Donnerstag, 27. Februar 2020

Radfahren bleibt Radfahren

Im Herbst 2017 war hier unter der Überschrift Real Talent über ein Paarzeitfahren zu lesen, das ich zusammen mit Hannah Ludwig gefahren bin, damals am Ende ihres ersten Juniorinnen-Jahres. Nach dem Rennen war ich von Hannahs Leistung sehr beeindruckt und gespannt, was da noch kommen würde. Die titelgebende Einschätzung sollte sich als richtig erweisen. Hannah wurde 2018 Deutsche U19 Meisterin am Berg, im Zeitfahren und auf der Straße, dominierte die Rad-Bundesliga und brachte eine Silber- (Zeitfahren) und eine Bronzemedaille (Straße) von der EM in Brno, Tschechien nach Hause.

Foto by Thomas Maheux

Der Lohn der Mühen war ein Vertrag bei Canyon-Sram, dem vielleicht großartigsten Team der Woman World Tour mit einigen der coolsten Fahrerinnen, Legenden des Frauenradsports wie Tiffany Cromwell, Pauline Ferrand-Prévot oder Kasia Niewiadoma.

Aber wie ist es, wenn man plötzlich als eine der jüngsten Fahrerinnen bei den größten Rennen des Frauenradsports am Start steht? Um das herauszufinden bin ich vor einigen Wochen an die Mittelmosel gefahren und habe mit Hannah über ihr erstes Profijahr und den langen Weg dorthin gesprochen.

Als ich in Traben-Trarbach ankam wurde ich von Isa, Hannahs Mutter begrüßt. Wir haben am langen Esstisch der Familie in der ehemaligen Volksschule Platz genommen. Hinter mir knisterte der Bullerjan Ofen, vor mir reichte eine Bücherwand vom Boden bis an die beeindruckende, vier Meter hohe Decke. In meinem Blickfeld standen die Kinderbücher. Dutzende und aber-dutzende - was sich halt so ansammelt, wenn man vier Kindern immer etwas Spannendes vorlesen will. Nach einem kurzen Moment gesellt sich Hannah zu uns. Anders als ich die Radfahrerin Hannah kenne, war sie in “zivil”, die langen blonden Haare offen, mit Latzhose und blauem Longsleeve. Eine ganz normale junge Frau.

Also Hannah, wie hat es angefangen, das mit dem Radfahren?

Eigentlich war meine beste Freundin schuld. Wir waren in der fünften Klasse und Lea hatte von dieser Radtour gehört. Eine Woche mit dem Rad von Turnhalle zu Turnhalle, mit vielen anderen Jugendlichen und zugunsten von Kindern in Ruanda. Das Wichtigste dabei war aber für Lea 'Hey, Oberstufenschüler!' und für mich 'Hey, eine Woche keine Schule!'. Was daran sollte also verkehrt sein? Bis zu den Sommerferien wurde regelmäßig mit der Sport AG der Schule Rad gefahren. Das war schon nicht schlecht und ich konnte den teils deutlich älteren Schülern am Berg ordentlich Paroli bieten. Eine Woche vor den großen Ferien fanden wir uns dann mit vielen anderen Kindern und Jugendlichen am Start der FairPlay Tour de l'Europe wieder. Mit einem einfachen, schweren Kinder MTB, dem mein Vater als einzige Erleichterung ein Satz Straßenreifen aufgezogen hatte. Auf der ersten Etappe bin ich zwei mal gestürzt, aber das konnte meine Begeisterung nicht dämpfen.

Dazu muss man sagen, dass die FairPlay Tour eine ernsthafte Herausforderung ist. Die Etappen sind zwischen 80 und 120 km lang und verlangen ordentlich Durchhaltevermögen. Selbst für geübte Rennradfahrer auf schmalen Reifen sind das nennenswerte Distanzen. Für Kinder auf schweren MTBs ist das eine mehr als beachtenswerte Leistung.

