Es führt kein Weg daran vorbei, ich sollte doch zumindest etwas an meinen Sprintfähigkeiten arbeiten. Es kommt zum Sprint und ich werde Letzter, oder bestenfalls Vorletzter. Sieg und Niederlage nur wenige Meter von einander entfernt. Am vergangenen Sonntag war es mal wieder so weit. Eine schöne Spitzengruppe mit sieben Fahrern fährt dem Ziel der Landesverbandsmeisterschaft im Straßenrennen (Oder wie es in laut Reglement korrekt heißt: Einer Straße) der Senioren 2 ungefährdet entgegen, es kommt zum Sprint und ich werde Sechster, Vorletzter. Und wie schon am Vortag musste ich mich im Kampf um den Saarlandmeister Alberto Kunz geschlagen geben. Aber was soll's, es war ein gutes Rennen, es hat Spaße gemacht und am Ende hat der klar bessere Fahrer gewonnen. An dieser Stelle: Chapeau für das offensive Rennen, Herr Kunz!
Ha, aber dafür habe ich den KOM an der "Kuppe der Schmerzen". Vor allen Elite Fahrern (die auf Strava sind) bin ich der Einzige, der unter einer Minute geblieben ist an der mit 500m und bis zu 8% einzigen nennenswerten Schwierigkeit des Rennens.
Ansonsten war die Strecke nicht sonderlich schwer, hat dadurch aber auch keinen Fahrertyp besonders bevorzugt. Jeder konnte hier seine Chancen wahren. Sprinter genauso wie Rouleure und Kletterer (naja, letztere vl. eingeschränkt, für die war der "Berg" zu kurz). Richtig schwierig wurden die Rennen aber durch den starken Kantenwind. Fünf Kilometer von links, fünf Kilometer von rechts, nächste Runde. Das hat eine kluge und kraftsparende Fahrweise erfordert, wollte man am Ende noch in die Entscheidung eingreifen. Es gab viel Attacken, es gab Sprints kleiner Gruppen und ganzer Felder, erfolgreiche und erfolglose Fluchten. Richtige Radrennen eben.
Die Strecke war hervorragend abgesichert und in tadellosem Zustand. Die Zeitmessung erfolgte mit Transpondern (Ergebnisse), im Radsport eine relative Seltenheit. Auf dem Festplatz neben der Bühne wurde mittags ein Spielmobil mit allerlei Spielzeug für die Kinder ausgepackt. Die Bratwurst war gar nicht schlecht, der Kuchen hausgebacken, die Duschen heiß, das Wetter perfekt. Die Elite-Klasse ist sogar am Rathaus gestartet, inklusive Einschreib-Kontrolle. Der Veranstalter, der Radsport Bezirk Kassel e.V. hat sich wirklich alle Mühe gegeben und eine super Veranstaltung auf die Beine gestellt. Ich weiß nicht ob dieses Rennen jedes Jahr stattfindet, aber wenn ja, ist es auf jeden Fall etwas Anreise wert.
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Freitag, 13. Mai 2016
Ein Abwärtstrend? (Update)
Nach den Landesverbandsmeisterschaften im Zeitfahren am vergangenen Samstag fand einen Tag später die Meisterschaft im Straßenrennen in Wolfhagen in Nordhessen statt. Seit einigen Jahren werden die Meisterschaften des Saarlandes, von Rheinland-Pfalz und Hessen gemeinsam ausgerichtet. Aufgrund einer kurzfristig versagten Genehmigung gesellten sich dieses Jahr auch die Radfahrer aus Niedersachsen dazu. Gleich vier Landesverbände bestimmten ihre Meister. Da sollte man eigentlich davon ausgehen, dass mal so richtig anständige Startfelder die Rennen in Angriff nehmen würden. Leider war es immer noch vergleichsweise übersichtlich. Insgesammt waren zwar immerhin 500 Fahrer gemeldet, aber so manch ein Sieger-Podest war nicht voll besetzt und die Medaillen blieben ungenutzt.
Basierend auf den Meldelisten habe ich mal ein bißchen Statistik gemacht. Erwartungsgemäß war die saarländische Fraktion die kleinste, der saarländische Radfahrerbund ist ja auch der kleinste Verband der vier. Das aber über alle Klassen nur 29 saarländische Fahrer gemeldet waren, davon nur ein einziges Mädchen und lediglich 14 Jungen in den männlichen Nachwuchsklassen ist natürlich schade bis traurig. Der Straßen-Radsport im Saarland (wie in anderen Verbänden auch) stand wirklich schon mal besser da. Inzwischen reicht es schon aus, überhaupt eine Lizenz zu lösen und sich auf dem Rad zu halten um in die Landeskader aufgenommen zu werden. Die Trainer haben gar nicht mehr die Möglichkeit auszuwählen. Es wird höchste Zeit, dass der Bund Deutscher Radfahrer und die Landesverbände dem entgegen wirken und endlich von der allgemeinen Popularität des Radfahrens profitieren. Der Abwärtstrend bei den Starterfeldern im Straßenrennsport ist insbesondere im Vergleich zu der lebendigen Jedermann-Szene erstaunlich.
