant ist aber etwas ganz anderes: Welchen Einfluss hat die Position des BSX auf die Messergebnisse? Einer der großen Vorteile der Messung der Sauerstoffsättigung gegenüber der Laktatbestimmung ist, dass die Daten dort erhoben werden, wo die Arbeit stattfindet (Bein versus Ohrläppchen). Nun ist die Wade für den Radfahrer zwar ganz und gar nicht nebensächlich, den höheren Anteil hat aber die Muskulatur auf der Vorderseite der Oberschenkel. Wäre es dann nicht auch besser den Sauerstoffgehalt dort zu messen?

Vor einigen Monaten habe ich während des Trainings im Kraftraum den BSX einmal an der Wade getragen und einmal auf dem Oberschenkel. Die Unterschiede waren größer als ich es erwartet hätte. Die Reihenfolge der Übungen war dabei gleich, die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Sets aber unterschiedlich, so dass man die Kurven nicht genau übereinander legen kann, es reicht aber um die Unterschiede zu erkennen.
  • 10' WUp Cross Trainer 
  • 20 x 40 kg Kniebeuge 
  • 3 x 10 x 60 kg Kniebeuge 
  • 3 x 20 Ausfallschritt mit Medizinball 
  • 3 x 3 Klimmzüge 
  • 3 x 10 x 70 kg Kniebeuge 
  • 3 x 10 x 30, 32.5, 35 kg Beinstrecker, je Seite (gluteus maximus, semimembranosus, etc.)
  • 3 x 6 x 160 kg Beinpresse 
  • 3 x 20 Wadenheben, frei, je Seite 
  • 3 x 20 Kreuzstrecken 
  • 3 x 3 Klimmzüge
Hier die beiden Kurven, die obere Grafik zeigt den Puls, die untere die Sauerstoffsättigung SMO2:


Am Puls kann man erkennen, dass die Kurven nicht synchron sind, trotzdem sieht man das die SMO2 Werte bei der Messung an der Wade während der Kniebeugen nur gering schwanken, dafür umso mehr beim Wadenheben. Bei der Position am Oberschenkel ist es genau umgekehrt.

Einen anderen Vergleich habe ich im Zusammenhang mit den BSX-FTP Tests gemacht. Den Test im Februar bin ich mit dem BSX an der Wade gefahren, vor einigen Wochen dann mit dem BSX am Oberschenkel.


Nun sind zwei Tests die zeitlich so weit auseinander liegen nicht unbedingt ideal, trotzdem kann m.E. der Schluss gezogen werden, dass die Variation in der Sauerstoffsättigung mit dem BSX am Oberschenkel (pink) größer ist als wenn der BSX an der Wade (grün) getragen wird.

Beide Kurven fangen bei etwa 65% an und fallen auf minimal 55% (Wade) bzw. 40% (Oberschenkel) ab. Diese Werte sind erstaunlicherweise eklatant niedriger als die, die ich in der freien Wildbahn erreiche, das zu ergründen ist aber ein anderes Thema. Auch sind zwei Tests zu wenig um eine generelle Aussage zu treffen, man müsste hier mehrere Probanden haben und am besten den Sauerstoffgehalt mit mehreren Geräten während eines Testes messen.

Die Ergebnisse lassen trotzdem einige Aussagen zu:
  • Die Messung der Sauerstoffsättigung sollte an dem Muskel durchgeführt werden, der die größte Arbeit leistet.
  • Je höher die Schwankungen sind, umso leichter sollte es sein Rückschlüsse aus den Daten ziehen zu können.
  • Der absolute SMO2 Wert in Prozent sagt relativ wenig aus, je nach Position und auch Sportler können hier große Schwankungen auftreten. Eine exakte Positionierung und auch Dokumentation ist wichtig.
Stellt sich die Frage was man mit den Daten im Zusammenhang mit der Positionierung anfangen kann. Mit mehreren Devices (hier ist der Moxy Monitor aufgrund der offeneren Schnittstelle besser geeignet) könnte man zum Beispiel die Position auf den Rad optimieren oder Ungleichheiten zwischen linker und rechter Seite aufdecken. Eine andere Möglichkeit wäre an der Optimierung des Tretzyklus zu arbeiten und versuchen eine Position zu finden, bei der der Sauerstoffgehalt bei gleicher Leistung höher ist.

Links:
Cutting-Edge
FTP Test mal 3
BSX Insight Anzeige und Data Handling

Sonntag, 19. Juni 2016

Relive.cc - Ein neues Strava Add-On

Torsten Frank hat vor einigen Tagen ein tolles Video von einer Strava Aktivität auf Twitter gepostet. Das Tool mit dem das Video erstellt wurde nennt sich Relive und verwandelt Strava Daten in eine tolle Animation.

