Dienstag, 22. April 2014

DNF - Did Not Finish

Am Ostermontag bin ich nach Jahrzehnten zum ersten Mal wieder bei einem Radrennen gestartet, wenn man von dem Bergzeitfahren letztes Jahr absieht. Es stand 20 Runden auf einem welligen, offenen und gestern sehr windigen fünf Kilometer Kurs über Feldwirtschaftswege auf dem Programm, veranstaltet vom Velo-Club Schengen. Ich war erstaunlich unaufgeregt, hatte gut geschlafen und mir als einziges Ziel gesetzt irgendwie im Feld anzukommen und gut um die Ecken zu fahren, was, soviel sei verraten, noch nie meine Stärke war. Nach dem Trainingsblock vor Ostern hatte ich drei Tage Pause, sollte also auch ausgeruht genug sein. Das Feld war recht übersichtlich, etwas über 50 Fahrer. Platzhirsche und Favoriten waren die Fahrer des Kontinentalteams Differdange-Losch. Profis. Na super. In Luxembourg gibt es bei den Elite Rennen keine Einteilung in verschiedene Leistungsklassen wie in Deutschland oder Frankreich. Die exotischsten Trikots trugen die Fahrer des israelischen U-23 Nationalteams. Ansonsten standen Rennfahrer aus allen Luxemburger Clubs, einige Franzosen, ein paar Deutsche und Belgier am Start.

Und los ging es. Die erste Runde war ganz ok. Ich schaffte es mich einigermaßen vorne im Feld aufzuhalten. Eigentlich hatte ich nach all den Jahren mehr Probleme erwartet um mich im Feld zu bewegen. Noch ein paar Runden und es wird wieder gehen, dachte ich. Ha, schön wär's gewesen. Denn in der zweiten Runde war es auch schon vorbei. Zwei, drei mal nicht schnell genug durch die Kurven gefahren, jedes mal ein paar Plätze verloren und schon war ich hinten. Das geht bei einem 50 Mann Feld verdammt schnell. Da ist nicht viel zwischen dem ersten und dem letzen Fahrer des Feldes. Und schon kam die nächste Kurve, davor war ich an Uwes Hinterrad, danach hatte ich ein Loch von fünf Metern und das war es dann auch. Vorne wurde attackiert. Differdange hat die Muskeln spielen lassen und ich bin hinten flöten gegangen. In der zweiten Runde! Nach sieben ein halb Kilometern! Und mich dann auch noch von dem Herrn Sengewald abhängen lassen. Verdammt. Was für ein Desaster.

Recht schnell hat sich dann ein Grupetto von nicht ganz zehn Fahrern gebildet. Das war aber so langsam, dass ich zusammen mit einem Franzosen dem Feld alleine hinterher bin. Das war natürlich ein chancenloses Unterfangen, aber zumindest sind so noch ein paar zügige Kilometer zusammen gekommen. Nach und nach haben wir dann zurückgefallene Fahrer überholt, von denen aber niemand Anstalten gemacht hat mitzufahren. Die haben sich wahrscheinlich alle gewundert, was wir da für einen Quatsch veranstalten, wo der Zug doch schon lange abgefahren war. Und nach 8 Runden kam dann auch Uwe von vorne. So sieht man sich wieder! Wir sind dann zusammen weiter bis bei Kilometer 55 die Spitzengruppe von hinten kam, sind dort noch eine Runde hinterher und dann ausgestiegen.

Woran hat es am Ende gelegen? Im Grupetto konnte ich ja relativ "locker" fahren. Zum einen mit Sicherheit an meiner Hasenfüsigkeit wenn es um die Kurven geht. Das andere Defizit ist einfach die fehlende Rennhärte, die es zum Radrennen fahren nun mal braucht. Kurze Zeit weit im roten Bereich zu fahren und Tempoverschärfungen mit gehen zu können. Das lässt sich auch schwierig alleine trainieren. Vielleicht hat auch die Vorbelastung am Sonntag gefehlt oder die 10 km zum Aufwärmen waren zu wenig. Oder ich war einfach zu schlecht, ganz nüchtern betrachtet, ohne Ausreden.

Na ja, wie auch immer. Spass hat es trotzdem gemacht. ich habe einige alte Bekannte getroffen und Sport an der frischen Luft gemacht.

Warmfahren mit den Israelis

Am Start war die Welt noch in Ordnung 

 Zweite Runde: Grupetto!


Die folgenden vier Bilder hat Alphonse Bertemes geschossen und mir erlaubt, sie hier zu zeigen. Vielen Dank! Nach mehr Bilder von diesem und anderen Rennen in Luxembourg auf seiner Facebook Seite.





Ergebnis hier
Mehr Bilder hier

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen