Samstag, 25. Februar 2017

Mal wieder: Aufregung um Scheibenbremsen

In den letzten Tagen gab es wieder große Aufregung um Scheibenbremsen am Rennrad. Das Thema wird ja gerne mit religiöser Inbrunst diskutiert. Zunächst hat die Fahrer-Gewerkschaft CPA einen Brief an die UCI geschrieben und ein Ende des derzeit nochmal angelaufenen Scheibenbremsen-Tests gefordert. Dabei geht es einzig um die Sicherheit, Punkte wie die Herausforderungen für den neutralen Service und die Geschwindigkeit der Radwechsel spielen keine Rolle. Die Argumente erstaunen insofern, dass die Fahrer sich bereitwillig mit Carbonfelgen mit im Regen mehr als suboptimaler Bremsleistung Abfahrten hinunterstürzen, Messerspeichen fahren und auch ansonsten eine ganze Menge Risiken eingehen.

Gut, wie auch immer. Diese Woche kam es auf der ersten Etappe der Abu Dhabi Tour kurz vor dem Ziel zu einem Sturz in den unter anderem der Sky Fahrer Owain Doull und Marcel Kittel verwickelt waren. Kittel fuhr an diesem Tag ein Rad mit Scheibenbremsen. Die Fahrer kamen mit einigen Abschürfungen davon. Die erstaunlichste "Verletzung" zog sich Doulls Schuh zu, der einen Schnitt über die gesamte Länge der Oberseite aufwies. Das muss ja Kittels Scheibenbremse gewesen sein! Rotierende, glühende Messer! Große Aufregung in den sozialen Netzwerken. Es entsteht der Eindruck dass Scheibenbremsen in etwa so aussehen müssen:


Hier was die beiden Protagonisten zu sagen haben:

  


Aber wie schon letztes Jahr bei dem Sturz von Fran Ventoso bei Paris-Roubaix kamen dann doch erhebliche Zweifel an der Scheibenbremsen Theorie auf. Die genaue Analyse des Sturzes spricht für eine andere Ursache. Es könnte durchaus sein, dass Doull sich den Schuh an den eigenen Speichen aufgeschlitzt hat.


Und natürlich werden auch gleich wieder einige Tests durchgeführt, was eine Scheibenbremse so alles durchschneiden kann oder auch nicht:




Ein Vorwurf der immer schnell laut wird lautet, dass die Scheibenbremsen ja nur von der Radindustrie gewollt sind, damit diese mehr Räder verkaufen können. Nun, dass ist vielleicht nicht so ganz falsch, aber wer bezahlt den Radzirkus zu einem großen Teil? Die Radindustrie, genau. Und Profiradsport ist nun mal eine Werbeveranstaltung. Aber es ist ja nicht so, als ob man versuchen würde uns den größten Quatsch unterzujubeln. Ich bleibe dabei, Scheibenbremsen sind da um zu bleiben. Für den Moment scheint es mir, dass die Gefahr durch Scheibenbremsen mehr auf Fiktion denn auf Fakten beruht.

Links:

Dienstag, 21. Februar 2017

UCI Worldtour Team Websites - Teil 1

Was zeigen die UCI Worldtour Teams auf ihren Webseiten, lohnt der Besuch? Welche Sprachen und welche sozialen Kanäle werden angeboten? Ich bin mal über alle Seiten gesurft und habe mich ein wenig umgesehen. Wirklich schlecht ist natürlich keine, nirgendwo waren Hobby-Webseiten-Zusammenklicker am Werk. Heute Teil 1 mit den ersten neuen Mannschaften, in alphabetischer Reihenfolge, demnächst dann Teil zwei mit dem Rest und einem Fazit.

 ag2r La Mondiale


Wikipedia

Sprachen: FR, EN

Soziale Netzwerke: Facebook - Twitter - Instagram - LinkedIn - YouTube

Shop: Online und Offline (!), der Shop hat Öffnungszeiten, es scheint also dass man dort auch "in echt" einkaufen kann. Es gibt ausgewählte Radklamotten aus den verschiedenen Jahren, einige Räder aus dem Vorjahr und ein paar Merchandising Artikel.

