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Dienstag, 18. Oktober 2016

Kickstarter Zielgerade für LVL

Vor einiger Zeit habe ich hier über Hydration geschrieben. Das LVL ("Level" gesprochen) Armband zur Bestimmung des Flüssigkeitsstatus von BSX kann noch eine Woche bei Kickstarter vorfinanziert werden. Für 129 USD, also rund 120 Euro (ohne Versand und Zoll) kann man sich das Armband sichern. Der spätere Verkaufspreis soll bei 199 USD liegen. Die Kampagne ist ein Riesen Erfolg, bisher sind eine Million (1.000.000,00 !) USD zusammengekommen und das ursprüngliche Funding-Ziel ist mit 2000% weit über erfüllt. Damit ist die Kampagne eine der erfolgreichsten Kickstarter Projekte für "Wearable Devices" aller Zeiten.

Das Armband soll Mitte 2017 verfügbar sein, das ist recht lange hin, aber nach den Verzögerungen mit dem ursprünglichen BSX-Insight ist zu hoffen, dass BSX mit der gesammelten Erfahrung das Ziel diesmal halten kann.

Links:
Ein detaillierter Artikel von Ray Maker aka DC Rainmaker.


Mittwoch, 20. Januar 2016

Bock Cycles: Felgen und mehr aus Holz

Heute morgen bin ich über eine interessante Kickstarter Kampagne gestolpert: Radfelgen aus Holz! Wer das jetzt für irgendeinen Hipster-Kram hält, liegt weit daneben. Bis in die 50er Jahre war Holz das Nonplusultra Material für hochwertige Fahrradfelgen. Ich hatte zwar selber noch nie das Vergnügen Holzfelgen zu fahren, aber es heißt dass die Dämpfungseigenschaften für eine unvergleichlich sanfte Fahrt sorgen.

Das einzige was ich mal besessen habe, was heute aus Carbon, früher aber aus Holz war, waren Radschuhe. Ein großes Sportgeschäft in unserer Gegend, die Saarländer werden sich an Trewa-Sport erinnern, hat damals Puma Radschuhe mit Holzsohle verramscht. Ich glaube ich hatte zwei oder sogar drei Paar. Die Schuhe waren für Häkchen-Pedale und hatten noch keine Bohrungen für Look-Pedale, da musste man zur Bohrmaschine greifen. Was aber gar nicht so unüblich war, zumindest lagen den Look-Pedalen damals immer Gewindeeinsätze bei. Die Sole war zwar etwas dicker, dafür aber sensationell steif, gar kein Vergleich zu den damaligen Plastiksohlen. Und natürlich wurden die Schuhe geschnürt! Der Oberschuh war aus grauem Wildleder. Im Sommer war es manchmal etwas warm in den Schuhen, aber ansonsten: Ein Traum. Auf dem Foto auf der Worum es geht Seite habe ich die Schuhe übrigens an.

Aber zurück zu den Holzfelgen. Johannes, der Schreiner und Pepe, der Designer sind zwei junge Burschen aus dem Dresdner Land die bei Kickstarter Kapital für die Vergrößerung ihrer Produktion sammeln.

Es gibt verschieden Pledges, von symbolischen 5 Euro bis hin zu 340 Euro für einen Satz Holzfelgen und passende Schutzbleche aus Holz. Das ist eine Stange Geld, bewegt sich aber absolut im Rahmen dessen, was man auch woanders für solche Handwerksstücke auf den Tisch legt.

Hier geht es zur Kickstarter Kampagne. Der Film ist erfreulich authentisch und keines dieser hochglanzpolierten Marketing Videos, die man sonst oftmals in Kampagnen findet. Ich bin gespannt ob die Beiden ihr Ziel erreichen und wie es weitergeht. Bock Cycles ist auch auf Facebook zu finden.


Mich hat interessiert, wie man auf die Idee kommt Felgen aus Holz zu bauen und wer die beiden Typen sind. Pepe und Johannes waren so freundlich und haben sich ein paar Minuten Zeit genommen um meine Frage zu beantworten

Unterlenker: Erzählt doch mal kurz wie ihr zum Radfahren gekommen seid.

Pepe: Durch meinen Vater als ich 5 war. Nein im Ernst: So richtig ging es bei mir erst los als ich ein Alex Singer Rad aus einer französischen Schmiede gesehen habe. Daraufhin beschloss ich selbst so eines fahren zu wollen. Leider sind seine Bikes zu teuer und daher fing ich an alte Stahlrenner aufzuarbeiten.

UL: Was ist eurer bevorzugtes Radsportsujet? Auf der Straße, im Gelände?

Johannes: Wir fahren beide Rennrad, ich bin mehr der moderne Typ, Pepe hingegen fährt auch gern Touren quer durch Europa auf seinem Randonneur.

UL: Nehmt ihr auch an Rennen oder Wettbewerben teil?

Johannes: Nein, noch nicht. Wir wollen aber dieses Jahr auf unseren Holzfelgen die L'Eroica Italia mitfahren und bei verschiedenen urbanen Rennen vorbei schauen. Ein Alleycat in Deutschland wäre ein Traum, ein Radrennen voller Individualisten.

UL: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, die gute alte Holzfelge wiederzubeleben?

