Sonntag, 30. März 2014

Gran Fondo 03

Auf den besondern Wunsch meiner treuesten Leserin mal wieder eine Tourenbeschreibung.

Auf Strava gibt es dieses Jahr eine Serie von monatlichen Challanges: Gran Fondo's. Ein Gran Fondo ist ein Jedermann Rennen. Nun muss man hier keinen echten Gran Fondo fahren, sondern "nur" die vorgegebene Distanz einmal im Monat in einer Tour bewältigen. Von der Fahrt im Januar habe ich hier geschrieben.

Januar 130 km, Februar 130 km, .. alles klar, März auch 130 km. Vor zwei Wochen bin ich also los und wollte die Strecke schnellstmöglich hinter mich bringen. Zuhause zeigte die Garmin dann 138 km in nicht ganz 4:30 an, nicht wirklich langsam. Nachdem ich die Daten auf Strava hoch geladen hatte, musste ich aber zu meinem Entsetzen feststellen, dass die Distanz des März Gran Fondos 160 km beträgt! Nein! Die 22 wären noch drin gewesen.

Also galt es heute noch mal Flagge zu zeigen. Damit ich die Daten auch auf keinen Fall verliere, habe ich zusätzlich zur Garmin auch die App laufen lassen. Sicher ist sicher!

Da mir letzte Nachte eine Stunde Schlaf abhanden gekommen ist, bin ich nicht ganz so früh gestartet wie ich wollte. Los ging es erstmal ganz klassisch über die B51, vor Dillingen habe ich die Saarseite gewechselt und bin rechts den Oberlimberg hinauf. Kurz danach ging es zum ersten Mal an diesem Tag über die Grenze nach Frankreich. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie anders es in Frankreich aussieht. Der Asphalt, die Strassenschilder und -Pfosten, die Häuser, die Orte. Direkt eine andere Welt und immer ein klein wenig wie Urlaub. Durch die hügelige Landschaft ging es runter an die Mosel und zwischen Rettel und Schengen habe ich die zweite Landesgrenze überquert, die nach Luxembourg. Zügig ging es die Mosel abwärts bis nach Wormeldingen. Dort stand dann Grenzübertritt Nummer drei an. Wieder "ab ins Reich" (das kann man hier durchaus sagen ohne einer nationalen Gesinnung anzuhängen).

Und auch die nächste Kletterpartie stand an. Von der Mosel bis hinauf auf den Saargau. Mit fast 100 km in den Beinen ging es nicht mehr so flott den Winchringer Berg hinauf wie sonst. Oben bin ich links abgebogen. Die schmale Straße Richtung Mannebach verläuft genau auf dem Kamm. Links der Blick über das Moseltal und weit nach Luxembourg hinein, rechts bis in den Hochwald. Aber trotz (oder gerade wegen?) fantastischem Sonnenschein war die Fernsicht heute leider nicht so toll.

Hier habe ich einen Fehler in meiner Streckenplanung, bzw. -Improvisation gemacht. Konsequent habe ich alle Tankstellen oder sonstigen Geschäfte, die Sonntags aufhaben, weiträumig umfahren. Das sollte mir später noch leid tun.

Wieder unten an der Saar ging es auf der anderen Seite durch die Weinberge hinauf nach Pellingen, wieder runter nach Franzenheim (schöne Abfahrt, übrigens) und weiter über Pluwig hinab ins Ruwertal. Nach einigen Kilometern flussabwärts bin ich rechts nach Lonzenburg abgebogen zu der, wie ich dachte, letzten nennenswerten Kletterpartie des Tages. Auf halber Strecke hinauf auf den Rösterkopf bin ich dieses Mal aber nach links und wieder hinunter nach Morscheid. Im Ruwertal habe ich dummerweise statt dem Radweg die Strasse genommen und hatte daher noch zwei zusätzliche, äusserst unangenehme (zumindest mit 150 km auf der Uhr) Berge im Weg. Das letzte Stück hinauf nach Gusterath hat es dann mit bis zu 17% noch mal in sich gehabt und mir wirklich alles abverlangt, auch wenn mein Tempo nicht den Anschein erweckt haben mag. Ich habe wirklich gelitten. Aber hey, ich bin angekommen. 165 km, 2200 Höhenmeter, sechs Stunden. Gran Fondo 03: check!