Deutsche Fahrer: Nico Denz

Trikotdesign: Naja, die braunen Hosen sind vielleicht mal was anderes, aber insgesamt ist es halt eines der eher langweiligen Profitrikots.

Weiteres: Es gibt einen Fanclub, die Mitgliedschaft kostet 25 Euro im Jahr. Als Mitglied man bekommt einige Rabatte im Shop und kann an einer Reihe von Aktionen teilnehmen.  ag2r ist Mitglied im MPCC und listet unter "Ethics" ausführlich die Anforderungen an die Fahrer jenseits der reinen Leistungsfähigkeit auf. Vorbildlich! Die Mannschaft hat mit Romain Bardet einen französischen Mitfavoriten auf den Tour Sieg in den eigenen Reihen.

 Astana Pro Team


Wikipedia

Sprachen: EN, RU, KZ

Soziale Netzwerke: Facebook, Twitter, Instagram, YouTube

Shop: Keiner

Deutsche Fahrer: Keine

Trikotdesign: Das Türkis hat auf jeden Fall einen ohne Wiedererkennungswert. Die Hosen sind dieses Jahr aber nicht mehr türkis, sondern schwarz und ich weiss nicht, ab das die Sache besser oder schlimmer gemacht hat.

Weiteres: Das Team ist nicht Mitglied der MPCC, hat kein Ethik Statement und auch keine sonstigen Marketing Sprüche aka Mission Statement. Es wird interessant sein, wie Fabio Aru dieses Jahr mit der Last als unangefochtener Grand Tour Leader fahren wird, nachdem Nibali zu Bahrain-Merida gewechselt ist. Astana hat in der Vergangenheit einige positive Dopingproben gehabt und ist diesbezüglich ziemlich umstritten.

Bahrain-Merida


Wikipedia

Sprachen: EN

Soziale Netzwerke: Twitter, Facebook, Instagram, YouTube

Shop: In einem italienischen Online-Shop gibt es eine "offizielle" Bahrain-Merida Sektion mit einigen ausgewählten Klamotten.

Deutsche Fahrer: Keine. Mit Heinrich Haussler fährt aber ein Fahrer für das Team, der bis 2010  deutscher Staatsbürger war.

Trikotdesign: Die Farbkombination Blau-Rot ist sehr gelungen. Finde ich schick. Was anderes als das zuletzt so beliebte Schwarz.

Weiteres: Mit Vincenzo Nibali hat das Team einen der besten aktuellen Grand Tour Fahrer unter Vertrag und wird zumindest beim Giro ein Wort mit zu reden haben. Das Team ist nicht Mitglied in der MPCC und hat auch keine Ethik Richtlinien veröffentlicht. Darüber hinaus wird das Team aufgrund der schwierigen Menschenrechtslage in Bahrain auch als Torture-Team (Folter-Team) bezeichnet.

 BMC Racing Team


Wikipedia

Sprachen:  EN

Soziale Netzwerke: Facebook, Twitter, Instagram, FlickrYouTube

Shop:  Keiner, Links zum BMC Vertrieb und eine entsprechende Händlersuche sind aber unübersehbar.

Deutsche Fahrer:  Keine

Trikotdesign:  Rot, Schwarz, unverkennbar aber langweilig. Die Tag-Heuer Werbung am Arm versaut das Trikot total.

Weiteres:  Die Mannschaft ist Mitglied bei Velon, nicht aber in der MPCC. Kein Ethik Statement.

Bora-hansgrohe


Wikipedia

Sprachen:  EN, DE

Soziale Netzwerke: Facebook, Twitter, Instagram, YouTube, Flickr

Shop:  Keiner

Deutsche Fahrer: Pascal Ackermann, Emanuel Buchmann, Marcus Burghardt, Silvio Herklotz, Christof Pfingsten, Andreas Schillinger, Michael Schwarzmann, Rüdiger Selig

Trikotdesign:  Schwarz halt. Aufregend ist anders.