Das musste ich natürlich auch gleich probieren. Man meldet sich einmal an und danach bekommt man nach jeder Radsport-Aktivität eine Email mit einem Link zu dem Video. Super easy! Hier das Ergebnis:



Zwei Dinge fallen auf, das Video hat nicht den Titel, den ich auf Strava vergeben habe und es sind keine Bilder verknüpft. Die Lösung ist ganz einfach, relive empfängt die Info über die neue Aktivität bevor ich den Namen auf Strava geändert und die Bilder hochgeladen habe. Der Trick ist dass man die Einstellung für neue Aktivitäten auf Strava auf privat setzt, dann sind die Aktivitäten für relive zunächst unsichtbar, dann kann man den Namen ändern und Fotos hochladen und die Einstellung danach auf public setzen.

Um das Video zum Beispiel hier einbinden zu wollen, muss man es zunächst von der relive Seite runter und danach auf Youtube hochladen. Auf der relive Seite gibt es lediglich die Möglichkeit das Video auf Twitter und Facebook zu teilen.

Derzeit geht das ganze (noch) nicht historisch, dass heißt, man erhält nur eine Email für Aktivitäten nach der Anmeldung, nicht für solche die davor waren. Die Email ist auch der einzige Zugang zu den Videos. Man kann sich nicht einloggen und auf die Videos direkt zugreifen, also: Email gut aufheben!

Links:
relive.cc

Sonntag, 6. März 2016

Zu früh gefreut

Gestern habe ich auf dem Heimweg an einem Strava Segment mal "das Gas stehen gelassen" und war zuhause positiv überrascht meine bisherige Bestzeit um eine Sekunden geschlagen zu haben. Nicht so schlecht für März, die bisherige Bestzeit stammt aus dem letzten Sommer, als ich ganz gut in Form war. Sollte mein Training über den Winter wirklich so gut gewesen sein? Vielleicht war die Erkältungspause doch nicht so schlecht? Zahlen lügen ja bekanntlich nicht. Ich hätte es bei diesem ersten Blick auf das Endresultat belassen sollen, statt dessen habe ich doch mal in die Details geschaut. Und Zahlen lügen tatsächlich nicht.


Ein Blick auf die "Compare Efforts" Seite zeigt, dass ich eigentlich viel langsamer war. Das Segment fängt tatsächlich viel früher an, als ich dachte, nämlich schon am Ortseingang und nicht erst am Beginn des steileren Stückes an der Boulangerie. In den Ort sind wir gestern einfach schneller rein gerollt. Von den 17 Sekunden ist dann am Ende gerade mal eine übrig geblieben.


Jetzt könnte man sagen, dass ist für Anfang März ja immer noch ganz gut, wenn man aber sieht dass meine Durchschnittsleistung 20 Watt niedriger, mein Durchschnittspuls aber 20 Schläge höher war, bleibt doch nur der Schluss, dass da noch Raum für Verbesserungen ist.


Da Strava nur die Zeit vergleicht, habe ich die beiden Versuche in Golden Cheetah übereinander gelegt, hier das Resultat:


Auch hier: mehr Puls, weniger Leistung. Interessant auch der Unterschied im HrPw Ratio, also dem Verhältnis zwischen Puls und Watt, das ist die Zahl in der Fußleiste unten rechts. Muss ich also doch noch weiter trainieren! :-(

Strava kann man natürlich zu weiten Teilen als Spielerei abtun, aber dieses Beispiel zeigt gut, wie man die Daten aus den Segmenten in hervorragender Weise für eine Standortbestimmung und zur Trainingskontrolle verwenden kann und ein unbestimmtes "Ich fühle mich gut" (oder auch nicht) mit harten Fakten unterlegen oder aber entkräften kann.

Dienstag, 9. Februar 2016

BSX Insight - Anzeige und Data Handling mit Golden Cheetah

Ray Maker hat vor einigen Wochen einen seiner unglaublich ausführlichen Review-Posts über die zweite Generation des BSX Insight geschrieben. Alles was es hinsichtlich der Unterschiede zur ersten Generation zu wissen gibt, wie die Threshold Tests beim Radfahren und beim Laufen funktionieren, was es neues in der Software gibt und einiges mehr kann man dort nachlesen.

Die beiden wichtigsten Unterschiede sind sicherlich der kontinuierliche Modus und der Export der Rohdaten. Kontinuierlicher Modus bedeutet, dass die Werte der Sauerstoffsättigung nun auch während eines normalen Trainings oder einem Wettkampf angezeigt, aufgezeichnet und anschliessend ausgewertet werden können. Mit der ersten Generation der BSX Insights konnte man nur den Stufentest durchführen und hatte keinen Zugriff auf die Rohdaten. Zwar war beides schon während der initialen Kickstarter Kampagne versprochen, konnte aber aufgrund von Hardware Limitationen nicht implementiert werden.

