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Sonntag, 14. Februar 2021

Haferbrei für Sieger

Eigentlich bin ich ja "Team-Müsli", knusprig muss es sein und am besten mit Schokolade. Allerdings kann so ein richtig gutes Vollkornmüsli schon mal schwer im Magen liegen und ist daher nicht unbedingt die beste Mahlzeit vor einer Radfahrt. Der gute alte Haferbrei aka Porridge ist da schon besser. Die an Schlotzigkeit kaum zu übertreffende Konsistenz stellt den Magen vor deutlich weniger Herausforderungen. Üblicherweise ist Porridge süß, meist irgendwas mit Obst. Das Rezept für "Wout's Champion Oats" in der Rouleur 20.7 hat dann sehr meine Neugierde geweckt. Ein herzhafter Haferbrei! Mit Käse, Gemüsebrühe und einem pouchierten Ei! Ausgefallen und ausgesprochen simpel zur gleichen Zeit. Und wenn Wout van Aert das zum Frühstück isst und damit so schnell fährt, dann mal her damit! 

Zutaten:

  • 50gr zarte Haferflocken
  • 150ml ungesüßte Mandelmilch (ich habe normale Milch genommen)
  • 100ml Wasser
  • 1 Messerspitze Gemüsebrühe (Vorsicht bei der Dosierung, weniger ist mehr!)
  • 1 Pouchiertes Ei (oder ein Spiegelei)
  • Salz und Pfeffer
  • Oregano (ich hatte nur Petersilie zur Hand)
  • 10gr geriebenen Parmesan
  • 1/4 Avocado (ähhh, nicht für mich)
Zubereitung:
  • Wasser und Milch erhitzen bis kurz vor den Siedepunkt
  • Gemüsebrühe unterrühren
  • Haferflocken dazu geben und bei niedriger Hitze und unter gelegentlichem Rühren bis zum Erreichen der Schlotzigkeit garen
  • Währenddessen das Ei pouchieren
  • Das Porridge in eine Schüssel geben
  • Den Parmesan kurz unterrühren, das Ei drauflegen
  • Etwas Salz, Pfeffer und Kräuter darüber
  • Die 1/4 Avocado in dünnen Scheiben dazu (oder auch nicht)
Wie bei Porridge üblich und leicht umzusetzen sind dem persönlichen Geschmack keine Grenzen gesetzt. Ich werde das nächste Mal vielleicht noch etwas Bacon dazu geben. Oder auch einfach nur etwas rohen, kleingeschnittenen Schinken. Oder ... ?



Mir sind schon bei weitem bessere pouchierte Eier gelungen, aber naja, so ist es halt, wenn es drauf ankommt.

Freitag, 18. März 2016

Zum Mittagessen gehört ein Nachtisch!

Letztes Wochenende habe ich das Spitzensport Symposium des Bund Deutscher Radfahrer in Frankfurt besucht. Die Veranstaltung stand unter dem Motto

Leistungsoptimierung - Lernen von den Besten

Der Sportmediziner Dr. Jürgen Grunwald und der Schweizer Ernährungsguru Jürg Hösli treiben die Optimierung auf die Spitze.Und das nicht nur mit Erfolg, sondern auch mit neuen Methoden und Ansichten. In dieser Veranstaltung werden sie ihr Fachwissen zum Thema Diagnostik und Ernährung preisgeben und ihre erfolgreichen Verfahren live vorstellen. Dabei nehmen sie nicht nur Stellung zu den aktuellen Themen, sondern gehen insbesondere auf den Nachwuchs- und Spitzensport ein.
(Quelle: bdr-ausbildung.de)

Dr. Grunwald war wegen Krankheit leider verhindert, so dass der Diagnostik Part weitgehend ausgefallen ist. Jürg Hösli hatte aber keine Probleme den Tag mit den Ernährungsthemen zu füllen.

Vormittags hat Hösli ausführlich uber die Funktionsweise des Stoffwechsels referiert. Wobei das so viel und so komplex war, dass ich mir nur wenig davon behalten konnte. Später ging es dann um die Bestimmung der Körperzusammensetzung per Bioelektrischer Impedanzanalyse. Das ist die Technologie, die jeder Körperfettwaage zugrunde liegt. Für Hösli spielt das Körperfett dabei nur eine sehr untergeordnete Rolle. Viel wichtiger sind andere Kennziffern, Extra Cellular Water (ECWU und Intra Cellular Water (ICW), aus denen sich Rückschlüsse u.a. auf den Zustand des Organismus ziehen lassen. Anhand vieler Fallbeispiele wurde gezeigt ob jemand trainiert ist oder nicht, gestresst oder erholt. Bemerkenswert war, dass es sich dabei um eine Off-Label Anwendung der entsprechenden Geräte handelt. Das was Herr Hösli damit anstellt kann man nirgendwo nachlesen, weder in wissenschaftlicher Literatur und schon gar nicht in der Bedienungsanleitung.


Nächster großer Punkt war die Informationsgewinnung per Körperfett-Messzange. Natürlich kann man auch hier einfach messen und nach verschiedenen Modellen das Körperfett in % berechnen. Aber Hösli wäre nicht die Koryphäe die er ist, wenn er nicht auch hier ein Off-Label Anwendung entwickelt und ein Meer an Informationen erschlossen hätte. Auch wieder anhand vieler Fallbeispiele wurde gezeigt, welche Informationen über die Lebensgewohnheiten der Menschen nur mit der Information über die Dicke der Hautfalten gewonnen werden können. Unterschiede zwischen dem rechten und dem linken Bein deuten u.a. auf Dysbalancen hin, eine im Vergleich zu den übrigen Messungen dicke Falte am Bauch auf regelmässig spätes Essen (Da der Stoffwechsel abends und nachts anders arbeitet, wird abends zugeführte Energie eher im Bauchraum gespeichert).

Was gibt es sonst noch zu erwähnen? Einige Stichpunkte die mir im Gedächtnis geblieben sind:
  • Bei der Frage nach veganer Ernährung im Nachwuchssport hat Herr Hösli gesagt: "Irgendwann wird er sich entscheiden müssen, vegan oder Leistungssport."
  • Es gibt keine sinnvollen Diäten, low carb, high fat, Säuren-Basen, Paleo, alles Quatsch. Natürlich können diese Strategien im Einzelfall durchaus und für eine begrenzte Zeit zielführend sein, niemals aber für Alle unter allen Umständen.
  • Kohlenhydrate sind weder gut noch böse. Wenn der Körper Zucker benötigt, muss man ihm Zucker geben.
  • Im Training oder im Rennen ist ein Mars genauso gut wie ein High-Tech Energie Riegel. Der Körper braucht Zucker, Mars hat ne Menge Zucker, alles prima.
  • Pasta, Weltklasse wenn man es zum richtigen Zeitpunkt ist.
  • Zu jedem Mittagessen gehört ein Dessert
  • Mit dem falschen Essen und auch zu wenig Essen kann man seinen Körper kaputt machen. Das kann sich darin äussern, dass der Stoffwechsel so am Boden liegt, dass keine Energie mehr bereitgestellt werden kann und man immer schlapp, müde und abgespannt ist.
  • Kohlenhydrate sind weder schlecht noch gut, genauso wie Gluten, Lactose, Fructose oder rotes Fleisch und fette Würste.
  • Tagsüber genug essen um nicht Abends alles nachholen zu müssen, wenn man dem Hunger irgendwann nicht mehr standhält.
  • Supplemente sind nicht notwendig! Punkt!
  • Zu Stoffwechselkursen mit Globulis: Schallendes Lachen (fast). 
  • Am Abend sollte der Genuss die Qualität, nicht die Menge sein.
  • Training beginnt mit dem Essen 
  • Training mit mehr Kohlenhydraten fühlt sich weniger intensiv an
Ernährung ist ein unglaublich vielschichtiges und komplexes Thema mit Auswirkungen auf alles. Unseren Schlaf, unsere Stimmung, natürlich die Gesundheit, Leistungsbereitschaft und Leistungsvermögen. Und alles hängt mit allem Zusammen.

