Montag, 29. August 2016

Todo los Dias

Das Training beginnt früh.
Ich steige auf das Rad
und fange an zu fahren.

Jeden Tag!

Mit viel Kraft Berg auf
und schnell Berg ab.

Jeden Tag!

Jeder Gipfel will bezwungen werden,
zuerst mit dem Kopf,
dann mit den Beinen.

Jeden Tag!

Denkst du, du kannst es auch schaffen?


Ah, alleine der Sound! Todo los dias. Spanisch ist eine tolle Sprache, so temperamentvoll. Leider hören meine Spanish Kenntnisse kurz nach "dos cerveza, por favor" auf. Man kann halt nicht alles können. 

Wie auch immer, zusammen mit einem der Sponsoren seines Nachwuchsteams, Polartech, ruft Alberto Contador zu der #FollowContador Challenge auf. Zwischen dem 29. August und dem 26. September gilt es so viele Kilometer wie möglich auf Strava zu sammeln. Es gibt vier Stufen, 50, 150, 300 und 1000 km. Teilnehmen dürfen Radfahrer aus dem Vereinigten Königreich, Spanien, Frankreich, Belgien, Deutschland (yeahhh), Schweiz, Niederlande, Norwegen und Schweden. Die jeweils 18 schnellsten Radfahrer jeder Kategorie gewinnen dann ein Trikot, Weste oder Jacke aus Polartech Fasern. Zusätzlich wird aus der 1000km+ Kategorie pro Land ein Gewinner gezogen, der zu einem fünf tägigen Trainingslager mit der Fundacion Contador nach Gran Canaria eingeladen wird. 

Also: Anmelden und reintreten, todo los dias, das Wetter ist ja noch gut, die 1000 km sollten also nicht allzu schwer fallen. Venga Vega!

Hier geht es zu der Competition Seite und hier zum Kleingedruckten.

Sonntag, 28. August 2016

And the Winner is ....

Vor zwei Wochen habe ich meine beiden Startplätze für die Charly Gaul Cyclosportiv und das Bergzeitfahren in Bourscheid zur Verlosung ausgeschrieben. Nein, Verlosung ist das falsche Wort, für den, der mir den besten Grund nennt, warum er dort starten möchte. Den besten Grund hat Chris Kleman aus Luxembourg gehabt. Chris' Vater hat nämlich 1959 im zarten Alter von 14 Jahren das Rad von Charly Gaul zu Schrott gefahren. Kleman Senior war der jüngste von vier Brüdern. Einer der drei älteren Brüder war Radrenn Fahrer und bekam von Charly Gaul dessen Tour de France Rad von 1958 geschenkt. Das Rad des Tour de France Siegers! Das Rad mit dem Charly Gaul den Mont Ventoux in nur einer Stunde und zwei Minuten bezwungen hat, ein Rekord der erst 31 Jahre später von Jonathan Vaughters gebrochen wurde und mit dem er als Sieger aus der legändere letzten Alpen Etappe hervorging. Nach über 200 Kilometer in einem fürchterlichem Unwetter mit Schnee und Regen (Schlechtwetter Protokoll, ha) gewann Gaul mit fast 13 Minuten auf die nächsten Verfolger.

Die ganze Familie war auf jeden Fall mächtig stolz. Und wie das Rad da so stand, hat es sich Chris' Vater zu einer kleinen Probefahrt ausgeborgt. Die Strecke war dann wohl nicht so ganz angemessen und endete nach einer Querfeldein Passage an der Friedhofsmauer. Das vormals stolze Tour de France Rad war danach nicht mehr zu gebrauchen. Der Fahrer hat es überlebt, sowohl den Sturz als auch die wahrscheinlich anschließende Abreibung.

Stellt euch das mal vor, Chris Froome schenkt euch sein Pinarello Dogma, das schon wenn man es so im Laden kauft ein Vermögen kostet, aber mit diesem Rad, das jetzt in eurem Radkeller steht, wurde die TOUR DE FRANCE gewonnen!! Und euer kleiner Bruder schnappt sich das Rad und fährt es zu Schrott!!! Was für ein Jammer!