Pepe: Am Anfang war alles eine Schnapsidee, bis Johannes mich irgendwann anrief und meinte er habe in der Tischlerei, wo er seine Ausbildung absolviert, eine Holzfelge gemacht. Wie er schon erwähnte, weine ich ein wenig den alten Tagen der Radgeschichte nach: Bis in die Vierziger fuhr man standartmäßig im Profirennsport Holzfelge, weil diese viele Vorteile bietet wie eine natürliche Federung oder durch die Elastizität des Materials kein wirkliches Risiko auf Seitenschläge. Heute fährt man nur noch beim Paris-Roubaix manchmal Holzfelge.

Johannes: Jeder will seinem Rad einen eigenen Look geben, auch wir. Holz hat viele Eigenschaften die sich von in Massen produziertem Alu absetzt. Unser Prototyp der Flachprofilfelge wiegt gerade einmal 334 Gramm und sollte dank der Optik auch Fixie-Fahrern gefallen. Zudem können wir die Felgen nach individuellen Wünschen gestalten.

UL: Könnt ihr kurz erklären, für Nicht-Schreiner, wie aus einem Stück Holz eine Felge wird? Ich nehme ja mal nicht an, dass das nicht aus dem Vollen gefräßt wird, dass müsste ja sonst ein ganz schön gewaltiger Baum sein.

Johannes: Die Felgen, wie auch die Schutzbleche, bestehen aus mehreren Holzschichten die auch aus verschiedenen Harthölzerarten bestehen können, wie Buche, Esche, Ahorn oder Nußbaum. Dabei gilt je langfasriger desto besser. Dadurch ist eine höhere Stabilität gewährleistet und wenn die Felge ordentlich eingespeicht wurde verzieht sich das Laufrad nur schwer bis hin zu gar nicht.

UL: Wie ist das mit dem Bremsen auf Holz? Und wie ist das im Regen? Kann die Felge sich nicht verziehen? Und bremsen im Regen?

Johannes: Gebremst wird mit Kork-Bremsbelägen, wie bei Carbonfelgen. Dadurch entsteht ein nur sehr geringer Abrieb. Ein Gummibremsbelag ginge auch, jedoch entstehen dann schwarze Streifen auf der Bremsflanke und es riecht fürchterlich. Regen ist nicht wirklich ein Problem, die Felge wird mit Öl und Wachs dahingehend behandelt, dass kaum bzw. überhaupt keine Nässe eindringen kann. Das ist ein großer Fortschritt im Gegensatz zu vor hundert Jahren, wo die Entwicklung solcher spezieller Wachse noch nicht soweit war.

UL: Holzfelgen und Scheibenbremsen sollten doch gut zusammenpassen, was meint ihr?

Pepe: Das ist Geschmackssache. Ich kenne Johannes' Abneigung gegen diese Art von Bremsen. Praktisch betrachtet aber ist die Bremseffizienz natürlich, wie auch bei anderen Felgen, deutlich höher. Alternativen sind eine schwere Trommelbremse für Citycruiser oder die eben genannten Kork-Bremsbelege die besonders im Gewicht punkten.

UL: Jetzt kann man mit Felgen alleine ja noch recht wenig anfangen und Laufräder bauen setzt ja schon fortgeschrittene Schrauber-Kenntnisse voraus, plant ihr vl. auch kommplette Laufräder anzubieten?

Pepe: Ja tatsächlich, das planen wir. Allerdings streben wir eine Kooperation mit führenden Nabenherstellern an um auch da Qualität zu gewährleisten, oder der Kunde schickt uns die gewünschte Nabe bzw. wir bestellen sie und speichen sie dann gegen einen handelsüblichen Aufpreis mit ein.

UL: Vielen Dank für eure Zeit und viel Erfolg mit der Kickstarter Kampagne. Der Unterlenker drückt euch die Daumen.

Links:
Bock Cycles Kickstarter
Bock Cycles Facebook
Cyclingtips: Is Wood the Goods?

Freitag, 11. April 2014

Mobile Laktat Messung - Sehr cool!!

Morgen läuft die Crowd-Funding Phase eines Kickstarterprojektes aus, bei der ein mobiles, nicht invasives Laktatmessgerät finanziert wird. Der Mindestbetrag wurde bereits weit überschritten.

Das Gerät wird an der Wade getragen und sendet (seeeehr grob erklärt) einen Infrarot Impuls unter die Haut, je nachdem wie der reflektiert wird kann am Ende die Laktat Konzentration im Blut berechnet werden. Die Daten werden fortlaufend ausgezeichnet und per ANT+ z.B. an einen Garmin Device übertragen und dort angezeigt. Auswertung erfolgt mit dem Tariningstool von BSX, der Firma die das Gerät herstellt oder mit beliebigen anderen Tools, z.B. Garmin Connect.

Es gibt ein Gerät nur für Läufer und ein Gerät mit zwei Profilen zum Laufen und Radfahren.

Alle Details finden sich auf der Kickstarter Seite oder auf der BSX Homepage.


Steve Magness hat einen sehr interessanten Artikel auf seinem Blog Science of Running über das Projekt geschrieben und es scheint wirklich Hand und Fuß zu haben.

Ich bin am zucken ob ich die 200 Euro investieren soll. Damit wäre ich ja mal wirklich "ahead the curve". Auf der anderen Seite ist es wirklich Aufwand mit den Daten zu arbeiten. Wie auch immer, sehr cool!!