Auf der anderen Seite ist es ganz einfach. Mein Vater sagt seit je her: "Alles mit Maß und Ziel!" Und, das möchte ich ergänzen, mit gesundem Menschenverstand! Genauso wenig wie ein bestimmtes Intervalltraining für alle Sportler empfehlenswert ist, kann eine bestimmte Ernährungsweise für alle das "Non Plus Ultra" sein. In diesem Sinne: Guten Appetit!

Links:
Homepage Jürg Hösli, insbesondere zu empfehlen der Blog, zum Beispiel hier zur Frage was gesunde Ernährung überhaupt ist oder hier zu Zucker

Sonntag, 17. November 2013

Echtes Essen für echte Radfahrer

Jetzt wird's wieder kalt draussen und die Touren länger (Grundlagenausdauer!!) und da ist es doch ganz gut Energienachschub im Trikot zu haben. Zur Sicherheit. Dabei gilt natürlich Regel #91 "No Food On Training Rides Under Four Hours". Ich habe heute zwar schon nach 2,5 Stunden gegessen, aber nur um diesen Blogpost schreiben zu können. Ich hoffe Johann wird darüber hinwegsehen. Die Frage um die es hier gehen soll ist auch vielmehr, was in die Trikottasche kommt.
Mein Sohn (9) hat meine Mutter vor kurzem überredet, ihm Powerbar Riegel zu kaufen (Für ne 20 KM Tour mit meinem Vater). Ich dachte nur WTF?? Meine Mutter hätte mit sonst etwas erzählt wenn ich nach einem "Müsliriegel" für über fünf Mark gefragt hätte. Und natürlich ist was übrig geblieben und ich habe es probiert. Sollte wohl nach Waldfrucht oder so schmecken, zumindest die Farbe hat drauf hingedeutet. Die Konsistenz ist ja eher wie gepresste Pappe und die Zutatenliste episch. Habe leider kein Foto gemacht.

Also was stattdessen? Das Beste, ohne Frage: Bocadillo, Sandwich, Stulle oder wie wir im Saarland sagen: 'ne Schmier. Bocadillo hört sich klar am Besten an, bleiben wir dabei. Dazu Magdalenas und Vitamine - Vitamine - Vitamine: Apfelschnitzen.

An Brot geht so ziemlich alles. Milchbrötchen lassen sich besser kauen. Vollkornbrötchen halten länger vor. Schwarzbrot, naja, vielleicht nicht unterwegs.

Besser wäre wahrscheinlich Schinken, war aber keiner da. Marmelade und Käse würde auch gehen.





Erst wirklich gut wenn es mehrere Stunden in der Trikottasche war. Yummy!
Interessant ist es, die Nährwerte mal zusammenzurechnen und mit dem klassischen Powerbar für unterwegs zu vergleichen. Die folgende Tabelle erhebt keinen Anspruch auf wissenschaftliche Genauigkeit, sollte ich mich verrechnet haben, freue ich mich über Hinweise.


Um also die gleiche Energie zu bekommen, hätte ich fast DREI !! Powerbars essen müssen. Wenn ich statt der Kuchen ne Banane genommen hätte, wäre das Fett auch ausgeglichener. Gut, ich habe jetzt keine der geheimen, super-rafinierten, Ausdauer steigernden Spezialzutaten, aber ob ich von denen wirklich schneller bin? Naja, ich wage es mal zu bezweifeln.

Ach so, was zum trinken: Vielleicht etwas speziell, aber ich schwöre drauf. Leuchtet halt nicht im dunkeln und ist kostenlos: Heilwasser aus Bietzen Mineralstoffe satt, ne Menge Natrium, aber das schwitzt sich raus. Keine Krämpfe, keine Trinkflaschen-Schnorrer mehr, und im Gegensatz zu Pulver Zeugs auch "Über-den-Kopf-Schütt" tauglich.



Was habt Ihr dabei? Freu mich über Kommentare!

Quelle Powerbar Nährwertgedöns: http://www.powerbar.de/#produkte