Chris, viel Spass beim Charly Gaul!! Und nicht stürzen! Nicht das in dieser Geschichte noch ein Rad zu Bruch geht.

Donnerstag, 25. August 2016

Fortbildung beim LSVS

LSVS steht für Landessportverband für das Saarland und ist der regionale Dachverband aller Sportvereine und Verbände im Saarland. Der LSVS ist seinerseits wiederum Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund, dem ja auch der Bund Deutscher Radfahrer als Verband angehört. Was BDR und DOSB auf nationaler Ebene sind, sind der SRB (Saarländischer Radfahrer Bund) und der LSVS auf regionaler Ebene.

Der LSVS betreibt im Saarland unter anderem die Hermann Neuberger Sportschule in Saarbrücken und bietet Fortbildungen im Sportbereich an. Was der LSVS darüber hinaus noch alles macht kann man hier nachlesen. Ich gehe davon aus, dass die Sportbünde in anderen Bundesländern ähnliche Aufgaben haben.

Die erwähnten Fortbildungen im Sportbereich sind sehr breit gefächert und es finden sich eine Vielzahl von interessanten Themen. Angeboten werden Seminare zur Vereinsarbeit an sich, zu allen möglichen Aspekten des Trainings, Mentaltraining, Coaching, zu Sport und Spiel mit Kindern, man kann eine Jugendleiter Ausbildung machen, es gibt eine ganze Reihe Physiotherapie Kurse wie Massage, Tapen, Sofortmaßnahmen bei Sportverletzungen, Fazienfitness und und und.

LSVS Programm zum Download hier.

Die meisten Kurse finden an einem Samstag Nachmittag statt und kosten selten mehr als 50 Euro. Die Dozenten die ich im Rahmen der Grundlagenausbildung zur C-Trainer Lizenz kennengelernt habe, haben ihre Sache durchweg sehr gut gemacht. Das Preis-Leistungsverhältnis ist also super. Das bekommt man bei keinem kommerziellen Anbieter geboten, noch nicht mal annähernd.

Die Kurse des LSVS stehen dabei jedem Interessierten offen. Man muss noch nicht mal Mitglied in einem dem LSVS angeschlossenen Verein oder Verband sein. Eine echte Empfehlung an alle, die sich für Sport interessieren und vielleicht sogar in Vereinen tätig sind: Schaut mal in das Programm eures Sportbundes rein!

Ich habe mich heute gleich für drei Veranstaltungen angemeldet:
Ob mein Loblied auf das Fortbildungsangebot des LSVS auch noch nach diesen Veranstaltungen Bestand hat, werde ich dann hier berichten.

Links:

Mittwoch, 24. August 2016

Unterlenker auf Facebook

Unterlenker.com hat jetzt seine eigene Facebook Seite. Bisher habe ich einige ausgewählte Posts unter meinem privaten Account geteilt und tatsächlich sind die Zugriffsdaten für auf Facebook geteilte Inhalte durchweg höher. Was bedeutet: Ihr wollt Facebook! Oder so.

Der gute alte RSS Newsreader und der Email-Newsletter sind ja irgendwie aus der Mode gekommen. An dem Zuckerberg-Imperium führt also kein Weg vorbei und tatsächlich liefert Facebook News und Aktualisierungen ja auch sehr bequem auf alle unsere elektronischen Geräte.

In erster Linie werden in dem Facebook Newsfeed die Unterlenker Posts auftauchen, aber wahrscheinlich auch der ein oder andere exklusive Inhalt, der für einen eigenen Post zu dürftig ist. 

Jetzt ist es an euch kräftig zu liken und vor allem auch zu teilen. Auf die Plätze, fertig, los!


Dienstag, 16. August 2016

Unterlenker Give-Away

Letzte Woche habe ich über mein vorgezogenes Saisonende geschrieben. Bekanntlich ist ja nichts so schlecht, dass es nicht für etwas anderes gut wäre. So ein Urlaub auf einer Nordseeinsel ganz ohne Berge, nennenswerte Straßen und Trainingsverpflichtungen ist wirklich sehr entspannend, dass muss man schon sagen. Ausschlafen, Frühstück um 10, Zeitung lesen, mit den Kindern auf den Spielplatz fahren (immerhin mit dem Rad), Mittagessen, dann an den Strand, in der Nordsee baden, Sandburgen bauen, Eis essen, Lesen, Abendessen, Drachen steigen lassen, .... Ja, so lässt sich das Leben ertragen. Wenn es wieder zurückgeht wird neben den Schmerzen im Bein (hoffentlich) aber wahrscheinlich auch der letzte Rest meiner Form verschwunden sein. Um gar nicht erst auf dumme Gedanken eines Last-Minute Trainings zu kommen und zu versuchen zu retten, was nicht mehr zu retten ist gebe ich meine Startplätze für die Charly Gaul Cyclosportiv und das Bergzeitfahren am Bourscheider her.

Die Charly Gaul Cyclosportiv findet bereits zum 27. Mal statt. Start und Ziel ist in Echternach in Luxembourg. Ich bin (natürlich) für die lange Strecke gemeldet: 157 km durch den Norden Luxembourgs mit 12 Bergen, hier 'Côte' genannt, sollten für gehörige Schmerzen in den Beinen sorgen. Start ist am Sonntag, dem 4. September um 9:00 auf dem Marktplatz in Echternach. In der Siegerliste finden sich übrigens einige prominente Einträge, 1995 hat ein gewisser Bjarne Riis, 1996 Jörgen Bo-Petersen und 2005 Ben Gastauer (als Junioren Fahrer!) gewonnen. Alle weitern Infos findet ihr auf der Homepage der Veranstaltung: LaCharlyGaul.lu.

 
Charly Gaul beim Giro. d'Italia 1995, Quelle: Wikipedia

Eine Woche später am 10. September (Samstags) findet das Bergzeitfahren Mam Velo de Buurschter rop statt. Alle Einzelheiten dazu hier. Ich bin für die Straßenvariante (es gibt auch ein MTB Rennen) gemeldet: 3,3 km und 237 hm. Einmal hoch, 10 Minuten leiden, oder auch etwas weniger, oder auch etwas mehr, ganz egal, es geht um den guten Zweck. Alle Erlöse der Veranstaltung gehen an die Foundation Kim Kirchen, die sich für benachteiligte Kinder einsetzt.

Die beiden Startplätze sind getrennt oder aber auch zusammen zu vergeben, und zwar an den Fahrer oder die Fahrerin mit dem besten Grund, warum er oder sie an dem jeweiligen Rennen teilnehmen möchte. Starten werdet ihr als "Team Unterlenker". Ihr könnt euren Grund in den Kommentaren hinterlassen oder mir eine Email schreiben an BorisHendrik(at)gmail.com. Ihr erhöht natürlich eure Chancen wenn Ihr versprecht nach der Veranstaltung ein paar Zeilen zu schreiben und mir Fotos zu senden. Ansonsten bin ich unbestechlich und werde den Zuschlag ganz und gar subjektiv vergeben.

Stichtag ist Samstag, der 27. August. Den Gewinner werde ich dann einen Tag später am Sonntag, dem 28. August bekannt geben.

Donnerstag, 11. August 2016

Fin de Saison

So, das war's. Meine Rad-Saison 2016 ist beendet und ich befinde mich jetzt seit Rad am Ring vor fast zwei Wochen in einer vorgezogenen Saisonpause. Und nein, ich werde nicht zum Cyclocross Fahrer, deren Saisonaufbau nach einer Sommerpause beginnt. Der Grund ist viel profaner. Vor guten sechs Wochen bin ich von der Leiter gestürzt. Das übliche halt: Gartenarbeit, auf einer zu kurzen Leiter auf wackeligem Untergrund zu weit nach oben gestiegen und dann auf dem schnellsten Weg nach unten nur mit dem linken Bein aufgekommen. Tja, da habe ich dann erst mal auf der Wiese gelegen und im wahrsten Sinne des Wortes ins Gras gebissen um nicht laut schreien zu müssen. Der erste Gedanke der mir durch den Kopf schoss war "Verdammt, da ist was gerissen, ich kann nicht zum Mt. Ventoux fahren!" Nach einer viertel Stunde konnte ich mich wenigstens wieder humpelnd bewegen und der Arztbesuch hat lediglich eine Zerrung offenbart.