Im kontinuierlichen Modus zeichnet der BSX Puls, Leistung (von entsprechenden ANT+ fähigen Geräten) und die Sauerstoffsättigung SMO2 auf und speichert diese zur späteren Auswertung. Zur Anzeige der Daten während einer Aktivität gibt es verschiedene Möglichkeiten.
  • Da wäre zunächst einmal die App, in meinem Fall auf dem iPhone. Dazu müsste das Telefon aber zusätzlich zu dem Radcomputer am Lenker montiert werden. Nicht gerade was ich mir unter einem aufgeräumten Cockpit vorstelle. Da die BSX App auch nur die oben genannten Daten Puls, Power und SMO2 anzeigt, ist es auch keine Alternative das Telefon als alleinigen "Radcomputer" zu verwenden. Es bestünde natürlich die Möglichkeit, zwischen der BSX und einer weiteren App, z.B. Strava, hin und herzuwechseln. Da aber die wenigsten Telefone ANT+ verstehen und somit Puls und Power nicht lesen können, scheidet das auch aus.
  • Der SMO2 Datenstream kann auch als ANT+ Trittfrequenz von entsprechenden Radcomputern oder Sportuhren gelesen werden. Statt der echten Trittfrequenz wird dann auf diesem Feld der Wert der Sauerstoffsättigung angezeigt und aufgezeichnet. Grundsätzlich nicht schlecht, allerdings fehlen dann die tatsächlichen Trittfrequenz-Daten. Da diese für mich unverzichtbar sind, ist das auch keine Alternative.
  • Die dritte Möglichkeit besteht darin, die BSX Daten auf einem zweiten ANT+ fähigen Device anzeigen zu lassen, idealerweise auf einer Armbanduhr. Ich verwende dazu die Garmin 910xt und lasse SMO2 dort als Trittfrequenz anzeigen. Zu beachten ist lediglich, dass die Trittfrequenz immer als ganze Zahl angezeigt und aufgezeichnet wird. Während einer Aktivität ist das absolut ausreichend, zur späteren Auswertung sollte man dann aber auf die Original Daten mit einer Dezimalstelle zurückgreifen.
  • Sobald Radcomputer ein Feld für SMO2 Daten bereitstellen, ist dieser Aufwand nicht mehr notwendig. Für Garmin gibt es bereits ein Connect IQ Feld für Moxy, das aber soweit ich weiß nicht mit BSX funktioniert. 
Soweit zur Anzeige unterwegs. Nach dem Ende der Aktivität werden die Daten von dem BSX auf die BSX-Web-Plattform hochgeladen und können dort angezeigt werden. Bei mir funktioniert das aus welchem Grund auch immer nur mit dem Firefox Browser, nicht aber mit Safari und Chrome. Die Möglichkeiten der Webplattform zur Analyse sind allerdings mehr als bescheiden, so gibt es zum Beispiel keine Möglichkeit in die Aktivität hinein zu zoomen und es werden wie bereits geschrieben nur Puls, Power und SMO2 angezeigt. Alle anderen Informationen und Metriken wie Geschwindigkeit, Steigung, Strecke usw. fehlen.

An der Stelle kommt die neue Export Funktion in's Spiel. Man erhält eine CSV Datei, die in Excel oder Numbers so aussieht:


Damit kann man natürlich auch noch nicht viel anfangen. Stellt sich die Frage wie man diese Daten mit den übrigen Informationen (Geschwindigkeit, Power-Metriken, Strecke) zusammenbekommt.

Das Mittel meiner Wahl ist hierbei Golden Cheetah, die freie Trainingsdaten-Auswertungssoftware. Zunächst importiere ich die eigentliche Trainingsdatei. Wenn diese von einem Garmin Gerät stammt, ist es wichtig die original GPX Datei zu nehmen. Das FIT-File enthält nicht alle Daten, so fehlt zum Beispiel die Links/Rechts Verteilung der Leistungsdaten.

Nach dem Import können weitere Datenreihen hinzufügt werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten.
  • Auf dem "Edit" Tab der Aktivität kann eine SMO2 Spalte hinzugefügt werden (Rechtsklick auf die Kopfzeile > 'Add Column' > 'SMO2'). Die neue Spalte entsprechend zu kennzeichnen ist wichtig, damit Golden Cheetah auch weiß was mit den Daten anzufangen ist und die darauf beruhenden Metriken richtig berechnet. In der neuen Spalte können die Werte dann ganz einfacher per Copy&Paste aus der in Excel geöffneten BSX Datei heraus eingefügt werden. Wenn die Aufzeichnungen auf dem Garmin und dem BSX nicht genau gleichzeitig gestartet wurden, ist es allerdings nicht einfach die Daten zu synchronisieren. 

  • Aber es geht einfacher. Golden Cheetah bietet einen Assistenten zum Zusammenfügen von Datenreihen an. Über das Menü 'Activity' > 'Combine Activities' könne wir weitere Daten hinzufügen. Golden Cheetah kann die BSX CSV Dateien direkt lesen, das macht das Ganze zum Kinderspiel:



Hier wählen wir den ersten Punkt: 'Import from a File'. Es öffnet sich der übliche File Dialog und wir können direkt die BSX CSV Datei auswählen.


