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Dienstag, 1. Januar 2019

Das Ultimative Souvenir

In einem Radrennen geht es bekanntlich darum als Erster über die Ziellinie zu fahren. Da kann ein Ausreißversuch noch so heroisch, die Attacke am Berg noch so überlegen gewesen sein, wenn man nicht der Erste im Ziel ist, gibt es meist nicht mehr als ein ehrenvolle Erwähnung. Die Ziellinie ist somit das wahrscheinlich ultimative Souvenir eines Radrennens.

Am 25. August 2018 endete die dritte Etappe der Deutschland Tour in Merzig, fast vor meiner Haustür. Was war das für ein Spektakel! Gewonnen hat die Etappe Matej Mohoric (Bahrain-Merida). Der junge Slowene legte mit dem Sieg in Merzig den Grundstein für seinen Gesamtsieg der Deutschland Tour 2018.


Schon wenige Stunden nach dem Zieleinlauf war von dem Rennen kaum noch etwas zu sehen. Die Übertragungs- und Zieleinlaufwagen waren auf dem Weg zur nächsten Etappe, die Absperrungen abgebaut und die Zuschauer weiter gezogen. Am nächsten Tag waren dann auch die letzten Bierstände auf der Festwiese verschwunden. Einzig die Ziellinie klebte noch auf der Trierer Straße und rief förmlich danach eingesammelt zu werden. Was sich aber recht schwierig gestaltete. Die sechs Segmente der Linie klebten dermaßen fest auf dem Boden, dass sie gar nicht so einfach abzubekommen waren. Als verheerend stellte sich heraus, dass die Segmente anschließend eine ganze Weile Rücken an Rücken klebend in meinem Keller lagen. Der Versuch, die Aufkleber wieder auseinander zu nehmen, endete mit Blasen an den Händen und blutigen Fingerkuppen! Aber das Ergebnis sieht ganz hübsch aus, wie ich finde! Jetzt gilt es nur noch, den richtigen Platz an der Wand zu finden.


Mohoric (mit goldenem Helm) bei der Einfahrt in die Zielrunde. Foto: ©Isaak Papadopoulos

Mohoric gewinnt die dritte Etappe der Deutschlandtour in Merzig, Foto: ©Isaak Papadopoulos





Links:

Samstag, 29. September 2018

Schlauchreifen: Altmodischer Konservatismus oder Evergreen?

Vor der Deutschlandtour habe ich meine Leser gefragt, ob ich etwas Spezielles über das Rennen, die Fahrer oder das Drumherum herausfinden soll. Jonas wollte wissen, was bei Laufrädern und Reifen gerade angesagt ist: "Klar fahren die Teams ihr Sponsoren Zeug. Aber was ist im Trend? Bauchige Aerowheels mit dicken Reifen oder Leichtbau? Wie viel Bar wird drauf gepumpt?" Leider hat die Zeit vor dem Start der Etappe nach Merzig nicht gereicht, um alle Räder im Fahrerlager zu inspizieren. Team Sky und Movistar waren zumindest beide auf Conti Competition Pro LTD Schlauchreifen mit mittelhohen Carbonfelgen unterwegs. Sind also immer noch Schlauchreifen das Maß aller Dinge im Profiradsport? Das wollte ich von Andreas Barth wissen, der Vittoria in Deutschland vertritt. Die italienische Reifenfirma hat den neutralen Materialwagen bei der Deutschland Tour gestellt und war auch mit einem großen Truck in der Expo zugegen.

Und in der Tat, Schlauchreifen sind nach wie vor die erste Wahl vieler Profis. Als wichtigstes Kriterium gilt dabei die im Vergleich mit Faltreifen überlegene Notlaufeigenschaft im Pannenfall. Durch die feste, geklebte Verbindung zwischen Reifen und Felge lässt sich ein Rad mit einem Platten meist noch zumindest kontrolliert zum Stehen bringen, im Flachen und Bergauf kann man auch noch eine Weile fahren. Was für Hobbyfahrer und Amateure gegen Schlauchreifen spricht, spielt für die Profis hingegen keine Rolle. Die Reifen sind vom Sponsor bezahlt und bei einem Defekt wird natürlich kein Reif gewechselt, sondern es gibt ein neues Laufrad.  Inzwischen, so habe ich erfahren, sind auch Faltreifen und neuerdings hin und wieder Tubelessreifen im Renneinsatz, aber Schlauchreifen sind nach wie vor der Standard. 

Und was den Reifendruck angeht, dieser hängt von vielen Faktoren ab, den Straßen, dem Wetter, dem Fahrergewicht und nicht zuletzt von persönlichen Vorlieben. Der Durchschnitt liegt um die sieben Bar für 25mm Reifen. Einen guten Artikel und Übersicht zu den Reifen bei der Tour de France 2017 gab es etwa hier bei Bikeradar.


Was ich sehr interessant fand, war, dass es auch bei lange etablierten Produkten immer wieder großartige Verbesserungen gibt. Mir gelingt es ja nie ganz, meine Schlauchreifen auf die Felge zu heben, ohne sie an der Seite mit Kit zu versauen und ohne dass überschüssiges Kit zwischen Felge und Reif austritt. Vittoria hat einen neuen Kleber entwickelt, Mastik Pro, der nicht nur schneller trocknet als übliches Kit, sondern auch einfach abgewaschen werden kann!

