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Sonntag, 11. November 2018

Was auf die Ohren

Im Juli diesen Jahres ging mit dem Besenwagen Podcast eine Sendung “On Air”, wie es sie bisher in der deutschsprachigen Radsport-Podcast Szene noch nicht gab. Paul Voss, bis 2016 Profi bei "Bora - Argon 18”, Andreas Stauff, bis 2015 bei MTN Qhubeka unter Vertrag und Bastian Marks, Physiotherapeut, Bikefitter und C-Wanze mit einem ausgeprägten Faible für Stil auf dem Rad sprechen über alle möglichen und unmöglichen Aspekte des Profiradsports. Dabei sind sie politisch nicht immer ganz korrekt und geben die ein oder andere Geschichte zum Besten, die man so garantiert niemals irgendwo im Radsport-Netz lesen wird.


Rick Zabel wurde vor einigen Folgen mal als wilder Löwe geoutet, der immer auf der Jagd nach den Ladies ist (bis er dann doch eingefangen wurde). An die Geschichte muss ich seitdem immer denken, wenn ich von Zabel lese. Man hört schon mal welche Profis echte Kotzbrocken sind und mit welchen gut auszukommen ist und einiges mehr. Neben all dem Klatsch und Tratsch laden die Drei aber auch immer wieder interessante Gäste ein, die einen echten Einblick in das Profigeschäft geben. Besonders das Gespräch mit Ken Sommer, einem Fahreragenten oder die neuste Folge mit Hendrik Werner, der Coach bei Sun-Web ist, fallen in diese Kategorie.



Fester Bestandteil jeder Sendung sind die neusten Musik- und Instagram oder Social Media Tips der Gastgeber und der Gäste. Nicht alles ist Jedermanns Sache, aber da tauchen schon mal ganz nette  Sachen auf. Die Musik gibt es als Spotify Playlist.

Besonders zu erwähnen ist auch die durchweg tadellose Soundqualität des Podcasts. Man hört deutlich, dass hier etwas Geld in Aufnahmetechnik investiert wurde und im Hintergrund jemand mit Ahnung von der Materie unterstützt, wie Andreas Stauf mir bei der Deutschland Tour erzählt hat. Das trägt sehr zum Hörgenuss bei. In den wenigen Monaten seit der ersten Folge, hat der Besenwagen in meiner Podcast Playlist eine Favoriten Rolle erobert und ich kann nur sagen:

Weiter so! Mehr Trashtalk, bitteschön!


Links
Besenwagen Homepage

Donnerstag, 6. Juli 2017

Tägliche Tour Podcasts

Wer gerne Podcasts hört, sich für Radsport interessiert und des Englischen mächtig ist, kommt nicht am Cycling Podcast vorbei. Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen und kann dies nur immer wieder bekräftigen. Seit 2015 (?) berichten Richard, Lionel und Daniel täglich von den grossen Rundfahrten. Während der aktuellen Tour wird Daniel von François Thomazeau vertreten. Jeden Abend gibt es eine neue Folge mit der Geschichte der Etappe, den aktuellen Entwicklungen, scharfsinnigen Analysen und guten Kommentaren. Der Spaß kommt ebenfalls nie zu kurz. Zusätzlich gibt es werktags jeden Morgen eine "Kilometer Zero" Folge, die in 15 bis 20 Minuten auf ein besonderes Thema eingeht. Heute ging es etwa um die "Breakaway Kings" von Wanty Group Gobert.



Dieses Jahr gibt es aber noch einen neuen alten Bekannten, der einen täglichen Tour Podcast produziert. Der Mann mit den meisten aberkannten Tour-Siegen aller Zeiten: Lance Armstrong!
Man kann zu dem Mann ja viele unterschiedliche Meinungen haben, dass er was vom Radfahren versteht und unterhaltsame Anekdoten erzählen kann, steht dabei ausser Frage. Die Folgen kann man auf allen Padcast Kanälen hören oder auf Facebook oder YouTube als Video sehen. Die Tonqualität ist erste Klasse. Die Serie heißt "Stages", wird dabei aber nicht von dem gleichnamigen Powermeter-Hersteller gesponsert.

Sehr, sehr gut auf jeden Fall. Kann ich ebenfalls nur wärmstens empfehlen:

 

Annähernd täglich sendet Velonews. Sehr unterhaltsam. Es gibt viel zu lachen, nicht immer ganz ernst, aber gerade deshalb super gut.



Habt ihr noch weitere Podcasts in euren Podcast-Apps, die täglich von der Tour de France berichten? Über Links und Anregungen in den Kommentare freue ich mich.