Frankreich, erkennt man schon allein am Asphalt

Cattenom 





Entlang der Mosel 

Auf dem Saargau zwischen Bilzingen und Mannebach


Last climb, nach Lonzenburg

Montag, 24. März 2014

Oberlenker Mallorca -Teil 2

Was bisher geschah: Teil 1


Mit diesem letzten Vers aus dem wohl bekanntesten Gedicht zur Begrüßung des Frühlings leite ich Teil Zwei meines Reiseberichts ein. Ein wenig ausschweifender, da einige Zeit ins Land ging seit Teil Eins.

In den vergangenen Wochen ist es in den Straßen lauter und belebter geworden. Die Kleider werden kürzer, die Touristen jünger und sportiver. Auf den Hotelfluren begegnet man jetzt anderen Gästen und viele davon sind in bunte Lycrastoffe gehüllt. Die meisten sind Teilnehmer eines Triathlon- und Radcamps, dass von einer ehemaligen Residentin der Insel, Steffi, ins Leben gerufen wurde. Vom Kilometerfresser bis zum Genießer ist alles vertreten. Ebenso gibt es einen Triathleten aus Übersee, der neben Chris Legh wohnt und nach drei Operation im Knie- und Hüftbereich und einer jahrelangen Zwangspause wieder einsteigen möchte. Diese Pause sieht man ihm jedoch nicht an. Der Wohnort in Boulder (1600m ü.NN) in Kombination mit seinem Idealgewicht machen ihn für einen Modellathleten wie mich am Berg natürlich zum idealen Trainingspartner und ich bin definitiv immer im richtigen Bereich unterwegs. Die Pulsuhr (ein in Zeiten von Wattmesssystemen längst überholtes Stück technischer Entwicklung) staubt langsam ein, da ich das Piepen während der Fahrt nicht mehr hören konnte. Durch den Aufenthalt dieser Herrschaften sind sowohl Frühstück als auch Abendessen zu einer geselligen Runde geworden und werden regelrecht zelebriert. Humoristisch angehaucht werden im Rahmen dieser gesellschaftlichen Zusammenkünfte sämtliche Neuerungen im Bereich der Materialforschung kommentiert.

Bei chronologisch korrekter Vorgehensweise ist jedoch zunächst auf Mittwoch, den 12.03., einzugehen. Der dritte Tag von Jay, die Berliner noch nicht in Sicht. Auf einer lockeren Ausfahrt sah ich dann diverse große Schilder mit unzähligen Schriftreihen – ähnlich des bekannten Sehtests beim Augenarzt. Da ich die Sprache noch nicht vollkommen beherrsche (derzeit schätzungsweise zehn Worte) fragte ich meinen Mitfahrer Xisco, was die Schilder zu bedeuten hätten. „Ah…Das ist die Rally. Sie sperren die Strecke an diese‘ Tage“ Leider war ich bei den Höchstgeschwindigkeiten, die wir stets konstant auf unseren Touren fahren, nicht in der Lage Datum, Uhrzeit oder sonst was zu identifizieren, also dachte ich mir FR-SO wird da wohl was sein. Mal sehen. Am darauffolgenden Tag fuhr ich meine Lieblingsrunde mit 63km also gegen den Uhrzeigersinn und merkte in Puigpunyent, dem Winterdomizil von Seniore Alberto Contador, dass ich komplett leer war. Der Mann mit dem Hammer saß mir im Nacken und so erklomm ich die letzte Steigung gen Galilea, wurde jedoch kurz vor dem Ort von einem Renault R5 Turbo überholt. Den sieht man nicht alle Tage. Irgendwas war hier faul. Auf dem Zenit des Berges, aber auch meiner Leidensfähigkeit, tauchten plötzlich Menschenmassen vor mir auf und es dämmerte mir. Das kurze Aufheulen einer Sirene sorgte für Gewissheit. Die nachfolgende Polizei sperrte die Strasse. Die Wertungsprüfung „Es Capdella- Galilea“ stand an. 10km vor meinem Hotel umzudrehen und dies auf dem Gipfel der letzten Steigung hielt ich für untragbar und fragte den Polizist, ob ich noch abfahren dürfe. „If you do it faster than we do, it’s ok…“ Mit dem Wissen dass die Strecke unten schon dicht ist, wurde die Bremse nur noch minimalst benutzt und das Ganze glich einem Kamikazeritt.

Im Hotel angekommen spuckte mein Freund, das Internet, alle Daten bezüglich der Rallye aus. Ich freute mich auf meinen bevorstehenden Ruhetag, sah dann jedoch, warum auf der Abfahrt sämtliche Renault Turbo (R5, R11, A310, etc.) gestanden hatten. Jean Ragnotti, Sieger der Monte-Carlo 1981 und eine lebende Legende, stand da in der Startaufstellung und auch die Liste der Autos war phantastisch zu lesen: R5 Tour de Corse, R5 Maxi Turbo, Golf 1 GTI, etc. Kurzum: Freitag war Rallyetag. Also schwang ich mich auch am Ruhetag auf meinen Drahtesel und fuhr pfeifend und singend (mit bekannt schlechtem Musikgeschmack und Auswahl) nach Puigpunyent. WP Esporles- Puigpunyent! Auf der Hinfahrt wurde ich von jedem überholt und es machte mir nichts aus, da ich mal wieder mein Lieblingstrikot zu Ehren Ragnottis trug. Nach der Wahl eines guten Standortes von dem aus ich drei Serpentinen einblicken konnte, begann das Spektakel und ich kam mit zwei mallorquinischen Bootsbauern ins Gespräch, die in Traben-Trarbach für jeweils drei Monate beschäftigt waren und mir erklärten, dass ich nicht weiter hochfahren dürfte. Als sie das Trikot sahen, wurde aber klar dass ich Zuschauer war und wegen Jean gekommen bin. „Dass du Fahrrad fährst ist nicht gut, aber das Trikot macht es wieder wett- aber Ragnotti kommt nicht. Hatte heute morgen eine‘ Unfall…Auto kaputt… morgen wieder repariert“ Vor Augen hatte ich den kleinen blauen R5 Maxi Turbo, mit dem ich als kleines Kind stets meine Runden auf dem Wohnzimmerboden drehte - mit der Beflaggung und den Aufschriften „Ragnotti / Thimonier“ und den ich fälschlicherweise für ein Spielzeugauto hielt. Eigentlich entstammte er jedoch der Renault Boutique und war ein Modellauto. Ich schreibe nun nicht, dass ich Tränen in den Augen hatte, aber leicht geknickt sah ich mir die erste Hälfte des Starterfeldes an: unzählige 911er und auch Exoten wie ein Dodge Charger und ein Mustang, die aufgrunf der Serpentinen vollkommen fehl am Platze waren. Nach einer kurzen Unterbrechung folgte dann die nächste Gruppe und inmitten der alten Autos kam ein rotes Etwas viel schneller als alle Fahrer zuvor die Abfahrt hinunter. Es war ein neuer Renault Clio WRC und das Lächeln kehrte zurück – nachdem die anderen ihre Autos um die Kurven trugen, damit sich der Bastkorb der Gemahlin auf der Rückbank nicht verselbstständigt, so konnte hier nur einer am Steuer sitzen. „BRAAAVVOOO JEAN“... Der mittlerweile 69-Jährige hat nichts verlernt. Der Rest der zweiten Gruppe war deutlich spektakulärer und schneller unterwegs als die erste und um 19Uhr wurde die Strecke wieder geöffnet. Fernando, der Bootsbauer, zeigte sich jedoch besorgt um die Helligkeit, da um 18.55 Uhr die Sonne unterging. „Brauchst du?“ und hielt mir seine Arbeitsleuchte hin…“Aber ich brauch zurück. Ich arbeite am Port Adriano“ Einhändig und mit der Lampe stets in den ankommenden Verkehr drehend erklomm ich nun am Ruhetag Galilea im Zeitfahrstil und fuhr mit Zug auf der Kette und Angst vor dem Verkehr heimwärts. Die Lampe hat Fernando natürlich Dienstags sofort zurückbekommen – mit einem kurzen Dankesschreiben und einem kleinen Präsent.
Da dies ja ein fortlaufender Blog mit diversen Handlungssträngen ist und viele fragten: „Was is eigentlich mit der Radmechanikerin?“ Da kann ich nur sagen: Die Frau versteht ihr Handwerk. Mein Rad läuft zuverlässig und seit dem besagten Tag auch ohne Geräusche. Na gut, bis auf die Principia-typischen Knackgeräusche, aber für die hat man ja schließlich auch beim Rahmenkauf bezahlt. Ich denke das reicht an Informationen. Dank der Berliner Truppe weiss ich nun zudem dass die regenbogenfarbenen Silikonarmbänder nicht den Radweltmeister, sondern eher die sexuellen Vorlieben der Trägerin, bzw. des Trägers aufzeigen.

