Freitag, 17. Februar 2017

Ein Socken Abo

Für ein perfektes Radsport-Outfit muss alles passen. Das Rad geputzt, das Kit frisch gewaschen, sauberes Lenkerband, frisch rasierte Beine und nicht zu vergessen makellose Socken. Weniges versaut einen ansonsten guten Eindruck so sehr wie alte, ausgelutschte und verwaschene Socken. Darüber hinaus fühlt sich die erste Fahrt mit einem neuen Paar immer besonders an. Strammer Sitz und frische Farben, sattes Schwarz oder makelloses Weiss, je nachdem. Das bringt mindestens 5 Watt! Und wie wäre es mit Abwechslung? Nicht immer das gleiche Muster, nicht immer die gleiche Firma. Schreit nach einem Abo, einem Socken Abo, oder?

Foot Revolution kann helfen. Direkt aus den USA erhält man im Monatsabstand ein neues Paar Radsocken. Immer wieder andere Hersteller und andere Designs. Der ganze Spaß kostet lediglich 15 USD (derzeit 14,13 Euro) einschließlich dem internationalen Versand. Bei dem Betrag fällt auch keine Einfuhrumsatzsteuer und kein Zoll an. Hört sich nach einem fairen Deal an.



Gründer der Firma ist Samuel Bell, ein amerikanischer Bahnradsportler mit einem einfachen Motto: "High quality, eye catching socks". Bei Eintragung in den Email Newsletter erhält man für die erste Bestellung 5 USD Nachlass, danach fallen jeden Monat 15 USD an, die man entweder monatlich oder für verschiedene Zeiträume im voraus bezahlen kann und dann etwas günstiger davon kommt. Und wie ich gerade sehe bekommt man bei Abschluss des Abos auf den ersten Monat 50% Nachlass.

Detail Infos findet ihr auf der Webseite: thefootrevolution.com

Ob es was taugt werde ich ein einigen Tagen wissen. Ich habe bestellt und werde testen und berichten.


Dienstag, 14. Februar 2017

Top Fahrrad Blogs 2016 - Interview

Wie schon die anderen Preisträgern der Wahl zum Top Fahrradblog 2016 habe auch ich einige Fragen von Fahrrad.de beantwortet. Könnt ihr hier nachlesen.

Samstag, 11. Februar 2017

Nichts weniger als die Weltherrschaft!

Immer wieder heißt es, das böse Internet treibe die lokalen Radhändler in den Ruin. Dass Diese gegen die Direktversender und großen Versandhändler keine Chance haben. Und dass wir, die Radsport-Konsumenten, verpflichtet sind bei unserem Händler vor Ort einzukaufen.

Ich bin skeptisch. Kann es nicht auch sein, dass der ein oder andere lokale Händler einfach schlecht ist? Schlechte Beratung, schlechter Service und ja, auch das, schlechte Preise bietet? Mich befremdet es, wenn mir bekannte Radhändler Canyon als ihren Erzfeind bezeichnen. Oder die, wenn man es denn wagt mit einem Rad aus Koblenz zum Ersatzteilkauf vorzufahren, unmittelbar  zum Canyon-Bashing übergehen. Beides habe ich schon erlebt. Da denke ich mir: "Hey, das ist mein Rad, ich finde das super, ich habe mir was dabei gedacht. Wenn ich mich dafür rechtfertigen muss, komme ich gar nicht mehr!" In solchen Momenten stelle ich mir Roman Arnold immer mit Teufelshörnern, Dreizack und einem diabolischen Lachen, umgeben von schwefeligen Nebelschwaden vor. Der Antichrist aus Koblenz. Die Realität sieht wohl anders aus.

Mich hat es interessiert, ob ein kleiner, lokaler Radhändler gegen die Internetriesen bestehen und jenen vielleicht sogar Geschäft abjagen kann. Ist es am Ende nicht eher eine Frage der Servicequalität, des Einkaufserlebnisses, des ganzen Drumherums statt einfach nur des nackten Preises? Was ist das Erfolgsgeheimnis von Händlern, die dem Internet trotzen? Trotz Internet wachsen? Am Ende selber Internet sind und denen dann genauso Teufelshörner wachsen wie Roman Arnold?

Um das herauszufinden bin ich Ende letzten Jahres nach Weselberg gefahren, einem kleinen Dorf am Rande des Pfälzer Waldes und habe mich mit Frank Dressler getroffen, dem Inhaber von Wheelsports. Wer heute in dem Radladen steht wird mit Recht anmerken, dass das nicht eines der kleinen Geschäfte ist, das sich nur mühsam über Wasser halten kann. Auf zwei Etagen stehen Räder neben Räder, alle Klassen und Kategorien. Rennräder, MTBs, Crossräder, Gravelbikes, Fatbikes, Räder mit und ohne Elektromotor, für Jung und Alt. Die Auswahl setzt sich beim Zubehör und allem Drum und Dran fort. 1000 Quadratmeter und irgendwas zwischen 600 und 900 Rädern. Wow!



So war es aber nicht immer. Was man heute zu Gesicht bekommt ist das Ergebnis langer Jahre harter Arbeit und hat vor gerade mal 15 Jahren seinen Anfang genommen. Kurz nach der Jahrtausendwende hat Frank in einem kleinen Teil seines elterlichen Bauernhofes angefangen Fahrräder zu reparieren und ein paar Teile zu verkaufen. Ein Garagenladen eigentlich, mitten auf dem Land, fast im Nirgendwo, ohne Laufkundschaft, dafür mit einer Menge Improvisation. Da muss man schon mehr als ein wenig verrückt sein um an den Erfolg zu glauben. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als mir ein Freund damals davon erzählt hat, mit verdrehten Augen, frei nach dem Motto: "Zum Scheitern verurteil." Es sollte anders kommen.

Da lohnt es sich etwas genauer hinzuschauen, was dieser Frank Dressler denn so für ein Typ ist. Jahrgang 1976 hat Frank nach wilden Jahren Ende der 90er mit dem Radsport angefangen. Erst auf dem MTB, dann auf dem Rennrad. Unsere Pfade haben sich damals kurz gekreuzt. Ein oder zwei Jahre sind wir in den gleichen Rennen gestartet, hatten gemeinsame Freunde und waren zusammen im Trainingslager. Bei mir kam dann irgendwann Beruf und Familie, für Frank ging es mit vollem Einsatz im Radsport weiter. Frank ist gelungen, wovon viele nur träumen können - mit Radrennen Geld zu verdienen. Für den Sprung in die höchste Klasse der Worldtour Mannschaften hat es zwar nie ganz gereicht, aber hey, sich mit Fug und Recht als Profi bezeichnen zu können, das ist doch was.

Die Palmares auf Pro Cycling Stats sind auf jeden Fall sehr beeindruckend. Eines der besten Jahre war 2010, nur wenige Kilometer vor dem Ziel wurde Frank von den Verfolgern eingeholt und wurde dann doch nicht Deutscher Meister. Zu früh attackiert und mit den Kräften nicht genug gehaushaltet. Das hätte ich sein können. Am Ende sprang dann immerhin noch ein sehr guter achter Platz raus. Nicht schlecht für eine Deutsche Elite Meisterschaft, gegen die Crème de là Crème der Deutschen Profis. Gewonnen hatte damals Christian Knees.

Neben sicherlich einer gehörigen Portion Talent hat Frank seine Erfolge im Radsport vor allem einem ungeheuren Arbeitsethos, Trainingsfleiß und unbändigem Willen zu verdanken. Eigenschaften, die heute seinem Geschäft zu gute kommen. Trotzdem ist es ein langer Weg von einer One Man Show zu einem mittelständigen Radsportgeschäft mit inzwischen acht Mitarbeitern. Wie Frank mir erzählt hat gab es genug Momente, in denen alles auf der Kippe stand. Erfolg ist nie ein Selbstläufer.

Was mich am meisten beeindruckte war die Leidenschaft mit der Frank sein Geschäft führt und darüber spricht. Wie früher auf der Rennstrecke so gibt es auch heute meist nur einen Modus: Kette rechts und Attacke. Toll wenn man seine Leidenschaft zum Beruf machen kann und rund um die Uhr darin aufgeht. Eine solche Passion hat natürlich nie Feierabend, nie Urlaub. In meinem beruflichen Umfeld würde so jemand als Workaholic gelten.

Das alles ist natürlich noch keine Garantie für Erfolg. Dass daneben Service, Auswahl, Kompetenz und die Mitarbeiter erstklassig sein und auch die Preise stimmen müssen versteht sich von selbst. Natürlich kann nicht jeder Radhändler dem allem entsprechen und nicht jeder wird am Markt bestehen können. Das ist Teil der Marktwirtschaft und gilt für Versandhändler genauso wie für den Radladen um die Ecke. Es wird immer Geschäfte geben, die neu dazu kommen und andere, die verschwinden. Wer hätte sich in den 80ern vorstellen können, dass "der Brügelmann" irgendwann mal zu machen muss.

Mir scheint es viel mehr eine Frage der Geschäftstüchtigkeit zu sein, der Fähigkeit sich selbst immer wieder neu zu erfinden, sich weiter zu entwickeln, den Kunden Neues zu bieten, Trends zu setzen oder doch zumindest zu erkennen. Ganz klassisches Unternehmertum eben.

Die Wenigsten haben etwas zu verschenken und müssen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln sorgsam haushalten. Da ist es nur folgerichtig, dies auch beim Radkauf und all dem Zubehör zu tun. Opportunistisch nach bestem Preis / Leistungsverhältnis einzukaufen ist durchaus in Ordnung, im Internet finden sich an jeder Ecke Schnäppchen. Dass man dann als Gelegenheitskunde im Fachgeschäft nicht mit besonderer Kulanz rechnen kann versteht sich aber genauso. Es ist immer ein Geben und Nehmen. Oftmals können die Preise im Fachhandel mit denen im Internet aber auch mithalten. Fragen lohnt sich. Hingegen ist es nicht in Ordnung sich im Geschäft alles erklären zu lassen oder anzuprobieren und dann im Internet zu kaufen. Genauso wenig in Ordnung ist es aber auch, Kunden, die mit einem Direktversand Rad vorfahren, schlecht zu behandeln.

Ich bin der Überzeugung, dass beide, der kleine Radladen um die Ecke genauso wie die grossen Versandhändler und Direktanbieter, ihre Berechtigung haben. Kein Kunde ist wie der andere, jeder legt auf etwas anderes wert. Manche wissen genau was sie wollen und schauen nur auf den Preis, andere brauchen eine Beratung, schätzen den persönlichen Kontakt und sind bereit dafür auch einen Aufpreis zu zahlen. Warum soll sich diese Vielfalt nicht auch auf der Angebotsseite widerspiegeln? Viel wichtiger als in jedem einen Konkurrenten zu sehen, ist es zusammen mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen. Ich habe keinen Einblick in die Lobbyarbeit der Radbranche, würde mich aber wundern, wenn da schon alle Register gezogen sind. In der "öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern" beim deutschen Bundestag von Mai 2016 sind unter dem Suchwort Fahrrad ganze drei Einträge zu finden: der ADFC, der Verband Service und Fahrrad und der Zweirad Industrie Verband. In der Kategorie Kraftfahrzeug gibt es ganze 19 Einträge, dazu 14 Auto / Automobil Lobbyisten. Kein Wunder, dass das Fahrrad für die Verkehrspolitik in Deutschland nur eine klitzekleine Nebenrolle spielt.

Aber es muss ja nicht immer die große Politik sein, wie sieht es mit der Unterstützung des lokalen Radvereines aus? Frank Dressler und seine Frau Silke Lehnhof sind zum Beispiel sehr engagiert in "ihrem" Verein, dem RC Pfälzerwald. So pflegt man eine Gemeinschaft, kann die Freude am Radsport teilen und vermitteln sowie Nachwuchsarbeit leisten. Ein solches Engagement kostet Zeit und Geld, wird aber irgendwann zu mehr Leuten auf Fahrrädern führen. Wie will man mit Begeisterung Fahrräder verkaufen, wenn man mit Radfahrern nichts zu tun haben will?

Vielleicht ist das Problem ja auch gar nicht so groß, unter "Geschäftsaufgabe Fahrradgeschäft" findet Google 1.140 Treffer. Eingeschränkt auf das letzte Jahr und Deutschland und bereinigt um Werbung bleiben gerade noch eine Handvoll Treffer übrig.

Ich mache mir auf jeden Fall um den Radsporteinzelhandel an sich keine Sorgen, auch wenn ich selber einiges im Internet bestelle und auf einem "bösen" Canyon Rad fahre. Frank Dressler zeigt mit Wheelsports wie es geht. Ich kann nur jedem, der in der Nähe vorbei kommt, empfehlen dem Laden einen Besuch abzustatten und sich von der Begeisterung von Frank und seiner Mannschaft anstecken zu lassen. Aber Vorsicht! Es besteht die Gefahr mit einem sehr viel leichteren Geldbeutel den Laden zu verlassen, trotz oder gerade wegen der guten Preise, ich spreche da aus Erfahrung. Wem der Weg nach Weselberg zu weit ist, kann aber auch über die Homepage von Wheelsports bestellen. Soviel zum bösen Internet! ;-)


Auf seine weiteren Zukunftspläne angesprochen hat Frank eine klare Vorstellung: "Nichts weniger als die Weltherrschaft, zumindest im Fahrradhandel!" Das ist sicher noch ein weiter Weg, aber auch Canyon hat mal als Radsport Arnold mit dem Verkauf von Rad Teilen aus dem Kofferraum angefangen und Herbert von Karajan soll gesagt haben: "Wer alle seine Ziele erreicht, wird sie wahrscheinlich zu niedrig gewählt haben."

Zunächst wird in den nächsten Monaten aber ein Radsport-Caffee in Weselberg eröffnen. Radsport und Kaffee gehören ja bekanntlich zusammen. So lässt sich angenehm auf die Reparatur des Rades warten und es gibt eine tolle Kaffee-Pausen-Anlaufstation mitten in einer traumhaften Radsport-Region.

Wie lautet das Fazit? Macht "das Internet" die Radhändler nun kaputt? Nein, so per se kann man das nicht sagen. Es wird immer Unternehmen geben, in denen zu viele falsche Entscheidungen getroffen werden und die vom Markt verschwinden, unabhängig von der Größe. Es gibt viele, die Fahrräder verkaufen, neben dem Einzelhandel, den Versandhändlern und Direktanbietern gibt es auch noch Sportgeschäfte, Supermärkte, Baumärkte, Lebensmitteldiscounter, Kaffeeröster und und und. Wenn ein Händler nicht genug Kunden von seinem Angebot überzeugen kann, ist das nicht der Fehler der Kunden!
Der Bedarf an alternativen, umweltfreundlichen Verkehrsmitteln steigt. Das Rad ist als Verkehrsmittel und Sportgerät im Aufwind. Die Jedermann Szene boomt. Dieses Jahr startet die Tour de France wieder in Deutschland. Die heimischen Profis fahren vorne mit und der populärste Fahrer der Gegenwart, Weltmeister Sagan, fährt in einem deutschen Team. Rosige Aussichten! Die Händler mit gutem Service, attraktiven Angeboten und innovativen Ideen, die ihre Kunden begeistern können müssen sich keine Gedanken machen.





Links:

Samstag, 4. Februar 2017

Auch Frauen können Radkurier (Update)

Bei Radkurieren denkt man ja vielleicht zuerst an harte Kerle die auf ihren Fixies in halsbrecherischer Manier durch die Straßenschluchten der Metropolen rasen. Aber hey, die Frauen können das auch:




Das man jeden Menschen mit Respekt zu behandeln hat ist ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass es trotzdem solcher Videos bedarf wie der beiden folgenden ist nicht schön. Als ob der Beruf eines Radkuriers nicht schon hart genug wäre.



Radkurriere gibt es natürlich auch in Deutschland. Dieser Lenker!!! Ich kann zwar die Faszination von Fixed Gear Bikes nachvollziehen und finde Red-Hock Crits sehr cool, was der Vorteil von Bahnrädern für Radkuriere sein soll erschliesst sich mir nicht ganz. Das wäre ungefähr so, wie wenn ich im Büro darauf bestehen würde auf einem Holzstuhl zu sitzen und einen Rechner mit Floppy Disks zu benutzen. Mit zumindest ein bisschen Schaltung und Bremse sollte das doch schneller, weniger ermüdend und sicherer sein, oder nicht? Egal, Anna Mauch fährt mit nem 15 cm Lenker durch Berlin.


Update 13.02.2017:
Jörn hat mich in den Kommentaren auf einen Sielfilm aus 1998 aufmerksam gemacht der hier thematisch gut reinpasst: "2 Seconds". Die Movie Database schreibt dazu: "Laurie, a professional downhill racer gets fired because of her slight overindulgence in irresponsibility. She returns to Montreal where she is welcomed by her geeky but cute brother. She meets Lorenzo, a cranky, ex-racer who owns a bike shop. The two become friends. Laurie gets a job with a local bicycle courier company, but a member of the group is intent on shutting her out of their circles, making her life difficult and sad. After a bonding truth-revealing discussion between Laurie and Lorenzo, Laurie begins to see what she has to do to make things better for herself." Alleine wegen den 90er Jahre MTBs am Anfang ist der Film schon sehenswert! Sieht aus wie in der Steinzeit, ist aber gerade mal 20 Jahre her:

Dienstag, 31. Januar 2017

Bieles 2017: Eis, Schlamm, Fans und Flitzer

Na das war ja mal ein Spektakel! Zwei Tage packende Cyclocrossrennen in Luxembourg um die Trikots mit dem Regenbogen. In fünf Rennen haben die Junioren, U23 Frauen, Elite Frauen, U23 Männer und Elite Männer um die Weltmeisterschaft gekämpft. Ich war an beiden Tagen da und habe mir alle Rennen angesehen.

Die Strecke
war einer Weltmeisterschaft mehr als würdig. Es gab Hürden, eine ganze Reihe an Brücken, steile Abfahrten, Schräghang-Passagen, eine Treppe, technische, sehr anspruchsvolle Abschnitte genauso wie schnelle Power Passagen, Asphalt, Wiese, Lehmboden. Alles war dabei und alles war schön anzusehen. Es gab kaum eine Stelle an der man "schlecht" gestanden hat. Meist konnte man die Fahrer mehrfach sehen und gleichzeitig eine der zahlreichen Videoleinwände im Blick behalten.

Interessant war, wie sich die Strecke im Verlauf des Wochenendes geändert hat. Die Junioren mussten am Samstag Morgen auf einer zum großen Teil vereisten Strecke fahren. Entsprechend viele Stürze gab es, direkt nach dem Start beim Einbiegen auf eine Sand Passage hat das halbe Feld auf dem Boden gelegen. Bei den U23 Frauen war es schon etwas besser. Die Damen hatten am Nachmittag die vielleicht besten Verhältnisse des Wochenendes. Das Eis war größtenteils geschmolzen, der Boden aber noch nicht so getaut, dass es schlammig wurde.
Am Sonntag gab es dann eine ganz andere Rutschigkeit als am Samstag Morgen. Schöner, lehmiger Schlamm. Heidewitzka, was für eine Anforderung an Fahrer und Material.




Die Rennen
waren alle packend, spannend, aufregend und schön anzusehen. Bei den Junioren gab es ein rein britisches Podium. Das Rennen der U23 Frauen wurde von der Niederländerin Worst dominiert, hätte aber auch anders ausgehen können, die Abstände des Podiums waren relativ knapp.
Der Sieger im U23 Rennen der Männer, Nieuwenhuis stand früh fest und hatte am Ende weit über eine Minute Vorsprung. Da hätte nur ein größerer Defekt oder ein ungünstiger Sturz was dran ändern können. Dafür war der Kampf um die Plätze spannend.
Am knappsten und aufregendsten war das Rennen der Frauen. Sanne Cent gewann verdient im Sprint vor Marianne Vos. Die Führung hat in den letzten Runden ständig gewechselt. Beide hatten Sturz bzw. Materialpech. Das war ganz grosser Sport!
Wie von einem anderen Stern sind Matthieu van der Poel und Wout van Aert gefahren. Die Aufholjagt von Wout van Aert, als dieser dem früh enteilten van der Poel hinterher ist, diese unbedingte Entschlossenheit im Blick, wow, das live zu sehen, das hat schon was gehabt. Am Ende hatte der Niederländer zu viele platte Reifen (vier) und das auch noch an ungünstiger Stelle, um dem Belgier Paroli bieten zu können. Das war schade, gehört aber wohl auch zu diesem Sport. Bemerkenswert ist, dass unter den ersten Zehn im Elite Rennen nur drei Fahrer nicht aus Belgien oder den Niederlande waren! Auf einem sehr starken zehnten Platz war der Deutsche Sascha Weber! Chapeau an dieser Stelle!




Die Fahrer:
Erstaunlich war die Spanne zwischen den Besten und den Letzten in jedem Rennen. Wo die Spitze auch bei den schwierigsten Stellen im Sattel blieb, wurde hinten im Feld munter gestürzt und geschoben. Schnell waren Minuten zwischen den Fahrern und Fahrerinnen, die Letzten kassierten teilweise mehrere Runden. Und dabei sind auch die Fahrer im hinteren Teil in ihren Ländern die Allerbesten. Soviel Talent, Training und Hingabe sind notwendig um in eine Nationalmannschaft zu kommen und dann auch noch selektiert zu werden! Nur um dann die eigenen Grenzen so brutal aufgezeigt zu bekommen. Was ist das doch für ein langer, harter und steiniger Weg zur Spitze.




Die Fans
waren mit das Tollste an dieser Weltmeisterschaft. So viele Nationen, so viele Leute haben den Weg nach Luxembourg gefunden und nicht nur ihre eigenen Fahrer angefeuert. Eine einzige große, friedliche, ausgelassene Party. Über 28.000 Zuschauer wurden gezählt. Als ich den Schnapskanister der Schweitzer fotografieren wollte, habe ich statt einem Foto einen Becher Kafi Luz bekommen. Ein Schweitzer Nationalgetränk bestehend aus heissem Wasser, Schnaps und etwas Kaffee. Hopp Schwiiz!





Die Organisation:
Da gab es nichts zu mäkeln. Von dem was ich gesehen habe, hat alles hervorragend funktioniert. Die Einlasskontrollen gingen erstaunlich flott über die Bühne. Der im Vorfeld angekündigte Bann von Rücksäcken, Fahnen, Essen und Trinken würde allem Anschein nach dann nicht ganz so rigoros umgesetzt. Gut so. Es gab ein riesiges, ein großes und mehrere kleine Festzelte mit DJ-Musik und maximaler Party-Stimmung. Es war nie weit bis zum nächsten Bierstand oder einer der Fressbuden. Das Essen war zwar teuer, aber wohl im Rahmen dessen, was man auf solch großen Veranstaltungen bezahlen muss. Dafür ging es flott und die Fritten waren wirklich gut.


Ach ja, und einen Flitzer gab es auch:

Vielemols Merci an Sergio, der mir erlaubt hat das Video hier zu zeigen.


Links:
Weitere Bilder gibt es in meinem Flickr Album.
Ergebnisse und Berichte findet ihr auf Cyclingnews
Videos der Rennen gibt es auf dem UCI YouTube Channel

Donnerstag, 26. Januar 2017

Doch mal wieder Rapha

Gerade ist ja Winterschlussverkauf-Saison. Die Winterklamotten müssen raus! Die neue Kollektion naht. Zeit für Schnäppchenjäger. Nicht nur im Textileinzelhandel, auch bei den Radsport-Fashion-Klamotten-Buden im Internet.

Seit Rapha nicht mehr Team Sky sponsort, dafür aber Canyon Sram und die Damen dort mit einem wirklich tollen Trikotdesign ausgestattet hat, ist mir die Marke wieder ein gutes Stück sympathischer geworden. In der Vergangenheit habe ich mit Rapha ja so meine Probleme gehabt. Hier und hier nachzulesen.

Nun ist Rapha in den letzten Jahren ordentlich gewachsen, genauso wie wahrscheinlich die Lagerbestände. Diese am Ende der Saison loszuwerden um Platz für Neues zu schaffen ist Aufgabe des Schlussverkaufs, der dann wohl auch etwas größer ausfällt. Inzwischen bekommt man sogar kurze Trägerhosen zu reduzierten Preisen, nach dazu in normalen Größen, also nicht nur xs und xxl. Und selbst gegen Ende des Aktionszeitraumes gibt es immer noch reichlich Auswahl. Das alles war in der Vergangenheit mal anders.

Lange Rede kurzer Sinn, ich habe mal wieder was bestellt. Trinkflaschen, Lenkerband, eine Wintermütze und ein Langarmtrikot. Für teilweise weniger als die Hälfte des ursprünglichen Preises  konnte ich nicht widerstehen. Was die Sachen taugen, dazu vielleicht später. Was mich aber schon jetzt sehr beeindruckt hat war die Verpackung. Wow! Sehr aufwendig, sehr stylisch, sehr wertig, toll anzuschauen und anzufassen und irgendwie zu schön zum wegwerfen. Da hat sich jemand sehr viele Gedanken gemacht, um das Produkt toll zu präsentieren. Das ist schon was anderes als die Bestellung, die man von den üblichen Versandhändlern bekommt.

Der Winter-Sale geht übrigens noch bis Sonntag, das ein oder andere Schnäppchen ist sicher noch zu machen.






Sonntag, 22. Januar 2017

Salzige Straßen

Das war heute eine wirklich bemerkenswerte Runde. Nicht wegen der Länge, der Berge, der Durchnittsgeschwindigkeit, der Leistung oder sonstiger Radsport Metriken, sondern wegen der Kälte. 3 Stunden und das Thermometer hat durchweg ein Minus vor der Zahl angezeigt. Kann mich nicht daran erinnern wann ich zuletzt so lange in solcher Kälte unterwegs war und dabei überhaupt nicht gefroren habe, weder an den Füßen, noch an den Händen. Es scheint, ich habe heute mal die richtige Anzahl an Schichten getroffen. Diese Einmal-Heizpads für die Schuhe kann ich an dieser Stelle nur wärmstens empfehlen, im wahrsten Sinne des Wortes. Vielleicht war es aber auch gar nicht kalt, mir ist nämlich ein Radfahrer ohne Handschuhe entgegengekommen. Ohne Handschuhe! Bei Minus Fünf Grad! Wahnsinniger.

Und was liegt ein Salz auf der Straße! An manchen Stellen hätte es sich gelohnt mit Besen, Schaufel und Eimer anzurücken, man hätte genug aufkehren können um für einige Zeit den Gehweg zuhause zu streuen.

Die Sonne war heute übrigens genauso strahlend wie meine Laune. Die Geschichte mit dem Bein scheint jetzt doch endlich ausgestanden zu sein, ab und an zwackt es zwar noch ein wenig und auch vom Kraftraum werde ich mich noch eine ganze Weile fern halten, ansonsten ist es aber ok. Kann also wieder los gehen! Jetzt nur nicht übertreiben. Nächstes Wochenende ist erstmal die Cross WM in Luxembourg und im Februar werden ein paar Grundlagen Kilometer gesammelt. Ist ja der richtige Monat für lange Stunden auf dem Rad.









Samstag, 21. Januar 2017

Thereabouts

Gestern war die Premiere von Thereabouts 3: Discovering Colombia. Während einer guten Stunde begleitet man Gus and Lachlan Morton bei einer wilden Reise durch Kolumbien. Natur Straßen, hoffnungsvolle Nachwuchstalente, epische Anstiege mit 4000 Höhenmeter (!), allerlei kulturelle Besonderheiten und teils atemberaubende Landschaftsbilder bilden den Rahmen für das Abenteuer in Südamerika.

Lachlan Morton war eines der hoffnungsvollsten Nachwuchstalente Australiens. Ende 2012 fuhr Lachlan als Stagiaire für Garmin Sharp und wurde für die Jahre 2013 und 2014 unter Vertrag genommen. Mit nur 21 Jahren gewann Lachlan die Nachwuchswertung der USA Pro Challenge und eine Etappe und die Nachwuchswertung der Tour of Utah. Nach diesem stellaren ersten Jahr verlief 2014 ernüchtern. Lachlan konnte nicht an seine Erfolge anknüpfen und verlor den Spaß und die Motivation nicht nur am Radsport sondern am Radfahren allgemein.

Angus Morton ist Lachlan's älterer Bruder, ebenfalls Radsportler und war bis 2010 bei Drapac - Porsche Cycling in Australien unter Vertrag. Desillusioniert vom professionellen Radsport beendete Gus seine Karriere früh.

Nach der Saison 2014 begaben sich die beiden Brüder auf eine Reise durch Australen. 2.500 Kilometer von Port Macquarie nach Uluru. Dabei ist Thereabouts #1 entstanden. Die Suche nach dem Spaß auf dem Rad. Die Rückeroberung einer Liebe. Eine erfolgreiche Rückeroberung. 2015 und 2016 fuhren beide gemeinsam bei Jelly Belly in den USA. 2017 wird Lachlan für Dimension Data wieder in der Worldtour starten.

Die Filme zeigen, dass es auch für Profis um den Spaß auf dem Rad geht und es neben strukturierten Training und Rennen, Rennen, Rennen vieles mehr gibt. Auf dem Rad entdeckt man fremde Länder, es geht um Freundschaft, Familie, Abenteuer, den Spaß am Radfahren, um Herausforderungen.




Ach ja, das ist das erste Mal das mein Name im Abspann eines Films erscheint. Ich habe mich an der Kickstarter Kampagne zur Finanzierung des Films beteiligt und alle Unterstützer werden dort aufgeführt:


Links:

Dienstag, 17. Januar 2017

Indoor Cycling de Lux

Noch nie war die Ausrüstung zum Radfahren besser. Immer funktionellere Bekleidung lässt auch lange Fahrten bei widrigem Wetter zu. Von Gabba, GoreTex und Super-Roubaix hätte ich zu meinen Anfängen noch nicht mal zu träumen gewagt. Eigentlich gibt es keinen Grund mehr drinnen zu fahren. Oder doch? Die Indoor Trainingstool Anbieter überbieten sich inzwischen mit immer tolleren Funktionen. Alles wird ständig realistischer, die Strecken und Animationen ausgefeilter. Sogar Windschatten gibt es auf Zwift! War Radfahren nicht mal ein Outdoor-Sport? Und nicht zu vergessen: #outsideisfree!

Gut, zugegebenermaßen gibt es Regionen und Gebiete auf der Welt, in denen im Winter tatsächlich richtig Winter ist, nicht dieses graue Gefusel wie bei uns. Oder in denen im Sommer zu viel Sommer ist, oder es ist zu dreckig, zu gefährlich, die Zeit zu knapp oder was auch immer. Am Ende gibt es dann doch viele gute Gründe zumindest ab und an drinnen zu fahren. In welchem Fall ich es aber bevorzuge richtig Rad zu fahren, inklusive dem Gleichgewicht zu halten und nicht nur zu treten. Aus dem Grund fahre ich lieber auf der freien Rolle.

Bekanntermaßen geht es ja immer noch besser. Das Höchste der Gefühle sind inzwischen Laufbänder zum Radfahren. Tax hat auf der letzten Eurobike ein Gerät vorgestellt auf dem man nicht nur radfahren, sondern auch laufen kann. Mit 8.000 Euro kostet das Gerät aber auch ein Vermögen.


Tax Magnum Homepage

Etwas günstiger ist dieses futuristische Monster auf Süd-Korea. Damit ist man der Star beim nächsten Indoor Radmarathon! Etwa 3100 Euro sind für die "Flachland-Version" und 5850 Euro für die Version mit Steigung-Dings aus dem Video aufgerufen.

Bitelli Homepage / Artikel Bikeradar

Das Gerät das mir am besten gefällt und das preislich, im direkten Vergleich, mit 2.800 Euro auch noch irgendwie akzeptabel erscheint, ist dieses von Oreka. Hier fährt man mit Vorder- und Hinterrad auf mehreren kleinen, eng nebeneinander liegenden Zylindern, über die das Band läuft und das man durch das Fahren unter sich wegzieht. Das Wegziehen wird gebremst, so als ob man mit der Tretbewegung ein Seil aufwickelt, das festgehalten wird. Das Gerät soll in den nächsten Wochen verfügbar sein. Auf der Homepage kann man sich in eine Interessentenliste eintragen.


Oreka Homepage / Artikel Bikerumor

Wem das alles zu klein, mickrig und billig ist und wer mit seinen Kumpels zusammen auf der Rolle fahren möchte, der kann sich von der POMA Maschinen und Anlagenbau GmbH ein großes Laufband in den hoffentlich ziemlich großen Keller einbauen lassen. Da kann man dann auch im Skating Stil drauf Ski laufen oder Rodelanschubtraining durchführen! Solch ein Gerät hat übrigens auch das Heinrich Heine Gymnasium in Kaierslautern.

Foto mit freundlicher Genehmigung von POMA.

Samstag, 14. Januar 2017

Cyclocross Weltmeisterschaft in Luxembourg

In genau zwei Wochen geh es los! Dann findet in Luxembourg die UCI Cyclocross Weltmeisterschaft statt. Ich bin gespannt und freu mich. Heute sind die Karten gekommen!


Dazu vorher auf Unterlenker.com: Cross is coming to Bieles!