Weiteres:  Das Team des Weltmeisters! Aus Deutschland! MPCC Mitglied. Es gibt unter ride.natural. ein Missionstatement, dem allerdings eine klare Stellungnahme zu dem Dopingthema fehlt. Was unter den Schlagworten Ernährung & Gesundheit, Fortschritt & Leistung sowie Leidenschaft & Persönlichkeit zusammengefasst ist, sind Allgemeinplätze in bester Tradition der Marketing Sprüche diverser Konzerne.

 Cannondale Drapac


Wikipedia

Sprachen: EN

Soziale Netzwerke: Facebook, TwitterInstagram, YouTube, RSS Feed

Shop: Ganz gute Auswahl, schöne Kunstdrucke als Poster, Teamräder auf Anfrage. Vor zwei oder drei Jahren habe ich dort tatsächlich mal ein Trikot bestellt. Statt in grün in blau, ohne Sponsorenaufschrift und mit Rautenmuster. Immer noch eines meiner Lieblingstrikots

Deutsche Fahrer: Keine

Trikotdesign: Sehr prägnant. Hoher Wiedererkennungswert. Rautenmuster auf grünem Grund das bestimmende Thema seit Jahren.

Weiteres: Velon und MPCC Mitglied. Kein Mission Statement oder Ethik Sektion. Allerdings ist unter Team zu lesen: "Slipstream Sports is the brainchild of Jonathan Vaughters and Doug Ellis. The pair founded the company in 2005 on the belief there was a better way to run a cycling team. First and foremost, Slipstream Sports has always been unwavering in its commitment to anti-doping and was the first company to institute its own internal testing protocols for a professional cycling team."
Eines der kleinsten Team von einem Budget Gesichtspunkt. Die Homepage ist etwas anders aufgebaut wie bei den übrigen Teams und stellt die Stories in den Mittelpunkt. Nicht überfrachtet. Gefällt mir sehr gut.

 Team dimension data


Wikipedia

Sprachen: EN

Soziale Netzwerke: Facebook, Twitter, Instagram, YouTube

Shop: Man wird zu Oakley weitergeleitet und kann dort ein Replica Jersey und einige Team Edition Brillen kaufen. Mager.

Deutsche Fahrer: Keine

Trikotdesign: Für ein Profitrikot erstaunlich schlicht, wenn auch mit viel des derzeit so in Vogue zu scheinenden Schwarz. Das Grün ist frisch.

Weiteres: Mitglied der MPCC. Einziges Team aus Afrika. Herausragendes Merkmal ist die Verbindung zu Qhubeka, eine Wohltätigkeitsorganisation die Fahrräder in Afrika verteilt. Ein Fahrrad zu besitzen verändert dort ein Leben. Ein Teil der Sieg-Prämien und der Sponsorengelder fliesst in dieses Projekt und stiftet neben den sportlichen Zielen den eigentlichen Sinn dieses Teams. Das ist herausragend.

FDJ


Wikipedia

Sprachen: FR (!) (auf eine englische Version wird wahrscheinlich aus diesem Grund verzichtet)

Soziale Netzwerke: Facebook, Twitter, YouTube, Flickr
Shop:

Deutsche Fahrer: Keine

Trikotdesign: Naja, geht besser, sicher aber auch schlechter, zumindest keine weißen Hosen mehr

Weiteres: MPCC Mitglied, es gibt einen Fanclub mit scheinbar recht umfangreichem Programm, soweit ich das verstehe.

Team Katusha Alpecin


Wikipedia

Sprachen: EN

Soziale Netzwerke: Facebook, Twitter, Instagram, YouTube

Shop: Ja, sogar sehr umfangreich. Katusha hat seine eigene Bekleidungslinie, an einer Stelle heißt es "from a Name to a Brand". Dabei gibt es sowohl die Team Replica Sachen als auch alle möglichen Rad- und Freizeit Klamotten. Nicht günstig, sehen aber sehr gut aus.

Deutsche Fahrer: Tony Martin, Marco Mathis, Nils Politt, Rick Zabel

Trikotdesign: Für Rot und besonderes für rote Hosen eigentlich ganz o.k.

Weiteres: In der Vergangenheit einige Dopingfälle, nicht ganz unbelastet in dieser Richtung, kein Mitglied in der MPCC.

Freitag, 17. Februar 2017

Ein Socken Abo

Für ein perfektes Radsport-Outfit muss alles passen. Das Rad geputzt, das Kit frisch gewaschen, sauberes Lenkerband, frisch rasierte Beine und nicht zu vergessen makellose Socken. Weniges versaut einen ansonsten guten Eindruck so sehr wie alte, ausgelutschte und verwaschene Socken. Darüber hinaus fühlt sich die erste Fahrt mit einem neuen Paar immer besonders an. Strammer Sitz und frische Farben, sattes Schwarz oder makelloses Weiss, je nachdem. Das bringt mindestens 5 Watt! Und wie wäre es mit Abwechslung? Nicht immer das gleiche Muster, nicht immer die gleiche Firma. Schreit nach einem Abo, einem Socken Abo, oder?

Foot Revolution kann helfen. Direkt aus den USA erhält man im Monatsabstand ein neues Paar Radsocken. Immer wieder andere Hersteller und andere Designs. Der ganze Spaß kostet lediglich 15 USD (derzeit 14,13 Euro) einschließlich dem internationalen Versand. Bei dem Betrag fällt auch keine Einfuhrumsatzsteuer und kein Zoll an. Hört sich nach einem fairen Deal an.



Gründer der Firma ist Samuel Bell, ein amerikanischer Bahnradsportler mit einem einfachen Motto: "High quality, eye catching socks". Bei Eintragung in den Email Newsletter erhält man für die erste Bestellung 5 USD Nachlass, danach fallen jeden Monat 15 USD an, die man entweder monatlich oder für verschiedene Zeiträume im voraus bezahlen kann und dann etwas günstiger davon kommt. Und wie ich gerade sehe bekommt man bei Abschluss des Abos auf den ersten Monat 50% Nachlass.

Detail Infos findet ihr auf der Webseite: thefootrevolution.com

Ob es was taugt werde ich ein einigen Tagen wissen. Ich habe bestellt und werde testen und berichten.


Dienstag, 14. Februar 2017

Top Fahrrad Blogs 2016 - Interview

Wie schon die anderen Preisträgern der Wahl zum Top Fahrradblog 2016 habe auch ich einige Fragen von Fahrrad.de beantwortet. Könnt ihr hier nachlesen.

Samstag, 4. Februar 2017

Auch Frauen können Radkurier (Update)

Bei Radkurieren denkt man ja vielleicht zuerst an harte Kerle die auf ihren Fixies in halsbrecherischer Manier durch die Straßenschluchten der Metropolen rasen. Aber hey, die Frauen können das auch:




Das man jeden Menschen mit Respekt zu behandeln hat ist ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass es trotzdem solcher Videos bedarf wie der beiden folgenden ist nicht schön. Als ob der Beruf eines Radkuriers nicht schon hart genug wäre.



Radkurriere gibt es natürlich auch in Deutschland. Dieser Lenker!!! Ich kann zwar die Faszination von Fixed Gear Bikes nachvollziehen und finde Red-Hock Crits sehr cool, was der Vorteil von Bahnrädern für Radkuriere sein soll erschliesst sich mir nicht ganz. Das wäre ungefähr so, wie wenn ich im Büro darauf bestehen würde auf einem Holzstuhl zu sitzen und einen Rechner mit Floppy Disks zu benutzen. Mit zumindest ein bisschen Schaltung und Bremse sollte das doch schneller, weniger ermüdend und sicherer sein, oder nicht? Egal, Anna Mauch fährt mit nem 15 cm Lenker durch Berlin.


Update 13.02.2017:
Jörn hat mich in den Kommentaren auf einen Sielfilm aus 1998 aufmerksam gemacht der hier thematisch gut reinpasst: "2 Seconds". Die Movie Database schreibt dazu: "Laurie, a professional downhill racer gets fired because of her slight overindulgence in irresponsibility. She returns to Montreal where she is welcomed by her geeky but cute brother. She meets Lorenzo, a cranky, ex-racer who owns a bike shop. The two become friends. Laurie gets a job with a local bicycle courier company, but a member of the group is intent on shutting her out of their circles, making her life difficult and sad. After a bonding truth-revealing discussion between Laurie and Lorenzo, Laurie begins to see what she has to do to make things better for herself." Alleine wegen den 90er Jahre MTBs am Anfang ist der Film schon sehenswert! Sieht aus wie in der Steinzeit, ist aber gerade mal 20 Jahre her:

Dienstag, 31. Januar 2017

Bieles 2017: Eis, Schlamm, Fans und Flitzer

Na das war ja mal ein Spektakel! Zwei Tage packende Cyclocrossrennen in Luxembourg um die Trikots mit dem Regenbogen. In fünf Rennen haben die Junioren, U23 Frauen, Elite Frauen, U23 Männer und Elite Männer um die Weltmeisterschaft gekämpft. Ich war an beiden Tagen da und habe mir alle Rennen angesehen.

Die Strecke
war einer Weltmeisterschaft mehr als würdig. Es gab Hürden, eine ganze Reihe an Brücken, steile Abfahrten, Schräghang-Passagen, eine Treppe, technische, sehr anspruchsvolle Abschnitte genauso wie schnelle Power Passagen, Asphalt, Wiese, Lehmboden. Alles war dabei und alles war schön anzusehen. Es gab kaum eine Stelle an der man "schlecht" gestanden hat. Meist konnte man die Fahrer mehrfach sehen und gleichzeitig eine der zahlreichen Videoleinwände im Blick behalten.

Interessant war, wie sich die Strecke im Verlauf des Wochenendes geändert hat. Die Junioren mussten am Samstag Morgen auf einer zum großen Teil vereisten Strecke fahren. Entsprechend viele Stürze gab es, direkt nach dem Start beim Einbiegen auf eine Sand Passage hat das halbe Feld auf dem Boden gelegen. Bei den U23 Frauen war es schon etwas besser. Die Damen hatten am Nachmittag die vielleicht besten Verhältnisse des Wochenendes. Das Eis war größtenteils geschmolzen, der Boden aber noch nicht so getaut, dass es schlammig wurde.
Am Sonntag gab es dann eine ganz andere Rutschigkeit als am Samstag Morgen. Schöner, lehmiger Schlamm. Heidewitzka, was für eine Anforderung an Fahrer und Material.




Die Rennen
waren alle packend, spannend, aufregend und schön anzusehen. Bei den Junioren gab es ein rein britisches Podium. Das Rennen der U23 Frauen wurde von der Niederländerin Worst dominiert, hätte aber auch anders ausgehen können, die Abstände des Podiums waren relativ knapp.
Der Sieger im U23 Rennen der Männer, Nieuwenhuis stand früh fest und hatte am Ende weit über eine Minute Vorsprung. Da hätte nur ein größerer Defekt oder ein ungünstiger Sturz was dran ändern können. Dafür war der Kampf um die Plätze spannend.
Am knappsten und aufregendsten war das Rennen der Frauen. Sanne Cent gewann verdient im Sprint vor Marianne Vos. Die Führung hat in den letzten Runden ständig gewechselt. Beide hatten Sturz bzw. Materialpech. Das war ganz grosser Sport!
Wie von einem anderen Stern sind Matthieu van der Poel und Wout van Aert gefahren. Die Aufholjagt von Wout van Aert, als dieser dem früh enteilten van der Poel hinterher ist, diese unbedingte Entschlossenheit im Blick, wow, das live zu sehen, das hat schon was gehabt. Am Ende hatte der Niederländer zu viele platte Reifen (vier) und das auch noch an ungünstiger Stelle, um dem Belgier Paroli bieten zu können. Das war schade, gehört aber wohl auch zu diesem Sport. Bemerkenswert ist, dass unter den ersten Zehn im Elite Rennen nur drei Fahrer nicht aus Belgien oder den Niederlande waren! Auf einem sehr starken zehnten Platz war der Deutsche Sascha Weber! Chapeau an dieser Stelle!




Die Fahrer:
Erstaunlich war die Spanne zwischen den Besten und den Letzten in jedem Rennen. Wo die Spitze auch bei den schwierigsten Stellen im Sattel blieb, wurde hinten im Feld munter gestürzt und geschoben. Schnell waren Minuten zwischen den Fahrern und Fahrerinnen, die Letzten kassierten teilweise mehrere Runden. Und dabei sind auch die Fahrer im hinteren Teil in ihren Ländern die Allerbesten. Soviel Talent, Training und Hingabe sind notwendig um in eine Nationalmannschaft zu kommen und dann auch noch selektiert zu werden! Nur um dann die eigenen Grenzen so brutal aufgezeigt zu bekommen. Was ist das doch für ein langer, harter und steiniger Weg zur Spitze.




Die Fans
waren mit das Tollste an dieser Weltmeisterschaft. So viele Nationen, so viele Leute haben den Weg nach Luxembourg gefunden und nicht nur ihre eigenen Fahrer angefeuert. Eine einzige große, friedliche, ausgelassene Party. Über 28.000 Zuschauer wurden gezählt. Als ich den Schnapskanister der Schweitzer fotografieren wollte, habe ich statt einem Foto einen Becher Kafi Luz bekommen. Ein Schweitzer Nationalgetränk bestehend aus heissem Wasser, Schnaps und etwas Kaffee. Hopp Schwiiz!





Die Organisation:
Da gab es nichts zu mäkeln. Von dem was ich gesehen habe, hat alles hervorragend funktioniert. Die Einlasskontrollen gingen erstaunlich flott über die Bühne. Der im Vorfeld angekündigte Bann von Rücksäcken, Fahnen, Essen und Trinken würde allem Anschein nach dann nicht ganz so rigoros umgesetzt. Gut so. Es gab ein riesiges, ein großes und mehrere kleine Festzelte mit DJ-Musik und maximaler Party-Stimmung. Es war nie weit bis zum nächsten Bierstand oder einer der Fressbuden. Das Essen war zwar teuer, aber wohl im Rahmen dessen, was man auf solch großen Veranstaltungen bezahlen muss. Dafür ging es flott und die Fritten waren wirklich gut.


Ach ja, und einen Flitzer gab es auch:

Vielemols Merci an Sergio, der mir erlaubt hat das Video hier zu zeigen.


Links:
Weitere Bilder gibt es in meinem Flickr Album.
Ergebnisse und Berichte findet ihr auf Cyclingnews
Videos der Rennen gibt es auf dem UCI YouTube Channel

Donnerstag, 26. Januar 2017

Doch mal wieder Rapha

Gerade ist ja Winterschlussverkauf-Saison. Die Winterklamotten müssen raus! Die neue Kollektion naht. Zeit für Schnäppchenjäger. Nicht nur im Textileinzelhandel, auch bei den Radsport-Fashion-Klamotten-Buden im Internet.

Seit Rapha nicht mehr Team Sky sponsort, dafür aber Canyon Sram und die Damen dort mit einem wirklich tollen Trikotdesign ausgestattet hat, ist mir die Marke wieder ein gutes Stück sympathischer geworden. In der Vergangenheit habe ich mit Rapha ja so meine Probleme gehabt. Hier und hier nachzulesen.

Nun ist Rapha in den letzten Jahren ordentlich gewachsen, genauso wie wahrscheinlich die Lagerbestände. Diese am Ende der Saison loszuwerden um Platz für Neues zu schaffen ist Aufgabe des Schlussverkaufs, der dann wohl auch etwas größer ausfällt. Inzwischen bekommt man sogar kurze Trägerhosen zu reduzierten Preisen, nach dazu in normalen Größen, also nicht nur xs und xxl. Und selbst gegen Ende des Aktionszeitraumes gibt es immer noch reichlich Auswahl. Das alles war in der Vergangenheit mal anders.

Lange Rede kurzer Sinn, ich habe mal wieder was bestellt. Trinkflaschen, Lenkerband, eine Wintermütze und ein Langarmtrikot. Für teilweise weniger als die Hälfte des ursprünglichen Preises  konnte ich nicht widerstehen. Was die Sachen taugen, dazu vielleicht später. Was mich aber schon jetzt sehr beeindruckt hat war die Verpackung. Wow! Sehr aufwendig, sehr stylisch, sehr wertig, toll anzuschauen und anzufassen und irgendwie zu schön zum wegwerfen. Da hat sich jemand sehr viele Gedanken gemacht, um das Produkt toll zu präsentieren. Das ist schon was anderes als die Bestellung, die man von den üblichen Versandhändlern bekommt.

Der Winter-Sale geht übrigens noch bis Sonntag, das ein oder andere Schnäppchen ist sicher noch zu machen.






Sonntag, 22. Januar 2017

Salzige Straßen

Das war heute eine wirklich bemerkenswerte Runde. Nicht wegen der Länge, der Berge, der Durchnittsgeschwindigkeit, der Leistung oder sonstiger Radsport Metriken, sondern wegen der Kälte. 3 Stunden und das Thermometer hat durchweg ein Minus vor der Zahl angezeigt. Kann mich nicht daran erinnern wann ich zuletzt so lange in solcher Kälte unterwegs war und dabei überhaupt nicht gefroren habe, weder an den Füßen, noch an den Händen. Es scheint, ich habe heute mal die richtige Anzahl an Schichten getroffen. Diese Einmal-Heizpads für die Schuhe kann ich an dieser Stelle nur wärmstens empfehlen, im wahrsten Sinne des Wortes. Vielleicht war es aber auch gar nicht kalt, mir ist nämlich ein Radfahrer ohne Handschuhe entgegengekommen. Ohne Handschuhe! Bei Minus Fünf Grad! Wahnsinniger.

Und was liegt ein Salz auf der Straße! An manchen Stellen hätte es sich gelohnt mit Besen, Schaufel und Eimer anzurücken, man hätte genug aufkehren können um für einige Zeit den Gehweg zuhause zu streuen.

Die Sonne war heute übrigens genauso strahlend wie meine Laune. Die Geschichte mit dem Bein scheint jetzt doch endlich ausgestanden zu sein, ab und an zwackt es zwar noch ein wenig und auch vom Kraftraum werde ich mich noch eine ganze Weile fern halten, ansonsten ist es aber ok. Kann also wieder los gehen! Jetzt nur nicht übertreiben. Nächstes Wochenende ist erstmal die Cross WM in Luxembourg und im Februar werden ein paar Grundlagen Kilometer gesammelt. Ist ja der richtige Monat für lange Stunden auf dem Rad.









Samstag, 21. Januar 2017

Thereabouts

Gestern war die Premiere von Thereabouts 3: Discovering Colombia. Während einer guten Stunde begleitet man Gus and Lachlan Morton bei einer wilden Reise durch Kolumbien. Natur Straßen, hoffnungsvolle Nachwuchstalente, epische Anstiege mit 4000 Höhenmeter (!), allerlei kulturelle Besonderheiten und teils atemberaubende Landschaftsbilder bilden den Rahmen für das Abenteuer in Südamerika.

Lachlan Morton war eines der hoffnungsvollsten Nachwuchstalente Australiens. Ende 2012 fuhr Lachlan als Stagiaire für Garmin Sharp und wurde für die Jahre 2013 und 2014 unter Vertrag genommen. Mit nur 21 Jahren gewann Lachlan die Nachwuchswertung der USA Pro Challenge und eine Etappe und die Nachwuchswertung der Tour of Utah. Nach diesem stellaren ersten Jahr verlief 2014 ernüchtern. Lachlan konnte nicht an seine Erfolge anknüpfen und verlor den Spaß und die Motivation nicht nur am Radsport sondern am Radfahren allgemein.

Angus Morton ist Lachlan's älterer Bruder, ebenfalls Radsportler und war bis 2010 bei Drapac - Porsche Cycling in Australien unter Vertrag. Desillusioniert vom professionellen Radsport beendete Gus seine Karriere früh.

Nach der Saison 2014 begaben sich die beiden Brüder auf eine Reise durch Australen. 2.500 Kilometer von Port Macquarie nach Uluru. Dabei ist Thereabouts #1 entstanden. Die Suche nach dem Spaß auf dem Rad. Die Rückeroberung einer Liebe. Eine erfolgreiche Rückeroberung. 2015 und 2016 fuhren beide gemeinsam bei Jelly Belly in den USA. 2017 wird Lachlan für Dimension Data wieder in der Worldtour starten.

Die Filme zeigen, dass es auch für Profis um den Spaß auf dem Rad geht und es neben strukturierten Training und Rennen, Rennen, Rennen vieles mehr gibt. Auf dem Rad entdeckt man fremde Länder, es geht um Freundschaft, Familie, Abenteuer, den Spaß am Radfahren, um Herausforderungen.




Ach ja, das ist das erste Mal das mein Name im Abspann eines Films erscheint. Ich habe mich an der Kickstarter Kampagne zur Finanzierung des Films beteiligt und alle Unterstützer werden dort aufgeführt:


Links:

Dienstag, 17. Januar 2017

Indoor Cycling de Lux

Noch nie war die Ausrüstung zum Radfahren besser. Immer funktionellere Bekleidung lässt auch lange Fahrten bei widrigem Wetter zu. Von Gabba, GoreTex und Super-Roubaix hätte ich zu meinen Anfängen noch nicht mal zu träumen gewagt. Eigentlich gibt es keinen Grund mehr drinnen zu fahren. Oder doch? Die Indoor Trainingstool Anbieter überbieten sich inzwischen mit immer tolleren Funktionen. Alles wird ständig realistischer, die Strecken und Animationen ausgefeilter. Sogar Windschatten gibt es auf Zwift! War Radfahren nicht mal ein Outdoor-Sport? Und nicht zu vergessen: #outsideisfree!

Gut, zugegebenermaßen gibt es Regionen und Gebiete auf der Welt, in denen im Winter tatsächlich richtig Winter ist, nicht dieses graue Gefusel wie bei uns. Oder in denen im Sommer zu viel Sommer ist, oder es ist zu dreckig, zu gefährlich, die Zeit zu knapp oder was auch immer. Am Ende gibt es dann doch viele gute Gründe zumindest ab und an drinnen zu fahren. In welchem Fall ich es aber bevorzuge richtig Rad zu fahren, inklusive dem Gleichgewicht zu halten und nicht nur zu treten. Aus dem Grund fahre ich lieber auf der freien Rolle.

Bekanntermaßen geht es ja immer noch besser. Das Höchste der Gefühle sind inzwischen Laufbänder zum Radfahren. Tax hat auf der letzten Eurobike ein Gerät vorgestellt auf dem man nicht nur radfahren, sondern auch laufen kann. Mit 8.000 Euro kostet das Gerät aber auch ein Vermögen.


Tax Magnum Homepage

Etwas günstiger ist dieses futuristische Monster auf Süd-Korea. Damit ist man der Star beim nächsten Indoor Radmarathon! Etwa 3100 Euro sind für die "Flachland-Version" und 5850 Euro für die Version mit Steigung-Dings aus dem Video aufgerufen.

Bitelli Homepage / Artikel Bikeradar

Das Gerät das mir am besten gefällt und das preislich, im direkten Vergleich, mit 2.800 Euro auch noch irgendwie akzeptabel erscheint, ist dieses von Oreka. Hier fährt man mit Vorder- und Hinterrad auf mehreren kleinen, eng nebeneinander liegenden Zylindern, über die das Band läuft und das man durch das Fahren unter sich wegzieht. Das Wegziehen wird gebremst, so als ob man mit der Tretbewegung ein Seil aufwickelt, das festgehalten wird. Das Gerät soll in den nächsten Wochen verfügbar sein. Auf der Homepage kann man sich in eine Interessentenliste eintragen.


Oreka Homepage / Artikel Bikerumor

Wem das alles zu klein, mickrig und billig ist und wer mit seinen Kumpels zusammen auf der Rolle fahren möchte, der kann sich von der POMA Maschinen und Anlagenbau GmbH ein großes Laufband in den hoffentlich ziemlich großen Keller einbauen lassen. Da kann man dann auch im Skating Stil drauf Ski laufen oder Rodelanschubtraining durchführen! Solch ein Gerät hat übrigens auch das Heinrich Heine Gymnasium in Kaierslautern.

Foto mit freundlicher Genehmigung von POMA.