Dienstag, 6. Dezember 2016

Paris - Brest - Paris

Könnt ihr euch vorstellen über 1200 Kilometer am Stück Rad zufahren? Auf und ab durch eine hügelige französische Landschaft und dabei über 10.000 Höhenmeter zu sammeln? Und das Ganze mit möglichst wenig oder gar keinem Schlaf? Alle vier Jahre nehmen einige tausend (!) Radfahrer diese Herausforderung an und fahren von Paris an die Atlantikküste nach Brest und gleich wieder zurück.

Paris - Brest -Paris oder auch einfach nur PBP, ist eines der ältesten Radrennen überhaupt. Die erste Ausgabe fand 1891 statt und wurde von der Zeitung le Petit Journal ins Leben gerufen. Das Rennen stand nicht nur Profis sondern auch Amateuren offen und führte über die Nationalstraße 12 nach Brest und auf gleicher Strecke zurück. Der Sieger hieß Charles Terront und brauchte auch heute noch sehr respektable 71 Stunden. Auf einem Rad ohne Gangschaltung und sonnigen Firlefanz wohlgemerkt. Die zweite Ausgabe 1901 wurde zusätzlich von L'Auto-Vélo (später l'Equipe) gesponsert. Von dem enormen publizistischen Erfolg des Rennens beflügelt begann der Herausgeber von L'Auto-Vélo, Henri Desgrange, mit der Planung eines Rennens durch ganz Frankreich, der Tour de France. Die Etappenlängen der ersten Ausgabe sind dann auch deutlich von PBP inspiriert gewesen.


Die bis heute schnellste Zeit wurde bei der letzten Ausgabe des Profirennens 1951 gefahren. Der Sieger Maurice Dito siegte nach 38 Stunden und 55 Minuten im Sprint (!!!) im Velodrome Parc de Prince vor Edouard Mueller. 1200 Kilometer und dann im Sprint gewinnen! Es gibt sogar ein Video davon:

 
Nach dem Rennen 1951 wurde PBP nur noch als Ausdauerfahrt für Amateure ausgetragen, sowohl als Audax im geschlossenen Verband als auch als Brevet. Bei einem Brevet fährt jeder sein eigenes Tempo oder man schliesst sich zu Gruppen zusammen, wie man möchte.

Aufgrund des zunehmenden Autoverkehrs wechselte man 1979 von der Nationalstraße auf Nebenstraßen. Die Zeiten sind somit nicht mehr ganz zu vergleichen, bei einer Distanz von 1200 Kilometern kommt es auf ein bisschen mehr oder weniger aber auch nicht an. All den Fortschritt im Material und der Ausrüstung in Betracht gezogen, erscheinen die Zeiten, die die Fahrer bis 1951 gefahren sind heute fast unvorstellbar. Gut, die haben sich wahrscheinlich auch das ein oder andere Tablettchen eingeworfen, aber trotzdem ist die athletische Leistung beeindruckend. 1931 hat der Australier Hubert Oppermann zum Beispiel nur 49:23 benötigt.

Die letzte Ausgabe fand 2015 statt. Bei dieser Edition ist ein wirklich sehenswerter Film entstanden, den ich mir am letzten Wochenende angesehen habe: Brevet. Darin werden drei Radfahrer auf dem Abenteuer PBP begleitet. Eine Frau und zwei Männer, ein Novize und ein Veteran, der im Alter von 72 Jahren sein siebtes PBP beendet. Den Film kann man auf Vimeo kaufen (9,99) oder ausleihen (6,99) oder als DVD bei Amazon für 15,99 kaufen. Brevet dauert 1:19 und ist auf Deutsch, es gibt aber auch Untertitel in verschiedenen Sprachen.

Absolut sehenswert, schöne Aufnahmen, intensive Porträts. Hat mir sehr gut gefallen. Tolle Dokumentation.

Das Ganze fasziniert mich ja sehr und irgendwie frage ich mich, ob ich das auch könnte, wenn ich denn wollte. Mhhhh, bis 2019 ist ja noch ein bißchen ...


Links:
PBP auf Wikipedia: Rennen, Audax, Brevet
Brevet Film Homepage

Freitag, 2. Dezember 2016

The Liebster Award Part 2

Am vergangenen Sonntag habe ich von meiner Nominierung zum Liebster (Blog) Award durch Jörn von umdensee.blogspot.de berichtet und elf Fragen beantwortet. Heute geht es weiter, jetzt bin ich an der Reihe zu nominieren. Dabei lege ich die Regeln aber mal ganz nach eigenem Gutdünken aus. Zehn Fragen müssen reichen! Und elf Blogs zu nominieren ist viel zu viel. Dann ist ja ruck-zuck das ganze Internetz durch und es fängt wieder von vorne. Daher: Drei allein soll die Nummer sein!


Meine Nominierungen:

Coffee and Chainrings

Einer der besten Rad-Blogs Deutschlands, wie man, dem letzten Zwischenstand der Top Fahrrad Blogs 2016 nach zu urteilen, mit Fug und Recht behaupten kann. Hier gibt es alles, MTB, Rennrad, Ernährung, Training, Tests, Material. Immer authentisch, immer echt, immer mit vollem Einsatz und einer Tasse Kaffee. Coffee and Chainrings veröffentlicht jede Woche die Lieblingsblogs mit den besten Links aus der Blog Szene. Sehr empfehlenswert!

Wattsbehind

Benjamin hat mich diesen Sommer mit seiner Fernfahrt Saarbrücken - Prag sehr inspiriert. Sollte ich mal wieder in Schwung kommen, könnte ich mir sowas für 2017 auch vorstellen. Sozusagen eine Inspirations-Revanche, denn der Unterlenker ist wohl nicht so ganz unschuldig daran, dass es wattsbehind gibt. Cooler Name übrigens. Die Zweideutigkeit ist sensationell!

Jule radelt

Rheinische Frohnatur die nicht nur toll Rad fährt, sondern auch toll zeichnet (das als kritzeln zu bezeichnen ist eigentlich unverschämt :-) ) und tolle Trikot-Designs erstellt. Hat aus meinen in der Tat hingekritzelten Ideen ein super schickes Kit entworfen. Darf in keinem Newsreader fehlen. Love cycling and talk about it!

Meine Fragen:

1. Seit wann bloggst du und was war die Intention damit anzufangen?
2. Schreibst du spontan oder bloggst du auf Vorrat und veröffentlichst nach einem festen Plan?
3. Welcher Post war, gemessen an den Zugriffszahlen, dein bisher erfolgreichster?
4. Welcher Post war dein bester Post, gemessen an deinen eigenen Qualitätskriterien und warum?
5. Unabhängigkeit ist ein hohes journalistisches Gut und gute Zeitungen achten streng auf die Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt. Wie stehst du zu Sponsoring, kostenlosen Testprodukten und Einladungen zu Reisen etc.? Gibt es für dich eine Grenze?
6. Was war das Verrückteste oder Tollste was du jemals auf dem Rad erlebt hast?
7. Du kommst zu Geld und machst ein Sabbatical. Was machst du?
8. Du kommst zu noch mehr Geld und kannst dir ohne Kompromisse ein neues Rad anschaffen. Was kaufst du dir und warum? Details bitte!
9. Hast du besondere Radsport-Pläne für 2017? Welche Veranstaltung oder welches Rennen wird dein Highlight?
10. Was ist deine bevorzugte Radsport-Destination? Wo lässt sich am besten fahren? Wo gibt es die schönsten Straßen oder Trails?

Ich bin gespannt!

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Bikefitting

Eigentlich ganz einfach mit dem Radeinstellen, oder? Man setzt sich drauf und wenn man mit der Ferse des ausgestreckten Beines das Pedal in der untersten Position gerade noch so berührt stimmt es. Aber wie genau muss das Pedal stehen? Ganz unten oder in der Verlängerung des Sattelrohres? Und was wenn der Radschuh eine dicke Sohle hat? Nein, nein, werden manche von euch sagen, das muss man messen. Schrittlänge * 0,883 ist die Sattelhöhe. Oder war es die Innenbeinlänge? Ist das nicht das Gleiche? Wie misst man das? Und ändert sich das mit der Kurbellänge? Sitzt man auf dem Rennrad anders als auf dem Zeitfahrrad oder dem MTB?

All das und mehr wollte ich herausfinden und habe vor zwei Wochen an einem Seminar des Württembergischen Radsportverbandes in Freiburg teilgenommen. Zwei Tage, Samstag und Sonntag. Puh, das bedeutete um fünf aufzustehen und um halb sechs loszufahren, um auf die Minute um acht Uhr dreißig vor dem Radlabor in Freiburg zu stehen. Aber so viel sei verraten: die Fahrt hat sich gelohnt.

Florian Geyer vom Radlabor Freiburg hat ein exzellentes Seminar abgeliefert. Angefangen haben wir am Samstag vormittag mit der Theorie. Wie bei fast allem in den Sportwissenschaften gibt es auch beim Bikefitting nicht die eine, beste Position. Fünf teilweise widersprüchliche Zielkriterien müssen  bestmöglich ein Einklang gebracht werden: Geringste Beanspruchung, Komfort, Maximale Leistung, Minimaler Luftwiderstand und Fahrtechnik. Die Position muss an jeden Fahrer angepasst werden. Ein Rennfahrer wird ganz anders auf dem Rad sitzen als Hobbyfahrer, trotzdem können beide Positionen für den jeweiligen Fahrer optimal sein. Körperliche Beschwerden sind genauso zu berücksichtigen wie die Bewegungsfähigkeit

Bevor man aber anfängt irgendetwas einzustellen, muss man erst einmal messen, das Rad und den Fahrer. Das ist die erste Hürde und ganz und gar nicht trivial. Zum Beispiel habe ich zur Messung der Innenbeinlänge meist ein Buch mit der kurzen Seite an die Wand und der langen Seite in den Schritt gehalten, etwas einfacher geht es vielleicht mit einem großen Winkel. Gemessen wird dann der Abstand von der Oberkante des Buches zum Boden. Die Schwierigkeit hier ist das in den Schritt halten. Wie fest muss man da denn drücken? Je nachdem differiert das Ergebnis nämlich um mehrere Zentimeter.
Oder wo misst man die Sattelhöhe? In der Mitte des Sattels? Hinten? In der Verlängerung der Sattelstütze? Auf der Satteldecke? Auch das macht einen Unterschied. (Antwort: In der Mitte der Längsachse des Sattels und auf dem Niveau der Stelle, auf der man sitzt. Je nach Sattelform und Neigung kann das schon mal Zentimeter ausmachen.)

Und so ging es weiter. Wir haben gelernt die Punkte am Körper zu bestimmen an denen die Winkel angelegt werden und durch die das Lot gefällt wird, wie die Pedalplatten auszurichten sind, in welcher Reihenfolge man die verschiedenen Einstellungen vornimmt und und und.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis war, dass man für ein gutes Bikefitting keine Gerätschaften im Wert eines Kleinwagens braucht. Mit relativ überschaubarem Equipment lässt sich schon viel bewerkstelligen.  Ein Maßband, ein Meter, ein Lot und eine Wasserwaage hat man ja normalerweise zur Hand. Das nächste Level an Genauigkeit erreicht man mit einem richtigen Goniometer, damit werden die Winkel zum Beispiel von Unter- und Oberschenkel gemessen. Oder, um auf das Schrittlängen-Problem zurückzukommen, mit einem Schrittlängen Messgerät. Ein Linienlaser erleichtert auch viele Schritte. Dazu immer noch eine große Rolle Tape um alles mögliche zu markieren. Ah, und eine feste Rolle braucht es auch in jedem Fall.

Natürlich geht es immer noch besser und die Profis im Radlabor können auf alle möglichen Gerätschaften zurückgreifen um auch die letzten Ineffizienzen aufzuspüren. Interessant war z.B. die Messung des Satteldruckes und wie sich diese abhängig von der Position verändert. Oder der Ergometer zur Messung der Effizienz der Tretbewegung. Oder die Videoanalyse. All diese Sachen sind aber nur in wenigen Spezialfällen wirklich notwendig. Die meisten Radeinstellungen lassen sich, wenn man es richtig macht, auch mit wenig Ausrüstung sehr gut durchführen.

Was aber unabdingbar ist, ist die Erfahrung. Die hat man natürlich nicht von Anfang an, daher hilft da nur üben üben üben, wie so oft.

Einige Teilnehmer des Seminars hatten ihre Räder dabei und so stand ab dem Samstag Mittag Praxis auf dem Programm. Wir haben zwei Rennräder, ein Mountainbike und mein Zeitfahrrad eingestellt. Und obwohl einige sich auf ihren Rädern wirklich wohl gefühlt haben und der festen Überzeugung waren perfekt auf dem Rad zu sitzen, konnten wir doch teils dramatische Verbesserungen erzielen. Das meine Zeitfahrposition ein Desaster ist wusste ich ja bereits, aber jetzt habe ich auch einen Plan was ich ändern muss.

Für die Fahrer, deren Räder verstellt wurden, fängt jetzt natürlich das Testen an. Ein Bikefitting ist keine einmal einstellen und fertig Geschichte sondern ein Prozess über einen manchmal längeren Zeitraum. Die Position muss eben nicht nur im Labor sondern auch draussen funktionieren. Wo wir wieder am Anfang angekommen sind, den verschiedenen Zielkriterien: Geringste Beanspruchung, Komfort, Maximale Leistung, Minimaler Luftwiderstand und Fahrtechnik.

Jedem der viel Rad fährt kann ich ein Bikefitting nur wärmstens empfehlen. Gut investiertes Geld.

Wer es selber lernen möchte ist bei dem Seminar in Freiburg sehr gut aufgehoben. Das Seminar findet immer im Herbst statt, kostet für nicht WRV Mitglieder 175 Euro inclusive Kost und Logis und ist, wie man mir sagte, immer recht schnell ausgebucht. (Man kann sich aber übrigens nicht selber fitten, auf dem Rad sitzen und gleichzeitig messen geht nicht).










Links:
Radlabor
Württembergischer Radsportverband - Lehrgangsangebot

Dienstag, 29. November 2016

Vorsprung durch Essen

Der bekannte Audi Slogan ist ja "Vorsprung durch Technik". Bei Team Sky scheint es "Vorsprung durch Essen" zu sein. Heute hat das Peloton Magazin einen Artikel veröffentlicht in dem sie uns tatsächlich weiß machen wollen, die Erfolge von Team Sky seien auf besonders ausgeklügelte Ernährung zurück zuführen.


Ich kann gar nicht aufhören mich darüber zu wundern was für ein schlechtes Stück Journalismus uns da aufgetischt wird. Boaaahhh. Unglaublich. Wollen die ihre Leser für dumm verkaufen? Oder geht es darum Team Sky zu veralbern?

Auf Einladung von Science in Sport (SiS) besucht der Peloton Reporter Ben Edwards den Team Sky Enährungsexperten Dr. James Morton. In dem Artikel lesen wir so tolle Dinge wie dass
  • der Focus auf Ernährung liegt und diese vom Trainingsplan und den Zielen im Rennen abhängt,
  • Dr. Morton von ausserhalb der Radsport Szene kommt, ohne den Ballast der Tradition, die im Radsport ja so schwer zu überkommen sei,
  • seine Methoden direkt von seinen Studien abgeleitet sind, die (Überraschung) zum größten Teil von SiS bezahlt wurden,
  • SiS auch tatsächlich Produkte im Programm hat, die auf diesen Untersuchungen beruhen und
  • nicht zu vergessen der Hinweis, dass SiS der Pülverchen Nahrungsergänzungsmittel-Sponsor von Sky ist.
Weiterhin lernen wir, dass alles damit anfängt zu verstehen, was ein Athlet wann zu sich nehmen muss. (Wow, sollte die Rennwurst vor dem Start vielleicht doch nicht so gut sein?) Und dass Athleten meist zwei Energiequellen nutzen, Kohlenhydrate und Fett. Aber jetzt kommt .. (Posaunen bitte) .. die große Erkenntnis: Kohlenhydrate werden in erster Linie bei hochintensiven Einheiten oder Rennen benötigt. Bei geringer Intensität kann der Körper auch Fett und Eiweiß verarbeiten. (Wer hätte das für möglich gehalten?) Und dann kommt der Hammer: Team Sky Fahrer nehmen während der ersten Stunde jedes Rennens eine Flasche mit SiS Rego zu sich, einen Eiweiß-Regenerationsdrink. Wahnsinn! (Wahrscheinlich sind die deshalb auf der 15. Etappe bei der Vuelta 2016 direkt am Start abgehängt worden)

Einen Absatz weiter berichtet Ian Boswell, dass er am Ruhetag der Vuelta 2015 1,5 Kilo zunehmen sollte, da Dr. Morton den Eindruck hatte seine Glykolen Speicher seien leer. Sehr spitzfindig beobachtet, dass hätte wahrscheinlich auch niemand sonst rausgefunden, dass eine Grand Tour die Energiereserven aufzehrt. Chapeau! Leider ist nicht erwähnt was für 1,5 Kilo zugenommen werden sollen? Glycogen? Der Körper kann insgesamt nur etwa 500 gr speichern. Fett? Das wären 14.000 kcal was etwa 10 Kilo gekochten Nudeln entspricht. Wasser? Was soll das nutzen? Wie auch immer, die Idee am Ruhetag die Speicher aufzufüllen ist natürlich bahnbrechend, dass muss schon man eingestehen.

Natürlich kratzt all das nur an der Oberfläche von dem was Team Sky macht (mit Sicherheit!) und um es voll und ganz zu verstehen, braucht man einen Doktor Titel und eine Menge Charts (Charts! fancy!). Dann folgt noch ein Hinweis auf das neuste Produkt von SiS.

Der Bericht endet mit dem Hinweis, dass dies alles ganz und gar nicht marginal ist und Team Sky und Chris Fromme so lange weiter die Tour de France gewinnen, wie der Rest des Pelotons in der Tradition hängen bleibt statt Ernährung endlich wissenschaftlich anzugehen.

Man möchte hinzufügen: Oder dass Team Sky keine TUE's für Kortikosteroide kurz vor der Tour beantragt (Ach so, das war ja Wiggins und nicht Froome)

Dieser Artikel ist aus zwei Gründen ganz besonders bemerkenswert: 
Erstens zeigt er exemplarisch wie allem Anschein nach Werbung als redaktioneller Inhalt ausgegeben wird ohne dies explizit zu kennzeichnen. Ein, in meinen Augen, eklatanter Verstoss gegen journalistische Wohlverhaltens-Richtlinien. Das Ganze ist dabei so plump und offensichtlich, dass mich das als Leser beleidigt.
Der zweite Punkt ist ein weiterer Image Schaden für Team Sky. Für den Preis eines netten Artikels für den Sponsor steht das Team ein weiteres Mal als Lügner und arroganter, selbstgefälliger Augenwischer da. Letzteres deshalb, weil die Behauptung andere Teams würden die Ernährung nicht ernst nehmen eine bodenlose Frechheit und durch nichts zu belegen ist. Halten die alle Anderen wirklich für Idioten, so wie es der Text suggeriert? Und als Lügner deshalb, weil dieses Werbegeschreibsel konträr zu einer Aussage von Brailsford während der Tour 2015 steht:

Sonntag, 27. November 2016

The Liebster Award!


Letzte Woche hat mich eine Email von Jörn erreicht in der er mich über meine Nominierung für den Liebster Award informiert hat. Was? Ein Award? Eine Nominierung? Was gibt's zu gewinnen und wer überhaupt ist Jörn?

Der Reihe nach: Jörn schreibt auf umdensee.blogsport.de über das Radfahren im Allgemeinen, RTFs, Jedermann-Veranstaltungen und, daher der Name der Blogs, über die Vätternrundan, die 300 km Tour um Schwedens zweitgrößten See. Der Liebster Award ist so eine Art Blogger-Kettenbrief-Schneeballsystem mit dem Zweck, neue Blogs zu entdecken und die Blogger untereinander zu vernetzen. Der Beginn dieses Awards lässt sich, zumindest mit einer schnellen Google Suche, nicht mehr ausfindig machen. Der Name lässt aber vermuten, dass damit mal irgendjemand in Deutschland angefangen hat, es hieß wohl auch mal "Liebster Blog". Die Regeln verlangen, dass man die von dem Nominierenden gestellten Fragen beantwortet und seinerseits eine Reihe von anderen Blogs nominiert und neue Fragen stellt. Die Zahl der Fragen und der zu nominierenden Blogs schwank zwischen drei und aktuell elf, auch gab es mal die Anforderung, dass die Blogs nur eine gewisse Anzahl von Abonnenten haben sollen. Ich habe sowohl die Grenze von 3000 als auch 200 gefunden. Das sollte die kleinen Blogs unterstützen. Da heute aber alles über Facebook Likes, Twitter Follower und Pageviews läuft, ist die Zahl der Abonnenten (des RSS Feeds) schon lange kein Qualitätsmerkmal mehr. Daran seht ihr mal wie alt die ganze Geschichte schon ist. Abonnenten! Pffff.

So, stellt sich noch die Frage, ob man die Nominierung annimmt. Früher, zu Schulzeiten, habe ich Kettenbriefe weggeworfen. Das war mir immer zu blöd. Aber der Liebster Award ist ja doch etwas anderes und da Jörn meine Nominierung sehr nett begründet hat, fühle ich mich ja doch  geschmeichelt und bin natürlich dabei! Hier übrigens was er über diesen Blog geschrieben hat:

Boris vom Unterlenker: Weil er so wunderbar quer durch den Garten ist. Von allem was. Von Strava-Junkie bis zu Blogger-Einfach-Theme. Von Deep-Trainingsdata bis zu BDR-Politik. Erfrischend. Überraschend. Im Radio höre ich auch gerne Lieder, die ich noch nicht kenne.

Vielen Dank Jörn! .. Und los gehts:

1. Schreibst Du direkt in den Editor Deines Blog-Systems (also im Browser), oder außerhalb und kopierst das dann in das Blogsystem hinein? Wenn Du außerhalb schreibst, welchen Editor benutzt Du?
Meistens schreibe ich auf dem Klapprechner direkt im Blog-System von Blogger. Ab und an blogge ich auf dem iPad und verwendet dort meist BlogTouch. Keep it simple!

2. Welche thematische Erweiterung Deines Blogs hast Du schon lange geplant, kommst aber einfach nicht dazu sie umzusetzen?
Interviews könnten interessant sein. Aber da mir da mehr vorschwebt als nur ein paar Larifari Fragen zu stellen, wäre das doch sehr zeitintensiv. Vorherige Recherche, gute Fragen, Fotos dazu. Dabei hinter die Fassade blicken, eher die Verlierer als die Sieger, mehr Drama als Happy-End. Vielleicht irgendwann mal, wenn ich mehr Zeit habe.

3. Jemand verbietet Dir das Schreiben Deines Blogs. Was würdest Du statt dessen tun?
Podcasten vielleicht? Und endlich mal die ganzen Trainings- und anderen Bücher lesen die sich hier neben mir stapeln.

4. Welchen Fahrradtypen würdest Du wählen, wenn Du Dir (für immer) nur genau eines aussuchen müßtest?
Ein Straßenrad, keine Frage, 28er Reifen sollten rein passen, wahrscheinlich Scheibenbremsen, sportliche Position. Wenn ich von meinen jetzigen Rädern nur eines behalten dürfte, wäre es das Aeroad, klasse Rad, immer noch!

5. Beschreibe Dich mit Hilfe von mindestens 5 Film- oder Musiktiteln!
Pf, das ist aber schwer. Ich bin weder Cineast noch ein Musikexperte... Da muss ich passen.

6. Katastrophensituation, Lebensgefahr! Nur Du und 14 andere Personen. Es herrschen Streit, Konkurrenz und Mißtrauen. Aber nur ein Team kann überleben. Was tust Du?
Ganz klar, im besten Hollywood Style schwinge ich mich zum Anführer auf und entwerfe einen genialen Flucht Plan. Da alle elektronischen Geräte, die selbstfahrenden Autos und andere Verkehrsmittel nach den elektromagnetischen Wellen des Sonnensturms nicht mehr funktionieren, müssen wird auf Fahrrädern fliehen. Das Problem dabei, inzwischen gibt es nur noch Elektroräder! Daher müssen wir erst in die Firmenzentrale von SSCR einbrechen. SSCR ist das die Fahrradwelt  beherrschende Konglomerat mit 99% Weltmarktanteil, die vier Buchstaben stehen für die Monopol Gründer Shimano-Specialized-Canyon-Rapha! In den Depots des Firmen-Museums lagern noch klassische Diamantrahmen und bergeweise mechanische Campagnolo Komponenten, die das Konglomerat in den 2030er Jahren in einer sogenannten Marktbereinigung aufgekauft hat. Inzwischen gibt es nur noch elektrifizierte Liegeräder. Niemand ausser mir weiß wie die Räder zusammenzubauen und zu fahren sind. Soweit der Plan, natürlich gibt es einen Gegenspieler, der das alles als zu gefährlich ansieht. Ein Querulant und Miesepeter. Nachdem ich den ausgeschaltet habe geht es los. Dann kommen diverse Actionszenen mit Parcours und so. Nicht alle erreichen den SSCR Tower in Koblenz. Aber schliesslich halten wir das Material in Händen und können die Räder aufbauen. Nicht zu vergessen die Schöne, die sich natürlich in mich, den Helden, verliebt. Zwischenszene mit ein bisschen Geknutsche. Dann die Flucht in die vom Sonnensturm hoffentlich verschonten Alpen (es heisst im Süden wäre es besser). Radfahren im belgischen Kreisel durch menschenleere Landschaften. Konfrontation mit dem Eifersüchtigen, den die Schöne verschmäht hat. Rasante Abfahrt, manipulierte Bremsen, ich kann mich mit meiner überlegenen Radbeherrschung retten. Der Eifersüchtige ist mit seinen Kumpanen verschwunden. Eine Verfolgungsjagd, eine andere rasende Abfahrt, Showdown, Abdrängen, Pumpe in den Speichen, CO2 Kartusche ins Gesicht, Stürze. Am Ende bleibt eine Handvoll Helden und eine Heldin übrig.

7. Was glaubst Du, mit welcher oder welchem der hier mitnominierten BloggerInnen hättest Du den nettesten Urlaub und warum?
Ganz klar, mir der Caro. Wer fährt nicht gerne mit netten jungen Fräuleins in Urlaub? Was? Die Caro ist gar kein Fräulein mehr? Mist.

8. Wie, wann und wo hörst Du Radio? Und was für Sendungen?
Fast gar nicht mehr. Stattdessen Podcasts, Radfahren und anderes. Derzeit in meiner Podcast App sind: VeloNews, WDR Hörspiel-Speicher, Highlights from Off The Ball, Eine Stunde History - DRadio Wissen, Cyclingtips Podcast, The Forward, Real Talent with Phil Gaimon, Zeitfragen - Deutschlandradio Kultur, Crosshairs Radio, Regines Radsalon, Pro Woman's Cycling, The RouleurPodcast, The Cycling Podcast, Antritt, Cycling Time Trial Podcast, The Cycling News Podcast, The DC Rainmaker Podcast, The Recon Ride, VeloVoices, The Spokesmen Cycling Poundtable Podcast, ARD Radio Tatort, Clublife by Tiesto, A State of Trance Official Podcast, Paul van Dyk's VONYC Sessions Podcast

9. Die Welt ist verbesserungswürdig. Ich sorge für Dein Auskommen und Deine Altersversorgung (das ist ein Gedankenexperiment!!!). Wofür engagierst Du Dich?
Die Weltverbesserung ist natürlich ein hohes und hehres Ziel. Ich würde ja sagen ich mache etwas mit Radsport, Vereinsarbeit, im Verband. Dinge von denen man nicht leben kann. In der Hoffnung das mehr Menschen auf Rädern die Welt ein bisschen besser und gesünder machen.

10. Ein Urlaubsziel, das Du garantiert NIE wieder besuchst!
Mhhh, nee, bisher war alles gut. Die Urlaubsplanung und Buchungen macht mein CEO und die hat das voll drauf, da gab's noch nie 'nen Reinfall.

11. Und natürlich der Klassiker: Wer ist DeinE LieblingsautorIn oder welches ist Dein Lieblingsbuch? Begründe ausführlich.
Puh, dazu muss man ja erstmal alle Bücher lesen! Nein, da muss ich passen und zerknirscht eingestehen, dass ich wirklich zu wenig lese. Irgendwie hat der Tag nur 24 Stunden und neben der Arbeit, dem Sport, dem Bloggen und all den anderen Dingen die so anstehen bleibt für dicke Bücher keine Zeit mehr.

So, dass war der erste Teil, kommen wir nun zum zweiten: Neue Fragen und neue Nominierungen!
Da aber vielleicht nicht jeder nominiert werden möchte, habe ich erstmal eine Reihe von Anfragen losgeschickt. Mal sehen wer alles mitmacht. Die Auflösung gibt es dann in den nächsten Tagen.

Donnerstag, 24. November 2016

Strava Developper Challenge 2016

Strava hat vor einigen Wochen die besten Strava Add-Ons 2016 gekührt. Die kleinen oder auch etwas grösseren Programme setzen alle auf den Strava Daten auf und erstellen tolle grafische Analysen, ausgefeilte Statistiken, analysieren das Training, suchen den passenden Trainingspartner, helfen beim Fundraising oder der Planung von Etappenfahrten oder übernehmen die Auswertung von Zeitfahren. Einige richten sich an Läufer, andere an die Radfahrer und sogar für Skifahrer ist was dabei. Die meisten Programme laufen im Browser, aber es gibt auch ein Desktop Programm für PC. Ein "Foto-vom-PC-zu-Strava-hochladen-Tool" war leider nicht dabei.

Es gibt auf jeden Fall eine ganze Menge zu entdecken. Einiges habe ich ausprobiert und das ein oder andere Programm werde ich mit Sicherheit in meine Strava-Linksammlung aufnehmen.

Gewonnen hat ein Programm um den passenden Laufpartner zu finden. Gut, da ich ja eher weniger laufe, ist das für mich nicht sonderlich von Interesse.

Zweiter wurde die Toolbox for Strava. Damit lassen sich allerlei Statistiken erstellen. Es gibt einen Year-to-Date Report, einen All-Time-Report oder diese ganz nette KOM Analyse, nach der mein KOM - Profil dem von Marco Pantani entspricht:


Auf den dritten Platz kam Storyteller, ein Programm mit dem man ganz schnell aus Bildern, Videos, der Strava Karte und ein bisschen Text eine Story zusammen stellen und schnell auf Facebook oder Twitter teilen kann. Zum Beispiel mit dem EOS Ride:


Auch sehr nett ist "The Everesting". Dort kann man ausrechnen, wie oft man einen Berg hoch und runter fahren muss um die 8848 Höhenmeter des Mt. Everest zusammenzubekommen. Zum Beispiel 27 mal den Warsberg in Saarburg (das geht ja noch, wenn ich das so sehe, mmhhhhh) :


Strava Social zeigt ein ganz hübsches Diagramm der Strava Verbindungen an. Die einzelnen Punkte lassen sich verschieben. Die Karte hat bei mir aber weder mit Safari noch mit Chrome funktioniert:


Tacit Training ist ein sehr interessantes Tool, dass basierend auf dem Trainingsload (Powermeter notwendig) die Belastung für jedes einzelne Training berechnet und wann man pausieren sollte. Eine automatische Periodisierung. Das sieht gar nicht mal so schlecht aus:




Ach ja, gerade läuft ja diese Top-Fahrrad Blog Wahl 2016. Wenn euch der Post hier gefallen hat, könnt ihr den Unterlenker mit eurer Stimme unterstützen! Zur Abstimmung hier lang.

Links:
Strava Developper Challenge 2016

Sonntag, 20. November 2016

Half the road

Vor ein paar Wochen hat sich Phil Gaimon in seinem Podcast "Real Talent" (bezieht sich auf die Gäste, nicht auf Phil) mit Kathryn Bertine unterhalten.  Kathryn ist eine US-Profi Radsportlerin, 2016 bei Cylance Pro Cycling unter Vertrag und eine Autorin, Filmemacherin und Aktivistin für gleiche Rechte von Frauen und Männern. Frauen sind immer noch in vielen gesellschaftlichen Bereichen benachteiligt, im Radsport ganz besonders. Über der Status quo und den Weg zu gleichen Rechten hat Kathryn Bertine eine Dokumentation gedreht. Interessant, Augen-öffnend, aufrüttelnd. Sollte man gesehen haben!

Den kompletten Film gibts auf Vimeo für 4,63 Euro zur Ausleihe oder 12,05 Euro zum Download.



Links: 
Half the Road auf Vimeo

Freitag, 18. November 2016

Top Fahrrad-Blogs 2016 - Zwischenstand

Noch zwei Wochen dann steht fest, welcher Blog der Top-Fahrradblog 2016 ist. Jeden Freitag gibt es einen Zwischenstand. Der Unterlenker ist aktuell auf Platz 8 der Rennrad, Cyclocross, Fixie Blogs. Top 10!

Aber hey, das geht doch besser, oder? Also, wenn euch gefällt was es hier zu lesen gibt, würde ich mich sehr über eure Unterstützung und Stimme freuen. Falls ihr noch nicht abgestimmt habt, los gehts. (Vote Vote Vote) Eine Stimme pro Cookie, äh Teilnehmer! Venga venga, es ist Zeit für eine Attacke! ;-)

Neben dem Unterlenker gibt es dort auch noch viele andere tolle Blogs zu entdecken. Besonders freut mich, dass drei von mir besonders geschätzte Blogs vorne liegen Cycling Claude auf Platz zwei, Coffee and Chainrings auf Platz drei und Jule radelt auf Platz vier! Rrrrrespekt Kollegen!

  fahrrad.de Top Fahrrad-Blogs-Wahl

Mittwoch, 16. November 2016

Make Strava Great Again!

Donald Trump sorgt sich nicht nur um sein Portmonaie die Vereinigten Staaten von Amerika, sondern auch um Strava. Strava kommt ja auch aus Amerika, vielleicht deshalb. Auf jeden Fall hat Trump 'nen Lauf. Nach der Präsidentenwahl nimmt er jetzt auch Strava KOM's in Angriff.

Inzwischen wurde die Aktivität zwar geflagt, wahrscheinlich von Hillary Clinton, aber er war ganz oben, go Trump go! Make Strava Great again!


Links:
Box Hill (Zig Zag Rd) Segment 
Donald Trump auf Strava 

Montag, 14. November 2016

EOS Ride 2016

Dieses Jahr hätte ja eigentlich der zweite Unterlenker End of Saison Ride angestanden. Da die blöde Geschichte mit dem Baum und der Leiter immer noch nicht ausgestanden ist, war meine Motivation etwas Größeres zu planen eher gering. Von einer spontanen, vergleichsweise kurze Runde mit meinem besten Freund Christian habe ich mich dann aber doch nicht abhalten lassen. Ein bißchen Bewegung muss sein, egal ob was wehtut, sonst wird man ja bekloppt und das Wetter zu gut um in der Bude zu sitzen. Goldener Oktober vom Allerfeinsten!

Nicht zu früh (Motto des Tages: Kein Stress!) ging es erst um die Saarschleife, dann durch das Forstgut Hundscheid hinauf in den Hochwald und weiter über die Straße bis nach Zerf. Dort rechts ab  und auf den Radweg zurück nach Losheim. Dieser führt größtenteils über Forststraßen und war mir tatsächlich neu. Eine Erstbefahrung sozusagen. Nix besonderes, aber mit dem bunten Herbstwald und dem tollen Licht war das wirklich nett. Eine gute Erinnerung öfter das Cross- / Gravel- / AllRoad- Bike zu nehmen und einfach mal abzubiegen und Abkürzungen und Umwege zu nehmen. Von Losheim ging es dann nochmal über Asphalt Richtung Mettlach und durch den Merziger Kammerforst zurück.

Für einen guten Tag braucht es eben nicht viel: Einen Freund, ein Rad (für jeden natürlich), gutes Wetter, etwas Zeit und ein paar neue Wege. Und mehr gibt es auch nicht zu erzählen. Dafür ein paar Bilder zum gucken mit Herbst von der schönen Sorte, jetzt ist da draußen ja nur noch Herbst der ekeligen Sorte. Geh fott!