Ich wurde zudem von einigen Campteilnehmern und auch anderen Leuten gefragt, ob ich nur der Praktikant wäre oder auch schonmal einen Triathlon gemacht habe. Da ich natürlich um mein temporäres, bereits acht Jahre andauerndes Formdefizit weiß, versuche ich trotzdem nicht in der Vergangenheit und Erinnerungen zu schwelgen und begegne Fragen dieser Art mit einem kurzen Statement: „Ich hab mir ein Buch von Joey Kelly über Triathlon gekauft und bin fast durch. Danach will ich mich auch mal an diesem spannenden Dreikampf versuchen.“ Kein Kommentar…
Aufatmen wird der ein oder andere bei der nun folgenden Aussage (aus welchem Grund auch immer… mein Orthopäde wegen des Knies, der Allgemeinheit, weil ich mich dann nicht wieder blamiere und den Topstartern, weil sie dann jeweils einen Platz weiter vorne sind): Nach soeben erfolgter Rücksprache mit „El Capitan" werde ich bei der ETU EM der Mitteldistanz hier in Paguera, trotz der schönen Strecke, nicht starten. Der Grund ist ganz einfach: Ich trainiere lange Jahre schon unter Manfred Biehler und bin voll und ganz seiner Meinung, dass man nur starten sollte, wenn die Zeit auch stimmt, bzw. man gesteckte Ziele realistisch schaffen kann. Da ich ungern über 4h 40 finishen würde, lasse ich es lieber bleiben und konzentriere mich auf die Ligarennen. Ich möchte halt mehr als finishen wenn ich irgendwo starte. Ein gewisser Anspruch ist immer noch da …
Was jedoch zunehmend schwieriger wird ist die Einhaltung der „Rules“. Regel #2 besagt, dass es jemandem, der das Wissen der Regeln erlangt hat, nicht gestattet ist, andere beim Brechen der Regeln zu unterstützen oder sie unwissend zu lassen. Bei der Vielzahl der Fahrer auf der Insel und auch schon im kleinen Kreis der Campteilnehmer werden Kurzarmtrikots mit langen Hosen kombiniert, Rücksäcke getragen, Satteltaschen, Spiegel, Visiere am Mountainbikehelm montiert, usw. Ich erbitte in diesem Punkt Gnade walten zu lassen, ich versuche die Regeln unseres Propheten, des Belgiers Eddy Mercky, zu verbreiten, aber meistens signalisiert schon ein „A“ auf der Bekleidung beim ersten Zusammentreffen die Sinnlosigkeit jeglichen Versuches. Unerschöpflich ist jedoch mein Versuch den entgegenkommenden Fahrern ein Zeichen des Grußes zu entlocken. Solange auch nur einziger auf einer 5h-Ausfahrt zurückgrüßt, mache ich weiter…

Abschließend noch eine kurze Vorschau: am kommenden Dienstag wird der Kollege mit der silbernen T-Mobile-Hose mich mit seiner Anwesenheit erfreuen. (Nein - Es handelt sich dabei nicht um eine Sonderedition, sondern lediglich um eine komplett verwaschene, uralte, ehemals schwarze Radhose die ihren Dienst an der Waffe längst abgeleistet hat.) Die Kombination aus Jay und Metti verheißt nichts Gutes für mich und ich vermute es wird hart. Puig und Sa Calobra warten…

Wie es weitergeht: Teil 3

Autor: Thomas

Samstag, 22. März 2014

Schlauchreifen

Schlauchreifen! Keine Ahnung was mich da geritten hat. Wohl die Kombination aus Schnäppchen, Material, Gewicht und Design. Hätte ich noch gewusst wie viel Arbeit es ist Schlauchreifen aufzuziehen, hätte ich es gelassen. Aber es war zu lange her, dass ich dass das letzte Mal gemacht habe.

Der Kitt der aufgezogenen Reifen war schon eingetrocknet, ein Reifen musste ersetzt werden. Also habe ich schon vor einer Woche die alten Reifen runter gemacht, was trotz eingetrocknetem Kitt dann doch nicht so einfach war. Dann den neuen Reifen trocken aufgezogen und mit 10 Bar aufgepumpt ein paar Tage stehen gelassen. Das war schon ein Gewaltakt, bis der Reifen auf der Felge war. Gestern habe ich dann den alten Kitt entfernt (Schwalbe Schlauchreifen Kitt Entferner, sehr gut!) und Reifen und Felge mit neuem Conti Carbonfelgen Kitt eingepinselt. Heute morgen stand dann das Finale an. Noch mal Kitt auf die Reifen und drauf damit. Meine Güte, habe ich geflucht. Ich musst sogar den Reifenheber zur Hilfe nehmen. Frevel! Aber es ging wirklich nicht anders. Habe jetzt sogar 'ne anständige Blase am Daumen. Bin gespannt auf die erste Fahrt. Es sieht auf jeden Fall schon mal gut aus.



