Mittwoch, 14. September 2016

Winter Variationen - Cyclocross

Das derzeit so im Aufwind befindliche Gravel Bike ist ja eigentlich ein alter Hut. Querfeldeinrennen gibt es schon seit über 100 Jahren. Seit 1900 fahren Radfahrer im Winter im Gelände um sich auf die neue Saison vorzubereiten.

Was ist jetzt das tolle am Querfeldeinfahren? Ganz einfach, zunächst, wie der Name sagt, es geht Querfeldein und damit erweitern sich die Möglichkeiten der Streckenwahl immens. Einfach mal abbiegen und die Abkürzung auch den Wald nehmen? Kein Problem. Nach den vielen Kilometern auf der Straße auf den vielleicht immer gleichen Strecken tut die Abwechslung gut.

Was bringt das jetzt für das Training hinsichtlich der Variation? Cross ist, wenn man "richtig" Cyclocross fährt sehr athletisch, kurz und intensiv. Vom Rad abspringen, die Maschine schultern, über Hindernisse springen, Treppen hochlaufen, wieder auf das Rad aufspringen. Da kommt der Kreislauf in Schwung. Diese Intensität wird man im Winter auf der Straße, wenn es rutschig und kalt ist, nur schwer hinbekommen. Wie schon beim Schwimmen, wenn ihr das schon immer macht und vielleicht sogar Rennen fahrt, ist das alles natürlich nichts Neues für euch. Alle anderen, egal ob Straßenfahrer, Triathlet oder MTBer sollten darüber nachdenken.

Ein Crossrad muss nämlich nicht unbedingt eine große Investition sein. Gebraucht ist man unter Umständen schon mit ein paar hundert Euro dabei und hat dann auch gleich ein vorzügliches Schlechtwetterrad für die Straße mit reichlich Platz für breite Reifen und Schutzbleche.

Ein guter Baustein im Wintertraining könnte zum Beispiel eine wöchentliche Einheit von 60 Minuten sein, bei der man sich einen kleinen Rundkurs von etwa 10 Minuten sucht der einige steile Abfahrten, eine Treppe, ein paar engen Kurven und auch einige Passagen hat, auf denen man einfach Gas geben kann. Nach dem Aufwärmen fährt man zunächst eine schnelle Runde, später zwei und nach ein paar Wochen schafft man vielleicht vier oder fünf. Die Schwierigkeit der Runde lässt sich ganz auf das eigene Können abstimmen. Um das ganze zum MTB fahren abzugrenzen, sollte man auf jeden Fall lernen vom Rad abzuspringen, zu schultern und mit Rad zu laufen. Wer da keine stabile Rumpfmuskulatur hat wird ganz schnell mit Stabitraining anfangen.

Für die Radbeherrschung ist das Fahren im Gelände unbezahlbar. Das gilt natürlich auch für das MTB, aufgrund der breiteren Reifen und der Federung und der höheren Geländegängigkeit muss die Strecke aber auch weitaus schwieriger sein um eine Herausforderung darzustellen. Auf dem Crosser reicht für den nicht ganz so versierten Fahrer vielleicht schon ein Abfahrt auf einer Forststraße um mal ins Schwitzen zu kommen. Ich lasse mich da gerne von den Spezialisten korrigieren, aber durch die Ähnlichkeit zwischen Crosser und Straßenrad, sollte der Gewinn für die Radbeherrschung auf der Straße mit dem Crossrad größer sein.

Und wer weiss, warum nicht doch an ein, zwei, drei Crossrennen teilnehmen? Inzwischen gibt es auch Jedermann und Hobby-Rennen im Gelände. Man muss sich also nicht gleich mit den abgebrühten Spezialisten messen und kann es ganz unter dem "Dabei sein ist alles Motto" angehen.

Und zu guter letzt der vielleicht beste Grund: Es macht einfach Spaß!

Hier ein tolles Video zu dem Thema vom GCN:



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Links:
Eine Übersicht mit den Terminen der Crossrennen in der Region RLP / Saar / Lux / Lorraine und Alsace hat der SRB vor einigen Tagen verteilt: Crossrennen 2016/17.
Eine gute Facebookgruppe für die Region in der auch gebrauchte Crossräder verkauft werden ist der Velo Okkasiounsmaart.

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