Im nächsten Jahr bei ihrer zweiten FairPlay Tour hat Hannah dann schon einen "Überholer-Posten" bekommen. Eigentlich den deutlich älteren Schüler vorbehalten, fährt man mit Warnweste und Fahne ausgestattet an der Gruppe vorbei bis zur nächsten Kreuzung oder Einmündung und regelt den Verkehr. Ein besonderes Talent zum Radfahren war nicht abzustreiten.

Radfahren war damals für Hannah vor allem eine Gelegenheit Zeit mit ihrem Vater zu verbringen und die allmählich dazukommenden Radrennen Ausflüge, bei denen der Kuchen zumindest so wichtig war wie das Rennen selbst. Einen entspannteren, unaufgeregteren Beginn einer Sport-Karriere kann man sich nicht vorstellen. Wenn man durch Hannahs Ergebnisse in der Sportlerübersicht auf rad-net scrollt, fällt auf, dass dort alle Radsport-Disziplinen auftauchen. Neben Mountainbike Veranstaltungen auch Cyclo-Cross sowie Straßenrennen und Bahnwettkämpfe.

Dann ging es Schlag auf Schlag und ein Sieg folgte dem anderen. Ob beim Kriterium in der Pfalz oder bei Deutschen Meisterschaften. "Ludwig, Hannah - RSC Stahlross Wittlich" war eine Konstante auf den Siegerlisten. Insgesamt listet Rad-Net 56 Siege in den Nachwuchsklassen. Besonders der Kampf gegen die Uhr entwickelte sich zur bevorzugten Disziplin.

WM Innsbruck 2018 - Fotograf unbekannt

In der U19 wird es grundsätzlich ernst und es zeigt sich, wer die Schüler- und Jugendklasse aufgrund eines Entwicklungsvorsprunges vor seinen Altersgenossen dominiert hat oder wer echtes Talent und Trainingsfleiß besitzt. In gewisser Weise werden die Uhren auf Null gestellt und es gilt, sich wieder neu zu beweisen. Hannah gelang es, schon im ersten U19-Jahr sowohl auf der Straße wie im Zeitfahren Deutsche Vize Meisterin zu werden und im Trikot der Nationalmannschaft zur Europa- und Weltmeisterschaft zu fahren. Ein fünfter Platz gegen die Zeit bei der EM in Herning und ein vierter Platz bei der WM in Bergen, nur Sekunden am Podium vorbei, bestätigten, dass hier "Real Talent" am Werk war.

Dem olympischen Motto "citius, altius, fortius" und der scheinbar spielerischen Leichtigkeit der bisherigen Ergebnisse folgend, war eine gewisse Aufgeregtheit und Erwartung an das zweite U19 Jahr nicht zu vermeiden. Zumindest ich hatte mich insgeheim schon gefreut vielleicht bald einer Weltmeisterin gratulieren und tatsächlich ein echtes Regenbogentrikot mal aus nächster Nähe sehen zu können.

Und 2018 schien zu halten, was 2017 versprach. Mit Deutschen Meister Titeln am Berg, auf der Straße und im Zeitfahren und einer Silber- und Bronzemedaille bei den Europameisterschaften trat Hannah die Reise nach Innsbruck zur Weltmeisterschaft als eine der Favoritinnen an. Aber Radsport wäre kein Radsport, wenn man alles planen könnte und trotz aller Arbeit, Schweiss und Mühen, aller Erfolge im Vorfeld und guten Wünschen es manchmal einfach nicht zusammen kommt. Die Strecke des Zeitfahrens der Juniorinnen führte von A nach B durch das Inntal (im Gegensatz zu einer Runde). Am Tag des Rennens blies ein kräftiger Rückenwind. Was Hobbyradfahrer freut, nivellierte an diesem Tag zusammen mit der Übersetzungsbeschränkung die Unterschiede zwischen den Starterinnen und Hannah konnte ihre Stärken nicht ausspielen. Vielleicht war es auch einfach nicht der Tag der Tage, an dem einfach alles passt und den man trotz allem Talent haben muss, um sich das Regenbogentrikot überstreifen zu können. So schlug am Ende "nur" ein zehnter Platz mit 29 Sekunden Rückstand auf die Siegerin Rozemarijn Ammerlaan aus den Niederlanden zu Buche. Aber wie heißt es: “Egal, wie oft man fällt, man muss einmal öfter aufstehen”. Für Radsportler gilt das im Besonderen.