Donnerstag, 20. März 2014

Il Signor Rossi - Ciclismo

Ein ganz gewöhnlicher Endorphinsüchtiger

"Endorphin hat ungefähr die gleiche Wirkung wie Morphium. Es lindert den Schmerz und schenkt einen himmlischen Rausch. Wer einmal davon gekostet hat, kommt nicht mehr los. ... Kurz nach meinern Rückkehr von Kos zog ich ein Paar Inlineskates an. Ich schwebte durch einen ruhigen und ziemlich lauen Sommerabend. Ich fuhr viel zu schnell und viel zu weit. Es war schon dunkel, als ich nach Hause kam. ... Ich fühlte mich, als käme ich von einem Besuch beim Methadon-Bus zurück."
Peter Winnen, Gute Beine - Schlechte Beine, hier im Original, hier ein Blick ins Buch.

Bin ich einfach nur ein ganz gewöhnlicher Junkie? Der jede Woche seine Ration benötigt? Immer auf der Suche nach dem nächsten Kick? Nun ja, es gibt wohl schädlichere Laster. Damit kann ich leben.

Apropos, heute war auf SPON ein Artikel zu dem Thema. Endorphin ist scheinbar doch nicht der Auslöser all des Glücks. Der neuste Schrei ist EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing). Gleichförmige, wellenartige Bewegungen. Tap tap tap beim Laufen. Rotierende Beine beim Radfahren. Wie auch immer, schwarzer Asphalt, Sonne in den Speichen, glatte Beine, großer Gang, leichtfüßig, überlegen, .. wie sollte das nicht glücklich machen, warum auch immer.

Dienstag, 18. März 2014

Die Energiebilanz

Die Sache mit dem Abnehmen ist ganz einfach. Es funktioniert wie mit dem Planschbecken das ich an heißen Sommertagen im Garten für meine Kinder aufstelle. Wenn ich den Gartenschlauch zu weit aufdrehe, läuft das Becken irgendwann über. Auf der anderen Seite darf der Wasser-Nachschub aber auch nicht zu gering sein, da der Schwund durch Verdunsten, tobende Kinder und das kleine Loch im Boden früher oder später in einem leeren Becken endet.

Und genauso ist es mit dem Abnehmen. Mehr Input als Output und wir speichern die Energie in Form von Fett. Mehr Output als Input und wir werden leichter. Das ist das ganze Geheimnis. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich bin ja schon immer ein Anhänger dieser tatsächlich einfachen Wahrheit gewesen. Von nichts kommt nichts, im Guten wie im Schlechten! Vor einigen Wochen nun ist ein Buch erschienen, dass anschaulich erklärt warum dies so ist und das Ganze auch wissenschaftlich belegt:


Herrlich! So elegant! So einfach! So logisch! So klug!

Herr Apolin ist Physiker und Sportwissenschafter und lebt und lehrt in Wien. Er führt auf, wie viel Energie in einem Kilogramm Körperfett gespeichert ist und wie viel man zum Beispiel Laufen muss um die entsprechende Energie wieder freizusetzen. Dabei wird dann schnell deutlich, dass es keine Wunderdiäten gibt und die Versprechungen von in einer Woche fünf Kilo abnehmen absolut unrealistisch sind. Es ist auch ganz egal wann wir etwas essen, morgens, mittags oder abends. Denn natürlich hat das Essen abends nicht mehr Energie als morgens. Genau das müsste aber der Fall sein, wenn unter sonst gleichen Umständen die Tafel Schokolade abends gegessen dicker machen würde als morgens gegessen. 

Er erklärt wie selbst kleinste Änderungen sich positiv oder auch negativ auswirken können und das tatsächlich jeder einzelne Schritt zählt. Und, wie es sich für einen Physiker gehört, wird alles berechnet und bewiesen, wenn es sein muss auch mehrfach. Dazu gibt es die entsprechenden Grundlagen der Physik, den Energie Erhaltungssatz und das notwendige Handwerkszeug wie etwa Fermi Rechnungen.