Und erstaunlich auch weil Radrennen Spass machen. Mann trifft viele Gleichgesinnte, es gibt Rennen für alle Altersklassen, hinterher eine Rennwurst und guten hausgebackenen Kuchen, Startgeld kostet maximal 15 Euro und kommt ehrenamtlich arbeitenden Vereinen zu Gute, Rennen sind in der Regel hervorragend organisiert, den sportlichen Wettkampf kann man, muss man aber nicht ganz so bierernst nehmen, wenn man aussteigt, ist das auch nicht schlimm. Für Erwachsene, die mit dem Radsport anfangen ist die C-Klasse natürlich schon 'ne Hausnummer, aber für den Nachwuchs, hallo? Gerade mal 219 Starter aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen in allen Nachwuchsklassen zusammen? Bei den Landesmeisterschaften? Jungs und Mädchen?
Vom Bund Deutscher Radfahrer vermisse ich etwas wie der Australische Verband vor einigen Tagen bekanntgegeben hat: Einen Fahrplan für die nächsten Jahre, dort nennt sich das Strategy 2020. Einen Plan mit einem klaren Ziel, nicht nur auf olympische Medaillen abzielend, sondern auch auf den Breiten- und Freizeitsport und Lobbyarbeit. Gut, es kann sein dass der BDR so was auch hat, vielleicht in den Tiefen von rad-net.de versteckt. Herr Scharping (ist der überhaupt noch Präsident? schon so lange nix mehr von dem gehört) hat sicher einen Masterplan.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob die Landesmeisterschaften in ein paar Jahren nicht gleich durch Süd- und Norddeutsche Meisterschaften abgelöst werden, weil mehr und mehr Landesverbände ihre Rennen zusammenlegen oder ob wir mal wieder eine exklusive Saarlandmeisterschaft sehen, wie "zu meiner Zeit".
Basierend auf den Meldelisten habe ich mal ein bißchen Statistik gemacht. Erwartungsgemäß war die saarländische Fraktion die kleinste, der saarländische Radfahrerbund ist ja auch der kleinste Verband der vier. Das aber über alle Klassen nur 29 saarländische Fahrer gemeldet waren, davon nur ein einziges Mädchen und lediglich 14 Jungen in den männlichen Nachwuchsklassen ist natürlich schade bis traurig. Der Straßen-Radsport im Saarland (wie in anderen Verbänden auch) stand wirklich schon mal besser da. Inzwischen reicht es schon aus, überhaupt eine Lizenz zu lösen und sich auf dem Rad zu halten um in die Landeskader aufgenommen zu werden. Die Trainer haben gar nicht mehr die Möglichkeit auszuwählen. Es wird höchste Zeit, dass der Bund Deutscher Radfahrer und die Landesverbände dem entgegen wirken und endlich von der allgemeinen Popularität des Radfahrens profitieren. Der Abwärtstrend bei den Starterfeldern im Straßenrennsport ist insbesondere im Vergleich zu der lebendigen Jedermann-Szene erstaunlich.
Und erstaunlich auch weil Radrennen Spass machen. Mann trifft viele Gleichgesinnte, es gibt Rennen für alle Altersklassen, hinterher eine Rennwurst und guten hausgebackenen Kuchen, Startgeld kostet maximal 15 Euro und kommt ehrenamtlich arbeitenden Vereinen zu Gute, Rennen sind in der Regel hervorragend organisiert, den sportlichen Wettkampf kann man, muss man aber nicht ganz so bierernst nehmen, wenn man aussteigt, ist das auch nicht schlimm. Für Erwachsene, die mit dem Radsport anfangen ist die C-Klasse natürlich schon 'ne Hausnummer, aber für den Nachwuchs, hallo? Gerade mal 219 Starter aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen in allen Nachwuchsklassen zusammen? Bei den Landesmeisterschaften? Jungs und Mädchen?