Foto by Ashley und Jered Gruber

Wenn schon der Wechsel zur U19 für junge Radsportler ein Meilenstein ist, so gilt dies erst Recht für den Wechsel in die Eliteklasse. Besonders wenn man direkt in der World Tour fährt. Was davor war, ist nur noch eine Randnotiz, die kommenden Jahre ein leeres Blatt, bereit für neue Ergebnisse und Heldentaten.

Wenn du keine Radsportlerin wärst, welche Sportart würdest du betreiben?

Schwierige Frage. Es gibt viele Sportarten die ich gerne mache, aber ich bezweifle, dass ich in irgendeiner Profi sein könnte. Vielleicht am ehesten als Trailrunnerin?

Also Radsport, was fasziniert dich daran?

Jedes Radrennen ist wie das Leben in Kurzfassung. Es gibt ein Anfang und ein Ende, Freude, Wut, Erschöpfung, Überraschungen, ... aber egal was passiert, man kann viele Dinge mit einer positiven oder negativen Einstellung massiv ändern, wenn man es denn möchte. Der Radsport lässt mich immer wieder Grenzen entdecken und überschreiten, die ich vorher nicht kannte. Faszinierend ist, wie individuell diese Grenzen für jeden einzelnen sind und trotzdem alle versuchen, diese zu verschieben.

Was war die größte Herausforderung in deinem ersten World-Tour Jahr?

"Geduld. Ohne Frage Geduld. Die Einsicht, dass nichts von jetzt auf gleich funktioniert und man Dinge nicht erzwingen kann, musste ich lernen. Dass ich schon mal recht stur sein kann, machte die Sache nicht unbedingt leichter. Ich musste lernen meine Kräfte einzuteilen. Zu oft habe ich in der ersten Hälfte der Rennen, im Versuch dem Team zu helfen, meine Kräfte vergeudet, in Phasen der Rennen, in denen das noch nicht notwendig war und wenig gebracht hat. Wenn es dann drauf ankam, war ich nicht mehr die Hilfe, die ich gerne gewesen wäre."

Nach einem recht guten Einstand bei den ersten Rennen in Spanien wurde Hannah in Italien bei der Strade Bianche auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. "OTL - Outside Time Limit", aber zumindest ins Ziel gefahren. Eine Woche später stürzte Hannah bei Drenste Acht van Westewald. Gehirnerschütterung! Vorbildlicherweise nimmt Canyon-Sram die Gesundheit der Fahrerinnen sehr ernst, vorbei die Zeiten, als Fahrerinnen nach Stürzen mit dem Verdacht auf Gehirnerschütterung nochmal auf's Rad gestiegen sind. Das bedeutete für Hannah erst mal Pause und Erholung. Ende April ging es beim Wallonische Pfeil und Lüttich - Bastogne - Lüttich weiter. Aber die Leichtigkeit der Junioren-Jahre war vorbei. Die Rennen gehen über die doppelte Distanz und sind so viel schneller und härter, dass Zweifel aufkamen ob es reicht, ob man den Erwartungen gerecht wird. Den eigenen, denen der Freunde, der Familie und des Teams. Sich trotzdem immer wieder zu fokussieren und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, ist nicht einfach.

Als glücklich hat sich dabei die Zusammenarbeit mit Holly Sears erwiesen, zu der Hannah erst im März 2019 wechselte. Unterstützt von ihrer Trainerin gelang es Hannah, nach vorne zu blicken und Schritt für Schritt verlorenes Selbstvertrauen zurück zu gewinnen. Ohne Druck und Erwartungen großer Resultate bereitete Hannah sich auf die Deutsche Meisterschaft im Zeitfahren vor. Zeitfahr-Intervalle, Motor-Training, bis zu 30 Stunden in der Woche auf dem Rad. Am 28. Juni war Hannah bereit "to put the Hammer down". Extra Motivation gab es von Erik Zabel, der im Materialwagen saß. Gestartet wurde alle 90 Sekunden und Hannah überholte ganze acht (!) Fahrerinnen. Acht!

Am Ende reichte es zwar "nur" für die Holzmedaille, aber zur drittplatzierten Lisa Brennauer, der ehemaligen Zeitfahrweltmeisterin, fehlten lediglich magere18 Sekunden. Teamkollegin Tanja Erath, die Fünfte wurde, hatte hingegen schon eine Minute Rückstand auf Hannah. Das war definitiv ein "Put the Hammer down" Moment!

Mit gestärktem Selbstvertrauen ging es weiter. Hannah gewann die Nachwuchswertung der BeNe Ladies Tour und in Alkmaar in den Niederlanden bei der Europameisterschaft den U23 Zeitfahrtitel!

Am Ende deines ersten Profijahres, wenn du zurückblickst, was entsprach deinen Erwartungen und was war unerwartet?

Viele Dinge waren wie ich sie erwartet hatte. Radfahren bleibt Radfahren und Herausforderungen bleiben Herausforderungen. Davon abgesehen war ich viel mehr unterwegs als ich mir das vorgestellt habe und das Nicht-Zuhause-Sein ist mir nicht immer leicht gefallen. Was mich wirklich überrascht hat, waren die eingefleischten Fans, die wirklich für den Frauenradsport brennen. Das habe ich so nicht erwartet. Eine andere Sache ist die Unterstützung der Fahrerinnen im Team. Da werden alle gleich behandelt, das Team macht keinen Unterschied zwischen Kasia Niewadoma und einem Neo-Profi. Das fällt mir manchmal immer noch schwer anzunehmen, als ob mir das nicht zusteht.

Wie hat dich 2019 verändert? Als Person?

Zu Beginn dachte ich, ich wüsste ziemlich viel über die Welt und wie es so läuft. Typisch Teenager! Ich habe dann ziemlich schnell gelernt, dass ich nur einen Bruchteil über die Welt und selbst über Radrennen weiss. Dort draußen ist so viel mehr, als ich mir das in meinem Zimmer in Traben-Trabach vorgestellt habe! Ansonsten ... Möglichkeiten zu schätzen wissen, Momente zu genießen, mir Fehler einzugestehen, dankbar zu sein, nie zu vergessen, dass alles, was ich habe, nur Dank meiner Eltern möglich war, mich nicht zu verbiegen und ehrlich zu sein, ... ja, das sind einige der Dinge, die mir dieses Jahr bewusst wurden und die ich gelernt habe.

Ah, und ich bin zum Reiseprofi geworden. Am Anfang habe ich einfach alles mitgenommen und war viel zu schwer unterwegs. Über das Jahr habe ich dann immer mehr aussortiert und Dinge zuhause gelassen und bin inzwischen oft nur noch mit Handgepäck unterwegs. Ich fahre auch Just-in-Time zum Boarding zum Flughafen. Das bringt meine Mannschaftskolleginnen regelmäßig auf die Palme, wenn sie mich vom Gate aus anrufen und ich noch auf der Autobahn bin. Einmal habe ich den Flug auch tatsächlich verpasst, das lag aber an einem Unfall und einer Vollsperrung. Mein Ersatzflug hatte dann sogar die bessere Verbindung!

Was motiviert dich?

Erstaunlicherweise nicht so sehr die Siege. Es ist mehr mein Bestes zu geben und immer wieder meine Grenzen zu testen, zu verschieben, dass kann dann auch sein dem Team zu helfen und zu dem Erfolg beizutragen. Das ist die sportliche Seite, was mich darüber hinaus aber noch sehr viel mehr inspiriert, ist andere Menschen nicht nur für den Radsport, sondern für das Radfahren an sich zu begeistern. Radfahren ist so viel mehr als Radrennen. Im vergangenen Herbst bin ich bei One More City mitgefahren. Das ist eine jährliche Radtour, die Aufmerksamkeit für sekundären Brust Krebs erreichen möchte und Spenden für dessen Erforschung sammelt. Dieses Jahr ging es in drei Tagen von Amsterdam nach Straßburg. Zu erleben wie wichtig diesen Frauen das Radfahren ist, wieviel Halt es geben kann trotz der Schicksalsschläge, dass hat mich wirklich motiviert.