Auch wieder der erste Punkt: 'Merge Data to add another data series.'


Links werden die Datenreihen angezeigt die wir schon haben, rechts die in der importierten Datei zur Verfügung stehen. Puls und Leistung haben wir schon, wir sind nur an den SMO2 Werten interessiert.


Jetzt werden wir gefragt wie die Datenreihen synchronisiert werden wollen. Am einfachsten ist es unter der Verwendung gemeinsamer Datenreihen. In diesem Fall sind Puls und Leistungswerte in beiden Dateien vorhanden. Golden Cheetah muss diese also nur übereinander legen und die Sauerstoffsättigung ist genau dort wo sie sein soll.


Danach kann man das Ergebnis noch mal prüfen und speichern.

So lassen sich übrigens auch die Strecke und die Kilometer von Zwift-Aktivitäten zu den detaillierteren Garmin Daten hinzufügen.

In Golden Cheetah hat man jetzt alle gesammelten Informationen zusammen und kann die Auswertung starten. Hier ein Print Screen eines 20' FTP Tests, bei dem man gut erkennen kann wie die Sauerstoffsättigung abnimmt und im Anschluss wieder ansteigt.


BSX Insight vorher auf Unterlenker: Cutting Edge

Donnerstag, 5. November 2015

Di2 Statistik

Seit Anfang 2014 gibt es für die Di2 Schaltung einen ANT+ Transmitter, D-FLY genannt. Dieser kleine Sender überträgt die Gangwechsel an zb. einen Garmin Computer, der die Daten aufzeichnet. Stellt sich die Frage, was man damit machen kann. Bisher war das eher wenig. Keine der üblichen Cycling Data Webseiten (Strava, Garmin, Cycling Analytics etc.) stellt die Daten überhaupt dar, ganz zu schweigen von einer Auswertung.

Brian Toone, Assistent-Professor für Mathematik und angewandte  Computerwissenschaften an der Samford University und Radrennfahrer hat die Analysensoftware di2Stats entwickelt, die erstmalig die Schaltdaten analysiert und grafisch darstellt.

One Tri Guy hat die Schalt-Daten seines ersten Ironman Wettkampfes in die Analyse Software gekippt und sich an einer Interpretation versucht. Das ist sehr interessant. Besonders für Zeitfahren oder Radmarathons kann ich mir vorstellen, dass die gewonnen Einblicke helfen können, mit den Kräften effizient zu haushalten.

Ich denke ich brauche auch einen D-FLY und 'nen Garmin!! Mehr Daten! Kann man nie genug haben, Daten.

Links:
Brian Tonne auf Strava (2015 über 40TAUSEND km, Stand heute!!!), Blog und Uni

Samstag, 25. Juli 2015

Strava Live App

For einigen Tagen gab es ein Update der Strava App für Apple und Android. Der Teil zur  Aufzeichnung einer Aktivität, also die "Radcomputer" Funktion, wurde kräftig überarbeitet. Dieser Teil der App hat jetzt ein helles Thema (= weißer Hintergrund) und lässt sich damit bei Sonnenlicht besser ablesen.

Besonders interessant ist die Funktion mit den Live-Segmenten. Premium-Subscriber bekommen angezeigt wenn sie sich einem Segment nähern. Nach dem Absolvieren des Segmentes wird die benötigte Zeit angezeigt.

Als alter Strava Addict musste ich das gleich mal probieren. In Ermangelung eines speziellen Halters habe ich mein iPhone 5c mit Gummis und Kabelbindern auf den Vorbau geflanscht. Für einen Test war das mehr als ausreichend. Schick ist natürlich das Quad-Lock System, aber mit rund 50 Euro auch recht teuer (und nicht für mein 5c verfügbar).


Sensoren habe ich keine angeschlossen. Das iPhone selber kann nur Bluetooth, nicht aber ANT+. Mein ANT+ Dongle von Wahoo hat einen 30 Pin Stecker (es gibt kein Lightning Model). Also braucht es noch einen Lightning-30Pin Adapter. Wenn dieser montiert ist, passt leider der Bumper nicht mehr über das iPhone. Funktionieren tut das prinzipiell gut, Herzfrequenz und Powermeter wurden bei einem kurzen Test von der Strava App einwandfrei erkannt. Für den stationären Einsatz auf der Rolle ist das durchaus eine Lösung, für die Straße aber eher nicht geeignet.

Es gibt auch Bluetooth Herzfrequenz Gurte, Trittfrequenz Sensoren und Powermeter. Wenn man also noch keines dieser Geräte hat und sich einen anschaffen möchte, ist das durchsuch ein Punkt, den man beachten kann. Von Wahoo gibt es Modelle, die beide Standards beherrschen. In dem Fall ist man für alle Eventualitäten gerüstet.