Vom Bund Deutscher Radfahrer vermisse ich etwas wie der Australische Verband vor einigen Tagen bekanntgegeben hat: Einen Fahrplan für die nächsten Jahre, dort nennt sich das Strategy 2020. Einen Plan mit einem klaren Ziel, nicht nur auf olympische Medaillen abzielend, sondern auch auf den Breiten- und Freizeitsport und Lobbyarbeit. Gut, es kann sein dass der BDR so was auch hat, vielleicht in den Tiefen von rad-net.de versteckt. Herr Scharping (ist der überhaupt noch Präsident? schon so lange nix mehr von dem gehört) hat sicher einen Masterplan.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob die Landesmeisterschaften in ein paar Jahren nicht gleich durch Süd- und Norddeutsche Meisterschaften abgelöst werden, weil mehr und mehr Landesverbände ihre Rennen zusammenlegen oder ob wir mal wieder eine exklusive Saarlandmeisterschaft sehen, wie "zu meiner Zeit".
Update 20.05.2016:
Gestern ist in den Radsportnachrichten aus Mittelhessen ein Kommentar von Jan Traub von der RVG Rockenberg über die Landesmeisterschaft in Wolfhagen erschienen. Herr Traub schildert die zunehmenden Schwierigkeiten für die Veranstalter Radrennen auszurichten.
Mittwoch, 11. Mai 2016
Landesverbandsmeisterschaften 2016 - Einzelzeitfahren
Am vergangenen Wochenende fanden in ganz Deutschland Landesverbandsmeisterschaften im Zeitfahren und im Straßenrennen statt. Die besten Zeitfahrer des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz wurden am Samstag in Rüssingen best immt. Auf der schon fast Traditionsstrecke zu nennenden Betriebsstraße des Dyckerhoff Zementwerkes ging es bei sommerlichen Temperaturen und merklichem Wind für alle Altersklassen von der U11 bis zu den Senioren 4 zur Sache.
Ich hatte wie bereits letztes Jahr das Vergnügen gegen den wahrscheinlich besten Masters-Zeitfahrer Deutschlands anzutreten. Auch wenn nur sechs Fahrer aus dem Saarland gemeldet waren, gegen Alberto Kunz ein Zeitfahren zu bestreiten bedeutet eigentlich nur noch um den zweiten Platz zu fahren. Und genauso war es dann auch. Alberto hat mir wie bereits 2015 knapp über eine Minute abgenommen. Auf 14 km!! Meine Zeit von 18 Minuten und 52Sekunden entspricht einen Schnitt von über 44 km/h. Eigentlich nicht so schlecht auf der welligen und Wind anfälligen sieben Kilometer Runde, die zwei mal zu fahren war. Alberto's Siegerzeit von 18:45 bedeutet einen Schnitt von knapp 47 km/h! Holla die Waldfee. Das ist schnell!
Was kann man da machen, außer mehr und härter zu trainieren? Nun, Zeitfahren ist neben der athletischen Komponente natürlich vor allem eine Frage der Aerodynamik. Zu einem gewissen Teil kann man sich eine gute Zeit kaufen. Es gibt so viel zu optimieren: Der Helm, die Brille, der Zeitfahranzug, die Schuhe, Handschuhe, natürlich das Rad, die Laufräder und die Reifen. Um alles noch etwas zu komplizieren gibt es nicht z.B. den einen besten Reifen, oft kommt es auf die Kombination an. Welcher Reif auf welchem Laufrad in welchem Rahmen usw.
Am allerwichtigsten ist aber die Position. Möglichst klein, möglichst windschlüpfrig ohne dabei an Leistung einzubüßen. Und, im Gegensatz zu dem Material ist die Position ja eigentlich für umsonst zu haben. Natürlich muss man sich innerhalb des Reglements bewegen, was es dann wieder nicht ganz so einfach macht.
Wenn man sich zum Beispiel das folgende Foto ansieht wird deutlich, dass meine Position noch lange nicht optimal ist. Für ein Zeitfahren, noch dazu ein so kurzes bei dem der Komfort absolut zu vernachlässigen ist, sitze ich relative „aufrecht“ auf dem Rad. Die Verstellmöglichkeiten sind allerdings schon ausgereizt, es geht weder tiefer, noch weiter nach vorne. Das bedeutet entweder einen Vorbau mit negativem Winkel oder ein anderes Rad mit niedrigerem Steuerrohr.
Interessant wäre an dieser Stelle ein Blick in meine Leistungswerte gewesen, aber ganz ehrlich, mir war der Aufwand mit dem hin und her schrauben des Powermeters zu viel. In einem Rennen über 14 km spielt das ja auch keine Rolle. Man darf die ersten Kilometer nicht überziehen, aber danach gibt es nur noch eine Devise: Vollgas.
Die Analyse Möglichkeiten nach dem Rennen sind so natürlich beschränkt. Leistungswerte würden einen Rückschluss zulassen, ob die Minute Rückstand nur am Leistungsvermögen oder auch an der "aerodynamischen Effizienz" lag. Vielleicht werde ich den ganzen Aufwand doch mal betreiben und Versuchsreihen fahren mit verschiedenen Einstellungen und testen, wie viele Watt sich noch finden lassen.
Update:
Ich konnte doch nicht widerstehen den Strava Daten den letzten Rest Information zu entlocken. Ich habe ein Segment über zwei Runden angelegt. Das Ergebnis zeigt, wie stark Alberto Kunz gefahren ist. Auch wenn die Senioren 2 eine Runde weniger wie die Elite hatten, ist Alberto genau gleich auf mit Julian Braun von Kuota-Lotto, der mit 26:46 die zweitschnellste Zeit des Tages gefahren ist. Natürlich sind die Aussagen basierend auf Strava Daten mit Vorsicht zu genießen und nur wenige Fahrer sind mit einem Leistungsmesser gefahren. Allerdings wird auch so deutlich, dass Alberto sehr an seiner Position und der Aerodynamik gearbeitet hat. Die Durchschnittsleistung von 324 Watt ist an sich nicht unerreichbar spricht dafür, das er alles optimiert hat, was zu optimieren ist.
Wer sich für das Thema Zeitfahren und Optimierung interessiert, dem kann ich übrigens den Cycling Time Trial Podcast von Mark Florence nur wärmstens empfehlen!.
Links:
Vorher auf unterlenker.com: Die Zeitfahr-Strecke in Rüssingen / Rüssingen 2014
Ergebnisse 2016 RLP
Ergebnisse 2016 Gesamt
Ich hatte wie bereits letztes Jahr das Vergnügen gegen den wahrscheinlich besten Masters-Zeitfahrer Deutschlands anzutreten. Auch wenn nur sechs Fahrer aus dem Saarland gemeldet waren, gegen Alberto Kunz ein Zeitfahren zu bestreiten bedeutet eigentlich nur noch um den zweiten Platz zu fahren. Und genauso war es dann auch. Alberto hat mir wie bereits 2015 knapp über eine Minute abgenommen. Auf 14 km!! Meine Zeit von 18 Minuten und 52Sekunden entspricht einen Schnitt von über 44 km/h. Eigentlich nicht so schlecht auf der welligen und Wind anfälligen sieben Kilometer Runde, die zwei mal zu fahren war. Alberto's Siegerzeit von 18:45 bedeutet einen Schnitt von knapp 47 km/h! Holla die Waldfee. Das ist schnell!
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| LVM EZF Saar 2016 - Senioren 2 v.l.n.r. Harry Weirich, Alberto Kunz, Meine Wenigkeit |
Am allerwichtigsten ist aber die Position. Möglichst klein, möglichst windschlüpfrig ohne dabei an Leistung einzubüßen. Und, im Gegensatz zu dem Material ist die Position ja eigentlich für umsonst zu haben. Natürlich muss man sich innerhalb des Reglements bewegen, was es dann wieder nicht ganz so einfach macht.
Wenn man sich zum Beispiel das folgende Foto ansieht wird deutlich, dass meine Position noch lange nicht optimal ist. Für ein Zeitfahren, noch dazu ein so kurzes bei dem der Komfort absolut zu vernachlässigen ist, sitze ich relative „aufrecht“ auf dem Rad. Die Verstellmöglichkeiten sind allerdings schon ausgereizt, es geht weder tiefer, noch weiter nach vorne. Das bedeutet entweder einen Vorbau mit negativem Winkel oder ein anderes Rad mit niedrigerem Steuerrohr.
Die Analyse Möglichkeiten nach dem Rennen sind so natürlich beschränkt. Leistungswerte würden einen Rückschluss zulassen, ob die Minute Rückstand nur am Leistungsvermögen oder auch an der "aerodynamischen Effizienz" lag. Vielleicht werde ich den ganzen Aufwand doch mal betreiben und Versuchsreihen fahren mit verschiedenen Einstellungen und testen, wie viele Watt sich noch finden lassen.
Update:
Ich konnte doch nicht widerstehen den Strava Daten den letzten Rest Information zu entlocken. Ich habe ein Segment über zwei Runden angelegt. Das Ergebnis zeigt, wie stark Alberto Kunz gefahren ist. Auch wenn die Senioren 2 eine Runde weniger wie die Elite hatten, ist Alberto genau gleich auf mit Julian Braun von Kuota-Lotto, der mit 26:46 die zweitschnellste Zeit des Tages gefahren ist. Natürlich sind die Aussagen basierend auf Strava Daten mit Vorsicht zu genießen und nur wenige Fahrer sind mit einem Leistungsmesser gefahren. Allerdings wird auch so deutlich, dass Alberto sehr an seiner Position und der Aerodynamik gearbeitet hat. Die Durchschnittsleistung von 324 Watt ist an sich nicht unerreichbar spricht dafür, das er alles optimiert hat, was zu optimieren ist.