Ich kann mir vorstellen, dass du für viele aus deinem Verein, deiner Schule und der Region jetzt ein Star bist, ein Idol! Kommt das so bei dir an?

Dieses Jahr war ich zu Gast bei einer Veranstaltung meiner Schule, den LebensLäufen. Dabei wird gelaufen, geschwommen, geskatet, Roller gefahren, Fußball gespielt und eben auch Rad gefahren und vor allem Geld gesammelt für Selbtshilfeprojekte der Welthungerhilfe in Afrika. Die Teilnehmer der Radtour trainierten für die FairPlay Tour 2019 und ich bin ein Stück mitgefahren. Am Start in der Schule gab es ein großes Hallo, die Kinder stürmten auf mich ein, wollten Autogramme, redeten durcheinander. Da denke ich mir dann schon: Hey, ich bin doch nur die Hannah, vor gar nicht langer Zeit habe ich hier selber die Schulbank gedrückt und jetzt soll ich Autogramme geben? Ich weiss nicht ob ich mich da je dran gewöhnen werde, dass andere Menschen was Besonderes in mir sehen und sich meine Unterschrift zuhause an die Wand hängen!

Inzwischen ist es dunkel geworden und es wird Zeit aufzubrechen. Aber eines will ich dann doch noch wissen: Wie ist das mit dem Material und den ganzen Klamotten? Ist das so wie wir Hobbyfahrer uns das in unseren Träumen vorstellen?

Das ist in der Tat wie Weihnachten und Ostern zusammen. Ich habe so viel bekommen, dass ich gar nicht alles anhatte und dieses Jahr (also 2020) hat sich das Design ja geändert, ich kann also noch nicht mal im Training die 'alten' Sachen anziehen. Dazu gab es auch über das Jahr immer mal wieder etwas neues. Jacken, Hoodies, Freizeitkleidung, extra Kit. Wenn ich zum Training starte und mich selber im Spiegel sehe, denke ich jedesmal: 'Wow, wie cool! Das bin wirklich ich! Ich darf dieses tolle Trikot tragen und habe sogar eine ganze Schublade voll.' Also wirklich wie im Hobbyfahrer Traum!" 

Auf der Heimfahrt gehe ich in Gedanken nochmal durch unser Gespräch. Ich bin sehr beeindruckt und freue mich für Hannah, dass sich all die Jahre des zielstrebigen und harten Trainings ausgezahlt haben. Hannah ist es gelungen, sich in ihrem ersten Frauen-Jahr nicht nur sportlich zu behaupten, sondern auch persönlich ihren Weg in einer neuen Welt zu finden. Sich nicht zu verbiegen, nachdenklich und kritisch zu sein, sich dabei selber zu reflektieren und trotz einiger Rückschläge nach vorne zu schauen, das muss man mit gerade 19 Jahren erstmal hinbekommen. 

Was ich auch gelernt habe ist, dass Profiradsport mehr als nur schnell Radfahren ist. Es reicht schon lange nicht mehr, im Rennen das Trikot des Sponsors zu tragen, im Ziel ein kurzes Interview zu geben und alles andere dem “Press-Officer” zu überlassen. Um die eigene Marke als Sportler in dem immer lauter werdenden Social-Media-Zirkus zu platzieren, wollen Instagram, Twitter, Facebook und Strava mit immer neuem Content bestückt werden. Ein eigenes Rennen um die Aufmerksamkeit der Medien und Fans. Wenn ich sehe, welchen Druck das ausübt, frage ich mich, ob die Radsportöffentlichkeit, deren Teil ich ja selber bin, nicht zu viel erwartet.

Inzwischen ist die 2020er Saison schon in vollem Gange. Hannah hat ihre Saison in Australien begonnen und wird Mitte März in Drenthe und Nokere wieder ins Renngeschehen eingreifen. Ich drücke die Daumen! Ride on, Hannah!

Links:
Hannah bei Pro Cycling Stats

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