Posts mit dem Label ParisRoubaix werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label ParisRoubaix werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 13. April 2016

Videos 4 - 2016 / Paris Roubaix

Was für ein episches Radrennen! Mir ist immer noch ganz schwindlig. Eine frühe Spitzengruppe, die eigentlich gar kein "Early-Break" mehr war, so lange wie hat es gedauert hatte, bis die Gruppe sich lösen konnte, Favoriten die 100 km vor dem Ziel attakieren. Sieganwärter deren Hoffnungen in Bruchteilen von Sekunden auf dem Plaster zerschellen. Defekte, Stürze, Drama. Kein Taktieren. Verfolger die bis zu letzt alles versuchen. Lücken die sich öffnen und wieder schließen. Ein offener Schlagabtausch auf den letzten Metern. Attacke um Attacke und am Schluss ein Aussenseiter, der das Rennen seines Lebens gefahren ist und im 15. Anlauf die Königen der Klassiker gewinnt. Ein nur knapp unterlegener Favorit, den ewigen Rekord zum greifen nah, zeigt sich als großer Verlierer. Das Wort "episch" wird im Radsport manchmal ja geradezu inflationär verwendet, aber dieses Rennen ist die Definition von episch gewesen. 

Bevor es weiter geht, hier nochmal die besten Videos über die Hölle des Nordens, Paris-Roubaix 2016:







Eine Aufzeichnung der gesamten Übertragung (5 Stunden 43 Minuten) findet sich hier: www.tz-cycling.ml

Cobbles - The real Stuff!!

Ich habe ja erwartet dass es schlimm sein wird über Kopfsteinpflaster zu fahren, das berühmte Pavé, dass Paris-Roubaix zur Hölle des Nordens macht, l'enfer du Nord. Holprig, uneben, unbequem, vielleicht sogar rutschig, es war Regen vorhergesagt. Wieviel schlimmer als das Stück mit der kaputten Straße auf der Trainingsrunde kann es schon sein? Viel schlimmer, unendlich viel schlimmer! Keine Fernsehbilder, keine Onboard-Videos, keine Fotos und keine Berichte können einen auf den brutalen, unbarmherzigen Schlag vorbereiten, der einen trifft wenn man die Passage durch den Wald von Arenberg in Angriff nimmt.


Die 145 km Runde der Paris Roubaix Challenge mit Start und Ziel in Roubaix führte über die18 letzten der insgesamt 27 Sektoren, gut 33km auf Kopfsteinpflaster und der Trouée d'Arenberg war der erste Sektor, also Nummer 18 (es wird rückwärts gezählt), 2400m, flach, schnurgerade und fünf Sterne.

Die Anzahl der Sterne gibt an wie schlimm es ist. Es gibt nur eine Passage mit einem Stern, der letzte Sektor vor dem Velodrom mit den Pflastersteinen der Sieger-Namen, ein reines Show-Stück und von der Beschaffenheit wie jede ordentliche Kopfsteinpflaster Straße in einer beliebigen Innenstadt. Zwei Sterne ist aber nicht nur ein bißchen schlimmer sondern gleich so, dass man da eigentlich nicht mehr mit dem Rad drüber fahren möchte. Aber noch nicht so lang.

Fünf Sterne ist einfach nur noch krank. Es gibt drei Passagen, neben dem bereits erwähnten Trouée d'Arenberg fallen auch Mons-en-Pévèle und Carrefour de l'Arbre in diese höchste Kategorie.

Es heisst immer, dass man auf Pavé so schnell wie möglich fahren muss, weil man dann über die Unebenheiten drüber "gleitet". Das ist natürlich totaler Quatsch. Von Gleiten kann keine Rede sein. Das Rad springt und bockt, man kann kaum den Lenker halten und alles fängt an zu wackeln. Vielleicht war ich aber auch einfach nicht schnell genug. Das Pavé "stiehlt" gut und gerne 150 Watt. Wenn man da kein gestandener Weltklasse Profi ist bleibt einfach nicht genug über um schnell zu fahren.

Der zweite wichtige Punkt ist die richtige Linie zu finden. Ohne jeden Zweifel eine Frage der Erfahrung. Fährt man besser in der Mitte? Oder in den Fahrspuren? Auf dem Randstreifen? Oder gar auf der Wiese? Wie bei den Profis nützt einem die beste Linie aber nichts wenn diese mit Verkehr (=langsameren Fahrern) verstopft ist. Ausweichmanöver bringen einen schon mal schnell zu Fall, was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Im Wald von Adenberg habe ich meinen Paris-Roubaix Einstand vervollkommnet und unmittelbare Bekanntschaft mit dem Pflaster gemacht. Aber wie man jedes Jahr sieht, selbst die Besten stürzen bei Paris-Roubaix, da war ich in guter Gesellschaft.

Als ob das alles noch nicht genug wäre, kommen noch unzählige Richtungswechsel hinzu und damit auch eine ständig wechselnde Windrichtung. Rückenwind in einen Moment, Gegenwind im nächsten und Kantenwind danach.


Das hört sich nach "Einmal und nie wieder" an? Da scheiden sich die Geister. Bei den Profis gibt es Fahrer die Paris-Roubaix nie im Leben freiwillig fahren würden und solche, für die es das Höchste ist dort zu starten, für die es das wichtigste Rennen des Jahres ist. Ich falle ohne Zögern in die zweite Kategorie. Was für ein geiles Rennen! Was für ein Spektakel! Was für ein Erlebnis. Ich fand Paris-Roubaix schon immer toll und dieser Ausflug auf die Cobbles hat dem keinen Abbruch getan. Es kann gut sein, dass ich mir 2017 die volle Drönung gebe und die lange Strecke mit allen 27 Sektoren fahre. Das wird ein Spaß!


Ein Wort zum Material, ich bin mit meinem Focus Mares AX 4.0 gefahren. Als einzige Tuning-Maßnahme habe ich die Schutzbleche abgeschraubt und eine zweite Schicht Lenkerbank gewickelt, was ich sehr angenehm fand. Bei den Reifen habe ich nichts extra gemacht, sondern bin wie immer die 35mm breiten Conti Cyclocross Speed Reifen mit etwa 4,5 und 4,2 bar gefahren. Das war recht hart, etwas weniger hätte das Pavé sicher angenehmer gemacht, aber so hatte ich auch keinen Platten zu beklagen. Sehr wichtig ist übrigens ein guter Flaschenhalter, der Elite Ciussi hat meine 0.75 Liter Flasche ohne Fehl und Tadel gehalten. (Auf der Strecke lagen hunderte an Trinkflaschen, bei jeder Rapha oder Camelback Flasche habe ich nur gedacht, arg, da liegen wieder 10 Euro auf der Straße, aber die konnte man unmöglich alle einsammeln)

 Räder müde

 Fahrer müde.


Das sind alle Nachwehen, kann ich mich nicht beschweren.

Zur Challenge: Wie von der ASO nicht anders zu erwarten, war die Veranstaltung sehr gut organisiert. Die Strecke war hervorragend ausgeschildert und an den wichtigen Punkten standen zusätzliche Posten mit Fahnen, die den Verkehr geregelt haben. Die Verpflegung war top. An den Verpflegungspunkten waren Toiletten aufgestellt.

Rapha war auch da und es gab kostenlosen Espresso und Kekse. Vielen Dank dafür!

