Montag, 21. April 2014

Marc Bator ist fit auf dem Rad

Durch einen Post von Claude Walter auf seinem Cycling-Blog bin ich auf die Kolumne von Marc Bator in der Welt aufmerksam geworden (Teil 1, Teil 2). Claude lässt zumindest den zweiten Teil der Kolumne nicht gut weg kommen. Das kann ich nicht unerwidert lassen. Die Kolumne ist nämlich hervorragend und das in mehrfacher Hinsicht.

Marc Bator ist den Meisten als langjähriger Sprecher der Tagesschau bekannt. Seit Mai 2013 ist er Chefmoderator der SAT1 Nachrichten. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder und ist begeisterter Rennradfahrer. Er nimmt nicht nur an Jedermann-Veranstantungen teil sondern ist auch Besitzer einer C-Klasse Lizenz. Also ein echter Rennfahrer. Und ein MA-13 Fellow.

Natürlich ist Claudes Anmerkung richtig, dass Herr Bator uns Rennradfahrern nichts Neues erzählt. Wir sind aber auch gar nicht die Zielgruppe dieser Kolumne, sonst würde sie in einem der deutschen Radsport Magazine erscheinen. Und das ist an sich schon das Bemerkenswerte, dass eine grosse, überregionale Tageszeitung eine Kolumne zum Rennradfahren veröffentlicht. Nicht zum gemütlich dahin-gondeln mit dem Tourenrad auf dem Donauradweg in weiten, flatternden Baumwollklamotten, nein, es geht um Rennräder, Geschwindigkeit, Training und Rennrad-Style.

Nach all den Dopingskandalen und der schlechten Presse die der Radsport in den letzten Jahren gehabt hat finde ich es ein sehr gutes Zeichen, dass Herr Bator, ein Amateur und Freizeitsportler, die Möglichkeit bekommt so positiv über den Radsport zu schreiben.

Im ersten Teil hat Herr Bator seinen Radsport-Werdegang beschrieben und berichtet von der Schwierigkeit Radsport mit Beruf und vor allem der Familie zu vereinbaren. Für eine Kolumne die sich an ein breites, nicht Radsport spezifisches Publikum richtet, geht er erstaunlich in die Tiefe. Er schreibt über Trainingsbereiche, Grundlagenausdauer, Rollen-Training und das er nach längerer Verletzung 250 Watt im Schnitt gefahren ist. Kann das sein? Natürlich. Er schreibt dass er nach 30 Minuten japsend auf dem Boden gelegen hat. 250 als FTP, ja, das ist keine Leistung die Profis vorbehalten ist, auch wenn Herr Walter das nicht glauben mag.

Im zweiten Teil geht es um gutes Aussehen auf dem Rad. Herr Bator gibt den Lesern die damit noch nie in Berührung gekommen sind, eine Ahnung, dass es eine Etikette gibt wie man sich auf dem Rad kleiden sollte. Natürlich kann man mit Beinlingen aber ohne Armlinge fahren, aber man entlarvt sich damit als blutiger Anfänger. Ein absolut korrekter Ratschlag. Wer noch nie in der Oper war, hält Jeans vielleicht auch für angemessen. Auch sein Rat, dass man davon absehen sollte in den Trikots der Profimannschaften aus der EPO-Hochzeit zu fahren findet meine volle Zustimmung. Und Handschuhe? Ich habe schon seit Jahren keine mehr. Tom Boonen fährt sogar Paris-Roubaix ohne.

Also Herr Bator, machen Sie weiter so. Verbreiten Sie die Begeisterung für unseren schönen Sport.

Kommentare:

  1. Marc Bator hat zwar ne C Lizenz - ist aber noch nie ein Rennen zuende gefahren...und das mit "ohne Handschuhe" ist Unsinn...

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    1. Das erklärt natürlich warum ich auf rad-net nichts finden konnte. Aber immerhin, er hat sich der Herausforderung gestellt.

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  2. Na ja, sind wir mal ehrlich. Mar schreibt von seinen Verletzungen. Summiert man die Zeit, war er mindestens 4 Monate nicht auf dem Rad. Danach tritt er sofort einen Schnitt von 250 Watt auf der Rolle? Übrigens schreibt er von Trainingseinheiten von 30 bis 60 Minuten. Nicht nur von 30 Minuten. Das halte ich einfach für übertrieben. Dass das für den Wiedereinstieg kompletter Unsinn ist, lasse ich jetzt mal umkommentiert. Sehe ich das falsch? VG Claude

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    1. Nein, das siehst du absolut richtig. Vieles was Herr Bator in seiner Kolumne schreibt würde einer Überprüfung der Tatsachen nicht standhalten. Da Marc Bator doch hoffentlich schon von Berufs wegen Realität und Fiktion auseinanderhalten kann, muss an die Kolumne ein anderer Maßstab als Authentizität angelegt werden, nämlich der der künstlerischen Freiheit. In der Kolumne gibt es zwei Personen: Marc Bator der Hobbyradfahrer und Marc Bator der Rennfahrer. Letzterer ist Fiktion, ein Kunstgriff ohne den der Text langweilig und schon lange wieder eingestellt worden wäre. Wenn du also jede Woche den Wahrheitsgehalt prüfst, was ich im Übrigen immer gerne lese, gehst du diesem Kunstgriff auf den Leim. Ich bleibe dabei: Es ist bemerkenswert, dass die Welt eine wöchentliche Radsport-Kolumne druckt, abseits des Profisports und einem breiteren Publikum zeigt, dass es auch etwas anderes als Hollandräder und "gedopte Profis" gibt.

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  3. Hallo Boris Hendrik, aus dieser Sicht gebe ich Dir völlig recht. Bin ja auch froh, etwas übers Rennradfahren in 'Die Welt' zu lesen. Manches ist ja auch nicht so schlecht, was er schreibt und man erkennt sich selbst wieder. Anderes hinterfrage ich halt gerne.
    Grundsätzlich behandele ich die Kolumne in meinem Blog, um der Kolumne weitere Leser zuzuführen.

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  4. kein Bator Fan25. Mai 2015 um 13:31

    Klar wäre es nett wenn mal etwas positives über den Rennrad-Sport geschrieben werden würde. Nur leider scheitert Marc Bator damit.

    Gegenüber nicht-Rennradfahrern hinterlässt seine Kolumne den Eindruck dass Rennradfahrer verrückte Kerle mit rasierten Beinen sind, die wie Kinder über Schürfwunden scherzen und nichts im Leben haben außer ihre exorbitant teurern Rennräder mit denen sie irgendwelche absurden Touren fahren.

    Gegenüber Rennradfahrern hingegen fällt auf dass Herr Bator eher in die Kategorie "Möchtegern" und "Angeber" fällt. Technisch hat er keinerlei Ahnung und gibt viel Unsinn von sich. Dazu seine Protzerei mit Baris-Brest und ähnlichen Extremtouren die so garnicht zu dem passt was er anscheinend selber fährt. Als Krönung gibt stellt er dann seine must-have's in Sachen Training und Technik vor, bei denen ein leidenschaftlicher Rennradfaher nur den Kopf schütteln kann.

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