Nach wenigen Tagen saß ich auch schon wieder auf dem Rad und bin den Ventoux auch ohne Knieschmerzen hochgekommen. So weit so gut und man sollte annehmen, dass die Zerrung in der Zwischenzeit vollständig ausgeheilt ist. Ist sie wahrscheinlich auch. Trotzdem schmerzt das Knie noch immer, mal mehr, mal weniger. Rad am Ring war ok, danach war es wieder schlechter. Deshalb die Pause. Ruhe sollte helfen und die letzten Folgen des Sturzes auskurieren, oder?

Da der Verlauf für eine Zerrung dann doch recht ungewöhnlich ist hatte ich heute morgen einen MRT-Scan. Wunder der Medizin Technik: Tock Tock Brumm Kreisch Tock - Nicht bewegen - Tock Zirp - Relativität der Zeit - Tock Tock Tock und voilà: "Der unglückliche Gewinner bekommt eine Schienbeinkopffraktur!"

Mein Knie von innen. Der Riss ist irgendwo unten rechts, kann das jetzt beim besten Willen nicht mehr finden.

Glück im Unglück: Sehnen, Bänder, Meniskus und Knorpel sind heil. Was man aber nie machen soll, unter keinen Umständen, ist Krankheiten zu googeln. Zur Tibeakopffraktur heißt es zum Beispiel beim NetDoktor:

Nachdem die erste Phase überwunden ist, wird das Kniegelenk in der Regel mit einer Motorschiene passiv durchbewegt. Das Bein kann mit einem Gewicht von 10 bis 15 Kilogramm mit Gehstöcken und einer Klettverschlussschiene für etwa sechs bis acht Wochen belastet werden. Nach weiteren sechs bis acht Wochen kann die Belastung langsam auf das halbe Körpergewicht gesteigert werden.

Ja super! Das kann ja heiter werden. Gut das ich mit der Fraktur schon rund 1800 km gefahren bin, und das nicht nur im Grundlagentempo. Jetzt kann ich mich ein klein wenig wie Contador fühlen, der ja auch schon mal 'ne Bergetappe bei der Tour fährt mit gebrochenem Unterschenkel. Seit ich weiss dass da was "ernsthaft" kaputt ist, tut es aber schon gleich viel mehr weh. Ich muss mich legen, ich bin krank. Das wird dann wohl eine etwas ausgedehntere Saisonpause.

Die Losung für die nächsten Wochen und Monate leihe ich mir dann mal von Daniel von coffeeandchainrings: #comestrongerbackthanever

Montag, 8. August 2016

Videos 6 - 2016: Rad am Ring

Die erste Runde des 150km Jedermann Rennens bei Rad am Ring 2016, das gleichzeitig ein Lauf des German Cycling Cups war:



Stürze sind ein unangenehmer aber doch fester Bestandteil von Radrennen. Mir ist es ein Rätsel was den Fahrer hier so nach aussen getragen hat, dass er auf den Grünstreifen kam und stürzte. Zu schnell war er eigentlich nicht, ein Plattfuß kann es auch nicht gewesen sein, dann wäre das Vorderrad zuerst weggerutscht. Wie auch immer, trotz Überschlags sollte es nicht allzu schlimm gewesen sein.
An der Stelle: Gute Besserung!


Der prominenteste Starter beim Einzelzeitfahren am Freitag war Sebastian Kienle, der die drittschnellste Zeit fuhr:



Interessant auch: Die grüne Hölle nachts, da braucht es schon ein anständiges Licht am Rad! 


Und last but not least, einige Impressionen vom Profirennen von Holger Radsportfotos:


Vorher auf Unterlenker.com: Rad am Ring 2016 

Sonntag, 7. August 2016

Test: Giro Empire SLX

Vor einiger Zeit hat Thorsten Frank einen Post über seine neuen Zipp Firecast 404 geschrieben. Warum er die gekauft hat? Tja, eigentlich nur so! Und wenn ich wirklich ehrlich bin, war es der gleiche Grund der zu einem weitern Paar Radschuhe in meinem Schuregal geführt hat. Neben den MTB-, den Winter-, den Triathlon-, den Fizik R1 und den Mavic Huez Schuhen steht dort jetzt auch ein Paar Giro Empire SLX in Knall-Orange.

Das besondere an den Giro Schuhen sind die Schnürsenkel. So kommt halt alles wieder und die Verschlussoptionen bei "Performance-Radschuhen" sind wieder komplett, neben Klettverschlüsse, alle möglichen Varianten an Ratschen, Drehverschlüssen und Kombinationen daraus. Durch die Schnürung kann man den Schuh optimal anpassen und die Festigkeit varieren, also zum Beispiel unten etwas lockerer und oben fester. Ich habe einen recht schmalen Fuß, den Fizik kann ich nur mit orthopädischen Einlagen und am besten mit dicken Socken fahren, Ratsche und Klettverschlüsse sind trotzdem am Ende. Nicht so bei dem Empire, den kann ich ohne Probleme fester als notwendig schnüren, so dass es unbequem wird und die Blutzirkulation eingeschränkt ist. Am Anfang erfordert es ein wenig Übung bis man die optimale Spannung raus hat, aber danach ist es einfach perfekt. Die Schnürsenkel geben dabei auch auf langen Fahrten und im Regen nicht nach. Um die Schnürsenkel vor Interaktion mit den Kettenblättern zu bewahren, bibt es übrigens extra Gummischlaufen, die die Senkel fixieren. 




Obwohl die Schuhe recht geschlossen sind und die kleinen Löcher im Obermaterial vielleicht mehr dem Design als der Belüftung geschuldet sind, habe ich auch bei höheren Temperaturen und längeren Fahrten nie zu warme Füße gehabt. Ein Vorteil des glatten Obermaterials im Gegensatz zu dem sonst bei Radschuhen oft verwendeten Netzmaterials ist, dass es sich einfach abwischen und sauber halten lässt.

Der Giro Epire SLX zeichent sich darüber hnaus durch sein besonders niedriges Gewicht aus. Der Schuh bringt ohne Einlegesohle, aber mit Schnürsenkel und Time Expresso Cleats 230 gr auf die Waage. Die Time Platte wiegt knapp über 40 gr, womit der Schuh in Größe 43,5 mit Schnürsenkel bei etwa 190 gr liegt. Die Herstellerangabe für Größe 42 ist 175 gr. In etwa kommt das also hin und leicht ist es alle mal.


Die Einlegesohle ist aus sehr leichtem Material gefertigt und kann mit drei beiligenden Pads an verschieden hohe Fußgewölbe angepasst werden. Die Passform kann natürlich nicht mit orthopädischen Einlagen mithalten, Fahrer mit halbwegs normalen Füßen sollten aber zurecht kommen.
Der Absatz unter der Ferse ist geschraubt und kann ausgetauscht werden. Die Schuhe werden mit einem zweiten Satz schwarzer Schnürsenkel geliefert und einer praktischen Tasche für Aufbawarung und Transport. Neben dem sicher speziellen Orange gibt es den Empire SLX auch in Weiss und Schwarz.

Natürlich muss ein Schuh vor allem passen, was eine sehr individuelle Frage ist. Der teuerste und leichteste Schuh aus dem besten Material kann daher im einzelnen Fall eine viel schlechtere Lösung sein als ein Mittelklasse Schuh der passt. Da hilft nur eines: Anprobieren. Und man sollte sich nicht von Schnäppchen dazu verleiten lassen Schuhe zu kaufen die eben nicht optimal passen. Wobei es sich bei Radschuhen durchaus lohnt die Augen nach Angeboten offen zu halten. 

Kein anderer Schuh fordert Individualisierungen so heraus wie der Giro Empire. Duch das glatte und durchgehende Obermaterial sind der künstlerischen Freiheit fast keine Grenzen gesetzt. Unter dem Hashtag #Bikeshoeart finden sich auf Instagram eine ganze Reihe  sensationell gestaltete Schuhe:

Donnerstag, 4. August 2016

Wolken über dem Regenbogen

Ich möchte wirklich glauben. Glauben, dass die Beteuerungen der Sportler sauber zu sein wahr sind. Glauben, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Glauben, dass mit fairen Mitteln gekämpft wird. Aber all die Beteuerungen der Herren Armstrong, Landis, Millar und Co, die sich letztenendes alle als Lügen herausgestellt haben, machen es schwer dem Grundsatz in dubio pro reo zu folgen. Über allem hängt Zweifel und Skepsis. Das Schlimme dabei ist, dass die Sportler nicht beweisen können dass sie sauber sind. Ein negativer Dopingtest und auch ein unauffälliger biologischer Passport bedeuten noch lange nicht, dass der Sportler auch tatsächlich sauber ist. Armstrong, Ulrich oder Rassmusen sind nie positiv getestet worden. Sie wussten halt nur wie man das System umgeht.

Das Einzige was Sportler in dieser Situation in die Waagschale werfen können ist ihre persönliche Glaubwürdigkeit, ihre Reputation. Wenn die beschädigt ist oder zumindest mit gutem Grund in Zweifel gezogen werden kann, was bleibt dann noch?

Sportler der höchsten Leistungsklasse werden nicht nur unmittelbar nach Wettkämpfen sondern auch im Training auf Doping getestet. Um diese Kontrollen durchführen zu können müssen die Tester natürlich wissen wo sich die Sportler befinden. Dazu melden diese ihren Aufentaltsort für drei Monate im voraus in einem elektronischen System. Für jeden einzelnen Tag muss eine Zeitfenster von einer Stunde angegeben werden, in dem man für Kontrollen zur Verfügung steht. Inzwischen ist die Handhabung von ADAM via Apps, SMS oder auch Anrufen wohl recht komfortabel. Änderungen sind bis eine Stunde vor Beginn des Kontroll-Zeitraumes möglich.

Das ist sicherlich lästig, gehört aber für Sportler genauso wie das Zähneputzen zur täglichen Routine. Jeder der seine Arbeitszeit in irgendeiner Form erfasst oder sogar Schichtarbeit Wochen im voraus plant macht etwas ähnliches. Trotzdem können Fehler passieren. Aus diesem Grund werden erst drei verpasste Tests oder fehlerhafte Angaben über den Aufenthaltsort innerhalb eines Jahres geahndet. Dann allerdings genauso wie ein positiver Dopingtest, also mit zwei oder auch vier Jahren Sperre. Viele Sportler haben wohl mal einen verpassten Test in einem Jahr, bei einem zweiten darf dann schon nichts mehr passieren.

Der amtierenden Weltmeisterin der Frauen und Großbritaniens Gold-Hoffnung für das olympische Straßenrennen, Lizzie Armistead, ist genau das jetzt fast zum Verhängnis geworden: Drei verpasste Trainingskontrollen. Gerade noch so konnte sie eine mehrjährige Sperre vermeiden indem sie die Tests vor dem CAS angefochten hat und einer, der erste, auch tatsächlich als ungültig gewertet  wurde.

Was ist passiert? Bei dem inzwischen als ungültig erklärtem Test Nummer Eins, vor etwa einem Jahr, konnte der Tester Armistead in dem Hotel nicht ausfindig machen. Der Tester hat nicht hartnäckig genug versucht Armistead zu erreichen. Es ist zwar schwer vorstellbar, dass ein Tester so schnell aufgibt wie es in dem Fall gewesen zu sein scheint und nicht alles Mögliche versucht, aber wenn der CAS dies so beurteilt, gehen wir mal davon aus dass es stimmt.

Test Nummer Zwei war dann ein administrativer Fehler von Armistead, den sie auch einräumt. Sie sollte an dem betreffenden Tag zwar nicht getestet werden, Ungereimtheiten zwischen ihrem tatsächlichen und dem angegebenen Aufenthaltsort wurden aber entdeckt.

Test Nummer Drei hat sie dann tatsächlich verpasst, da sie kurzfristig wegen einer schweren Erkrankung in der Familie nicht an dem angegebenen Ort sein konnte.

Darüber hinaus gibt es in dem ganzen Fall noch mehr Erstaunlichkeiten: Die vorübergehende Suspendierung zwischen drittem Test und CAS Urtel wurde geheim gehalten und British Cycling hat das Ergebnis einer rechtlichen Beratung mit Armistead geteilt. Auch passen die Versäumnisse ganz und gar nicht zu dem Bild, dass sonst von Armistead herrscht, das einer alles bis ins letzte Detail zu planenden, hoch professionellen Sportlerin.

Zu jedem einzelnen Punkt gibt es eine plausible Erklärung. Am Ende stehen aber drei (pardon: zwei) verpasste Tests. Und alles was nun an Statements mit großem Eifer vorgetragen wird haben wir schon mal gehört, oder? Eine negative Wettkampfkontrolle am Tag nach dem ersten Test sagt gar nichts aus. Vielleicht war ja dieser eine Tag gerade notwenig um was auch immer wieder aus dem Körper zu bekommen? Wenn ein Sportler drei (pardon: zwei) verpasste Tests hat, dann müssen da, statistisch gesehen, noch mehr Tage gewesen sein, an denen Armistead nicht dort war wo sie vorgegeben hat, gewesen zu sein. Ansonsten sollte sich die Anti Dopingagentur vielleicht besser auf's Lottospielen verlegen, bei der Trefferquote.

Man kann es drehen und wenden wie man will und egal ob man Armistead glaubt oder nicht, der Reputationsschaden und die Zweifel sind da. Das Regenbogentrikot ist nicht mehr ganz so strahlend wie zuvor.

Vielleicht ist noch nicht alles ans Tageslicht gekommen was mit dem Fall zu tun hat, wir werden sehen. Es wird auf jeden Fall eines der Olympia-Radsporttehmen sein, leider.

Hier eine Übersicht über einige der bisherigen, lesenswerten Artikel:
LA Confidential auf inrng.com
telegraph.co.uk
theguardian.com
Armistead Statement in der Daily Mail
Armistead Statement Facebook

Auch in den Podcasts kam dies natürlich zur Sprache:
prowomenscycling.com
thecyclingpodcast.com
cyclingnews

Videos 5 - 2016: Transcontinental

Die längste Distanz die ich jemals mit dem Rad am Stück gefahren bin waren 250 Kilometer im Training. Da werden die Jungs und Mädchen beim Transcontinental Race gerade erst mal warm! Wie 2015 geht es auch dieses Jahr von Geraardsbergen in Belgien bis nach Canakkale in der Türkei. Etwa 3550 Kilometer ohne Unterstützung, d.h. die Fahrer dürfen keine Hilfe empfangen und müssen alles selber organisieren, mitnehmen oder unterwegs kaufen. Der letztjährige Sieger Kristoff Allegaert hat die Strecke in unter 10 Tagen absolviert und liegt auch dieses Jahr wieder an der Spitze. Seine bisher zurückgelegten Distanzen pro Tag sind 640, 456, 359, 416, 516 und 453 Kilometer.

Inner Ring hat einen guten, wie immer lesenswerten Post darüber geschrieben. Auf der Homepage des Rennens können die Positionen der Fahrer live beobachtet werden.