Eine der Neuerungen der App ist, dass der Schlafmodus des Telefons unterbunden wird. Stattdessen wird einfach die Helligkeit des Displays sehr stark reduziert, so dass man gerade noch erkennen kann, das dort etwas steht. Wenn man das Display dann kurz berührt, ist es sofort wieder hell und normal abzulesen. Auch bei strahlendem Sonnenschein war das problemlos.

Leider habe ich vergessen am Ende der 40km langen Testrunde den Ladezustand der Batterie zu prüfen und kann daher keine Aussage zum Stromverbrauch machen. Wunderdinge sind hier aber keine zu erwarten. Ich schätze das alles was über vier Stunden hinausgeht kritisch wird. Eine Möglichkeit ist ein Zusatzakku wie etwa der Duracase, dann hat man aber schon einen ziemlichen Koffer am Lenker.

Aber gut, das wichtigste: die Live-Segmente: Dazu benötigt das Telefon eine Internetverbindung, man kann keine Segmente im vorhinein speichern wie bei den neuen Garmin Geräten. Kein Internet, keine Live-Segmente, was, wenn man im Nirgendwo unterwegs ist, regelmäßig vorkommt. Auch im Ausland hat man nicht immer Internet. Wenn ich nach Frankreich oder Luxembourg fahre: keine Live-Segmente. Der aktuelle Rückstand oder Vorsprung auf den KOM Inhaber wie bei Garmin wird unterwegs nicht angezeigt. Was ich auch schlecht fand, am Ende eines Segmentes wird zwar die Zeit, nicht aber die Rangliste ausgegeben.

Was sonst noch: Die Metriken die die App anzeigt sind im Vergleich zu Radcomputern rudimentär.  Keine aktuelle Höhe, keine Steigung, keine Höhenmeter, keine Metriken zu den Watt (ausser aktuell und Durchschnitt), keine Runden, keine Custom Screens. Die generierten Daten reichen ohne Frage um Strava zu füttern, sind aber für eine ernsthafte Analyse zu mager.

Ein echter Pluspunkt ist die Kartenfunktion. Solange das mit der Internetverbindung steht, hat man immer die gewohnte Apple Karte zur Verfügung. Die aktuelle Position und die zurückgelegte Strecke werden angezeigt. Diese Karte taugt natürlich nur etwas, solange man auf Straßen fährt, dort ist die Nutzerfreundlichkeit allerdings um Welten besser als z.B. die Karte auf einem Garmin Edge 1000.

Fazit: Besser als nichts und eine willkommene Rettung wenn man den Radcomputer mal vergessen hat. Wenn die Internetverbindung steht, sind die Strava Live-Segmente eine tolle Sache, vorausgesetzt man hat ein Strava-Premium Abo. Unter dem Strich aber kein Ersatz für einen anständigen Radcomputer.

Links:
Strava Premium
Strava Shop
Garmin Edge 520 bei dcRainmaker

Dienstag, 21. Juli 2015

Engadin Power Daten

Chris Froome und Bradley Wiggins wurde und wird ja oft vorgeworfen, dass sie wie Roboter nur nach den Watt-Zahlen auf ihren Radcomputern fahren. Statt Attacken mit Herz nur kühl geplanter Einsatz der Kräfte. Ob das so jetzt wirklich stimmt, sei mal dahingestellt und soll hier auch gar nicht weiter Thema sein.

Allerdings hat das "Radfahrer nach Zahlen" einige Vorteile, insbesondere bei einem Radmarathon. Und bevor die Rennfahrer und Traditionalisten unter meinen Lesern jetzt aufschreien, ja, bei einem Radrennen, und damit meine ich Lizenzrennen, ist es meist einfach eine Frage von dranbleiben oder reißen lassen. Dort geht es in der Regel weniger darum den Rückstand zu minimieren und schon gar nicht um eine gute Zeit, sondern einfach um Sieg oder Niederlage.

Ein Radmarathon ist da eine ganz andere Geschichte. Selbst für die, die dort um den Sieg fahren geht es nicht um Attacke und Konterattacke sondern um das vorausschauende Haushalten mit den Kräften. Für alle Anderen gilt das erst recht.

Im Engadin waren 211 km, fünf Pässe über 2300 m und fast 5000 hm zu absolvieren. Einige Fahrer haben schon auf den ersten Kilometern am ersten Berg, dem Ofenpass aus dem letzten Loch gepfiffen. Das war wirklich spektakulär. Ich habe mich gefragt, ob die es überhaupt bis zur Passhöhe schaffen oder vorher einfach immer langsamer werden und umkippen. Aber in den Vogesen bin ich ja auch losgestürmt als ob es kein morgen gäbe.

Das Schwierige bei einer solchen Veranstaltung ist, dass man am Anfang ja vor Energie nur so strotz. Man ist in einem riesigen Feld, alle fahren schnell, die Speicher sind gefüllt und das Adrenalin sprudelt nur so. Schnell ist er Puls im roten Bereich ohne dass es einem nennenswert weh tut. Aber die Rechnung kommt, früher oder später.

Und da kommt der Kasten am Lenker mit den Zahlen ins Spiel. Bei Zahlen meine ich Leistung in Watt, also ein Powermeter, in meinem Fall sind das die Infocranks. Das Verhältnis von Input (Herzfrequenz) und Output (Power) verhält sich über die Dauer nicht eins zu eins sondern verändert sich. Am Anfang ist die Leistung bei einer bestimmten Herzfrequenz noch recht hoch, nach einigen Stunden ist die Leistung bei gleichem Puls deutlich niedriger. Das ist eine der Ursachen, warum man am Anfang eines Marathons gerne überzieht, wenn man nur nach Puls fährt.
Wäre das Verhältnis 1:1, bräuchte man übrigens keine Powermeter sondern wüsste nach einmaligem Test immer welche Leistung man bei welchem Puls fährt.

Das Ganze kann man schön veranschaulichen, meine Daten aus dem Engadin sehen auf Cycling Analytics so aus:
Der kleine Chart unten rechts zeigt die PWC 150 und 170 Werte für jede Stunde des Marathons an. Also die Leistung die ich bei 150 und 170 Schlägen erbracht habe. Deutlich zu sehen, wie das über die Zeit abfällt. (PWC@170: 274/279/256/230/244/220/229) Ebenfalls deutlich sind die Fehler in der Datenaufzeichnung in der 2. und 3. Stunde (Pulsgurt verrutscht?).

Mehr zu diesem Chart findet sich hier auf dem Cycling Analytics Blog.
Infos zur Physical Work Capacity auf Wikipedia

Der entsprechende Chart in Golden Cheetah:


Um seine Leistung entsprechend einzuteilen muss man zunächst seinen FTP wissen. Die Functional Threshold Power ist die Leistung, die man gerade so über eine Stunde erbringen kann. Davon kann man dann weitere Trainingszonen ableiten. Hier und hier habe ich schon mal darüber geschrieben. Mein aktueller FTP Wert liegt bei 297 Watt. Die Zeit die ich über dieser Schwelle verbringen kann ist begrenzt.

Dementsprechend habe ich im Engadin darauf geachtet, nicht wesentlich mehr als 300 Watt zu treten.


Das ist mir gut gelungen und die Leistung ist an den Bergen recht gleichmäßig, selbst am Flüelapass konnte ich über 52 Minuten noch eine Durchschnittsleistung von 271 Watt treten. Der Albulapass war deutlich länger und der letzte Berg des Tages, dort waren es immerhin noch 223 Watt im Schnitt.

Eine andere interessante Metrik ist der W' Wert, das ist die zweite Grafik. Grob ist W' (Dabbl-Uh-Preim) Wert die Energie, die man im anaeroben Bereich zur Verfügung hat. Diese regeneriert sich zwar mit der Zeit wieder, aber nicht vollständig und am Ende einer langen Belastung kann man auch nicht mehr auf diese theoretische Reserve zugreifen (Schon mal versucht mach 200 km Intervalle zu fahren? Genau, das geht nicht mehr).

Am Flüelapass sieht man deutlich, wie mein W' Wert sinkt und ich auf ein Fiasko zusteuere. Man kann aber auch genau die Stelle erkennen, an der ich die Gruppe ziehen lasse, etwas raus nehme und mein eigenes Tempo fahre. Von dem Moment an steigt der W' Wert wieder an. Die Leistung nimmt ab, was zum Teil aber auch der Höhe geschuldet ist. Die Herzfrequenz bleibt mehr oder weniger gleich.

Als Vergleich die gleiche Auswertung vom GFNY Ventoux:


Dort bin ich am Anfang sehr viel verschwenderischer mit meiner Kraft umgegangen und musste dafür am Ventoux bitter bezahlen.

DRTL:
Die Herzfrequenz ist nur ein schwacher Indikator um die Kräfte einzuteilen. Ein Powermeter und das Wissen um die eigenen Leistungsbereiche dagegen das wirksamste Werkzeug um der frühzeitigen Verschwendung entgegen wirken.

Dazu vorher auf Unterlenker:

Samstag, 14. März 2015

Trainingsdaten Sammeln und Analysieren

Gestern habe ich vor den angehenden C-Trainern des Saarländischen Radfahrer Bundes einen Vortrag über "Trainingsdaten - Sammeln und Analysieren" gehalten. So schnell kann es gehen, vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich selber da gesessen.

In dem Vortrag ging es darum, was überhaupt alles an relevanten Daten erfasst werden kann und wie. Das fängt einfach bei der Zeit und den Kilometern auf einem Blatt Papier an und hört bei Herzfrequenz und Power Werten in komplexer Analyse Software noch lange nicht auf. Als Trainer oder Übungsleiter sollte man die Möglichkeiten kennen, dabei aber immer die Zielgruppe und Verhältnismäßigkeit im Auge behalten.

Kinder, die ohne Leistungsanspruch in ein Radtraining kommen und gerade erst mit dem Sport anfangen, brauchen natürlich keine Radcomputer mit PC Anschluss usw. In dem Fall ist es schon eine tolle Sache, wenn einfach die Kilometer notiert werden und am Ende der Saison eine beeindruckende Zahl herauskommt. Vielleicht gibt es dann einen Preis für das Kind mit den meisten Kilometern oder den regelmäßigsten Trainingsteilnahmen?

Jugendliche die mit dem Leistungssport anfangen, sollten dann mehr Daten erfassen. Entfernung, Geschwindigkeit, Trittfrequenz usw. aber auch weitere Faktoren wie Schlaf, Gewicht, Stimmung. Irgendwann ist eine elektronische Erfassung und Speicherung sinnvoll um die Daten auch Analysieren zu können.

Für Junioren und U-23 Fahrer wird es dann irgendwann interessant auch die Leistung zu messen und Training und Wettkämpfe entsprechend zu analysieren.

Darüber hinaus ist es für Trainer wichtig zu dokumentieren, was in welchem Training gemacht wurde und wie es angekommen ist. Welche Übungen haben den Kindern und Jugendlichen Spaß gemacht, gibt es Alternativen bei schlechtem Wetter, was wurde im Hallentraining gemacht. Solche Aufzeichnungen können auch eine gewisse Kontinuität bei Trainerwechseln garantieren.

Hier geht es zu der Präsentation.


Mittwoch, 3. September 2014

Leerlauf Analyse mit Veloviewer

Vor einigen Tagen habe ich hier über den Leerlauf beim Radfahren geschrieben, wenn man also die Beine hängen lässt statt zu treten. Um einen möglichst niedrigen Prozentsatz zu haben, muss natürlich auch die Strecke dazu passen, also wenig steile Abfahren, wenige Ortschaften mit Verkehr und am besten fährt man alleine oder zu zweit und nicht in einer größeren Gruppe.

Ich hatte den Prozentsatz das letzte Mal noch manuell berechnet. In der Zwischenzeit habe ich Ben Lowe aka Mr. Veloviewer kontaktiert und den Vorschlag gemacht, auf dem Zones Tab der Aktivitätsseite doch gleich bei den einzelnen Balken neben den Zeiten auch den Prozentsatz anzeigen zu lassen. Und siehe da, heute stelle ich fest, dass es a) implementiert ist und ich b) heute auf einer vier Stunden Gran Fondo Tour nur 9:30 Minuten (3,9%) eine Trittfrequenz zwischen null und zehn hatte.

Und ersteres finde ich echt cool: Mein persönlicher "Coding Godhead" hat eine Idee von mir als der Implementierung würdig erachtet. Very cool! Thank you Ben.

Neben etwa 100 anderen Gründen ein weiterer um Veloviewer zu nutzen. 

Samstag, 9. August 2014

Leerlauf

Vor einigen Tagen habe ich diesen Artikel auf Cyclingtips gelesen, in dem es darum ging, was Profis von Hobby-Radfahrern unterscheidet. Es wurden acht Punkte aufgelistet:
  • Hohe Umdrehungen und so wenig wie möglich rollen lassen, immer pedalieren
  • Nicht am Anschlag fahren, easy! (außer Intervalle)
  • Intervalle
  • Eng nebeneinander fahren und den Verkehr respektieren
  • Abfahren
  • Lang - lang, auch wenn es 20° sind
  • Sie können leiden
  • Sie glänzen (saubere Räder, saubere Klamotten)
Besonders interessant ist der erste Punkt. Hier kommen tatsächlich mal die Strava Daten ernsthaft ins Spiel. Die Frage ist, wie viel Zeit hängen die Beine einfach und drehen sich überhaupt nicht? Denn darum geht es ja beim Training, die Beine zu drehen, zu pedalieren. Wenn die Beine sich nicht bewegen, ist es ja kein Training, dann sitzt man besser im Eiskaffee oder zuhause auf dem Sofa.

Eine Analyse meiner Strava Daten mit Veloviewer ergibt folgendes Bild


Das lila farbige Balken Diagramm zeigt die Zeiten an, die ich innerhalb des jeweiligen "Drehzahl" Bereiches war, ganz links der Balken mit null Umdrehungen. Rund 42 Minuten von 4:42 (Zeit in Bewegung), das sind 15% verschenkte Trainingszeit!

Die Grafik im oberen Bereich ist entsprechend der Trittfrequenz eingefärbt. Hell bedeutet hier, Beine hängen lassen, Trittfrequenz null oder sehr niedrig. Das ist meistens Berg ab der Fall, aber auch dort kann man treten.

Die ersten 30 km hatte ich meinen Sohn dabei, daher war mein Motor heute vielleicht etwas mehr im Leerlauf als sonst.

Vor der Sommerpause bin ich die Gran Fondo Tour 07 gefahren. 153 km, 5:42 Zeit in Bewegung und 38 Minuten Leerlauf, dass entspricht immerhin noch 11% Leerlauf. Obwohl die Strecke wenig echte Abfahrten und zwei lange, flache Passagen enthalten hatte.


Bei den nächsten Fahrten werde ich mal auf diesen Punkt achten und versuchen, den Leerlauf unter 10% zu halten, später unter 5%.

Montag, 16. Juni 2014

Analyse Zeitfahren

Ein Blick in die Daten des Zeitfahrens in Almersbach ist ganz interessant und nährt den Verdacht, das der fehlende 16er wirklich Zeit gekostet hat.

Ein Blick in die Gesamt-Ergebnisliste zeigt, dass ich insgesamt 14. von 130 Startern und 6. von 16. klassierten KT, A, B, C Fahrern war. Die ersten drei Fahrer waren deutlich schneller als der Rest mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 46 (1.) und über 44 (2., 3.). Die nächsten 12 Fahrer waren innerhalb von 66 Sekunden. Auffallend ist, dass Amateure, Junioren und Senioren 2 und 3 bunt gemischt sind. Alter scheint also nur eine untergeordnete Rolle zu spielen.


Hier geht's zum vollen Ergebnis

Ich habe einige Strava Segmente erstellt um die Daten vergleichen zu können.
Bei der letzteren zeigt Strava aber kaum andere Fahrer an, obwohl ich die Strecke bereits etwas gekürzt habe. Irgendetwas ist da "kaputt", keine Ahnung was. 

Die schnellen Fahrern haben kaum Daten auf Strava hochgeladen. Interessant ist aber der Vergleich mit dem legendären Alberto Kunz, der insgesamt Dritter war und mir 91 Sekunden abgenommen hat und mit Dirk Kessler, der 10. und gut 20 Sekunden schneller war. Beide sind bei den Senioren 2 gestartet.

An der Bergwertung lag ich noch 8 Sekunden vor Alberto bzw. 10 Sekunden vor Dirk.


Bei dem Segment über die Kuppe bin ich nur sechs Sekunden langsamer und liege also etwa gleich auf mit Alberto und immer noch deutlich vor Dirk. Wobei ich nicht weiß ob Dirks Zeit hier stimmt.


Bei dem Vergleich des "Flachstückes" zeigt sich wie dramatisch ich dort Zeit verloren habe. Auf den 10 km bin ich 74 Sekunden langsamer als Alberto und 24 (??) Sekunden langsamer als Dirk gewesen.



Die restlichen Sekunden habe ich am Schluss und zwischen dem Ende der Abfahrt und KM 10 eingebüßt.

Update: Ich habe die Print Screens von Albertos Aktivität mit denen der Segmente ersetzt. Die Zeiten die in der Rangliste für Dirk geführt werden, scheinen mir nicht konsistent zu sein. Auf "Langguck TT runter" bin ich 50 Sekunden schneller, auf "Almersbach TT 10 -20" aber nur 24 Sekunden langsamer. So komme ich nicht auf meinen Rückstand von 20 Sekunden im Ziel. In Dirks Aktivität werden auch nicht alle Segmente aufgeführt. An der Stelle merkt man halt, dass Strava Spielerei ist und kein ernsthaftes Analyse Werkzeug. Albertos Zeiten hingegen sind konsistent.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage ob ich am Anfang nicht einfach überzogen habe. Die Pulskurve zeigt, das ich zwar von Anfang an über meiner Schwelle war, aber zum Schluss hin was die Herzfrequenz anbelangt nicht eingebrochen bin und sogar noch zulegen konnte. Das Maximum von 192 Schlägen war auf den letzten Metern. Ich habe mich auch nicht gefühlt, als ob ich zu schnell angegangen wäre. Die Belastung war hoch, aber erträglich, so wie es im Zeitfahren ja sein sollte. Trittfrequenz-Daten würden hier sicher noch mehr Antworten liefern.

Ein anderer Grund für die schlechte Zeit in der zweiten Hälfte, könnte natürlich auch in der Aerodynamik liegen. Meine Position auf dem Rad ist allerdings schon am Ende der "Einstellbarkeit". Lenker ist ganz unten, Aufsatz so tief und eng wie es geht. Der Sattel ist gerade so fünf cm hinter dem Tretlager und den Aufsatz muss ich sogar noch kürzen um innerhalb der 80 cm zu bleiben. Weitere Verbesserungen an der Position gehen nur mit anderen Teilen. Ich glaube auch nicht dass es wirklich daran gelegen hat. 

Puls, grüne Kurve: Min 106, Max 192, Mean 184, lower Quartil 184 (d.h. 75% der Pulswerte waren über 184), Higher Quartil 187 (d.h. 50% war zwischen 184 und 187 und 25% über 187)