Das Buch ist wirklich lesenswert, selbst für den, der keine Notwendigkeit hat sein Gewicht zu reduzieren. Aber unter Umständen wird man sich aber nach der Lektüre bei der ein oder anderen Gelegenheit keine Freunde mach. Den ganzen Diät-Humbug kann man dann nämlich nicht mehr unwidersprochen stehen lassen.

Ich war selten so sehr von einem Buch begeistert. Es lebe die Wissenschaft, nieder mit der Esoterik!

... So, und jetzt muss ich das Buch gleich noch mal lesen!

Samstag, 15. März 2014

Wahre Liebe

Marcel hat Streit gehabt. Mit seinem Fahrrad. Der Lenker ist gebrochen. Kurz vor dem Ziel. Da war nix mehr mit sprinten. Stattdessen fanden sich beide, Marcel und sein Rad, auf dem harten Asphalt wieder. Wahrscheinlich gab dann ein Wort das andere, jeder hat dem Anderen die Schuld in die Schuhe geschoben ("Warum bricht der Lenker, war das notwendig?!" "Wenn du auch immer so fest daran zerrst, musst du dich nicht wundern!") und wie das manchmal so ist, da kann einem dann schon mal der Geduldsfaden reissen.


Aber wie es in der Liebe nun mal so ist, er hat sich entschuldigt und wie man hört, ist alles wieder gut!

Test: Ass Saver

Schutzbleche sind gegen die Regeln. Aber ganz ehrlich? Ich habe lieber einen trockenen Hintern.  Heute war mal wieder so ein Niesel-Regen-Tag und das Winterrad mit den langen Schutzblechen ist schon in seiner wohlverdienten Sommerpause (Obwohl heute wieder mehr Winter wie Sommer war). Das war doch die perfekte Gelegenheit den Ass-Saver zu montieren. Das gute Stück verrichtet einen erstaunlich guten Job. Natürlich ist die Wirkung bei weitem nicht mit einem richtigen, langen Schutzblech zu vergleichen. Aber solange es nicht in Strömen regnet bleibt der Hintern einigermassen trocken. Feine Sache. Kostet nur kleines Geld, kommt von einer kleinen Firma aus Schweden, hält ewig, kann problemlos recycelt werden, gibts in vielen Farben, hat Designpreise gewonnen, ist unglaublich leicht (15gr!), passt in einen Briefumschlag, ist ein tolles Geschenk, fällt kaum auf, verunstaltet nicht das Rad, hat nicht jeder und wird sogar von den Profis benutzt.

Es gibt inzwischen einige Nachahmer, aber hey, wer kauft schon Plagiate! Hier gehts zum Original.



Mittwoch, 12. März 2014

Regeneration - Foam Roller

Eine Sache die ich nicht genug empfehlen kann und seit inzwischen zwei Jahren regelmäßig benutze sind meine "Foam Roller" Massage Rollen und Kugeln. Damit lassen sich Verspannungen und Verhärtungen in der Muskulatur bestens bearbeiten und lockern. Das kann, wenn man die richtigen Punkte trifft, recht schmerzhaft sein und fühlt sich zuweilen an als ob man von einem bulgarischen Ringer mit riesigen Händen in einem verschwitzen Unterhemd durchgewalkt wird. (Keine Ahnung wie ich auf diese Assoziation von verschwitzen bulgarischen Ringern in Unterhemden komme, bin noch nie einem begegnet!) Auf jeden Fall kann man so manchen Gang zum Physiotherapeuten sparen und vor allem lassen sich die Rollen und Kugeln leicht mitnehmen (Was mit einem Physiotherapeuten schon nicht mehr so einfach ist). Das Preis-Nutzen Verhältnis ist sensationell.

Es gibt eine ganze Reihe von Herstellern, das Prinzip ist aber immer das Gleiche. Die einzelnen Rollen unterscheiden sich im Härtegrad und eventuell durch eine zusätzliche Profilierung.

Zwei Hersteller mit ausführlichen Anleitungen auf den Homepages sind einmal aus der Schweiz Blackroll und aus Deutschland Blackroll-Orange.


Es gibt eine ganze Reihe von Videos auf Youtube die die Anwendung zeigen. Radsportspezifisch ist zum Beispiel dieses hier vom Global Cycling Network GCN: