Dienstag, 28. Februar 2017

Leere in den Köpfen und Geld im Straßengraben

Was geht in den Köpfen der Leute vor? Viel kann es jedenfalls nicht sein. Gefühlt wird das mit dem Müll im Straßengraben immer mehr. Dosen über Dosen, Zigarettenpackungen, Wein- und Schnapsflaschen, Kaugummidosen, Kaffeebecher und allerlei anderer Müll. Wenn man einmal anfängt beim Radfahren den Blick nach rechts unten zu richten, kann man nicht mehr wegschauen. Wie bei einem Unfall, den man eigentlich nicht sehen will, aber nicht umhinkommt hin zu starren.

Ich verstehe durchaus, dass es sich angenehmer in einem sauberen Auto fährt als in einem zugemüllten. Allerdings hat die Getränkedose bis zu dem Zeitpunkt der vollständigen Entleerung ja auch ihren Platz im Auto gefunden. Warum kann die nicht noch einen Moment bis zum nächsten Mülleimer drinnen bleiben? Im Auto soll es also sauber sein, ok. Aber draussen etwa nicht? Werfen diese Leute den Müll auch einfach aus dem Küchenfenster auf die Straße? Vor Jahrhunderten war das ja vielleicht üblich, aber irgendwie dachte ich die Menschheit hätte sich weiterentwickelt.


Könnte ich alle Dosen aufsammeln, die ich während einer Trainingsfahrt sehe, ich müsste mir um die Finanzierung meines Sports keine Gedanken mehr machen. Meine nicht representative Markstudie hat übrigens ergeben, das Bitburger in meinem Trainingsgebiet unangefochtener Marktführer ist, gefolgt von Redbull. Es scheint, dass das Dosenpfand immer noch viel zu niedrig ist und zu viele Schlupflöcher hat.

Sehr traurig. Gleichzeitig aber auch eine Erinnerung und ein Aufruf an alle Radfahrer ihren Müll bitte auch wieder mit nach Hause zu nehmen. Wenn die volle Gelpackung im Trikot Platz hatte, sollte dies für die leere erst recht gelten. Ride clean!

Kommentare:

  1. Die Dosen haben natürlich auch unterschiedliche Gründe warum diese da liegen. Wer angetrunken im Auto Bierdosen leert will diese auch nicht bei einer Polizeikontrolle neben sich haben. Daher werden alle alkoholischen Getränkebehälter umgehend rausgeworfen. Andere Dosen fliegen wohl aus Bequemlichkeit, diese zurückzubringen raus. Der grösste Vermüller in Städten und Gemeinden ist der gelbe Sack. Diese Zerreissen beim rumfliegen im Sturm, oder werden von Krähen, Katzen oder Füchsen aufgerissen nach der Suche nach was Essbarem. Gestern hätte ich fast einen Fuchs im Wohngebiet im Dunkeln mit dem Rad angefahren. Der hatte einen Joghurtbecher im Maul.

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  2. Die Dosenvermüllung kann ich nur bestätigen. Wobei ich mich nicht nur über das Blech bzw. Alu aufrege, ich wundere mich immer wieder wie Klamotten, Schuhe, Windeln, prall gefüllte Mülltüten aller Art und allen Inhalts ihren Weg dorthin finden. Wie oft hat mich dabei schon der Wunsch überkommen, diese Menschen just in dem Moment, in dem sie sich entmüllen, zu fragen: "Bitte erkläre mir ob Du Dir dabei was denkst und falls ja – was?"

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  3. Wie im Text erwähnt: Die eigene Nase ist greifbar. Mal nach einer RTF oder so einem Jedermann-Testosteronabbau in den Straßengraben geschaut? Auf Gel- und Riegelverpackungen ist leider kein Pfand...
    Das letzte Warmwetterwochenende hat auch wieder die Straßengräben mit Gelverpackungen gefüllt.
    Ich möchte die Schweine, die Dosen, Kaffeebecher, MCBrechtüten usw. aus dem Autofenster werfen, nicht in Schutz nehmen, aber wenn ich den Müll versuche, dem Verursacher zu zuordnen und diese dann in eine zahlenmäßige Relation setze, scheinen Rennradlfahrer im Vergleich zu Autofahrern die größeren Problem mit ihrer Müllentsorgung in die eigene Mülltonne zu haben.

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    1. Dadurch, dass Sie vermeindlichen "Autofahrer" Müll gegen vermeindlichen "Rennradfahrer" Müll relativieren, machen Sie genau dass, was Sie angeben, nicht tun zu wollen: Sie nehmen die Autofahrer in Schutz. Der Müll im Straßengraben gehört nicht dort hin, egal wer ihn hin geworfen hat. Ich weiß nicht worauf Ihre Abneigung gegen Rennradfahrer beruht, die Verallgemeinerung und Herabwürdigung als "Testosteron-Jedermänner" ist hier wenig hilfreich. Davon abgesehen, dass ihre Beobachtung im besten Fall punktuell zutreffend sein mag, geht es hier nicht darum, welche Personengruppe mehr Müll in den Straßengraben wirft, sondern dass dort überhaupt Müll liegt.

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