Nach einer Woche in den Bergen hat mich meine Trainingsrunde heute mal wieder durch Lothringen geführt. In Kirschnaumen, einem der kleinen Orte nicht weit von der Deutsch-Französischen Grenze hat ein altes Restaurant meinen Blick im Vorbeifahren gefangen. Dort bin ich schon oft vorbei gefahren, aber erst heute ist mir der desolate Zustand des Gebäudes aufgefallen. Ich habe gedreht und angehalten um ein Foto zu machen. Von solch alten Hausern geht ja ein morbider Charme aus. Was für Geschichten könnte dieses Haus wohl erzählen, wenn es denn erzählen könnte? Von Hochzeiten und Besäufnissen, vom Kaffee nach Beerdigungen, von Familien beim Sonntagsessen, vom Feierabendbier und von Frühschoppen, von erster Liebe und zornigen Streitigkeiten, vom Lachen und Weinen, von Hochzeiten und ausbleibenden Gästen. Was mag in diesen Wänden schon alles passiert sein? Warum ging es zu Ende? Und heute? Fast eine Ruine, kurz vor dem Zusammenbruch. Die Farbe blättert, die Leuchtreklame ist kaputt, die Läden sind schief, die Fenster blind, das Unkraut sprießt.
Bevor das Haus in sich zusammenstürzt oder abgerissen wird schnell noch ein Bild machen, so viel Zeit muss sein. Ich drapiere mein Rad also auf der Treppe und will gerade ein paar Schritte zurück gehen, da öffnet sich die Tür und ein gar nicht so alter Herr in etwa dem gleichen Zustand wie das Haus steht auf der Schwelle und fragt mich etwas was ich nicht verstehe. Da wohnt noch jemand drin! Mein Gesichtsausdruck ist irgendwo zwischen erschrocken und erstaunt, mit einer Beimischung von ertappt. Damit hätte ich ja im Leben nicht gerechnet, hier noch einen Bewohner anzutreffen. Dann fallen mir doch noch ein paar Brocken Französisch ein und ich frage, ob ich ein Bild von dem alten Haus machen darf. Das ist ok, es gibt keine Einwände, die Tür schließt sich wieder, ich wechsle die Straßenseite, mache mein Foto und fahre weiter.
Wie es innen aussieht mag ich mir gar nicht vorstellen. Lothringen ist heute eine der ärmsten und wirtschaftlich schwächsten Regionen Frankreichs. Man vergisst das schon mal schnell, wenn man mit dem Rad durch die ruhige und meist leere Landschaft fährt und sich über den kaum vorhandenen Verkehr freut. #whatyouseewhencycling
Posts mit dem Label Foto werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Foto werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 10. August 2017
Sonntag, 22. Januar 2017
Salzige Straßen
Das war heute eine wirklich bemerkenswerte Runde. Nicht wegen der Länge, der Berge, der Durchnittsgeschwindigkeit, der Leistung oder sonstiger Radsport Metriken, sondern wegen der Kälte. 3 Stunden und das Thermometer hat durchweg ein Minus vor der Zahl angezeigt. Kann mich nicht daran erinnern wann ich zuletzt so lange in solcher Kälte unterwegs war und dabei überhaupt nicht gefroren habe, weder an den Füßen, noch an den Händen. Es scheint, ich habe heute mal die richtige Anzahl an Schichten getroffen. Diese Einmal-Heizpads für die Schuhe kann ich an dieser Stelle nur wärmstens empfehlen, im wahrsten Sinne des Wortes. Vielleicht war es aber auch gar nicht kalt, mir ist nämlich ein Radfahrer ohne Handschuhe entgegengekommen. Ohne Handschuhe! Bei Minus Fünf Grad! Wahnsinniger.
Und was liegt ein Salz auf der Straße! An manchen Stellen hätte es sich gelohnt mit Besen, Schaufel und Eimer anzurücken, man hätte genug aufkehren können um für einige Zeit den Gehweg zuhause zu streuen.
Die Sonne war heute übrigens genauso strahlend wie meine Laune. Die Geschichte mit dem Bein scheint jetzt doch endlich ausgestanden zu sein, ab und an zwackt es zwar noch ein wenig und auch vom Kraftraum werde ich mich noch eine ganze Weile fern halten, ansonsten ist es aber ok. Kann also wieder los gehen! Jetzt nur nicht übertreiben. Nächstes Wochenende ist erstmal die Cross WM in Luxembourg und im Februar werden ein paar Grundlagen Kilometer gesammelt. Ist ja der richtige Monat für lange Stunden auf dem Rad.
Und was liegt ein Salz auf der Straße! An manchen Stellen hätte es sich gelohnt mit Besen, Schaufel und Eimer anzurücken, man hätte genug aufkehren können um für einige Zeit den Gehweg zuhause zu streuen.
Die Sonne war heute übrigens genauso strahlend wie meine Laune. Die Geschichte mit dem Bein scheint jetzt doch endlich ausgestanden zu sein, ab und an zwackt es zwar noch ein wenig und auch vom Kraftraum werde ich mich noch eine ganze Weile fern halten, ansonsten ist es aber ok. Kann also wieder los gehen! Jetzt nur nicht übertreiben. Nächstes Wochenende ist erstmal die Cross WM in Luxembourg und im Februar werden ein paar Grundlagen Kilometer gesammelt. Ist ja der richtige Monat für lange Stunden auf dem Rad.
Freitag, 29. April 2016
Photostopps
Bei all den Trainingseinheiten, bei denen es um spezifische Ziele geht, um Intervalle, Sprints, Ausdauer, Kraft, bei denen man fokussiert ist, sollte man nie vergessen sich auch die Zeit zu nehmen und anzuhalten, die Landschaft zu genießen, durchzuatmen und vielleicht ein Foto zu machen. Wenn dann nachher fünf Kilometer fehlen, pffff, egal.
Abonnieren
Posts (Atom)