Wer sich für das Thema Zeitfahren und Optimierung interessiert, dem kann ich übrigens den Cycling Time Trial Podcast von Mark Florence nur wärmstens empfehlen!.
Links:
Vorher auf unterlenker.com: Die Zeitfahr-Strecke in Rüssingen / Rüssingen 2014
Ergebnisse 2016 RLP
Ergebnisse 2016 Gesamt
Dienstag, 5. Mai 2015
Gegen die Uhr
Am vergangenen Wochenende standen gleich zwei Saarlandmeisterschaften auf dem Programm und zum ersten Mal bin ich bei den Senioren 2 (41 - 50) gestartet.
Bei meinem zweiten Rennen diese Saison ging es am Samstag über 20 km gegen die Uhr. Die Meisterschaft des Saarländischen und des Rheinland-Pfälzischen Radsportverbandes wurde in Weselberg auf einer technisch anspruchslosen fünf Kilometer Strecke ausgetragen. Zweieinhalb Kilometer raus, Wendepunkt und auf dem parallel laufenden Radweg zurück. Die Senioren 2 hatten vier Runden zu fahren. Raus ging es mit Rückenwind etwas abwärts (Topspeed 60 km/h), auf dem Rückweg musste man die gleiche Welle dann wieder hoch.
Nach der schleppenden Vorbereitung über den Winter, einer Verletzungspause im März und lediglich zwei Trainingseinheiten auf dem Zeitfahrrad, hatte ich eigentlich keine grossen Erwartungen und bin relativ entspannt an den Start gegangen. Das Ergebnis war dann aber doch ganz zufriedenstellend. Hinter Alberto Kunz, der selbst wenn er nicht in Bestform ist im Zeitfahren in einer anderen Liga fährt, wurde ich zweiter Saarländern und hatte insgesamt die drittschnellste Zeit.
Bei meinem zweiten Rennen diese Saison ging es am Samstag über 20 km gegen die Uhr. Die Meisterschaft des Saarländischen und des Rheinland-Pfälzischen Radsportverbandes wurde in Weselberg auf einer technisch anspruchslosen fünf Kilometer Strecke ausgetragen. Zweieinhalb Kilometer raus, Wendepunkt und auf dem parallel laufenden Radweg zurück. Die Senioren 2 hatten vier Runden zu fahren. Raus ging es mit Rückenwind etwas abwärts (Topspeed 60 km/h), auf dem Rückweg musste man die gleiche Welle dann wieder hoch.
Nach der schleppenden Vorbereitung über den Winter, einer Verletzungspause im März und lediglich zwei Trainingseinheiten auf dem Zeitfahrrad, hatte ich eigentlich keine grossen Erwartungen und bin relativ entspannt an den Start gegangen. Das Ergebnis war dann aber doch ganz zufriedenstellend. Hinter Alberto Kunz, der selbst wenn er nicht in Bestform ist im Zeitfahren in einer anderen Liga fährt, wurde ich zweiter Saarländern und hatte insgesamt die drittschnellste Zeit.
- Alberto Kunz, RV Oberbexbach, 27:28,10
- Stefan Steiner, RIG Vorderpfalz, 28:10,68
- Boris Odendahl, Tri-Sport Saar-Hochwald, 28:38,95
Hier gibt es die detaillierten Ergebnisse.
Meine Rundenzeiten waren mit 6:50, 7:02, 7:07, 7:05 recht gleichmäßig, mein Durchschnittspuls mit 181 deutlich über der aerob-anaeroben Schwelle. An dem Tag war das alles was möglich war.
Zum Vergleich die Rundenzeiten von des Siegers: 6:37, 6:47, 6:47, 6:42.
Interessant ist noch, wenn man sich anschaut wo genau ich die Zeit verloren habe. Hier ein Strava Vergleich der jeweils letzten Runden von Alberto (6:42) und mir (7:05). Ich war auf jedem einzelnen Meter ein bisschen langsamer!
Zum Vergleich die Rundenzeiten von des Siegers: 6:37, 6:47, 6:47, 6:42.
Interessant ist noch, wenn man sich anschaut wo genau ich die Zeit verloren habe. Hier ein Strava Vergleich der jeweils letzten Runden von Alberto (6:42) und mir (7:05). Ich war auf jedem einzelnen Meter ein bisschen langsamer!
Falls jemand die Watt Werte vermisst, ich habe den Powermeter nicht auf das Zeitfahrrad umgebaut. Eigentlich ist ein Leistungsmesser gerade im Zeitfahren wichtig und sinnvoll um die Leistung besser einschätzen zu können. Bei einem Zeitfahren von 30 Minuten auf einer solchen vergleichsweise einfachen Strecke gibt es allerdings nur eins zu beachten: Voll Gas! Das Wissen um die Wattzahl hätte mich in diesem Rennen definitiv nicht schneller gemacht, die Auswertung wäre zwar interessant gewesen, aber das war mir ehrlich gesagt die Arbeit nicht wert.
Wie es am Sonntag bei der Meisterschaft auf der Straße weiterging, steht dann im nächsten Post!
Dienstag, 6. Mai 2014
Eine Strecke mit Erinnerungen
Nachdem ich in den letzten Wochen Lehrgeld zahlen musste und weder in Luxembourg, noch in Überherrn das Ziel erreicht habe, hat meine Frühjahrskampagne doch noch ein gutes Ende gefunden. In Bliesransbach fand am vergangenen Sonntag die Südwest-Meisterschaft statt. Zu "meiner Zeit" war es noch eine reine Saarlandmeisterschaft. Da es inzwischen aber immer weniger Rennfahrer gibt, hat man irgendwann die Landesverbandsmeisterschaften des Saarlandes, von Hessen und Reinlandpfalz zusammen gelegt. So ging im Hauptrennen ein stattliches Feld von annähernd 100 Fahreren an den Start. Die Meldeliste ging bis Nummer 114, davon 21 Saarländer. Das Feld war gut besetzt, weniger als die Hälfte waren C und U23 Fahrer. Der Rest hatte eine A, B Lizenz oder gehörte der Kontinentalklasse an. Ein richtiges Radrennen also.
Wie schon in der Woche zuvor habe ich mich noch zuhause auf der Rolle warmgefahren. 30 Minuten insgesamt, davon 2 mal 4 Minuten den Puls in den roten Bereich gebracht und ordentlich geschwitzt, anschliessend heiß geduscht und warm angezogen. Mittagessen. Den restlichen Krempel ins Auto geladen. Espresso getrunken. Losgefahren. Nach 50 Metern ist mir dann aufgefallen dass der Helm fehlt. Mist, nochmal zurück, Helm eingepackt. Im Kopf nachmal alles durchgegangen: Lizenz - check, Schuhe - check, Helm - check, Rad - check. Ich war immer noch gut in der Zeit und bin entspannt nach Saarbrücken gefahren. Unterwegs hat dann wie vor jedem Rennen dieses flaue Gefühl in der Magengegend eingesetzt. Spätestens wenn es von der Autobahn runter geht fängt es an. Selbst nach all den Jahren und hunderten von Radrennen. Wettkampfmodus!
In Kleinblittersdorf habe ich die Wegbeschreibung des Veranstalters falsch interpretiert und bin erst zwei mal die Hauptstrasse auf und ab gefahren bis ich gemerkt habe, dass ich in die andere Richtung muss. Da wurde die Zeit dann doch langsam knapp. An der Rennstrecke angekommen war es gar nicht so einfach bis nach Bliesransbach in die Nähe des Starts zu kommen. Alles hermetisch abgesperrt. Der Streckenposten hat mich noch nicht mal die Strasse überqueren lassen um auf dem Parkplatz auf der anderen Seite zu parken. Na ja, zum Glück gab es einen Schleichweg und ich ergatterte einen guten Parkplatz (Übrigens: Freundlich fragen wirkt Wunder).
Noch 50 Minuten bis zum Start. Nummer geholt, Rad zusammen gebaut, Flaschen ans Rad und Powergel ins Trikot gesteckt, Beine geölt und noch ein paar mal die Strasse auf und ab gefahren. Zum Start gerollt. Hey, und ich habe es tatsächlich geschafft in der ersten Reihe zu stehen. Wenigsten einmal vorne sein! Natürlich standen wir zu früh dort und mussten alle noch mal zur Seite um ein paar Autos durchzulassen. Danach stand ich dann in der zweiten Reihe, immer noch gut.
Die Strecke in Bliesransbach ist recht selektiv. Es gibt zwei Berge auf der Runde. Der Erste fängt direkt am Start an und ist ein Roller Berg, der sich (zumindest in den ersten Runden) gut mit dem grossen Kettenblatt fahren lässt. Von ganz unten bis oben sind es fast sechs Kilometer. Nach der Abfahrt geht es wellig bis zum nächsten Berg, der deutlich steiler ist und ohne Schande mit dem kleinen Kettenblatt bewältigt werden kann. Die schwierigste Stelle dort ist aber das "falsche Flachstück" von einigen hundert Metern bis es endlich richtig runter geht. Widerlich! An der Stelle musste ich in den letzten beiden Runden jeweils reissen lassen und konnte mich gerade so bis zum Ende der Abfahrt in die Gruppe retten. Nach der zweiten Abfahrt geht es wieder wellig bis zum Ziel.
Eine Runde hat knapp über 20 Kilometer und wir hatten derer fünf zu fahren, macht summa summarum 105 km und rund 1800 Höhenmeter. Nicht so schlecht. Wäre durchaus einer Weltmeisterschaft würdig.
Das Warmfahren auf der Rolle hat sich bewährt. Ich habe mich von Beginn an gut gefühlt und hatte keine Start-Schwierigkeiten. Im Rennen habe ich es tatsächlich geschafft mich immer im vorderen Drittel des Feldes auf- und gleichzeitig die Nase aus dem Wind zu halten. Ich wusste, dass wenn ich ankommen möchte es auf jedes Korn ankommen würde. Die ersten beiden Runden war das Feld noch weitgehend zusammen. In der dritten Runde ging es an den Bergen dann zur Sache und es bildeten sich die einzelnen Gruppen. Keine Ahnung was vorne abging. Ich wusste nur das vor mir nur drei Saarländer sein sollten, wenn ich mich nicht ganz grob verzählt hätte (hatte ich nicht). Ich glaube wir waren die letzte nennenswerte Gruppe. Nach uns kamen nur noch einige versprengte Fahrer.
In der vierten Runde habe ich an dem zweiten, steilen Berg reissen lassen. Ich war wirklich am Anschlag, da ging nichts mehr. Die Muskeln waren kurz vor dem Krampfen und ich musste alles mobilisieren um nicht an Ort und Stelle abzusteigen. Irgendwie habe ich es dann bis zum Ende der Abfahrt geschafft noch mal den Anschluss zur Gruppe herzustellen. Das war knapp. Endlich gab es die Glocke zur letzten Runde. Damit war mein Tag schon gerettet. Ich wusste ich komme ins Ziel und würde das Rennen beenden. Immerhin, nach dem Desaster in Überherrn. Noch 20 km, zwei Berge, hey, ein Klacks! (In solchen Momenten hilft es schon mal wenn man versucht sich selber froh zu machen.) Der vorletzte Berg war ok, am letzten Hindernis des Tages musste ich aber wieder passen. Und fast hätte ich es noch mal geschafft. 100 m haben am Ende der Abfahrt gefehlt um die Gruppe zu bekommen.
Im Ergebnis stehe ich als 37. und bin 5. Saarländer geworden. 49 Fahrer haben das Rennen beendet und ich war der Älteste. Das war ein guter Tag. Hat wirklich Spass gemacht.
An der Stelle kann ich noch eine Anekdote erzählen. Auf der Strecke in Blieransbach bin ich in den Neunzigern zwei mal Saarlandmeister der Elite geworden, die genauen Jahre müsste ich jetzt nachsehen, ist aber auch egal. Ein mal im Sprint einer, ich glaube dreiköpfigen Ausreißergruppe (Tatsächlich, ich kann auch sprinten!) und das zweite mal bin ich alleine angekommen.
<Seufz..KurzerMomentDesInErinnerungSchwelgens>
Natürlich war auch damals der Saarländische Rundfunk da und hat einen Beitrag für den aktuellen Bericht aufgezeichnet. Ich glaube es war nach dem ersten Sieg, ich sitze kurz nach dem Zieleinlauf am Auto und versuche wieder zu Luft zu kommen, als der Herr vom SR kommt und meint, dass sie ein Problem mit der Kamera gehabt hätten und den Zieleinlauf vermasselt haben und ob ich nicht noch mal über die Linie fahren könnte. Wahrscheinlich habe ich erstmal recht ungläubig dreingeschaut aber hey, nichts leichter als das! Habe ich ja in jedem meiner Träume geübt. Der Kameramann hat dann eine Perspektive gesucht, in der es nicht zu sehr aufgefallen ist, das keine Zuschauer mehr da waren und der Zielwagen auch schon leer war und ich bin noch mal über die Linie gefahren. Aber ich musste feststellen das es nicht das Gleiche war. Der echte Moment ist unvergleichlich. Der gestellte Zieleinlauf war ... gestellt. Das war eine sehr skurrile Situation!
Links Links Links:
Strava Activity Playback
Ergebnis Elite Südwestmeisterschaft 2014 (leider ohne Zeiten)
SR Sport Arena
Wie schon in der Woche zuvor habe ich mich noch zuhause auf der Rolle warmgefahren. 30 Minuten insgesamt, davon 2 mal 4 Minuten den Puls in den roten Bereich gebracht und ordentlich geschwitzt, anschliessend heiß geduscht und warm angezogen. Mittagessen. Den restlichen Krempel ins Auto geladen. Espresso getrunken. Losgefahren. Nach 50 Metern ist mir dann aufgefallen dass der Helm fehlt. Mist, nochmal zurück, Helm eingepackt. Im Kopf nachmal alles durchgegangen: Lizenz - check, Schuhe - check, Helm - check, Rad - check. Ich war immer noch gut in der Zeit und bin entspannt nach Saarbrücken gefahren. Unterwegs hat dann wie vor jedem Rennen dieses flaue Gefühl in der Magengegend eingesetzt. Spätestens wenn es von der Autobahn runter geht fängt es an. Selbst nach all den Jahren und hunderten von Radrennen. Wettkampfmodus!
In Kleinblittersdorf habe ich die Wegbeschreibung des Veranstalters falsch interpretiert und bin erst zwei mal die Hauptstrasse auf und ab gefahren bis ich gemerkt habe, dass ich in die andere Richtung muss. Da wurde die Zeit dann doch langsam knapp. An der Rennstrecke angekommen war es gar nicht so einfach bis nach Bliesransbach in die Nähe des Starts zu kommen. Alles hermetisch abgesperrt. Der Streckenposten hat mich noch nicht mal die Strasse überqueren lassen um auf dem Parkplatz auf der anderen Seite zu parken. Na ja, zum Glück gab es einen Schleichweg und ich ergatterte einen guten Parkplatz (Übrigens: Freundlich fragen wirkt Wunder).
Noch 50 Minuten bis zum Start. Nummer geholt, Rad zusammen gebaut, Flaschen ans Rad und Powergel ins Trikot gesteckt, Beine geölt und noch ein paar mal die Strasse auf und ab gefahren. Zum Start gerollt. Hey, und ich habe es tatsächlich geschafft in der ersten Reihe zu stehen. Wenigsten einmal vorne sein! Natürlich standen wir zu früh dort und mussten alle noch mal zur Seite um ein paar Autos durchzulassen. Danach stand ich dann in der zweiten Reihe, immer noch gut.
Die Strecke in Bliesransbach ist recht selektiv. Es gibt zwei Berge auf der Runde. Der Erste fängt direkt am Start an und ist ein Roller Berg, der sich (zumindest in den ersten Runden) gut mit dem grossen Kettenblatt fahren lässt. Von ganz unten bis oben sind es fast sechs Kilometer. Nach der Abfahrt geht es wellig bis zum nächsten Berg, der deutlich steiler ist und ohne Schande mit dem kleinen Kettenblatt bewältigt werden kann. Die schwierigste Stelle dort ist aber das "falsche Flachstück" von einigen hundert Metern bis es endlich richtig runter geht. Widerlich! An der Stelle musste ich in den letzten beiden Runden jeweils reissen lassen und konnte mich gerade so bis zum Ende der Abfahrt in die Gruppe retten. Nach der zweiten Abfahrt geht es wieder wellig bis zum Ziel.
Eine Runde hat knapp über 20 Kilometer und wir hatten derer fünf zu fahren, macht summa summarum 105 km und rund 1800 Höhenmeter. Nicht so schlecht. Wäre durchaus einer Weltmeisterschaft würdig.
via Veloviewer
Im Ergebnis stehe ich als 37. und bin 5. Saarländer geworden. 49 Fahrer haben das Rennen beendet und ich war der Älteste. Das war ein guter Tag. Hat wirklich Spass gemacht.
<Seufz..KurzerMomentDesInErinnerungSchwelgens>
Natürlich war auch damals der Saarländische Rundfunk da und hat einen Beitrag für den aktuellen Bericht aufgezeichnet. Ich glaube es war nach dem ersten Sieg, ich sitze kurz nach dem Zieleinlauf am Auto und versuche wieder zu Luft zu kommen, als der Herr vom SR kommt und meint, dass sie ein Problem mit der Kamera gehabt hätten und den Zieleinlauf vermasselt haben und ob ich nicht noch mal über die Linie fahren könnte. Wahrscheinlich habe ich erstmal recht ungläubig dreingeschaut aber hey, nichts leichter als das! Habe ich ja in jedem meiner Träume geübt. Der Kameramann hat dann eine Perspektive gesucht, in der es nicht zu sehr aufgefallen ist, das keine Zuschauer mehr da waren und der Zielwagen auch schon leer war und ich bin noch mal über die Linie gefahren. Aber ich musste feststellen das es nicht das Gleiche war. Der echte Moment ist unvergleichlich. Der gestellte Zieleinlauf war ... gestellt. Das war eine sehr skurrile Situation!
Strava Activity Playback
Ergebnis Elite Südwestmeisterschaft 2014 (leider ohne Zeiten)
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