Letzten Endes spielt es aber keine Rolle, was die Profis fahren. Die Anforderungen und Rahmenbedingungen sind gänzlich andere. Mit einem Materialwagen hinter mir, vom Sponsor bezahlten Reifen und einem Mechaniker, der die Arbeit erledigt, würde ich natürlich auch Schlauchreifen fahren, schon alleine wegen der Tradition. Aber da dies alles nicht der Fall ist, bleibe ich bei Faltreifen und montiere nur ab und an, wenn alles passt, den Laufradsatz mit den Schlauchreifen.

Samstag, 15. September 2018

V.I.P

Natürlich bin ich keine "sehr wichtige Person" im Sinne eines "VIPs", trotzdem durfte ich mich bei der Deutschlandtour zumindest zeitweise ein wenig als solche fühlen. Die Stadt Merzig hatte als Etappenort zwei VIP-Plätze für die Etappe von Trier nach Merzig. Einer dieser Plätze wurde verlost, den anderen habe ich erhalten. Die beiden Plätze beinhalteten aber nicht nur den Zugang zu den VIP-Bereichen an Start und Ziel mit Kaffee, Kuchen, Schnittchen, Schaumwein und all den anderen Prominenten, sondern auch einen Platz in einem der Skoda Kodiaks, die in der Rennkarawane mitfuhren und so einen besonderen Einblick in das Rennen ermöglichten. Der Clou war dabei, dass die Fahrzeuge von ehemaligen Profis gesteuert wurden. Bei der Deutschland Tour waren drei VIP-Fahrzeuge im Einsatz. Eines wurde von Gerald Chiolek, dem Mailand San Remo Gewinner von 2013 und ein weiteres von Andreas Stauff gesteuert, der unter anderem für Quickstep in der World Tour gefahren ist. Wer das dritte Auto fuhr habe ich mir nicht behalten.

Dass Burkhard, der Gewinner des VIP-Platzes, und ich von Andreas Stauff gefahren wurden, hat mich besonders gefreut. "Staufi" sitzt nämlich seit einiger Zeit im Besenwagen! So heißt der Podcast, in dem er gemeinsam mit Paul Voss und Bastian Marks über Radsport spricht. Die Person kennenzulernen, die mir jede Woche den neusten Schwank aus dem Pro-Peloton erzählt, war auf jeden Fall schon mal ein kaum zu überbietendes Highlight. Unser eigener, privater Live-Kommentar-Podcast! (Tatsächlich habe ich einige der Einschätzungen dann einige Tage später tatsächlich aus dem Besenwagen nochmal zu hören bekommen.)


Bevor es los ging gab es aber zunächst mal Armbändchen, ein rotes und ein goldenes. Eines für den Zugang zum VIP-Bereich am Start und eines für das Ziel. in Trier konnten wir die Einschreibeprozedur und Vorstellung der Fahrer aus nächster Nähe verfolgen und ich habe noch einen schnellen Rundgang durch das Fahrerlager eingeschoben. Es ist immer wieder bemerkenswert, wie nah man den Protagonisten im Radsport kommen kann. Besonders bei nicht ganz so großen Rennen wie der Deutschland Tour ist es einfach mit den Fahrern ins Gespräch zu kommen, um nach einem Autogramm oder einem Foto zu fragen und die Räder in Augenschein zu nehmen. Die World Tour Profis verschwinden inzwischen zwar oft in ihren Teambussen, aber es gibt immer noch mehr als genug Gelegenheit die Vorbereitungen zu verfolgen. Wo sonst als im Radsport ist so etwas möglich?

Dann war es aber schon an der Zeit zum Start zu gehen. Es gibt genaue Regeln, wo welche Autos fahren dürfen. Die VIP Autos fahren dem Rennen voraus und dürfen sich hinter die Spitzengruppe fallen lassen, wenn der Abstand der Ausreisser mehr als drei Minuten beträgt. Hinter dem Feld und den Materialwagen darf man auch fahren, aber das ist recht uninteressant, dort sieht man am wenigsten vom Rennen. Über den eingebauten Funkempfänger konnten wir Radio-Tour verfolgen und waren so immer über Abstände, die Fahrer in der Spitzengruppe und den Ausgang der Wertungen informiert.


Beeindruckt haben mich die Zuschauermassen entlang der Strecke. Schon am Start in Trier waren die ersten Kilometer auf beiden Seiten der Strecke gesäumt von Zuschauern. Von der Porta Nigra ging es über den Marktplatz, vorbei an der Basilika und an die Mosel. Am Ortsschild erfolgte der scharfe Start. In jedem Ort entlang der Strecke und an jeder Steigung Zuschauer über Zuschauer. Im Saarland habe ich immer wieder bekannte Gesichter und Trikots entdeckt. Insgesamt wurden im Saarland fünfzigtausend und davon allein in Merzig rund zehntausend Zuschauer gezählt! Für die dann doch recht ländliche Region und die kleinste Stadt unter den Etappenzielen der Deutschland Tour ein echter Erfolg.