Eine Anekdote zum Schluss: Am Anfang, lange vor dem ersten Pflasterstück, hat uns eine Gruppe Italiener überholt, wir haben die Gelegenheit genutzt und uns reingehängt. Schwarze Trikots, gelbes Rückenpanel mit dem Löwen von Flandern drauf. Zuerst habe ich gedacht das wären Belgier. Die sind ordentlich schnell gefahren und haben sich sogar spasseshalber attakiert. Man konnte sehen, dass die radfahren konnten. Einer der Kerle, recht groß und stabil gebaut, hatte ein Canyon Aeroad der ersten Generation, in weiss und sogar Mavic Aeroräder drin mit normalen 25er Reifen. Mir ist das Rad aufgefallen weil ich eine Weile an dem Hinterrad war. Später im Velodrom wurde dann Andrea Tafi interviewt, Sieger von Paris-Roubaix '99. Das Rad das Tafi hielt kannte ich, das weisse Canyon Aeroad!! Bin ich mit einem Sieger von Paris-Roubaix gefahren und habe es nicht gemerkt. Einen anderen mehrmaligen Fast-Sieger habe ich aber erkannt. Juan Antonio Flecha! Wir habe ein paar Wort gewechselt und ich habe sogar ganz ungeniert ein Selfie gemacht. Sehr nett!

Andrea Tafi im Interview, mit Canyon Aeroad

Juan Antonio Flecha und ich, leider war die Linse beschlagen und ich habe mein übliches Fotogesicht aufgesetzt.

Donnerstag, 7. April 2016

Paris-Roubaix!!!

Von den Klassikern ist Paris-Roubaix das Rennen, dass die grösste Faszination auf mich ausübt, mit Abstand. Paris-Roubaix ist ein Rennen der brachialen Gewalt. Kopfsteinpflaster, Fahrer, wahlweise in Staub oder Schlamm gehüllt, Defekte, Stürze, Drama, die Einfahrt in das Velodrom, ein Sprint und am Ende ein in die Höhe gereckter Stein. Nicht umsonst ist Paris-Roubaix auch als die Hölle des Nordens, oder, sehr viel schmeichelhafter als die Königen der Klassiker bekannt.

Es kann aber gut sein, dass meine Begeisterung am kommenden Samstag einen herben Dämpfer bekommen wird wenn ich die Paris-Roubaix Challenge fahre. Ich bin nämlich noch nie auf Kopfsteinpflaster gefahren, zumindest nicht auf solchem, dass Paris-Roubaix würdig wäre.


Die Challenge ist im Prinzip eine RTF, organisiert von der ASO. Offener Start zwischen sieben und zehn Uhr. Es gibt drei Strecken, eine kleine 70km Runden, eine lange Version mit 170km und allen Segmenten des Profirennens mit Start in Busigny und die mittlere Runde mit 145 km, davon 30km Kopfsteinpflaster, verteilt auf 18 Passagen und Start und Ziel in Roubaix. Ich werde die mittlere Variante fahren. (Man muss ja nix übertreiben)

Der Samstag ist übrigens der einzige Tag des Wochenendes, an dem es regnen soll. Ich weiss noch nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Warum es erstaunlicherweise recht selten ist, dass es bei Paris-Roubaix regnet, darüber hat diese Woche Inrng geschrieben: Rain for Roubaix.

So, und zur Vorbereitung noch "A Sunday in Hell":

Samstag, 12. April 2014

AWESOME

Noch 24 Stunden bis zum Startschuss von Paris-Roubaix 2014. Das (Cycling-) Netz quillt über an Artikeln über das Material, die Fahrer, die Favoriten und ihre Chancen, historischen Geschichten und Vorschauen auf die morgige Edition.

Hier einige besonders gute Links und Filme, neue und alte, pure awesomeness:



Teil 2 und Teil 3 der NetApp Endura Reportage

Fotostrecken: Hier, hier und hier und OPQS
Sehr gut gemacht ist die Homepage von TrekFactoryRacing.

Und so bereitet man sich vor, wenn man es ernst nimmt:

Und wisst ihr was auch AWESOME ist? Das hier ist Post Nummer 100!!

Donnerstag, 10. April 2014

La Reine de Classique

Kommenden Sonntag ist es wieder so weit. 257 km, 28 Pavé Sektoren mit zusammen 51,1 km. Die Königin der Klassiker, die Hölle des Nordens, eines der fünf Monumente des Radsports.


Ich habe gerade festgestellt, dass das Video in Gemaland ge-geo-f***t ist. Lässt sich aber via in Firefox und Proxtube trotzdem anschauen.