Mittwoch, 28. Oktober 2015

Bravo GFNY!

Heute hat Gran Fondo New York CEO Uli Flume bekanntgegeben, dass der diesjährige Sieger der GFNY Championships in New York, der Kolumbianer Oscar Tovar, positiv auf synthetisches Kortison getestet wurde. Ebenfalls des Dopings überführt wurde die Dritte des Frauenrennens, die auch aus Kolumbien stammende Yamile Lugo.

Gedopte Möchtegernprofis die die vorderen Plätze bei Jedermann Rennen absahnen sind keine guten Nachrichten. Es gibt Veranstalter von bei weitem grösseren und prominenteren Jedermannrennen, die solche News lieber stiefmütterlich behandeln und auch gar keine eigenen Tests durchführen. Bei dem Doping Thema handelt so mancher nach dem Motto "No news are good news", wenn es dann gar nicht mehr anders geht wird halt scheibchenweise kommuniziert.

Und natürlich kosten Dopingkontrollen Geld. Bei Lizenzradrennen werden diese Tests von den nationalen Anti-Doping Agenturen durchgeführt, die zu einem großen Teil durch öffentliche Mittel finanziert werden (zumindest in Deutschland). Kommerzielle Veranstaltungen ausserhalb der Radsportverbände werden nicht getestet, dort muss der Veranstalter selber für die Kontrollen aufkommen. Dummerweise schmälern solche Ausgaben den Profit und da sie nicht notwendig sind, lässt man Sie eben weg. Blöd nur wenn der Betrug trotzdem offensichtlich wird. Der "Ötztaler" hatte aus diesem Grund 2015 einige schlechte Publicity bekommen. Nachzulesen hier und hier.

Es geht aber auch anders. GFNY hat ein sehr starkes Anti-Doping Statement und führt auch entsprechende Tests durch. Diese haben bereits 2012 zwei Sieger des Dopings überführt.

Diese und die aktuell positiven Tests zeigen, dass die Kontrollen wirken und das Bekenntnis für einen sauberen und fairen Sport nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Darüber hinaus ist es ein Beispiel wie man solche Nachrichten kommuniziert, nämlich unmittelbar und ungeschönt.

Flume schreibt in seinem Newsbeitrag:
“We are of course upset and hurt that a doper taints the reputation of our race and had us celebrate him on the day. However, it’s without a doubt more important for us to do what we can to make our race fair, of which doping controls are an integral part. Simply looking away and not testing the athletes is the worst decision that a race director can make because it forces everyone to take drugs to try to level the playing field.”

So muss ein positiver Test nicht zwingendermaßen zu einem Reputationsschaden führen. Ich für meinen Teil sehe diese "schlechte" Nachricht nämlich durchaus als eine Gute an. Bei der Auswahl eines Gran Fondos spielt das Anti-Doping Statement für mich eine Rolle und bei GFNY hat dieses Hand und Fuß. Aus diesem Grund, trotz gedoptem Sieger: Bravo GFNY!

Ich freue mich auf den GFNY Mt. Ventoux 2016 (und vielleicht auch auf das Rennen in Hameln)!


Links:
USADA Mitteilung
GFNY Blog
GFNY Mt Ventoux 2015 auf Unterlenker.com

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