Bis die Spitzengruppe die notwendigen drei Minuten Vorsprung hatte, dauerte es eine ganze Weile. Erst im Anstieg von St. Barbara kurz vor der Verpflegung war es so weit. Wir hielten am Rand, machten eine kurze Biopause und warteten auf die Spitze. Ein Paar schnelle Bilder und weiter ging es. Zwischen uns und den Rennfahrern war nur der neutrale Vittoria Materialwagen, zwei Teamautos und der Wagen mit dem Rennleiter.

Die Spitze kurz nach St. Barbara.


Das VIP Menü. Im Kofferraum war auch noch ein Flasche Schaumwein, die aber ungeöffnet blieb.



Kurz vor der nächsten Bergwertung haben wir die Fahrer dann nochmal überholt um in Nohn anzuhalten und Spitze und Hauptfeld vom Straßenrand anzufeuern. In Merzig haben wir das Rennen verlassen und die zweite Runde über Nohn und Orscholz sowie das Finale über den Kreuzberg im VIP Bereich auf dem Fernseher und vom Balkon des des VIP Busses verfolgt.

Einen echten Gänsehaut Moment habe ich bei der Durchfahrt der Fahrer im Ziel gehabt. Tausende von Zuschauern die einen Höllenlärm veranstalten und die Fahrer anfeuern, das hat mich dann doch ein klein wenig Stolz gemacht. Wie heißt es im Saarland Marketing: Großes entsteht im Kleinen!

Rennleiter Fabian Wegmann gibt uns freie Fahrt.


Sprint um den Etappensieg!

Links Burkhard, der VIP Gewinner, In der Mitte unser Chauffeur Andreas Stauff und rechts meine Wenigkeit.


Profiradsport in Merzig! Darauf ein Prost!

Donnerstag, 6. September 2018

Deutschland Tour 2018 - Highlights

Inzwischen ist die Deutschlandtour auch schon wieder über eine Woche vorbei und der Profizirkus ist weitergezogen. In Spanien ist die Vuelta im Gange, in Großbritannien hat die Tour of Britain angefangen und in wenigen Tagen finden in Montreal und Quebec die beiden letzten WT-Eintagesrennen vor der Weltmeisterschaft statt.

Foto Credit @Isaak Papadopoulos

Höchste Zeit nochmal auf ein unvergessliches Wochenende zurückzublicken. Mein absolutes Highlight der viertägigen Rundfahrt war natürlich die Etappe von Trier nach Merzig. Eine Strecke, bei der ich jeden Meter kenne und die fester Bestandteil meines Trainingswege-Repertoires ist. Die Klassikerstrecke hat auch tatsächlich gehalten was sie versprochen hat und stand vom Anspruch dem als Königsetappe klassifizierten Abschnitt des Vortages in nichts nach. Die Fahrer haben sich nichts geschenkt und es dauerte lange, bis die anfangs acht Mann starke Spitzengruppe sich wirklich vom Feld lösen konnte. Robin Carpenter von der US-Amerikanischen Pro Continental Mannschaft Rally Cycling sicherte sich alle fünf Bergwertungen des Tages und das schwarze Trikot mit den weißen Punkten. Rick Zabel war bei den beiden Sprintwertungen am schnellsten, die gewonnen Punkte reichten aber nicht, um in der Wertung um das grüne Trikot mitzumischen.

Der letzte Ausreißer des Tages,  Carpenter, wurde erst zu Beginn des Schlussanstieges zum Kreuzberg in Merzig gestellt. Dort hinauf hat dann kein geringerer als Geraint Thomas für Tempo gesorgt. Der Tour Sieger an der Spitze des Feldes an meinem Hausberg. Welcher Fußballspieler kann erzählen, dass Ronaldo auf seinem Vereinsplatz gespielt hat? Die Attacke von Waren Barguil und Peter Weening hat dann deutlich gezeigt, wie unglaublich schnell World Tour Profis fahren können, wohlgemerkt nach 170 Kilometern im Renntempo und fünf Bergwertungen. Barguil ist den Berg förmlich hochgeflogen in einer Geschwindigkeit, mit der viele Radfahrer im Flachen zufrieden sind.


Am Ende der Etappe war Matey Mohoric von Bahrain Merida der Erste auf der Linie und gewann damit nicht nur die Etappe, sondern übernahm das rote Trikot des Gesamtführenden, das weiße des besten Nachwuchsfahrers und das grüne des Punktbesten. Die Führung in allen drei Wertungen verteidigte der junge Slowene auch auf der vierten Etappe nach Stuttgart. Man kann also durchaus sagen, dass die Deutschland Tour 2018 in Merzig in der Trierer Straße gewonnen wurde.

Durchaus bemerkenswert waren die Resultate der jungen Fahrer unter 25 Jahren. Alle vier Etappen wurden von Nachwuchsfahrern gewonnen, von denen in Zukunft noch viel zu erwarten sein wird und deren Namen man sich merken sollte. In Bonn zeigte der Kolumbianer Alvaro Hodeg seine Sprintkünste. Der Deutsche Meister Ackermann fuhr ein starkes Rennen und unterlag Hodeg nur knapp. Maximilian Schachmann gewann die Etappe in Trier und hätte mit ein bisschen mehr Glück in Merzig die Gesamtführung vielleicht nicht abgeben müssen. In Stuttgart feierte Nils Politt seinen ersten Profisieg, nachdem er in Merzig und Trier nur knapp unterlag. Am höchsten gehandelt ist sicherlich Mohoric, der 2013 in Florenz Weltmeister der U23 wurde und als Erfinder der "Auf-dem-Oberrohr-sitzen-und-pedalieren" Abfahrtstechnik gilt. (YouTube, ab Minute 8).

Die deutschen Kontinental Mannschaften haben sich durch eine offensive Fahrweise bewiesen, Fahrer in den Fluchtgruppen platziert und, auch wenn am Ende chancenlos, eine großartige Vorstellung geboten. Der beste Kontinental Fahrer war übrigens Szymon Rekita vom Luxemburger Leopard Team. Der Pole beendete die Rundfahrt auf Platz 20 der Gesamt- und einem hervorragenden neunten Platz der Nachwuchswertung. Für ihn war die zweite und dritte Etappe ein Heimspiel. Strava zufolge wohnt er in Saarburg und mehr und mehr "Uh-oh's" in meiner Inbox tragen seinen Namen (Die Nachricht, mit der Strava über den Verlust von KOMs informiert). Strava

In der Pressekonferenz nach der Etappe habe ich Mohoric gefragt, was an Radrennen in Deutschland besonders ist. World-Tour Profis fahren ja eher selten hier. Und tatsächlich: "Die Straßen sind sehr gut (very nice and new), besser als in anderen europäischen Ländern!" Das hört man doch gerne.  Die unablässige Folge von kurzen, harten Steigerungen war ebenfalls ganz nach Mohorics Geschmack. Meine Fragen ab 6:15



Auch Tom Domoulin hat sich in dieser Richtung geäussert (MeinSportRadio Podcast, ab Minute 17). Bestätigt wird das von der relativen Arbeitslosigkeit der Besatzung des neutralen Vittoria Materialwagens. Defekte gab es zumindest in den Spitzengruppen nämlich keine zu beheben.

Natürlich gab es auch Abseits des Renngeschehens Erwähnenswertes:


Die Style-Wertung

Profis sehen ja vom Start weg gut aus. Durchtrainiert, dünn, sauberes, einheitliches Kit, Rennräder in einem Tipp-Topp Zustand. Trotzdem gibt es Unterschiede und ich habe ein Highlight und auch ein Lowlight. Top war, dass Maximilian Schachmann in der Pressekonferenz in Trier die gute alte Rennmütze getragen hat. Pure Style! In Zeiten der Baseball Kappe ist das ja leider erwähnenswert geworden. Auf der anderen Seite hat Team Fortuneo mit Waren Barguil mal wieder gezeigt, dass weiße Hosen selbst an Profis furchtbar aussehen. Wer denkt sich sowas aus? Dafür ein kräftiges Buhhhh!



Meet and Greet

Ganz besonders habe ich mich über neue und "real-life" Bekanntschaften gefreut. In Trier stand ich am Ziel neben einem Hobby-Fotografen aus Wittlich. Dabei ist die Deklarierung als Hobby nur dem Umstand geschuldet, dass Walter Lescher mit seinen Bildern kein kommerzielles Interesse verfolgt. Die Ergebnisse können nämlich mit den Bildern der besten Profi Fotografen mithalten. Wie ich auf seiner Homepage gelesen habe, sind seine Bilder ausser im Abschnitt nicht verändert und unbearbeitet. Stattet seiner Homepage unbedingt einen Besuch ab. Walter stand 2016 am Mont Ventoux an genau der Stelle, an der Chris Froome sein Leih-Rad (das vom neutralen Mavic Service) abgestellt hat und anfing zu laufen!  www.walter-lescher.de

Natürlich habe ich mich auch mit Caro aka Miss Ciclista getroffen. Caro war schließlich die offizielle Bloggerin der Deutschland Tour. Zwischen Zieleinlauf, Pressekonferenzen und hundert anderen Dingen war die Zeit zum Fachsimpeln unter Bloggern leider etwas kurz.


Und last but not least muss auch Uli Benke erwähnt werden, den ich mit Insider Tips aus der Region versorgen durfte. Uli schreibt auf Benuli-Cycling über das Radfahren und auf UBenke.de gibt es Bilder zu bestaunen. Leider war auch hier die Zeit knapp und wir hatten keine Gelegenheit zu einer gemeinsamen Tour. Ich hoffe wir finden irgendwann Gelegenheit, dies nachzuholen.



Presse Akkreditierung

Es war ein besonderer Moment, als mir meine Akkreditierung ausgehändigt wurde. Mit ASO Schlaufe, Foto und fetter "Media" Aufschrift, auf dem Batch steht mein Name und "Blogger / Unterlenker - Cycling Blog". Damit gab es Zutritt zum Pressezentrum, den Bereichen direkt an und hinter der Ziellinie sowie dem VIP Bereich am Start. Ich konnte einen guten Eindruck gewinnen, wie all die Rennberichte und Podcasts entstehen, wie schnell man arbeiten und wie gut man organisiert sein muss. In der Pressekonferenz in Trier saß ich neben Bernd Landwehr vom Cycling Magazin, dessen Podcast ich dann am nächsten Tag auf dem Weg zum Start hörte. Und schließlich habe ich auch selbst einige Fragen gestellt. Spannend! Könnte ich öfter machen.




Dinge, die sich nie ändern

Auch wenn man World-Tour Profi ist, sitzen Mama und Papa auf Klappstühlen am Straßenrand, feuern an und fiebern mit. In Merzig konnte ich Erik und Cordula Zabel beobachten, wie sie im VIP-Bereich vor dem Fernseher saßen und Sohnemann Rick zuschauten. Das wäre ein tolles Bild gewesen, aber ich widerstand der Versuchung. Das war ein privater Moment und man muss nicht alles fotografieren. Als das Feld dann am Ziel vorbei kam, sprangen beide auf und versuchten einen Blick auf ihren Sohn zu ergattern. Kurz danach stürzte Rick bei der Einfahrt in den Kreuzberg, nicht schwer, aber der Schreck war Frau Zabel deutlich anzusehen.


Im nächsten Post berichte ich von meinem Tag im VIP Fahrzeug. Also: Stay tuned!

Freitag, 24. August 2018

Behind the Barriers

Das war ein Erlebnis! Heute hatte ich die Gelegenheit als akkreditierter Medienvertreter die zweite Etappe der Deutschland Tour von einer ganz anderen Seite zu erleben: Mit Ausweis um den Hals, Zugang zum Pressezentrum und zur Mixed Zone. Gerade fand die Pressekonferenz mit dem Sieger der heutigen Etappe und neuen Gesamt-Führenden, Maximilian Schachmann von Quick - Step Floors, statt. Jetzt sitze ich im Pressesaal und schreibe diesen Post.


Nach einigen späten Attacken nahmen zwanzig Fahrer starke Spitzengruppe den finalen Anstieg zum Petrisberg in Angriff. Nach der Wertung um Bonifikationssekunden auf dem Gipfel zog Tom Dumoulin (Team Sunweb) voll durch und Maximilian Schachmann ging mit. In der Abfahrt schlossen Matej Mohoric (Bahrain-Merida) und Nils Politt (Katusha-Alpecin) auf. Zwei deutsche Fahrer im Sprint um den Etappensieg! Caramba! Schachman setzte sich mit einer halben Vorderradlänge vor Mohoric durch. Neben dem Etappensieg übernahm Schachmann das rote Trikot des Gesamtführenden, das grüne Trikot der Punktwertung und auch das weisse Trikot des besten Jungprofis. Lediglich das schwarze Trikot des besten Kletterers ist auf den Schultern von Gaetan Pons von Leopard Pro Cycling.

Jetzt geht es um den Gesamtsieg. Ein Vorteil für Schachmann ist, dass jetzt die anderen attackieren und sich absetzten müssen und er sich auf die Kontrolle der Konkurrenten konzentrieren kann. Die Abstände sind aber knapp, die ersten vier Fahrer sind innerhalb 10 Sekunden, bis Platz 21 beträgt der Rückstand lediglich 22 Sekunden. Da ist noch alles drin. Das wird spannend und lässt auf ein Feuerwerk von Radrennen auf der Etappe von Trier nach Merzig hoffen.

Ich habe Schachmann gefragt, ob es auf den letzten Kilometern Anweisungen und Tipps aus dem Materialwagen gab. Er verwies dazu auf YouTube, wo sich einige Videos seines sportlichen Leiters Davide Bramati finden. Und genauso war es auch heute. Er wurde auf allen Sprachen angefeuert. Italienisch, Französisch, Englisch und vielleicht auch auf Deutsch, mehr Emotion als Taktik und vor allem laut, also wohl ungefähr so:


Morgen geht es von Trier nach Merzig und abends werde ich wahrscheinlich alle meine KOMs los sein. Ich bin gespannt und hoffe das Merzig der Deutschland Tour einen tollen Empfang bereitet und der Welt zeigt, was im Saarland so ab geht.

















Montag, 20. August 2018

Deutschland Tour: "Stay or Hop"

Nur noch drei Tage bis zum Start der Deutschlandtour. Es wird Zeit, letzte Pläne zum Zuschauen zu schmieden und sich zwischen den beiden Varianten "Stay or Hop" zu entscheiden. "Stay" ist an einem Platz zu bleiben und von dort das Rennen zu sehen, einen kurzen Moment Live und ansonsten im Lifestream (ARD / ZDF / Eurosport), im Fernseher oder auf einer Videoleinwand. Das ist die übliche Variante etwa bei Bergetappen der Tour de France. Die andere Variante, "Hop", ist ein eigener Sport mancher Fans, der gerne bei den Frühjahrsklassikern in Flandern ausgeübt wird, nämlich das Rennen an mehreren Stellen und so oft wie möglich zu sehen.

Die dritte Etappe der Deutschlandtour bietet sich für dieses Hopping durchaus an. Aber Vorsicht! Wer sich dafür entscheidet, wird vielleicht einen recht stressigen Tag haben und kann das Rennen  auch verpassen. Straßensperrungen, enge Zeitpläne und Verkehrsbehinderungen auf den Ausweichstrecken können einem durchaus einen Strich durch die Rechnung machen. Persönlich habe ich das noch nie versucht und werde es auch nicht machen, habe es mir aber durchaus überlegt. Die Strecke, die ich in diesem Fall gefahren wäre, gibt es weiter unten. Ob dies allerdings umzusetzen ist oder man selbst mit dem Rad schon frühzeitig nicht mehr durchkommt, das kann ich natürlich nicht sagen.


Die "Stay" Variante

Naheliegend ist es den Tag im Zielbereich in Merzig zu verbringen, dort gibt es den ganzen Tag ein großes Rahmenprogramm, angefangen mit Kinderrennen bis zu dem Nachwuchsrennen der weiblichen Jugend (U17) über den Kreuzberg. Dazu eine Expo, Musik und Videoleinwände, eine direkt am Ziel und eine an der Josefs-Kapelle, dem Beginn des Kreuzberg-Anstieges. Dort lässt sich das Rennen mit Sicherheit ganz hervorragend verfolgen und es wird nicht langweilig.

In wenigen Minuten ist man zu Fuß am finalen Anstieg hinauf zum Kreuzberg, ebenfalls ein hervorragender Platz zum Schauen. Die Profis fahren zwar dort nur einmal hoch, dann aber im Finale und es wird mit Sicherheit "Race on" sein! An der Kreuzberg-Kapelle wird für Speis und Trank gesorgt sein und ein Streckensprecher wird die Zuschauer über den Rennverlauf informieren.

In den Ortsteilen Hilbringen, Ballern und Schwemlingen, durch die die Deutschland Tour kommt, werden ebenfalls Fan-Zonen eingerichtet. Gleiches gilt wahrscheinlich auch für Nohn (2. und 4. Bergwertung) und Orscholz, allerdings kann ich dazu keine Informationen finden.

Für die Anreise nach Merzig sollte genügend Zeit eingeplant und nach Möglichkeit Bus und Bahn genutzt werden. Infos zur Verkehrssituation, Straßensperrungen, dem Rahmenprogramm und den Parkplätzen gibt es in diesem Flyer oder auf der Homepage der Stadt Merzig.

"Wohnmobilisten" würde ich den Parkplatz am Garten der Sinne, direkt an Strecke am Kreuzberg, empfehlen. Dort werden zwar keine Bergwertungspunkte, aber wertvolle Bonifikationssekunden vergeben. Zusätzlich kann man das U17 Rennen schauen und ist nur einen kleinen Fußmarsch von der großen Party entfernt. Alternativ findet sich sicher auch ein Platz im Anstieg zwischen Nohn und Orscholz. Dort kommt das Peloton zwei mal vorbei, allerdings ist man ansonsten recht weit ab vom Geschehen.


Die "Hop" Variante

Wer sich daran versuchen möchte, sollte als erste Station auf jeden Fall nach Saarhölzbach fahren. Der steilste Anstieg der Deutschland Tour und die erste Bergwertung der dritten Etappe bieten eine prima Gelegenheit das Peloton in Augenschein zu nehmen (etwa 13:00). Am Ortsausgang fahren die Profis geradeaus Richtung Losheim, Zuschauer können dann die Straße zum Freibad nach Mettlach nehmen und von dort mit dem Rad um die Saarschleife fahren. In Dreisbach sollte man mit dem Rad noch hinauf nach Nohn kommen. Dort kann man dann die zweite (etwa 15:10) und vierte Bergwertung (etwa 15:55) schauen oder nach der ersten Durchfahrt des Feldes über Tünsdorf, Schwemlingen und Besseringen zum Ziel (etwa 16:37) fahren. Mit dem Rad sollte man die Straßensperrungen ganz gut umgehen können, trotzdem ist dies ein sehr sportliches Vorhaben. In jedem Fall empfehlenswert sind ein Gravel-Rad und MTB-Schuhe, um auch Abkürzungen abseits befestigter Straßen nehmen zu können und zu Fuß noch beweglich zu sein. Ganz wichtig sind gute Schlösser um das Rad sicher absperren zu können, mitunter reicht es ja, sich nur einmal kurz umzudrehen um ein Rad verschwinden zu lassen.

Von Saarhölzbach kann man auch mit dem Auto nach Nohn fahren. In diesem Fall wird man nach der Bergwertung ebenfalls zum Freibad nach Mettlach, dann aber über "die Hardt" Richtung Merzig auf die Autobahn nach Luxembourg fahren. Dann nimmt man die nächste Abfahrt, fährt nach Tünsdorf und dann rechts nach Nohn. Vor dem Ort kann man am Straßenrand parken und die restlichen Meter bis zur Bergwertung zu Fuß gehen. Hier empfiehlt es sich m.E. aber auf keinen Fall nochmal nach Merzig zu fahren. Eine gute Alternative besteht auch darin, die Bergwertung in Saarhölzbach zu schauen und dann mit dem Zug von Mettlach nach Merzig zu fahren.

Zusätzlich benötigt man auf jeden Fall das offizielle Roadbook mit den Durchfahrtszeiten und der genauen Strecke. Hier auch als KML File.

Möglichkeiten über Möglichkeiten. Vielleicht ist es da am Besten, einfach an einem Platz zu bleiben und das Rennen ganz in Ruhe und ohne Stress am Straßenrand zu verfolgen. Mit Picknick und Internet Livestream. Für welche Variante auch immer Ihr euch entscheidet: Ich wünsche Euch viel Spaß!

Einen ganz hervorragenden Guide mit einer Menge an Tips zum Radrennen schauen gibt es bei Brügelmann.de. Werft mal einen Blick hinein. Besonders die Dos and Don'ts (Handyflatrate buchen, Picknick, keine Selfies, nicht mitlaufen) sind sehr gut.

Freitag, 17. August 2018

Der Unterlenker berichtet von der Deutschland Tour: "Call for Questions"

An der Deutschland Tour werde ich als offiziell akkreditierter Journalist ohne Presseausweis teilnehmen! So nennt sich die Kategorie in der unter anderem die Blogger und "Neue Medien"- Vertreter geführt werden und die meist, im Gegensatz zu Journalisten richtiger Zeitungen, keinen echten Presseausweis haben. Das bedeutet einen Batch zum Umhängen und Zugang zum Zielbereich, dem Pressezentrum und dem VIP-Startbereich! Vor einigen Wochen habe ich auf der ASO Seite die Akkreditierung beantragt und diese steht tatsächlich auf grün, was bedeutet, dass meine Anfrage validiert und genehmigt ist. Und gerade als ich das hier schreibe, bekomme ich eine Email von der Presseagentur der Deutschland Tour, die dies nochmal bestätigt. Wow. Das wird ganz besonderer Tag werden.

Unterlenker.com wird von der Deutschland Tour berichten, mit echten Informationen aus erster Hand und nicht nur über das schreiben, was schon sonst wo im Internet stand. Da stelle ich mir natürlich die Frage, was interessiert euch, meine Leser, was soll ich herausfinden, worüber sonst nirgendwo berichtet wird, ihr aber schon immer wissen wolltet? Über das Rennen? die Organisation? den VIP Bereich? das Pressezentrum? Fragen an die Fahrer? Den Sieger? Die Wasserträger? Die Mechaniker?

Also, "Call for Questions", sendet mit eure Fragen, die ich für euch stellen soll! 
Hier in den Kommentaren, auf Facebook oder via Email an Boris@Unterlenker.com

Unterlenker D-Tour Serie im Merziger Amtsblatt

Im Vorfeld der Deutschland Tour habe ich eine vierteilige Serie für das Merziger Amtsblatt geschrieben, die kostenlose, offizielle Stadtzeitung, die an alle Haushalte in der Kreisstadt Merzig und in den Ortsteilen verteilt wird. Der Inhalt richtete sich an das generelle, bisher nicht Radsport affine Publikum und war daher etwas allgemeiner gehalten. Als Blogger, der sonst immer nur "im Internet" schreibt, fand ich es eine schöne Abwechslung meine Artikel mal auf echtem Papier zu sehen. "Neues aus Merzig" kann man als PDF hier downloaden.

In Teil 1 (Ausgabe 30) ging es um die Finalrunde über den Kreuzberg,
in Teil 2 um die Einklassifizerung der Deutschland Tour und der teilnehmenden Mannschaften,
in Teil 3 um die verschiedenen Wertungen und Trikots und
in Teil 4 darum, wie man ein Radrennen schaut und sich am Straßenrand zu verhalten hat.

Sonntag, 12. August 2018

Deutschland Tour - 12 Hügel bis zum Sieg - Teil 3

Nach den ersten 110 Kilometern mit der Bergwertung in Saarhölzbach und weiteren vier unklassifizierten Anstiegen wird es nach der Abfahrt vom Saargau hinunter nach Hilbringen so langsam ernst. Das Feld der Deutschland Tour biegt auf die große Finalrunde ein, die zwei mal zu bewältigen ist bevor es in Merzig nach der zweiten Zieldurchfahrt den Kreuzberg hinauf geht. Zwischen Hilbringen und Dreisbach bieten 10 flache Kilometer im Saartal nochmal eine kurze Gelegenheit zum verschnaufen, bevor die Fahrer kurz vor der Saarschleife links abbiegen und die zweite Bergwertung des Tages hinauf nach Nohn in Angriff nehmen. Die Straße wurde vor einigen Tagen neu asphaltiert und rollt jetzt deutlich besser. Sofern man bergauf von Rollen sprechen kann. Das Segment nach Nohn ist recht gleichmäßig und lässt sich gut fahren. Der KOM wird seit einigen Tagen von Syzom Rekita gehalten, einem Fahrer der Luxemburger Kontinental Mannschaft Leopard, die mit einer Wild Card an der Tour teilnimmt. Für die 2,2 km mit 6% Durchschnittssteigung hat er 5:44 min benötigt (VAM 1.352, 410 Watt, Segment 2145574).

In Nohn ist der Spaß aber noch lange nicht vorbei. Nach einer kurzen Abfahrt geht es gleich wieder aufwärts nach Orscholz, dem höchsten Punkt der Etappe auf 387 Meter. Orscholz ist der Ort, von dem man das berühmteste Panorama des Saarlandes sehen kann: Die Saarschleife. Ein "must see" wenn man die Region besucht. Das komplette Segment von der Saar bis nach Orscholz ist ordentliche 6,6 km lang (4%, KOM 16:25, Strava 15281904).

 

Die Garmin Virb Software hat sich leider hartnäckig geweigert das Daten-Overlay korrekt zuzuordnen. Deshalb die beiden Videos ohne meine mickrigen Werte.


Nach einer rasanten Abfahrt auf einer dreispurigen Straße hinunter nach Mettlach, der Heimat von Villeroy & Boch (Empfehlenswert: das Firmenmuseum und die V&B Outlet Stores) steht eine kurze, aber steile Rampe im Weg. "Auf der Hardt" gibt es zum dritten Mal Punkte für das Bergwertungstrikot. Hier ist vor langen Jahren auch mal der Giro d'Italia drüber gefahren. Bei einem der Auslandstarts war Luxembourg Etappenort der Italien Rundfahrt und auf dem Weg in den Süden ging es auch "die Hardt" hoch. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie langsam das Feld damals dort hoch ist, ich war echt enttäuscht. Derzeit liegt der KOM für die 1,3 km bei 3:25 (7,6 %, 1742 VAM, Segment 740178).

 


In Merzig geht es dann zum ersten Mal über die Ziellinie und es folgt einer weiter Runde über Nohn, Orscholz und Mettlach. In Hilbringen wird die zweite Sprintwertung ausgefahren, in Nohn und "auf der Hardt" werden nochmal Punkte für die Bergwertung vergeben. Nach der zweiten Zieldurchfahrt biegt das Peloton dann auf die kurze, finale Zielrunde über den Kreuzberg ab. An meinem Hausberg gibt es zwar keine Punkte für die Bergwertung, aber eine Bonifikation für die Gesamtwertung. Bei den zu erwartenden knappen Zeitabständen sollte das nochmal für richtig Action sorgen. An der Hälfte des Anstieges kommen die Fahrer an der Kreuzbergkapelle vorbei, von der man den besten Blick über Merzig hat und wo die Merziger Weinfreunde den am Kreuzberg angebauten Wein ausschenken werden.

 


Links:
Teil 1 - Bergwertung in Saarhölzbach
Teil 2 - Unklassifizierte Anstiege

Dienstag, 7. August 2018

Deutschland Tour - 12 Hügel bis zum Sieg - Teil 2

Nach der ersten Bergwertung in Saarhölzbach und dem weiteren Anstieg hinauf nach Britten zum zweithöchsten Punkt der 3. Etappe der Deutschland Tour auf 380 Meter sind es zwar 80 km bis zur nächsten Bergwertung, dass heißt aber nicht, dass es bis dorthin flach ist, ganz im Gegenteil. Hier die vier Anstiege ohne Bergwertung:

Schon nach acht Kilometer Gefälle steht die "Mur van Losheim" im Weg. Der KOM liegt bei 3:16, Segment Nummer ist 5681016.


  
Nach dem Anstieg geht es einige Kilometer über eine Hochebene, die "Wahlener Platte", bevor die  rasante Abfahrt in das Haustadter Tal folgt. Am Ende der Schussfahrt Ortseingang Rissental erwartet die Fahrer eine massive Verkehrsinsel. Das ist die einzige Stelle auf der Etappe, bei der ich mir dachte, ui, das ist aber gefährlich. Aber sicherlich wird die Stelle gut abgesichert und im Roadbook gesondert erwähnt sein.

Der nächste Anstieg geht von Düppenweiler am Kupferbergwerk vorbei um den Litermont herum. Der KOM des Segmentes 8373296 liegt bei 3:20, das entspricht einem beeindruckenden VAM von 1540 und 465 Watt und wird von David Büschler gehalten, einem A-Fahrer des Teams Erdinger Alkoholfrei.


  
Danach kommt ein längeres Flachstück. Das Feld fährt hinab nach Piesbach und dann weiter nach Dillingen, wo die erste Sprintwertung des Tages abgenommen wird. Nach dem Wechsel auf die westliche Saarseite geht es dann aber auch schon gleich wieder nach oben nach Sankt Barbara. Das herausragendste Merkmal ist die einzige Serpentine des Tages. Für die Zuschauer aus dem Kreis Saarlouis bietet der Anstieg aber eine tolle Möglichkeit das Rennen zu schauen. Der KOM des Segmentes 6959794 liegt bei 5:53, VAM 1.150. Der Daten Overlay in dem Video hat nicht funktioniert und zeigt leider Quatsch an. 


  
Eine weitere kurze Abfahrt und gleich geht es in Hemmersdorf wieder hinauf auf den Saargau. Oben angekommen wartet der wellige Saargau auf die Fahrer. Die offene Landschaft mit Blick weit nach Frankreich bietet wenig Schutz vor dem zuweilen kräftigem Wind dort oben.  Die Abfahrt hinunter nach Hinbringen, einem Ortsteil von Merzig, wo das Peloton auf die erste Zielrunde einbiegt, lässt auf sich warten. Der KOM liegt bei 9:19, VAM 969, Segment 5520391. Auch hier hat der Daten Overlay nicht funktioniert und zeigt leider Quatsch an. 



Diese Grafik zeigt die Strecke, um die es in Teil 1 und Teil 2 dieser Serie ging, von Saarhölzbach bis Britten. In Teil 3 geht es dann um die Finalrunden.


Links:
Teil 3 - Die Zielrunden