Links:
Armstrong Stages auf Facebook / Homepage
Cycling Podcast Homepage
Velonews Podcast Homepage

Mittwoch, 6. Juli 2016

Heldenverehrung

The Cycling Podcast sendet während der Tour de France täglich. Neben dem großen Podcast, der am späten Abend erscheint und die Ereignisse des Tages bespricht gibt es auch kleinere Episoden, die sich einem bestimmten Thema widmen. Eine dieser "Kilometre 0" Folgen handelte von der Wiedergeburt des Deutschen Radsports: "The rebirth of German cycling".

Unter anderem kam Rolf Aldag zu Wort, früher Fahrer beim Team Telekom und heute Performance Manager bei Team Dimension Data. Auf die Frage warum der Radsport in Deutschland nach den Dopingskandalen einen viel herberen Einschnitt als in anderen Ländern verkraften musste, sagte er etwas sehr interessantes. Die Deutschen, so Aldag, tendieren zur Heldenverehrung. Es ging weniger um den Radsport, sondern mehr um Jan Ulrich, den Helden in Gelb, den ersten Deutschen Tour de France Gewinner. Ähnlich im Tennis mit Boris Becker und Steffi Graf oder im Motorsport mit Michael Schuhmacher. Fällt der Held aus, noch dazu durch einen Skandal wie im Fall Ulrichs, ist die Fallhöhe umso höher und erklärt auch den Ausstieg der öffentlich rechtlichen Sender aus der TdF Berichterstattung.

Ganz anders in Ländern wie zum Beispiel in Belgien. Ohne Frage ist es das Größte wenn Tom Boonen die Flandernrundfahrt gewinnt. Aber auch wenn keine Belgier gewinnen oder auch nur Chancen auf einen Sieg haben, die Belgier stehen trotzdem am Rand und jubeln den Fahrern zu, egal aus welchem Land.


An dieser Stelle kann ich den Cycling Podcast übrigens zum wiederholten Male nur wärmstens empfehlen, die regulären Folgen genauso wie Kilometre 0 und die Friends of the Podcast Folgen (aktuell ein Spezial über die Operation Puerto).

Freitag, 4. Dezember 2015

Radsport Podcasts

Caro von ciclista.net hat gestern auf Twitter nach Radsport Podcasts gefragt. Der Frau kann geholfen werden!

Die Off-Saison macht sich zwar auch bei den Podcasts bemerkbar, der Abstand zwischen den einzelnen Folgen ist teilweise recht groß, aber es gibt immer noch genug zu hören. In meinem Podcast Feed befinden sich genau zehn Radsport-Podcasts, alle auf englisch. Meine gelegentliche Suche auf iTunes hat noch keinen deutschen Radsport-Podcast zu Tage gefördert. (Diesen Zustand zu beenden wäre ja mal ein Vorsatz für 2016!)

Hier also meine Top 10, die Reihenfolge ist einfach so wie sie gerade in der Podcast App angezeigt wird.

Mountainbikeradio.com

Wie der Titel sagt, geht es um Mountainbikes, nicht unbedingt mein Thema. In dem Feed verbergen sich aber verschiedene Podcast-Serien, eine davon ist der Apex Nutrition Podcast. Ben Welnak, der Gründer von Mountainbikeradio unterhält sich mit Kelli Jennings sehr detailliert und interessant über Ernährungsfragen im Ausdauersport. Kelli hat auch eine eigene Webseite, apexnutritionllc und erstellt auch Ernährungspläne. Sozusagen ein Personal Food Coach! In der letzten Folge ging es um Magnesium. Habt ihr gewusst, dass man Magnesium auch über die Haut aufnehmen kann statt oral?

Cycling Time Trial Podcast

Hier geht es um den Kampf gegen die Uhr. Mark Florence spricht mit wechselnden Gästen über Aerodynamik, Training, Material und Zeitfahren. Oftmals sehr interessante Gäste. Michael Hutchinson war schon einige Male zu Gast und sprach über die verschiedenen Stundenweltrekorde. Oder die aktuelle Inhaberin des Stundenweltrekords der Frauen, die Amerikanerin Molly Shaffer van Houweling.

The Cyclingnews Podcast

Cyclingnews ist eine englische Radsport Seite, bei der es in erster Linie um den Profiradsport geht. Die Straße nimmt dabei den größten Teil ein und so ist es auch beim Podcast. Zuletzt einige Specials mit Geraint Thomas, Fabian Cancellara, David Millar und Michael Rogers. Während der Tour tägliche Shows.

