Montag, 11. Januar 2016

Top Fahrrad Blogs 2015 - Platz 33 für den Unterlenker

Im November vergangenen Jahres hat Fahrrad.de zur Abstimmung über die Top Fahrrad-Blogs aufgerufen. Wie angekündigt wurden heute die Ergebnisse veröffentlicht.

Der Unterlenker kam mit Eurer Hilfe auf einen respektablen 33. Platz von 193 gelisteten Blogs. Dankeschön für jede Stimme!



Nachdem nun also die Ergebnisse des Publikum Votings vorliegen, bei dem gewinnt, wer die meisten Internet-Horden hinter sich versammeln kann, steht irgendwann in den nächsten Wochen auch noch die Bekanntgabe der "Original Top 50 German Bike Blogs" bevor. Letztere werden von Wolfgang Scherreiks, dem Herausgeber des Fahrradjournals und von "Cycle - Das Bike & Style Magazin" kuratiert. Ein vollkommen anderer Ansatz. Hier wird nach vollkommen subjektiven Kriterien, unabhängig von Reichweite und Massentauglichkeit eine Liste von empfehlenswerten Blogs zusammen und auch mit einem kurzen Text vorgestellt. 

Als der "große, böse, kommerzielle Versandhändler" im vergangenen Herbst seine Internet-Voting Kampagne bekanntgegeben hat, sorgte das für einige Aufregung in der deutschen Radsport-Blogosphäre. Natürlich war diese Aktion ein astreiner PR-Stunt. Eine ganze Menge kostenlose Banner-Werbung und "redaktioneller Inhalt" für Fahrrad.de auf vielen Zielgruppen relevanten Blogs. Und gekostet hat das ganze nur ein bisschen Webspace, das Aufsetzen der Kampagnenseite und nun wirklich lächerliche 100 Euro Einkaufsgutschein (Brutto!) für einen der Abstimmenden. Als kostenlose Dreingabe gab es auch noch viele Email Adressen für die Kartei. Die von der Werbeagentur Marketingabteilung haben bestimmt heute noch rote Oberschenkel vor lauter drauf schlagen! Update: Fahrrad.de hat mich darauf hingewiesen, dass die Email Adressen nur zur Benachrichtigung des Gewinners verwendet wurden und im Anschluss, wie in den Teilnahmebedingungen festgehalten, gelöscht werden. Ich habe keinen Anlass daran zu zweifeln.

Manche Blogs sind ganz begeistert auf den Zug aufgesprungen und haben nicht nur Banner in XXL eingeblendet, sondern auch in jedem einzelnen Post auf die Aktion hingewiesen. Andere haben es nur  am Rande in einem kleinen Abschnitt erwähnt und wieder andere haben es sicherlich komplett ignoriert. Der Unterlenker war irgendwie so in der Mitte. 

Wer glaube ich etwas auf kalten Füßen erwischt wurde, war Herr Scherreiks. Zumindest erweckt der Blogpost zum "Call for Entries" ganz den Anschein. Fraglos hat er die Tradition einer Fahradblog-Liste 2012 begründet. Ich weiss zwar nicht ob man nach nur zwei einhalb Jahren (2014 gab es nur eine Liste ohne Rangfolge) bereits von einem Klassiker sprechen kann, aber ohne Frage war das Fahrrad Journal früher dran. Da es sich aber um zwei grundsätzlich verschiedene Formate handelt, ein Plebiszit einerseits und ein Kurator andererseits, sollte Platz für beide sein. Im Gegenteil finde ich den Kontrast sehr spannend und es wird interessant sein, wer aus den "Top Fahrrad-Blogs" es auch in die "Top German Bike Blogs" schafft oder auch eben nicht. Der Unterlenker hat es zumindest 2014 nicht geschafft, was die total subjektiven und in keiner Weise nachvollziehbaren Kriterien bestätigt, ansonsten ... 

Das Ziel ist am Ende für alle das Gleiche: Mehr Aufmerksamkeit! Die Fahrrad.de Aktion hat vielleicht vielen Blogs neue Leser gebracht. Leser, die diese Blogs ansonsten nie gefunden hätten. Die Werbung, die die Blogger für die Aktion gemacht haben, bringt dem Versandhändler im Gegenzug vielleicht den ein oder anderen Kunden und eine stärkere, positive Markenbotschaft. Und auch ein Versandhändler gehört zur Fahrrad-Community, genauso wie die Blogger, die Einzelhändler, die Interessen- und Sportverbände und all die Radfahrer auf welchem Rad auch immer. Platz ist für alle da (Im Zweifeln knappsen wir den bei den Autofahrern ab). Natürlich möchte und muss ein Versandhändler Gewinne erwirtschaften, wie jeder Einzelhändler auch. Was ist daran verwerflich? Es kann sein, dass mir etwas entgangen ist (dann lasse ich mich wie immer gerne in den Kommentaren korrigieren), aber ich kann daran nichts Verwerfliches finden und kann die harsche Kritik an der Aktion als solches nicht nachvollziehen.

Allerdings könnte Fahrrad.de ruhig etwas mehr Geld in die Hand nehmen und sich von einer etwas weniger knickrigen Seite zeigen. Mehr als ein einziger, läppischer 100 Euro Gutschein für die Abstimmenden, Preise für die Ersten und vor allem eine richtige Preisverleihung, in echt, nicht nur virtuell. Mit Schnittchen und Schaumwein und Netzwerken und so. Eine Fahrrad-Blogger Konferenz, das wäre doch mal was!

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