The Telegraph Cycling Podcast

Für mich der Podcast Nummer Eins. Wenn ich alle löschen muss und nur einen Feed behalten darf, dann diesen. Richard Moore, Lionel Bernie und Daniel Friebe sprechen über den Profi Zirkus. Das aber mit einer Fachkenntnis die seinesgleichen sucht. Dazu mit Esprit und Witz und auf höchstem journalistischem Niveau. Keine Amateure. Interviews mit den Größten des Sports. Erwähnenswert ist auch der Merchandising Shop, die Sprüche auf den T-Shirts erschließen sich allerdings erst richtig wenn man den Podcast eine Zeit hört. Für läppische fünf Pfund kann man auch ein Friend of the Podcast werden und hat dann Zugang zu exklusive Episoden. Gut angelegtes Geld und eigentlich viel zu günstig. Hier habe ich schon mal darüber geschrieben.

The DC Rainmaker Podcast

Der Godfather der Sport Elektronik spricht mit Ben Hobbs über Pulsuhren, Powermeter, Actioncams etc. etc. etc. Immer sehr unterhaltsam. Hörer können Fragen auf Band hinterlassen die dann vorgespielt, kommentiert und beantwortet werden. Auch ein Muss im Podcast-Feed.

The Recon Ride

Recon ist die Kurzform von Reconnaissance, Erkundung. Wenn man sich eine Rennstrecke vor dem Rennen anschaut, dann ist das ein Recon Ride. Und das machen Dane Cash und Cosmo Catalano vor jedem großen Profirennen. Nicht mit dem Rad, aber sie sprechen über die Strecke, die Starter, mögliche Taktiken und geben ihre Tips ab, wer gewinnt. Daneben gibt es auch Post-Race Analysis und Interviews. Cosmo Catalano macht übrigens die exzellenten "How the race was won" Analysen.

Velocast Shorts

Auch hier geht es um den Profiradsport. Die eigentliche Show kostet an die 90 britische Pfund im Jahr und erscheint während der Saison nahezu täglich, glaube ich zumindest. Ich habe es nicht abonniert. Es gibt allerdings einen kostenlosen Feed, die Velocast Shorts, dort tauchen auch immer mal wieder ältere Folgen auf. Alleine schon wegen dem krassen schottischen Akzent hörenswert.

The Rouleur Podcast

Rouleur ist ein unvergleichliches britischen Radsportmagazin. Der Podcast erscheint immer kurz vor der Print Ausgabe. Redakteure und Gäste besprechen die jeweils kommende Ausgabe. Es gibt ein Rätsel und etwas zu gewinnen.

VeloVoices

Motto: "Many Voices, one Passion - Pro cycling For Fans By Fans". Sehr unterhaltsam, in voller Besetzung unterhalten sich Tim, Kathi, Jack, Panache, Ant und Mitch über die gerade anstehenden Profirennen. Sehr meinungsstark. Spezialität: Alle Fahrer von Rang bekommen Spitznamen, welche? Hört den Podcast. Zwei verrate ich: Argo Sun God = Marcel Kittel, Baby Black Bird = Contador und Mighty Deg = Degenkolb (ups, waren drei, egal).

The Spokesmen Cycling Roundtable Podcast

Hier geht es um Radsport, um den Profizirkus, um Radfahren im Allgemeinen, um das Verhältnis von Radfahrern und Autofahrern (Cyclist Safety an Advocacy) und um die Bike-Industry. Kommt aus den USA, die Verkehrssachen sind oftmals sehr erstaunlich aber auch interessant zu hören wie es anderswo auf der Welt läuft.

Alle genannten Podcasts sind auf iTunes zu finden, über die Webseiten zu hören und sicher auch auf vielen anderen Plattformen verfügbar.

Was habt ihr an Radsport Podcasts in euren Feeds? Lasst es mich in den Kommentaren wissen, freue mich über Tipps.

Dienstag, 22. September 2015

A new chain is a slow chain!

Heute habe ich den aktuellen Spokesmen Podcast gehört. In Folge 122 sind einige Interviews zu hören, die Carlton Reid auf der Eurobike geführt hat. Unter anderem mit Alex Trimnel, dem Managing Director von Muc-Off. Trimnel spricht unter anderem darüber, wie wichtig es ist dass die Kette sauber und in optimalem Zustand ist. Habt ihr gewusst, das nagelneue Ketten ziemlich schlecht sind, was die Effizienz anbelangt? Grund sind die Toleranzen der Hersteller. Damit die Ketten nicht auseinander fallen, werden die Bolzen eher etwas größer und die Löcher etwas kleiner gemacht. Das führt dazu, dass es eine Weile dauert bis sich die Kette leicht bewegt. Die Kette muss eingefahren werden! Muc-Off macht das für Team Sky auf einem Prüfstand. Die Ketten werden eingefahren, gesäubert und speziell behandelt. Danach gehen diese dann zurück an Team Sky. Durch diese Prozedur werden einige Watt gewonnen und dabei ist diese Optimierung wohl erst am Anfang.

Also: Kette putzen!!

Sehr interessantes Interview! Muc-Off ab Minute 33

The Spokesmen #122 – Eurobike 2015

Samstag, 16. Mai 2015

DC Rainmaker Podcast

Zusammen mit TRS Triathlon produziert Ray Maker aka DC Rainmaker einen Podcast, in dem es um all die Sporttechnologie Dinge geht, um die es auch auf Rays Webseite geht: Pulsuhren, Powermeter, Garmin vs. Polar und und und. Zuhörer können Fragen auf einem Anrufbeantworter hinterlassen, die dann im Podcast beantwortet werden.

In Folge Zwei sprach Ray auch über die Art und Weise wie er testet und vor allem wie er zu den Produkten kommt. Er bekommt zwar von den Firmen zwar Test- und Vorserienmodelle zugesendet, diese schickt es aber nach dem Test bzw. sobald sie im Einzelhandel verfügbar sind, zurück und kauft sich ganz regulär sein eigenes Gerät. Wenn Ray Firmen besucht bezahlt er seine Reise, seine Unterkunft und sein Essen selber. Er sagt, dass Äusserste was er akzeptiert ist ein Kaffee im Besprechungsraum.


Diese Herangehensweise finde ich exemplarisch und gar nicht genug hervorzuheben. Denn nur so kann doch die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit gewahrt werden. Wie will ein Journalist, der von "BigCompany XYZ" zu einer Vorstellung und zu einem Test der neusten Modelle nach, sagen wir, Mallorca eingeladen wird und dem Flug, Hotel usw. bezahlt wird anschliessend schreiben, dass die Produkte nichts taugen? Man hat immer zwei Seiten einer Medaille und kann etwas so oder so darstellen. Die Journalisten der Radsportzeitungen die zu solchen Events reisen und das evt. noch nicht mal explizit im Bericht erwähnen haben ja ein Interesse das nächste Mal nochmal eingeladen zu werden. Die Firmen wissen das und spekulieren natürlich darauf, dass auf diese Art und Weise Berichte besser ausfallen.

Das muss man immer im Hinterkopf behalten, wenn man die "Test-Berichte" auf diversen Online Plattformen oder Radzeitungen liest. Und wenn auf einem bestimmten Rad die Tour de France gewonnen wird, dann liegt das vielleicht nicht daran, dass dies das beste Rad war, sondern einfach die Firma mit dem größten Marketingbudget.

Ich hatte dieser Tage die Möglichkeit an einem Testprogramm eines interessanten Aerorahmens teilzunehmen. Den Rahmen hätte ich immer noch zum Teil bezahlen müssen. Was es aber bedeutet, ein "Testfahrer" zu sein, hat ein Blick in den Vertrag offenbart. Jedwede negative Kommentare über das Produkt, sei es in Blogs, auf Facebook oder sonst wo, sind strengstens untersagt. Positives Feed-Back darf dagegen gerne und ausdrücklich mit der ganzen Welt geteilt werden. Bezahlt wird am Ende mit der eigenen Glaubwürdigkeit. Ein Profi wird auch nie etwas schlechtes über seinen Sponsor sagen oder schreiben, darum geht es ja. Der Sponsor gibt Material, der Sportler erzielt Erfolge, die breite Masse kauft. Die Frage ob die Erfolge wegen oder trotz des Materials erzielt wurden, wird dann selten gestellt.

Interessant in diesem Zusammenhang die Politik von Specialized, die seit einigen Jahren der Eurobike und der Interbike fernbleibt und statt dessen auf eigene Events für Kunden, Händler und Presse setzt. Dabei kommt dann sowas raus, Lobhudelei. Mehr dazu u.a. im Bike-Magazin oder bei BicycleRetailer.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

The Cycling Podcast

Auf dem Weg zur Arbeit habe ich heute die aktuelle Folge des Cycling Podcasts gehört. Dabei ging es um das Sechstagerennen in Gent. Sehr interessant und sehr gut gemacht. Auf Englisch.

Lionel Birnie reist nach Gent und besucht das Sechstagerennen. Er spricht mit Fahrern, Betreuern, Trainern und fängt die Atmosphäre in großartiger Manier ein. Tagsüber unternimmt er mit Freunden eine Radtour durch Flandern auf der Strecke der Ronde und besucht das Museum der Flandernrundfahrt.


Auch via iTunes.
Hier gehts zur the Cycling Podcast Homepage